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onkelbaerbel
Hallo ihr Lieben,



erstmal ein paar Information zu meiner Person, ich bin Alina und 27 Jahre alt, ich leide seit ungefähr 2 Monaten an akuter Panikstörung mit Agoraphobie. Das schlimmste was mir jemals passiert ist.

Alles begann mit einer Panikattacke im Auto, in Berlin.
Das Schicksal nahm seinen Lauf.
Meine Mutter holte mich aus Berlin ab, weil ich mich mit der Zeit auch gar nicht mehr vor die Tür getraut habe.
Jetzt kommt die Panik mittlerweile überall hoch.
Bin jetzt seit 6 Wochen bei meiner Mutter und würde gerne wieder zurück nach Berlin, weil dort alles ist was mir lieb ist.
Ich vermisse meinen Freund schrecklich und habe Angst dass er mich verlässt wenn ich so lange weg bin. Dass er mich nicht mehr braucht und merkt dass er auch ohne mich kann. Ich weiß, dass wenn er mich jetzt verlassen würde, er sowieso nicht der richtige wäre, aber so weit will ich noch gar nicht denken.
Er gibt mir auch keine Zeichen, dass er mich nicht mehr liebt, er macht sich sogar Sorgen, aber ich mache mir jetzt Druck, weil ich nicht so sein will wie ich jetzt gerade bin und ihm das auch beweisen will

Einerseits will ich unbedingt zurück, andererseits habe ich Angst dass ich es dort nicht schaffe und ich einen Rückschlag erleide. Ich muss dazu sagen, dass ich bereits seit ungefähr 3 Wochen Sertralin nehme und auch eine leichte Besserung spüre, dennoch habe ich Angst vor schlimmen Rückschlägen.
Die Angst vor neuen Attacken sitzt noch sehr tief und wird mich auch bestimmt noch eine Weile begleiten.
Heute ist z.B. nicht so ein guter Tag, ich fühle mich irgendwie unwohl, mein Körper zittert ein wenig und ich habe Angst vor Berlin, Angst davor es nicht mehr zu schaffen, Angst davor für immer bei meiner Mutter bleiben zu müssen, Angst davor gar nicht mehr gesund zu werden, Angst davor dass alles nur noch schlimmer wird.
Habe sogar Angst, dass Sertralin mir gar nicht hilft und mein Körper die ganzen Medikamente nicht verträgt (obwohl ich keine Nebenwirkungen hatte)
Kann es passieren, dass es durch ein AD alles viel viel viel schlimmer werden kann? ich habe so Angst davor.
Dass sich Panikattacken verstärken und mein Körper mit dem Serotonin nicht klarkommt.

Was würdet ihr machen?
Würdet ihr zurück nach Berlin fahren und all euren mut zusammennehmen?
Oder würdet ihr noch länger warten?
Dazu kommt, dass ich mich überhaupt nicht traue mit dem Zug zufahren.

ICh mache mir unnötigen Druck und der tut mir nicht gut. Aber auch nur, weil ich alles nicht verstehe.
Ich will doch einfach nur mit ihm den Tag wie früher verbringen


in den park gehen, ohne Angst.
mit dem hund gehen, ohne Angst.
einkaufen gehen, ohne Angst.
Autofahren, ohne Angst.
morgens gut gelaunt aufstehen, ohne Angst.
Pläne für den Tag schmieden.
shoppen gehen, ohne Angst.


Danke

10.06.2013 12:29 • 11.06.2013 #1


10 Antworten ↓


Diese Entscheidung kann dir keiner abnehmen aber vielleicht 2 Gedanken die dir weiterhelfen:

1. Wo ist für dich dein Zuhause? Wo willst du sein? Wo fühlst du dich wohl? Welcher Ort gibt dir das was du brauchst? Hast du das was du brauchst bei deiner Mutter oder bei deinem Freund? Für mich ist mein Zuhause bei meinem Mann - abgesehen davon dass ich keine Mutter mehr habe - ist er die Person in meinem Leben die mir Halt gibt wenn es mir schleht geht und nur bei ihm fühle ich mich zu 100% wohl, sicher und geborgen.

