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hallo

ich nehme escitalopram 10 mg seit fast 6 wochen (in 3 tagen sind es genau 6 wochen), davor eine woche 5 mg. leider zeigt es immer noch keine besserung … ich habe meinen psychiater bereits zwei mal drauf angesprochen, ob wir die dosis nicht erhöhen können. er meinte nein, das 10 mg bereits eine gute dosis sind und nach neusten erkenntnissen es nichts bringt höher zu gehen, weil die rezeptoren im gehirn schon mit der standarddosis alle am arbeiten sind, mehr geht nicht.

ich hatte keinerlei nebenwirkungen (deswegen versteh ich nicht wieso er sich vor einer erhöhung so scheut) aber gut, vielleicht hat er ja auch recht. in 2 wochen (dann sind es 8 wochen) habe ich wieder einen termin, aber bei seinem kollegen, weil mein jetziger psychiater in rente geht. und er meinte wenn dann kommt ein wechsel in frage.

was denkt ihr zu dem ganzen?
habt ihr ähnliche erfahrungen gemacht?
wie sieht so ein ssri wechsel aus, steigt man direkt um? oder muss man das erste medikament erst ausschleichen?
irgendwelche aufmunternde worte ?

(habe zwangsstörung, depression, soziale phobie)

danke für eure meinungen!

26.06.2022 18:32 • 28.06.2022 #1


20 Antworten ↓


Lisi1986
Geh zum Hausarzt und lass dir den medikamentenspiegel anschauen..hab ich auch nach 6 wochen gemacht,der war nicht im norm Bereich dann wurde auf 15mg erhöht

26.06.2022 18:36 • x 1 #2



Escitalopram wirkt nicht, Arzt will es nicht erhöhen

x 3


meiner Erfahrung nach ist das schon so, dass eine Dosis von 10 mg Escitalopram schon zumindest etwas bringen sollte.
Wenn sich gar nichts tut, dann denkt dein Arzt vielleicht, dass eine Dosiserhöhung bei dir auch nichts mehr bringen wird, weil du generell auf das Medikament nicht positiv ansprichst.
Eine Dosierung von 20 mg bringt nicht die doppelte Wirkung im Vergleich zu 10 mg. Ich weiß es, weil ich 20 mg nehme und weil ich das mal gelesen hab, dass eine Steigerung bei SSRI meist nicht mehr sooo viel bringt, wie man sich erhofft.

Sieh es positiv, so sparst du dir und deinem Arzt Zeit, weil das Ausschleichen jetzt schneller geht und du schneller was anderes nehmen kannst. Und ja bei SSRI ist das denke ich so, dass erst das eine raus sollte, dann das andere rein. Ist auch besser, falls Nebenwirkungen auftreten, dann weiß man wenigstens dass es keine Wechselwirkung zwischen beiden ist..

26.06.2022 18:39 • x 1 #3


@Lisi1986 ah ok! ich nehme das medikament früh morgens, kann ich das auch nach der arbeit machen?

26.06.2022 18:48 • #4


@BTown danke für deine antwort! ja … das klingt sehr nachvollziehbar.

und bei dem ssri wechsel, wenn ich jetzt von 10 mg runtergehe, eine woche 5 mg mache, und dann meinetwegen eine woche nichts mehr, wie lange muss ich warten bis ich das neue anfangen kann? also klar ich besprech das noch alles mit meinem psychiater, aber wollte nur so ein bisschen planen zeitlich, weil ich dann auch urlaub habe usw.

26.06.2022 18:51 • #5


Also ich habe Escitalopram 15mg über längere Zeit genommen, als es nichts brachte, habe ich auf Paroxetin gewechselt und weil es sehr ähnlich ist, aber manchmal diese kleinen Änderungen schon etwas bringen, konnte ich es ohne Ausschleichen einfach ersetzen... Bei anderen Mefikamenten ist es aber evtl. anders!

26.06.2022 20:04 • x 1 #6


Zitat von cxluna:
@Lisi1986 ah ok! ich nehme das medikament früh morgens, kann ich das auch nach der arbeit machen?

Ich denke ja, weil Escitalopram lange im Blut bleibt, nicht nur paar Stunden.

