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Hallo zusammen

Nach Hypnose-Therapien und einem Besuch beim Psychotherapeuten weiss ich nicht mehr weiter. Vielleicht hilft es mir ja, mich mit Leuten auszutauschen, die das gleiche oder etwas ähnliches bereits erlebt haben.

Letzten Sommer begann alles. Man muss dazu sagen, dass ich davor ein absolut glücklicher Mensch war und nie übermässige Angst vor Krankheiten hatte. Aber eben nur bis dann. Ich hatte damals starke Augenschmerzen, woraufhin ich zur Augenärztin ging. Sie konnte aber nichts feststellen, meinte aber, ich solle dies bei einem Neurologen abklären. Machte ich dann natürlich auch. Nach etlichen Seh- und Balancetests etc meinte er, er könne auch nichts feststellen. Also ab ins MRT. Von dort kam ich zurück & der Arzt schaute mich an, als würde ich am nächsten Tag tot zusammenfallen. Sein Kommentar: "Mit 50-60% Wahrscheinlichkeit haben Sie MS". Das schlimmste, was mir jemals passiert ist. Er meinte, man hätte weisse Flecken entdeckt. So musste ich am nächsten Tag ins Spital, Nervenwasserentnahme, Kortison-Infusion etc. Dort sagte mir dann aber der zuständige Arzt wiederum, dass ich mir nicht zu viele Sorgen machen brauche. Oftmals stellt es sich als falsch heraus. Solche Flecken können auch sonst einfach entstehen, z.B. bei Migränepatienten (Dass ich seit 10 Jahren unter starker Migräne leide, wusste der 1. Arzt auch, sagte dazu aber nichts. Nach Recherchen meinerseits, stimmt das aber wirklich). Nach 5 Tagen dann das Ergebnis: Negativ. Man konnte nichts feststellen. Ich war natürlich überglücklich, bin vor Glück in Tränen ausgebrochen und hätte die ganze Welt umarmen können.
Doch ein paar Wochen später ging es los. Ich fiel in ein tiefes Loch und hatte andauernd Angst. Dass vielleicht plötzlich doch ein Telefonat kommt, wo man mir sagt, dass sie sich getäuscht haben. Dass ich es doch habe. Im Oktober dann hatte ich Haarausfall. Ich vermute, dass es am vielen Stress oder am Kortison lag. Doch damit verstärkte sich der Stress nur noch mehr. Im Dezember dann Schmerzen im linken Bein. Ein Kribbeln, Stechen. Abklärungen wegen Thrombose etc. Negativ. Im Januar meinte man dann, dass es vom Rücken aus kommen könnte und ein Chiropraktiker konnte dies wirklich wegbringen. Doch dann plötzlich, eines Abends, fing mein Herz wie verrückt an zu pochen. Ich bekam keine Luft mehr und mir wurde unglaublich übel. Da wir ein Herzleiden in der Familie haben, natürlich Panik, dass ich mit doch sehr jungen Jahren einen Herzinfarkt habe. Ab ins Krankenhaus. Resultat: Negativ. Es sei eine Panikattacke. Der Arzt da meinte auch, dass er langsam genug von diesen Neurologen hätte. Es sei ja momentan eine riesen Panikmache vor dieser Krankheit. Bei jedem kleinstem Ding, würden sie den Patienten diese Krankheit um die Ohren hauen. Da wurde mir dann klar, dass es so nicht weitergehen könne und ging dann in die Hypnose. Half aber auch nicht wirklich & ich habe es nach 3 Sitzungen wieder abgebrochen (Ja ich weiss, sehr dumm von mir). Doch dann Ende Januar bekam ich plötzlich heftige Brustschmerzen. Als Frau ist da natürlich der erste Gang zum Frauenarzt, um sicherheitshalber abzuklären, ob es nichts ernsthaftes ist. Natürlich war da auch wieder nichts. Sie meinte, es käme vom Rücken oder vom Stress/Angst. Komischerweise gingen die Schmerzen etwa 2 Wochen später wieder weg. Dann begannen die Kopfschmerzen. Nicht meine normale Migräne. Sondern um das Auge herum, das mir damals im Sommer schmerzte. Ich hatte natürlich sofort wieder Angst, hatte aber auch die Hoffnung, dass es vom Rücken kommt. Chiropraktiker & Mediz. Mass. konnten mir nicht helfen. Nach 2 Monaten leiden, bin ich im Internet auf die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson gestossen. Man glaubt es nicht, einmal gemacht und die Schmerzen waren weg.
So und nun habe ich Schmerzen im Rücken. Letzten Sommer, während ich auf die Resultate wartete, war ich so dumm, dass ich einen einzigen Erfahrungsbericht gelesen habe. Was stand darin? Diese Frau verspürte ein Kribbeln im Rücken, was nachher MS war. Ich dachte noch, ach zum Glück habe ich Schmerzen und kein Kribbeln. Aber wen wunderts... natürlich verspüre ich jetzt plötzlich auch ein Kribbeln.
Ich drehe noch völlig durch. Ich weiss, dass es meine Angst ist, die sich so extrem auf meinen Körper auswirkt. Ich weiss auch, dass der Usprung von alledem dieser Arztbesuch ist. Und ich weiss ja eigentlich auch, dass man nie etwas festgestellt hat. Alles war negativ. Und obwohl ich das weiss, bringe ich die Angst nicht weg. Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht daran denke. Ich lese nur schon die Abkürzung "MS und mir wird übel. Ich kann nicht einmal mehr Fernsehsendungen schauen, in denen es um irgendeine Form einer Krankheit geht. Auch wenn es irgendwelche blöden Soaps sind. Und ich muss mich extrem zurückhalten, nicht nach irgendwelchen Symptomen zu googeln. Das habe ich leider etwas oft gemacht, versuche mich aber seit ein paar Wochen strikt davon abzuhalten.