2. Wie willst du mit deinen Ängsten umgehen? Willst du ihnen nachgeben? Dich vor ihnen verkriechen? Dich von ihnen einschüchtern lassen? Oder willst du dich den Ängsten stellen? Willst du dich vor sie stellen und ihnen sagen, kommt schon, versuchts doch, ich halte das aus - ich stehe das durch! Willst du sie mit Konfrontation einschüchtern oder willst du dich verkriechen bis sie dich in der Ecke in der du dich verkrochen hast auch finden werden?

Die Fahrt nach Berlin ist sicher ein Horrortrip, aber was kann realistisch passieren? Du wirst nicht daran sterben. Du wirst vielleicht völlig fertig sein, am Boden sein wenn du ankommst ABER du wirst auch wissen dass du es geschafft hast, dass du es überstanden hast, dass in diesem Fall DU gewonnen hast und nicht die Angst, und solche Erlebnisse, egal wie schlimm sie sind bauen unheimlich auf.

10.06.2013 12:40 • #2



Will zurück - habe Angst es nicht zu schaffen - was tun?

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onkelbaerbel
Zitat von mfgkne:
Diese Entscheidung kann dir keiner abnehmen aber vielleicht 2 Gedanken die dir weiterhelfen:

1. Wo ist für dich dein Zuhause? Wo willst du sein? Wo fühlst du dich wohl? Welcher Ort gibt dir das was du brauchst? Hast du das was du brauchst bei deiner Mutter oder bei deinem Freund? Für mich ist mein Zuhause bei meinem Mann - abgesehen davon dass ich keine Mutter mehr habe - ist er die Person in meinem Leben die mir Halt gibt wenn es mir schleht geht und nur bei ihm fühle ich mich zu 100% wohl, sicher und geborgen.

2. Wie willst du mit deinen Ängsten umgehen? Willst du ihnen nachgeben? Dich vor ihnen verkriechen? Dich von ihnen einschüchtern lassen? Oder willst du dich den Ängsten stellen? Willst du dich vor sie stellen und ihnen sagen, kommt schon, versuchts doch, ich halte das aus - ich stehe das durch! Willst du sie mit Konfrontation einschüchtern oder willst du dich verkriechen bis sie dich in der Ecke in der du dich verkrochen hast auch finden werden?

Die Fahrt nach Berlin ist sicher ein Horrortrip, aber was kann realistisch passieren? Du wirst nicht daran sterben. Du wirst vielleicht völlig fertig sein, am Boden sein wenn du ankommst ABER du wirst auch wissen dass du es geschafft hast, dass du es überstanden hast, dass in diesem Fall DU gewonnen hast und nicht die Angst, und solche Erlebnisse, egal wie schlimm sie sind bauen unheimlich auf.



Danke dir

Natürlich fühle ich mich bei ihm geborgen, das Problem ist nur, dass er damit nicht so recht umgehen kann, weil er damals eine sehr schlimme Erfahrung mit seiner Schwester gemacht hat, die an Epilepsi litt. Er kann meine Attacken deswegen nicht einordnen oder verstehen. Ich weiß dass er immer für mich da ist, aber ich weiß auch dass ich mit meinen Attacken alleine bin. ich will vor ihm immer stark sein und keine schwächen zeigen, dass konnte ich in der kindheit schon nicht. Deswegen fühle ich mich bei meiner Mutter wohl, weil sie KRankenschwester ist, andererseits bekomme ich hier nicht die Liebe und Zuneigung die ich brauche. Die körperliche Wärme.
Alles ein wenig schwierig.
Ich weiß dass mir nichts passieren kann, aber ich habe immer Angst die Kontrolle über meinen Körper zu verlieren wenn ich merke dass eine Attacke bevorsteht.
Ich habe erst im November einen Termin für die Verhaltenstherapie, deswegen habe ich erstmal zur Stütze ein AD bekommen, was ich dann während der Therapie wieder ausschleichen soll.
Ich will endlich wieder so mutig sein wie ich es vor 3monaten noch war.