26.06.2022 20:15 • x 1 #7


Ich hab von jetzt auf gleich Escitalopram mit Sertralin ersetzt, ohne ausschleichen

26.06.2022 20:15 • x 1 #8


Zitat von cxluna:
@BTown danke für deine antwort! ja … das klingt sehr nachvollziehbar. und bei dem ssri wechsel, wenn ich jetzt von 10 mg runtergehe, eine woche 5 mg mache, und dann meinetwegen eine woche nichts mehr, wie lange muss ich warten bis ich das neue anfangen kann? also klar ich besprech das noch alles mit meinem ...

das kann nur dein Arzt dir sagen, weil es ja nicht feststeht, was du angeboten bekommst. Außerdem vielleicht hat der andere (neue) Arzt ja doch eine andere Meinung, als der andere, der in Rente geht...

26.06.2022 20:16 • x 1 #9


@MS07 ah ok! das überlege ich tatsächlich auch! ich bin nämlich sehr schläfrig (glaube vom escitalopram), sertralin soll da ja etwas aufputschender sein, was sehr gut auch passt für meine soziale phobie, ich schlag das mal vor!

26.06.2022 20:36 • #10


@cxluna war ich tatsächlich auch vom escitalopram. Sertralin wirkt bei mir deutlich antriebssteigernd. Gegen Zwangsgedanken hilft es mir auch deutlich besser als Esci. Nehme es jetzt 6 Wochen und es wird täglich besser.

26.06.2022 20:48 • x 1 #11


Grace_99
Hm, mein Psychiater war da ganz anders.

Ich bin von 10 auf 15 mg, war immer noch nicht ganz okay und habe auf 20 mg erhöht und das ist die richtige Dosis für mich.

Es wird ja klar gesagt das Escitalopram bis 20 mg genommen werden kann, daher kann ich deinen Psychiater nicht verstehen.

26.06.2022 20:50 • x 1 #12


Dein Doc hat nicht ganz Unrecht. Zumindest wird das in die letzten Jahren so belehrt.

Die Rezeptorenbindung verläuft beim Escitalopram ungefähr wie beim Citalopram. Heißt beim 10 mg Escitalopram (20 mg Citalopram) werden etwa 80% bis 85% der Rezeptoren belegt. Das ist mehr als genug um eine Verbesserung wahrzunehmen. Trifft das nicht zu, wird (höchstwahrscheinlich) auch nicht viel bringen die Dosis zu erhöhen. 6 Wochen sind aber mMn grenzwertig. Auch wenn aktuell davon ausgegangen wird, dass wenn ein Medikament nach zwei! Wochen überhaupt nichts bringt, auch später nichts bringt.

Persönlich würde ich noch zwei Wochen das ganze noch Zeit geben. Danach wird dein Doc wahrscheinlich auch ein Präparat Wechsel in betracht ziehen.

Lg

27.06.2022 21:06 • x 1 #13


Grace_99
Zitat von Dom78:
Dein Doc hat nicht ganz Unrecht. Zumindest wird das in die letzten Jahren so belehrt. Die Rezeptorenbindung verläuft beim Escitalopram ...

Warum geht es aber recht vielen Menschen nach einer Dosiserhöhung besser? 10 mg ist nicht das Ende der Fahnenstange.

27.06.2022 21:11 • x 1 #14


Zitat von Grace_99:
Warum geht es aber recht vielen Menschen nach einer Dosiserhöhung besser? 10 mg ist nicht das Ende der Fahnenstange.

Hi Grace,

bei dem meisten tritt bereits eine Besserung schon beim 10 mg. Vielleicht nicht der gewünschten Zustand, aber man merkt schon was. Dann macht es auch Sinn langsam mit die Dosis nach oben zu gehen, bis man (hoffentlich) ein sehr gutes Ergebnis erlangt.

Früher ist man oft und gerne bis zur maximal Dosis gegangen, auch wenn im untere Dosis sich nichts getan.

Man versucht mittlerweile eine brauchbaren Weg zu finden, in dem Wissen das nicht jeder vom jedes Mittel profitiert und das auf und ab dosieren (verschiedene Medi testen) mit einem erheblichen Zeit(verlust) und Nebenwirkungen (gerade beim höhere Dosen und keine Wirkung) verbunden ist.

