Hallo zusammen,
ich bin m und 38 Jahre alt. Leide seit meiner Jugend (vermutlich schon länger, habe diese jedoch mit Suchtmitteln betäubt, bin aber seit 17 Jahren, nach einer Entwöhnungsbehandlung, clean) an Ängsten. Insbesondere sind dies: Angst vor Krankheiten, Angst vor dem Tod, Angst vor Angstsymptomen (insbesondere bei Vorträgen, starkes zittern, starke Fluchttendenzen), Angst mich selbst zu verlieren, verrückt zu werden.
Ich habe mich heute hier angemeldet, da ich heute das erste Mal seit langem wieder Angstsymptome hatte, welche ich seit ca 5 Monaten in dieser Form nicht mehr hatte.
Ich habe bis Januar letzten Jahres meine Ängste mit Paroxetin behandeln lassen. Damit kam ich weitestgehend auch gut über die Runden. Ich hatte jedoch das Gefühl, abzustumpfen. Ich bin ein kreativer Mensch und habe mir eingeredet, dass ich ohne Medikamente vielleicht viel mehr aus mir rausholen könnte. Ausserdem habe ich auch nicht vor gehabt, meine Leben lang Medikamente nehmen zu müssen. Ich hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mal versucht, Paroxetin abzusetzen, was jedoch nicht gelang. Anfang letzten Jahres habe ich dann erneut einen Versuch gestartet. Ich bin über mehrere Wochen von 20 mg, auf 15, dann auch 10, dann auf 5. Während diesen Zeitraums ist meine Mutter jedoch plötzlich schwer an Krebs erkrankt. Ich habe mir jedoch immer wieder eingeredet, dass alles nicht so schlimm ist. Das es wieder gut wird. Leider wurde es das aber nicht mehr. Meine Mutter ist im Juli letzten Jahres verstorben, nachdem sie drei Monate zuvor die Diagnose bekam. Die Momente in den letzten Tagen im Krankenhaus waren sehr intensiv für mich...
Ich war zu dieser Zeit weg vom Paroxetin. Konnte nicht schlafen. Ich habe dann Atosil genommen. Über einige Monate. Noch während meine Mutter lebte, fing es mit Ängsten vor Krankheiten an. Insbesondere natürlich vor Krebs, aber auch vor Herzinfarkt, Schlaganfall, Aneurisma. Ich habe im vergangenen Jahr 1 CT vom Bauchbereich machen lassen, eine Magen Darmspiegelung. Ich war wirklich überzeuigt davon, dass ich dasselbe habe. Durch den Stress, habe ich immer viel Luft im Bauch und einen enormen Druck, so dass mir Bauchatmung äußerst schwer fällt. Während der Panikattacken die ich in der Folgezeit des Todes meiner Mutter hatte, dachte ich immer ich sterbe jetzt. Es war grausam. Irgendwann dachte ich dann, so geht es nicht mehr. Ich bin dann wieder zum Psychiater und habe mir Mirtazapin verschreiben lassen, da ich endlich mal wieder vernünftig schlafen wollte. Schlafen klappte auch wunderbar. Aber die Ängste blieben. Bin dann zur herzuntersuchung gegangen, zum HNO Arzt um den Kehlkopf beobachten zulassen etc. Jedes Ziepen meines Körpers interpretierte ich als tödliche Erkrankung. Nach wie vor, sehr grausam. Habe dann zusätzlich Escitalopram verschrieben bekommen. Seit dem Frühjahr diesen Jahres geht es dann einigermaßen. Ich habe mir dann im Januar diesen Jahres einen Psychologen gesucht...musste allerdings 6 Monate auf den ersten termin warten, den ich auch wahrgenommen habe. ich befinde mich nach wie vor in psychologischer Behandlung...und das ist auch gut so.
Gestern musste ich einen Vortrag halten. Wisst ihr, wie sehr das in den vergangenen beiden Wochen meinen Kopf beschäftigt hat. Ich werde immer extrem nervös, zittere, bekomme Panik und da ich das schon im Vorfeld weiß, bekomme ich noch mehr Panik. Ich habe dann gestern eine Stunde vorher noch eine Opipramol genommen...es ging einigermaßen, aber habe mir doch einen abgewürgt. Und heute hatte ich dann plötzlich Anflüge der Ängste, die ich im vergangenen Jahr extrem hatte. Angst vor Krankheiten, Angst mich zu verlieren ...aus meinem Körper auszutreten (Derealisation, Depersonalisation). Aber es waren nur Anflüge...es hat sich nicht manifestiert. Ich habe aber Angst davor, dass jetzt der gleiche Mist, wie im letzten Jahr wieder vorangeht

Habt ihr auch Erfahrungen damit? Gibt es trotz medikamentöser Behandlung Rückfälle? Ist es nichts dramatisches ?
Danke und viele Grüße