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Micholilu
@WunschPunsch das ist eine Form von angststörung. Das fixieren auf normale Körperliche Vorgänge.

#21


W
Zitat von Micholilu:
@WunschPunsch das ist eine Form von angststörung. Das fixieren auf normale Körperliche Vorgänge.

Leider schon seit Tagen so.

#22


A


Wie atmet man richtig

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Schlaflose
Zitat von WunschPunsch:
Dann Frage ich mich aber was dieses falsche Gefühl dazwischen zu suchen hat das es eben nicht ausreicht.

Das ist so ähnlich wie bei anderen Krankheitsängsten, dass man Symptome hat, ohne dass eine körperliche Ursache vorliegt. Die Psyche gaukelt diese Gefühle vor.

#23


M
Wie bei allen Zwangsstörungen ist es der Konflikt aus etwas (nicht) wollen und etwas (nicht) können (bzw. "dürfen"). Dass es nie aufhört, liegt an diesem Konflikt.

Lösung: Versuche NICHT, nicht auf Deine Atmung zu achten sondern bleib mit Interesse bei ihr. Du kannst sie auch beeinflussen (Mund offen, Seufzen etc.) - alles OK. Du brauchst Dir keine Sorgen zu machen, dass dann Deine Fokussierung auf die Atmung Deinen Alltag beeinflusst, denn wenn Du nicht GEGEN Deine Beschäftigung mit der Atmung kämpfst, verlierst Du irgendwann automatisch das Interesse daran.

Jegliche Zwangshandlung (auch Zwangsdenken) erhält sich im Erleben der Amplitude aus Sorge und Erleichterung.

Indem Du keine Erleichterung (hier: durch Ablenkung) provozierst, stabilisiert sich langfristig nicht die Sorge, sondern sie nimmt ab.

#24


W
Zitat von moo:
Wie bei allen Zwangsstörungen ist es der Konflikt aus etwas (nicht) wollen und etwas (nicht) können (bzw. "dürfen"). Dass es nie ...

Sehr schön erklärt vielen Dank.
Genau so bin ich dran.

Heute morgen als ich aufgestanden bin folgendes: Zu Anfang wieder dieses Seufzen, habe versucht normal weiter zu atmen und dem nicht nachzugehen. Dann im Bad überkam mich wieder dieses Gefühl von ich kriege nicht genug Luft, geseufzt und es ging wieder. Da ist dann der Punkt wo ich mir denke, musste das Seufzen jetzt sein oder nicht? Ich habe all die Jahre nicht daran gedacht und meinen Körper machen lassen, umso schwieriger ist es dann eben zu wissen was ist richtig und falsch. Denn ich habe keine Lust da ständig mir Gedanken drüber machen zu müssen und zu merken sie wird anders.

#25


M
Zitat von WunschPunsch:
Denn ich habe keine Lust da ständig mir Gedanken drüber machen zu müssen und zu merken sie wird anders.

Hinter jeder Zwangsstörung steht eine "Angst vor x.". Begleitet wird diese Angst von dem Gefühl von Kontrollverlust. Der Geist ist ja erfinderisch: Er sucht sich eine stellvertretende, ähnlich dramatische Angelegenheit, die er dann versucht, zu kontrollieren. Die Atmung bietet sich hier hervorragend an: Sie ist immer präsent und bedeutet, vereinfacht gesagt, die Macht über Leben und Tod (hier "funktionell": die Lösung des Problems). Im militärischen Duktus bedeutet dies: Die "Kontrolle" der Atmung ist ein Stellvertreterkrieg zwinkern.

Ein sehr üblicher Versuch, damit klarzukommen, ist eben die "Flucht" - also die Ablenkung. Dass dies nur sehr kurzfristig funktioniert liegt in der Natur der Zwangslogik. Der Fluchtversuch ist quasi Teil des Zwangs (siehe oben: Sorge - Erleichterung - Sorge - Erleichterung...).

Bzgl. Deiner Gedanken um das Wesen der Atmung: Es gibt keine "normale" Atmung. Es gibt höchstens eine statistisch übliche Atemamplitude. Aber mit "normal" im Sinne von "richtig" hat das überhaupt nichts zu tun. Die Atmung reagiert und agiert. Soll heißen: Sie kann mal den Geist (und den Körper) "steuern" und umgekehrt. Sie ist mal Ursache, mal Wirkung.

Wir müssen uns mit der manipulativen und manipulierbaren Natur der Atmung abfinden. Viele Menschen nutzen diese bidirektionale Funktion ja auch z. B. in der Atemtherapie. Ich mag den Spruch "Du wirst geatmet" auch überhaupt nicht. Eben weil es reine Lyrik ist, die sich zwar schön anhört, aber halt überhaupt nicht der Realität entspricht. Wenn etwas sehr akut offenbart, was bzw. wie "wir gerade sind", dann ist es die Atmung. That´s Menschsein... zwinkern

x 1 #26


W
Heute war ich Recht früh unterwegs, vor der Tür fühlte sich die Luft kalt und dünn an. Als ich dann beim Sport war hatte ich die ganze Zeit dieses Gefühl nicht genug Luft zu bekommen, dann habe ich ein paar Mal tiefer eingeatmet durch den Mund, und nach wenigen Minuten wurde es wieder besser und das Gefühl war weg. Es ist einfach nur lästig. Habe mir dann gesagt würde ich gerade zu wenig Luft bekommen würde ich umkippen.