Du hattest Glück (genauso wie ich), dass das erste Medikament ein Volltreffer war. Das ist nicht die Regel.

lg

PS: soweit mir bekannt ist das keine Leitlinie, sonder nur Empfehlungen. Somit agiert jeder Psychiater ein wenig anders.

27.06.2022 21:43 • x 1 #15


Hier die neue Strategie über die verkürzte Anwendungszeit. War aber bereits 2016 Standard. Mittlerweile wird auch mit die Dosis "jongliert"

https://www.gesundheitsforschung-bmbf.d...a-3321.php

27.06.2022 21:54 • x 1 #16


@Dom78 danke! sehr interessanter artikel!

"Die EMC-Studie belegte, dass Patientinnen und Patienten, die nach einer zweiwöchigen Behandlung mit einem Antidepressivum keine oder eine geringe Verbesserung ihrer Beschwerden zeigen, mit großer Wahrscheinlichkeit eine Therapieumstellung benötigen, um gesund zu werden. " …
"Wir hoffen, dass unsere Ergebnisse dazu führen, die Dauer erfolgloser antidepressiver Behandlungen und damit die Leidenszeit der Patientinnen und Patienten auf ein Minimum zu verkürzen. Es darf nicht sein, dass Menschen monatelang mit demselben Antidepressivum behandelt werden, wenn sich ihr Zustand dadurch nicht verbessert."

also dass wenn nach zwei wochen keine besserungen auftreten, ist das ein zeichen dafür, dass das medikament wahrscheinlich eher nicht anschlägt. und auch späterere dosissteigerungen nichts bringen werden. (würde aber auch eher sagen, erste besserungen sollten nach 2-4 wochen auftreten)
und wenn man nach zwei wochen wenigstens ein bisschen was merkt, kann man die dosis theoretisch auch noch steigern, um einen NOCH besseren effekt zu erzielen.

so hab ich das jetzt verstanden

28.06.2022 06:57 • #17

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Hallo cxluna,

Richtig verstanden.

Ich befürchte auch, dass du ein anderes Medikament testen werden musst. Mann sag ja auch - wenn beim Einschleichen Nebenwirkungen auftreten, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Medikament auch gut wirk. Das musst aber nicht unbedingt so sein.

Ich denke dein Doc wird schon irgendwann reagieren (müssen) wenn das Medikament nicht bringt. Er verfolgt bestimmt eine Strategie, nach die zumindest mal fragen darfst, wenn bei dir Unsicherheit ensteht

28.06.2022 08:04 • x 1 #18


Haferbub
Zitat von Dom78:
Mann sag ja auch - wenn beim Einschleichen Nebenwirkungen auftreten, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Medikament auch gut wirk. Das musst aber nicht unbedingt so sein.

Eben, muss nicht.
Ich hatte keine nennenswerten Nebenwirkungen (Halsschmerzen beim Ein- und ausschleichen) und mir half es wirklich wunderbar. Hatte auch echt Glück, so wie du. Erstes Medikament: Volltreffer. Bekam Sertralin in einer Zieldosis von 50mg.

@cxluna : Ich würde deine Medikation in der Dosis weiter nehmen, wie es mit dem Arzt bisher besprochen ist und nicht eigenständig ausschleichen oder so.
Grund ist der, dass es verschiedene Wege gibt, wie der neue Arzt weiter vorgehen kann.
- Dosiserhöhung
- altes Medikament ausschleichen, neues einschleichen
- Fliegender Wechsel, wenn du in der gleichen Wirkstoffklasse SSRI bleibst. Heißt, du nimmst das neue und lässt das alte weg, da du bereits einen Wirkstoffspiegel hast.

28.06.2022 08:32 • x 2 #19


@Dom78 alles klar, danke für die antwort!

ja mein psychiater hat auch schon gesagt ‘wenn dann kommt ein wechsel in frage’ also denke schon, dass er das auch plant.

28.06.2022 19:16 • x 1 #20



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Dr. med. Andreas Schöpf