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Hallo,
Leider brauche ich Eure Hilfe.
Seit vier Wochen ist meine Angststörung (GLS) wieder aufgeflammt. Als wäre das nicht schon genug, hat sich auch noch eine Depression dazugesellt.
Es wurde dann so schlimm, dass ich meine Arbeit verlassen musste, da ich es nicht mehr ausgehalten habe. Ich war wirklich ganz unten. Das Gedankenkarusell setzte ein und läuft bis heute.
Ich werde nie mehr arbeiten können, d.h. kein Geld zum Leben. Ich schaffe es da nicht raus. Jetzt ist alles vorbei.
Eigentlich sollte ich es besser wissen, denn ich habe es schon zweimal wieder, da raus geschafft. Problem diesmal, die Depression. Alles erscheint mir sinnlos. Habe sehr negative Gedanken zeitweise, das Gefühl als würde ich nicht an mein Ich kommen Bzw mich davon abspalten.
Zudem kann ich nicht schlafen und nicht mehr normal essen. Alles dreht sich um meinenZustand.
Ich mache alles (Joggen, Meditation, Konfrontation, mit positiven Gedanken gegensteuern) um da raus zu kommen, doch es wirkt nicht.
Meine negativen Gedanken kann ich einfach nicht abstellen, weil ich furchtbare Angst davor habe, dass dieser Zustand bleibt. Momentan bin ich noch zwei Wochen krankgeschrieben.
Ich frage mich wie ich so wieder arbeiten gehen soll. Den ganzen Tag Dauerangst und Unruhe. Ich kann mich nicht entspannen. Lesen oder malen was ich sonst gerne gemacht habe, geht nur mit Angst.
Ich hatte diese Woche einen Termin bei einer Psychiaterin. Diese hat mir Escitalopram verschrieben. Heute war meine dritte Einnahme. Natürlich habe ich auch Nebenwirkungen. Übelkeit, Müdigkeit und das schlimmste Unruhe, Angst und negative Gedanken bzgl der Zukunft.
Meine größte Angst ist, dass das Medikament nicht anschlägt und ich dadurch Zeit verliere. Ich weiß einfach nicht was ich dann machen soll.

Es wäre wirklich schön ein paar aufmunternde Worte zu hören, habe wirklich Angst das mir mein Leben entgleitet.

Danke fürs Lesen und sorry für Grammatik und Satzbau, meine Konzentration ist nicht mehr die Beste.

Biazia

20.06.2020 16:09 • 05.01.2021 #1


25 Antworten ↓


Ich wäre vorallem über positive Beiträge sehr dankbar, denn schlechte habe ich leider schon genug gelesen.

20.06.2020 16:10 • #2



Wirkt Escitalopram bei Angststörung und Depression?

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Kimsy
Hallo Biazia, mir geht es ähnlich wie dir.. auch ich habe 3 mal im Leben diese Phase überstanden..jedes mal tauchen diese nach schwierigen Lebensumständen wieder auf...Im Grunde weiss man selber, dass diese Phase vergehen wird aber die Depression und Angst strangulieren einen so extrem, dass man es nicht glauben kann, dass es wieder besser wird...aber es wird wieder besser, du hast selber ja schon 2 mal erlebt...mehr aufmunternde Worte als das kann ich dir nicht schreiben...wir müssen jeden Tag an uns arbeiten...Jeden Tag aufs Neue....ich wünsche dir viel Kraft und Energie...dass die trüben Gedanken verschwinden und mögen wir viel Sonnenschein in unser Leben haben...lg kimsy

20.06.2020 19:38 • #3


Kimsy
Nachtrag.... Escitalopram hab ich ganz kurz genommen habs leider überhaupt nicht vertragen und wieder abgesetzt.. 3 Jahre lang nahm ich Mirtazapin...zur Zeit nehme ich nach Bedarf Insidon...die wirkt gut beruhigend bei mir...aber jeder reagiert anders auf Medikamente, da muss jeder selber ausprobieren, was einem gut tut...

20.06.2020 19:42 • #4


Bin seit März im gleichen Loch. Kann mir gar nicht mehr vorstellen, wie es normal ist und glaube demnach natürlich auch nicht mehr daran. Mein ganzer Tag dreht sich auch nur darum. Komme da nicht mehr raus, zum kotzen. Ob es bald wieder aufhört?
Diese unruhe habe ich auch extrem, schrecklich.

20.06.2020 19:43 • #5


Vielen Dank Kimsy für deine netten Worte. Den Sonnenschein wünsch ich dir auch, und dazu noch ein Lächeln an jedem verdammten Tag.
Freut mich zu hören, dass dir dein Medikament nun hilft.

20.06.2020 19:52 • #6


Die,
Ich glaube es hört erst auf, wenn wir diese dummen Gedanken, die wir uns machen, umdrehen.
Ich versuche es jeden Tag, aber wenn die Angst mich wieder richtig packt bin ich wie in Schockstarre und gebe der Angst dadurch die Berechtigung da zu sein.
Die Hoffnung gebe ich noch nicht auf, denn ich möchte wieder lachen können und ich möchte wieder ich sein können. Vielleicht sogar eine klitzekleine bessere Version von Mir.