Als nächstes stehen Entspannungsmassage und Akupunktur auf dem Plan. Um einmal etwas den Stress zu reduzieren, welchen ich auch aufgrund der Arbeit etc. noch habe. In 3 Wochen dann ein Termin bei einer Psychotherapeutin und Hypnose (Vorher hatten sie leider keinen Termin, deshalb zur Überbrückung die Akupunktur). Obwohl es mir etwas vor der Psychotherapie-Sitzung streubt. Bin halt einfach irgendwie nicht der Typ dafür. Finde die Fragen, die gestellt werden einfach völlig unnötig. Ich weiss ja, dass ich unter ständiger Angst leider. Und ich weiss, wodurch diese ausgelöst wurde. Und ich weiss auch, dass ich seither "leicht" zum Hypochonder wurde. Ich weiss einfach nicht, was es bringen soll, da noch stundenlang darüber zu sprechen.. Oder wie seht ihr das?
Hat jemand von euch schon etwas ähnliches durchgemacht? Was hat euch geholfen?

16.04.2015 21:38 • 16.04.2015 #1


2 Antworten ↓


Ich hab auch ähnliches durchgemacht.
Kurz zu meiner Person: Ich bin 20, jung, sportlich. War ein sehr glücklicher Mensch und hab mir um meine Gesundheit eigt fast nie Gedanken gemacht, weil es auch fast nie Anlass dazu gab.
Mit 18, 2 Tage nach meinem Abiball, dann der Schock. ich lag nachts im Bett und meine gesamte linke Körperhälfte wurde taub. Ich konnte nicht mehr richtig reden, nichts mehr bewegen. ich hatte Todesangst. Im Krankenhaus dann 6 Stunden lang gelegen. Es wurde weder ein CT noch sonst iwas gemacht und ich wurde mit der Diagnose Migräneattacke heimgeschickt.
Eine Woche später nochmal dasselbe. Wieder wurde ich einfach heimgeschickt.
Dann kam der dritte Aufenthalt. MRT,CT etc etc, alles gemacht. Diagnose: Visuelle Migräne mit Aura. Ich sollte beim Neurologen vorstellig werden. Dort machte man dann ein EEG. Dann bekam ich gesagt, dass da Auffälligkeiten seien, dass das "komisch" aussähe, ähnlich dem Verlauf eines Schlaganfalls. Ich bekam totale Panik,kann ich dir sagen. Dann wurde ein Doppler gemacht. Dort dann bekam ich gesagt das meine Halsvenen ziemlich gestaut seien. Weiter geschickt zum Phebologen. Dort dann die Diagnose: extrem schlechter Blutdurchfluss, kleine Krampfadern. Ein Blutbild wurde gemacht. Ergebnis: Schlechte Blutgerinnung. Mir wurde was erzählt von Thrombose und Lungenembolie...bin natürlich direkt googlen gegangen und bekam tierische Panik....besodners da meien beste Freundin mit 17 an einer lungenembolie verstorben ist....
Nach 4 weiteren KRankenhaus aufenthalten und einem Ärzte-Marathon, wurde mir dann gesagt dass meine PIlle dran Schuld ist.
Heute, 8 Monate nach dem Absetzen geht es mir wieder körperlich ebsser. Was aber geblieben ist, ist die Angst, und die hypochondrische Angst irgendwelche Krankheite zu bekommen. Hab auch ein "Sportlerherz" zum Beispiel. D.h. mein Puls sinkt im Ruhzustand auf 30 Schläge herab. Früher hat mir das nie was ausgemacht...heute spüre ich jeden Schlag in meiner Brust und das macht zu weilen wahnsinnig. Auch momentan habe ich Angst...zum Beispiel habe ich wegen diverser Verletzungen früher imemr Panthnol benutzt insgesamt 6 jahre...jetzt mache ich mir Panik das ich davon leberzirrhose bekommen kann. ich weiß das hört sich bekloppt an, aber es is so...zum Psychotherapeut kont ich mich bisher nur einmal bewegen, mir sträubt es da auch ziemlich vor.

16.04.2015 22:00 • #2


Hotin
Hallo lara87,
Zitat:
Obwohl es mir etwas vor der Psychotherapie-Sitzung streubt. Bin halt einfach irgendwie nicht der
Typ dafür. Finde die Fragen, die gestellt werden einfach völlig unnötig. Ich weiss ja, dass ich unter
ständiger Angst leide. Und ich weiss, wodurch diese ausgelöst wurde. Und ich weiss auch, dass
ich seither "leicht" zum Hypochonder wurde. Ich weiss einfach nicht, was es bringen soll, da noch
stundenlang darüber zu sprechen..


Wer ist den ein Typ für eine Psychotherapiue? Na, wenn Du angeblich schon alles weißt, und darüber
zu reden sinnlos für Dich ist, dann lass es doch.

Verträgst Du harte Kritik?
Das du vor Deiner ersten Untersuchung ein glücklicher Mensch warst, glaube ich Dir noch.
Nur starke Ängste hattest Du doch bestimmt schon vorher.
Wenn ich recht habe, hattest Du die bis dahin immer verdrängt.
Das Du sehr viel Stress im Alltag hast, erzählst Du auffallend nebensächlich.
Gibt es da nicht noch ganz andere Ursachen die Deine starken Ängste füttern?
Zitat:
Und ich weiß auch, dass ich seither "leicht" zum Hypochonder wurde.


Wenn Deine Untersuchung Deine einzige Ursache wäre, brauchtest Du doch jetzt keine
Angst mehr zu haben. Das Ergebnis war doch "negativ".

Viele Grüße

Hotin

16.04.2015 22:18 • #3




Dr. Matthias Nagel