Der Körper ist echt ein Phänomen

10.06.2013 12:47 • #3


Hast du dir schon den Angst und Panikratgeber von Frau Dr. Wolf durchgelesen? Ich hab den zwar nicht gelesen aber den Ratgeber zum Thema Herzangst, ich denke teilweise überschneiden die sich. Zur Überbrückung wäre der bestimmt ganz gut. In der Verhaltenstherapie wirst du vermutlich auch nur lernen so schwere Schritte nach vorn zu machen wie z.B. zurück nach Berlin zu gehen. Ich weiß wie hart es ist, aber je stärker man sich mit der Angst konfronitert umso besser - langfristig betrachtet.

10.06.2013 15:20 • #4


onkelbaerbel
Das Buch habe ich mir vor 4 Tagen bestellt

10.06.2013 20:25 • #5


Wenn ich in manchen Situationen Angst bekomme, überlege ich mir, was das schlimmste ist, dass passieren kann.
Meist besteht dann gar kein grund zur Angst und ich fasse wieder Mut.
Hoffentlich konnte ich ein bisschen helfen.
Und sorry, falls ich beim lesen das mit der Angst falsch verstanden habe, bin erst seit kurzem hier.

10.06.2013 21:00 • #6


Hi onkelbaerbel,

ich kann freilich nur für mich sprechen. Ich selber würde wohl versuchen zurückzufahren. Bei deiner Mama werden dich diese Gedanken so oder so immer weiter quälen. Vom Abwarten wird es ja auch nicht besser. Im Gegenteil würde ich vermuten, baust du die Erwartungsangst eher umso mehr auf.

Ich weiß ja nicht, wie dir dies deine Zeit erlaubt, aber du könntest ja vllt auch die Option offen halten, wieder zurück zu deiner Mutter zu fahren, FALLS du meinst, es nicht mehr zu schaffen. Aber das siehst du auch erst wenn du da bist.
Bei dieser verdammten Angst macht man ja auch immer den Fehler, eigentlich schon zu sehr in der Zukunft zu leben und sich alles Mögliche auszumalen.

Aber ich kanns verstehen. Ich lebe auch in Berlin und im März fing das bei mir mit der Angst an. Hab auch ne Weile ne Vermeidungshaltung eingenommen. Aber der stelle ich mich mittlerweile so gut wie möglich. Busse und Bahnen bereiten mir immer noch Probleme (und davon macht man in der Großstadt ohne Auto gezwungenermaßen nicht wenig Gebrauch). Ich weiß nicht wie das bei dir ist, aber ich bin schon immer so gepolt gewesen, dass ich mich lieber da durch quäle, als mich zu verkriechen. Denn dann beginnt das Gedankenkarussel erst richtig und damit komme ich noch weit weniger klar als mit der Situation ansich.

lg Sommergewitter

10.06.2013 21:59 • #7


Hallo Onkelbaerbel,

ich kann gut verstehen, wie schlecht es dir geht und wie groß Deine Angst davor ist, immer wieder diese Panikatacken zu bekommen, die Angst vor der Angst gewissermaßen.

Aber ich denke auch, Du brauchst die Umgebung, in der wie Du selbst sagst alles ist was Du liebst und was Dir wichtig ist, Du und Dein Freund ihr müßt gemeinsam mit dieser Situation umgehen lernen und sie bewältigen, daß wird auch Euer Vertrauen ineinander stärken.

Die körperlichen Symptome einer Panickatacke sind sicherlich sehr stark und fühlen sich in dem Moment lebensbedrohlich an, aber sie sind es nicht, die Panik ebbt irgendwann wieder ab und Dir ist tatsächlich nichts passiert.
Die Angst ist ein psychisches Problem, der Körper reagiert nur darauf, deshalb brauchst Du auch keine Krankenschwester, sondern jemanden der Dich liebt und unterstützt, und Dir hilft diese Situationen durchzustehen.