20.06.2020 19:56 • #7


Ina2509
hallo Zusammen, ich nehme seit März escitalopram 10 mg. Am Anfang war es schlimm...diese Unruhe war nicht zum aushalten, mir gings noch nie so schlimm im Leben. Hab auch eine angststörung. Es hat etwas gedauert ca 4 Wochen bis ich ne Veränderung gespürt habe, nach 8 Wochen ging es mir deutlich besser. Wie viel mg nimmst du?

20.06.2020 20:03 • #8


Gil08
Antidepressiva brauchen in der Regel etwa 3 Wochen bis eine positive Wirkung einsetzt. Davor kann es schon mal unangenehm werden. Das steht auch so ähnlich in der Packungsbeilage. Ich würde bei einer Verschlimmerung der Symptome den Arzt darauf ansprechen. Dieser kann evtl. mit einer weiteren Medikation gegensteuern oder die Therapie abändern. Vielleicht auch die Dosis adaptieren. Das kann aber nur der Arzt entscheiden. Bei länger dauernder Behandlung über mehrere Wochen und Monaten, müssen Antidepressiva auch immer ausschleichend abgesetzt werden. Niemals von sich aus abrupt eine Therapie absetzen.

20.06.2020 20:19 • #9


Theoretisch ist mir das alles klar. Es happert aber leider an der Umsetzung gewaltig. Vorallem mit der Angst im Nacken, dass es eben nicht besser werden könnte Bzw. Es bei mir nicht anschlägt. Ja, immer diese Katastrophengedanken.

20.06.2020 20:36 • #10


Ich habe mit 10 mg angefangen.
Ich weiß viele sagen einschleichen wäre besser. Aber meine Psychiaterin meinte ich soll die 10 mg nehmen. Theoretisch würde es dann ja auch schneller greifen, nur leider gibt es halt keine Sicherheit, dass es wirkt.
Ansonsten könnte man ja sagen, ok zwei Wochen Hölle und dann gehts Berg auf.
Blöde Sache wenn man auf was hoffen muss, und man nicht weiß geht es gut oder nicht.

20.06.2020 20:39 • #11


Ina2509
Zitat von Biazia:
Ich habe mit 10 mg angefangen. Ich weiß viele sagen einschleichen wäre besser. Aber meine Psychiaterin meinte ich soll die 10 mg nehmen. Theoretisch würde es dann ja auch schneller greifen, nur leider gibt es halt keine Sicherheit, dass es wirkt. Ansonsten könnte man ja sagen, ok zwei Wochen Hölle und dann gehts Berg auf. Blöde Sache wenn man auf was hoffen muss, und man nicht weiß geht es gut oder nicht.



Ich hab auch gedacht das es bei mir nicht wirken würde, mein Arzt sagte jedoch ich sollte Geduld haben und abwarten, es gibt leider kein ad das nach einer Woche wirkt. Mein Arzt sagte das es manchmal zu einer erstverschlimmerug kommen kann und es erstmal schlimmer wird mit der Angst, hab dagegen was bekommen zur Überbrückung.

20.06.2020 20:45 • #12


Ina 1509
Deine Aussage hat mich jetzt ein klitzekleines bisschen beruhigt.
Darf ich dich fragen, ob du während der Zeit bis es besser wurde gearbeitet hast?

20.06.2020 21:24 • #13


Ina2509
Zitat von Biazia:
Ina 1509 Deine Aussage hat mich jetzt ein klitzekleines bisschen beruhigt. Darf ich dich fragen, ob du während der Zeit bis es besser wurde gearbeitet hast?



Nein ich war 3 Monate krankgeschrieben, ich wäre gar nicht in der Lage arbeiten zu gehen.

20.06.2020 21:34 • #14


Zitat von Ina2509:
Nein ich war 3 Monate krankgeschrieben, ich wäre gar nicht in der Lage arbeiten zu gehen.


Kann ich verstehen. Kann leider auch nicht arbeiten. Wobei Ablenkung wohl gut wäre....

20.06.2020 21:43 • #15


Ina2509
Zitat von Biazia:
Kann ich verstehen. Kann leider auch nicht arbeiten. Wobei Ablenkung wohl gut wäre....



Einerseits ja aber andererseits muss man dem Körper die Möglichkeit geben zu Ruhe zu kommen. Ich wünsche dir alles Liebe und wer die Kraft hatte es 2 mal zu schaffen, der schafft es auch ein 3 mal, Glaube an dich.

20.06.2020 22:09 • #16


Zitat von Ina2509:
Einerseits ja aber andererseits muss man dem Körper die Möglichkeit geben zu Ruhe zu kommen. Ich wünsche dir alles Liebe und wer die Kraft hatte es 2 mal zu schaffen, der schafft es auch ein 3 mal, Glaube an dich.