#27


W
Liege auf'n Sofa und wieder dieses Gefühl als würde ich einfach nicht richtig Luft bekommen.. ich verstehe es nicht. Es macht mich wahnsinnig.

Eben Treppen gestiegen 32 Stufen aber jede 2te Stufe. Oben angekommen dachte ich das wars gleich. Nicht nur aus der Puste, das Erstickungsgefühl war so schlimm..

Erst wenn ich tiefer atme wird es etwas besser...

#28


M
Warst Du eigentlich mal diesbezüglich beim Kardiologen? Hoher Ozonwert und Sport ist halt prinzipiell anstrengender als normal. Ich selber bin inzwischen auch viel schneller außer Puste als früher. Liegt bei mir aber eher am Alter und an der überschaubaren Kondition... lachen

#29


W
Zitat von moo:
Warst Du eigentlich mal diesbezüglich beim Kardiologen? Hoher Ozonwert und Sport ist halt prinzipiell anstrengender als normal. Ich selber bin ...

Ende letztes Jahr war ich beim Kardiologen da hatte ich vereinzelt dieses Gefühl. Alles unauffällig. Langzeit EKG vor einem Monat und Blut ebenso unauffällig.

x 1 #30


W
Mittlerweile liegt der Fokus nicht mehr auf meine Atmung, und ich kann mich wieder anderen Dingen widmen. Aber eins verstehe ich nicht, wieso unterschwellig immer dieses Gefühl durch kommt als würde man gleich ersticken oder das die Luft nicht ausreichend da ist? Das kommt und geht in Wellen.

#31


M
Die Atmung ist normalerweise eine extrem unterbewusste Sache. Es ist wie das Autofahren - nach 10 Jahren oder mehr "fährt" man nicht mehr, sondern es läuft sozusagen alles "automatisch", ohne dass man etwas bewusst beabsichtigt und dann ausführt.

Sobald sich der Geist mal auf ein Objekt (hier: die Atmung) fokussiert hat und damit etwas "verbindet" (hier: die Angst, nicht "richtigt" zu atmen), ist der unterbewusste, automatische Ablauf gestört. Das ist alles.

Da die Atmung eine gewisse Sonderstellung einnimmt (s. o. - "Schnittstelle zwischen Körper und Geist"), ist es nicht so einfach, diese Fokussierung wieder zu mildern. Ist eine Frage der Zeit. Der Geist muss quasi das "Nicht-Autofahren" wieder lernen zwinkern. Dass Du es in Wellen der Intensität wahrnimmst, hängt unmittelbar mit der Bewusstheit bzw. Unbewusstheit zusammen.

Ich möchte Dich nochmal daran erinnern, eben NICHT zu versuchen, Dich abzulenken, wenn der Fokus mal wieder aufkommt sondern lediglich festzustellen, dass Du jederzeit in der Lage bist, Deine Atmung bewusst in einem gewissen Rahmen zu beeinflussen. Gleichzeitig solltest Du Dich aber auch daran erinnern, dass die Atmung auch "ohne Dich" (also: unterbwusst) funktioniert.

Wenn Angst vor "Rückfällen" aufkommt: Habe keine Angst vor der Angst. Zwänge haben die Angewohnheit, sich immer wieder andere Objekte zu suchen, auf die sie sich fokussieren können. Die Angst vor der Angst (= Angststörung) gehört insofern in den Formenkreis der der Zwangsstörungen. Ängste und Zwänge bedingen sich gegenseitig wie die Innen- und Außenseite einer Hand.

Dies nur am Rande. Mach´s Dir aber nicht zu kompliziert. Ich schreibe das nur auf, damit Du es bei Bedarf mal nachlesen kannst. Im Alltag genügt das Wissen, dass Atmung bewusst oder unbewusst ablaufen kann. Lass beides zu und Du "verlierst" das Interesse an der Atmung.

Schönes Wochenende!

PS Ab 11.30h heute kann man wahre Atmungsmeister bei der Königsetappe der Tour de France erleben...

x 1 #32


W
Zitat von moo:
Die Atmung ist normalerweise eine extrem unterbewusste Sache. Es ist wie das Autofahren - nach 10 Jahren oder mehr "fährt" man nicht mehr, ...

Danke für die ausführliche Erklärung.

Heute ist es wieder so das mein Kopf mir Signalisiert das ich nicht ausreichend Luft kriege trotz normaler Atmung ohne dem Drang tief einatmen zu müssen. Das Gefühl krabbelt quasi hoch, breitet sich aus, geht wieder. Und das immer und immer wieder. Es fühlt sich beklemmend und blockiert an.
Ich sage mir dann immer es ist alles okay ich kriege genug Luft und es ist einfach ein falsch Interpretiertes Gefühl und heiße es willkommen.

Und tatsächlich ist es so, damals war der Fokus auf mein Herz, die Augen, jetzt die Atmung. Und es brauchte wirklich seine Zeit bis es weg ging.

#33


A


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Dr. Christina Wiesemann
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