Die Atmung ist normalerweise eine extrem unterbewusste Sache. Es ist wie das Autofahren - nach 10 Jahren oder mehr "fährt" man nicht mehr, sondern es läuft sozusagen alles "automatisch", ohne dass man etwas bewusst beabsichtigt und dann ausführt.
Sobald sich der Geist mal auf ein Objekt (hier: die Atmung) fokussiert hat und damit etwas "verbindet" (hier: die Angst, nicht "richtigt" zu atmen), ist der unterbewusste, automatische Ablauf gestört. Das ist alles.
Da die Atmung eine gewisse Sonderstellung einnimmt (s. o. - "Schnittstelle zwischen Körper und Geist"), ist es nicht so einfach, diese Fokussierung wieder zu mildern. Ist eine Frage der Zeit. Der Geist muss quasi das "Nicht-Autofahren" wieder lernen

. Dass Du es in Wellen der Intensität wahrnimmst, hängt unmittelbar mit der Bewusstheit bzw. Unbewusstheit zusammen.
Ich möchte Dich nochmal daran erinnern, eben NICHT zu versuchen, Dich abzulenken, wenn der Fokus mal wieder aufkommt sondern lediglich festzustellen, dass Du jederzeit in der Lage bist, Deine Atmung
bewusst in einem gewissen Rahmen zu beeinflussen. Gleichzeitig solltest Du Dich aber auch daran erinnern, dass die Atmung auch "ohne Dich" (also:
unterbwusst) funktioniert.
Wenn Angst vor "Rückfällen" aufkommt: Habe keine Angst vor der Angst. Zwänge haben die Angewohnheit, sich immer wieder andere Objekte zu suchen, auf die sie sich fokussieren können. Die Angst vor der Angst (= Angststörung) gehört insofern in den Formenkreis der der Zwangsstörungen. Ängste und Zwänge bedingen sich gegenseitig wie die Innen- und Außenseite einer Hand.
Dies nur am Rande. Mach´s Dir aber nicht zu kompliziert. Ich schreibe das nur auf, damit Du es bei Bedarf mal nachlesen kannst. Im Alltag genügt das Wissen, dass Atmung bewusst oder unbewusst ablaufen kann. Lass beides zu und Du "verlierst" das Interesse an der Atmung.
Schönes Wochenende!
PS Ab 11.30h heute kann man wahre Atmungsmeister bei der Königsetappe der Tour de France erleben...