Vielen Dank für deine lieben Worte. Dir auch alles Gute

20.06.2020 22:11 • x 1 #17


Angor
Zitat von Biazia:
Ich weiß viele sagen einschleichen wäre besser.

Auf jeden Fall, denn dann hätte man auch nicht so krasse Nebenwirkungen.

Beim Einschleichen habe ich auch gemerkt, dass mir 10 mg schon gut helfen, denn ursprünglich sollte ich sogar 20 mg nehmen,

Ich nehme jetzt seit über 2 Jahren Escitalopram, und komme damit gut zurecht.
Ich hatte schon vorher viele Medis durch, auch Benzos, aber mit dieses muss ich sagen hilft mir noch am besten.

Ich leide übrigens an einer Angststörung, seit 2 Jahren hatte ich keine PA mehr, die ständige Angespanntheit und innere Unruhe ist weg und auch meine Stimmung ist viel besser.

Natürlich ist das kein Wundermittel, man muss auch an sich arbeiten, ob mit einer Therapie, Entspannungsübungen etc.. Falls mal Anflüge von Panik kommen, das kann trotz Medi ja auch schon mal kommen, mache ich Atemübungen.

Den einzigsten Nachteil den ich sehe ist die Antriebslosigkeit, aber die ist in einem Depressionsloch ja auch da, und es geht auf die Libido wie halt auch bei vielen AD als mögliche Nebenwirkung.

Und man sollte ein wenig aufpassen mit dem Essen, Gewichtszunahme kommt aber bei vielen AD vor, man muss versuchen, rechtzeitig gegenzusteuern. (wenns geht)

Ansonsten kann ich das Escitalopram Bei Angst und Depressionen sehr empfehlen.

LG Angor

21.06.2020 04:21 • #18


Zitat von Angor:
Auf jeden Fall, denn dann hätte man auch nicht so krasse Nebenwirkungen.Beim Einschleichen habe ich auch gemerkt, dass mir 10 mg schon gut helfen, denn ursprünglich sollte ich sogar 20 mg nehmen,Ich nehme jetzt seit über 2 Jahren Escitalopram, und komme damit gut zurecht.Ich hatte schon vorher viele Medis durch, auch Benzos, aber mit dieses muss ich sagen hilft mir noch am besten.Ich leide übrigens an einer Angststörung, seit 2 Jahren hatte ich keine PA mehr, die ständige Angespanntheit und innere Unruhe ist weg und auch meine Stimmung ist viel besser.Natürlich ist das kein Wundermittel, man muss auch an sich arbeiten, ob mit einer Therapie, Entspannungsübungen etc.. Falls mal Anflüge von Panik kommen, das kann trotz Medi ja auch schon mal kommen, mache ich Atemübungen.Den einzigsten Nachteil den ich sehe ist die Antriebslosigkeit, aber die ist in einem Depressionsloch ja auch da, und es geht auf die Libido wie halt auch bei vielen AD als mögliche Nebenwirkung.Und man sollte ein wenig aufpassen mit dem Essen, Gewichtszunahme kommt aber bei vielen AD vor, man muss versuchen, rechtzeitig gegenzusteuern. (wenns geht)Ansonsten kann ich das Escitalopram Bei Angst und Depressionen sehr empfehlen.LG Angor


Ehrlich gesagt interessiert mich momentan weder meine Libido noch das zunehmen.
Diese Dinge tausche ich gerne gegen Ruhe und Frieden.
Darf ich Fragen ob du am Anfang Probleme mit dem Escitalopram hattest.
Freut mich, dass du inzwischen gut damit Leben kannst. Sowohl mit dem medi als auch mit der Angst.

21.06.2020 04:31 • x 1 #19


Angor
Zitat von Biazia:
Ehrlich gesagt interessiert mich momentan weder meine Libido noch das zunehmen.
Diese Dinge tausche ich gerne gegen Ruhe und Frieden.

Ja das hatte ich mir auch gedacht
Zitat von Biazia:
Darf ich Fragen ob du am Anfang Probleme mit dem Escitalopram hattest.

Ehrlich gesagt kann ich Dir das nicht so recht beantworten, waren das jetzt noch Symptome meiner Angst oder waren das Nebenwirkungen? Ich konnte das irgendwie nicht unterscheiden.

Aber ehrlich gesagt war mir das auch vollkommen egal mit den Nebenwirkungen, Hauptsache war für mich dass hilft. Ich war einfach nur fertig, dann noch die Depresssionen.

Und wenn man bei einer PA mit einem Blutdruck von 220 und einem schnellen hämmerndem Herzschlag japsend und zitternd beim Arzt liegt, und man denkt jeden Moment ist man tot., ist man für alles dankbar, was hilft.

Beim Einschleichen merkte ich schon nach einer Woche eine Besserung, obwohl meist so eine Zeit von gut drei Wochen veranschlagt wird.

21.06.2020 04:40 • #20



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Dr. Christina Wiesemann