Jemand der bei Dir ist, und das mit Dir aushält und versucht, zu verhindern daß Du Dich aus Angst vor der Angst immer weiter zurückziehst.
Ich denke auch, Du mußt Dich mit den angstauslösenden Situationen konfrontieren, sonst siegt die Angst und drängt Dich immer weiter zurück, sie wird dann immer mehr Bereiche Deines Lebens auffressen.
Laß das nicht zu, Du mußt dagegen kämpfen.

Leider schreibst Du gar nichts über mögliche Auslöser, sicher spielen die auch eine große Rolle bei der Lösung Deines Problems.
Weißt Du was die plötzlichen Panikatacken ausgelöst hat, wo die Ursachen dafür liegen, oder ist Dir das selbst noch gar nicht klar, und alles kam für Dich wie aus heiterem Himmel?

Ich hoffe ich konnte Dir etwas helfen und wünsche Dir auf jeden Fall ganz viel Mut und Kraft um Dein Leben wieder in den Griff zu kriegen, gesund zu werden und all die Dinge tun zu können, die Du Dir wünscht.

Ganz liebe Grüße

Ranftel

11.06.2013 00:02 • #8


onkelbaerbel
Hey danke dir

der Auslöser ist mir bekannt.
Habe einen schweren Unfall gesehen, Radfahrer wurde von einem LKW überrollt.
Habe alles mitbekommen. Saß 3m vom Unfallort entfernt im Auto. Polizei hat den Verkehr geregelt, so dass ich genau dran vorbeifahren musste. Habe im Auto schon Kreislaufprobleme bemerkt. Als ich zu Hause war, stand ich leicht unter Schock.
1Tag später wollte ich mit meinem Freund zum Ser fahren, es war so ein schöner Tag, voller Vorfreude.
Dann fing es an, wir mussten lange an einer Baustelle warten und ich hatte Stress. Es fing an...konzentrationsschwäche, Benommenheit, Kribbeln im Kopf, Druck auf den Ohren, jeder Muskel spannte sich an und mein Körper wollte nur noch flüchten, hatte fast keine Kontrolle mehr. War die schlimmste Erfahrungen in meinem kleinen Leben.

Dazu muss ich sagen, dass ich seit ein paar Monaten Stress wegen meiner Wohnung (Schimmel) und mit einigen finanziellen Dingen hatte. Es kam glaub ich alles zusammen.
Schock+Stress=Attacke

LG

11.06.2013 00:25 • #9


Hallo,


ja, das hört sich sehr schlimm an, und ist bestimmt ein Erlebnis, das einen noch lange verfolgt. Träumst Du auch davon?

Sicher wird es Dir guttun mit der Therapie anzufangen, bis dahin hilft Dir die Liebe Deines Freundes und vielleicht ja auch ein bißchen die Antidepressiva.

Ich selbst nehme schon seit Jahren Sertralin gegen meine Depressionen und habe es immer gut vertragen, ich glaube Du brauchst Dir keine allzugroßen Sorgen wegen Nebenwirkungen zu machen.

Ich glaube ganz sicher das Du diese für Dich fast traumatische Situation verarbeiten wirst, und Dein Leben dann wieder genießen kannst.

Nochmal alles Liebe für Dich

Ranftel

11.06.2013 00:50 • #10


Also Schimmel kann auch schlimme Reaktionen hervorrufen. Das solltest du schnell in Angriff nehmen.
Außerdem würde ich eine Psychotherapie machen. Vielleicht schon vorher jemanden in Berlin besorgen.
Dieser Unfall war sicher nur der Auslöser. Also das I-Tüpfelchen. Du bist ja nicht alleine in Berlin und im Grunde ist es egal, WO du Panikattacken hast.
Ob dir die Tabletten dauerhaft helfen, kann niemand sagen. Hat der Arzt, der dir das gegeben hat, nicht gesagt, dass du auch eine Psychotherapie machen musst?

11.06.2013 11:55 • #11



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