mausezahn500

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Hallo an alle !
Vielleicht kennt sich ja jemand von euch mit meinen Problemen aus. Ich nehme seit 4 Wochen Citalopram.
Aber mir geht es nicht wirklich besser. Eher schlechter.
Ich habe das Gefühl das mein Gehirn zuckt, wackelt oder pocht. Ich kann es leider nicht anders beschreiben. Es ist so als ob sich der Blickwinkel kurz verschiebt und dann ist wieder alles ok.
So geht es mir tagsüber. Nachts werde ich ständig meistens alle 2 Stunden wach. Heute nacht bin ich wach geworden und habe eine Spinne übers Bett krabbeln gesehen, aber da war gar nichts...
So langsam weiß ich wirklich nicht mehr , ob das normal ist...
Kennt das jemand von euch ??
LG Mausezahn

17.02.2009 13:54 • 22.02.2009 #1


4 Antworten ↓


frau


Hallo!Geh mal zum Arzt und frag,ob nicht ein anderes Mittel geeignet wäre.Liebe Grüße

17.02.2009 16:46 • #2


Engel74


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Depersonilastion,werde ich verrückt??

Das gruseligste Gefühl bei extremer Angst und Panikattacken ist die Empfindung von Unwirklichkeit. Man kann es am besten beschreiben als eine Veränderung deiner Sinneswahrnehmung, bei der du dich fast außerhalb deiner selbst fühlst, mit einem Gefühl der Leere, die an Depression grenzt. Ugh! Ich habe diese Gefühle gehasst. Aber sie sind VORÜBERGEHEND.

Was sind das für Gefühle? Während großer Angst, exzessivem Sorgen, ständiger Gereiztheit, wiederkehrenden Panikattacken und ständiger Furcht wird das Nervensystem körperlich (und vielleicht auch emotional) erschöpft. Es kommt zu einem Aufbau von Stresschemikalien bei den Neurotransmittern. Möglicherweise sind die Levels von Serotonin und Noradrenalin verändert - das kann zu einer leichten Verzögerung in der Informationsübertragung zwischen Gehirn und Körper führen, zwischen Gedanken und Aktion. Das Interessante ist, dass diese Verzögerung oder veränderte Wahrnehmung ähnlich ist wie bei der Wirkung des THC in Dro.. Wenigen Menschen ist das klar. Es ist bekannt, dass THC auch eine verzögernde Wirkung auf Neurotransmitter hat. WIE AUCH IMMER, bei der Empfindung handelt es sich um eine verzögerte Wahrnehmung unter Anspannung. Weil sich die ängstliche Person der Plätze und Situationen in denen Angst auftritt sehr bewusst ist, speichert das Gehirn diese Situationen um sich zu schützen und die hormonellen Bahnen bleiben aktiv und reaktionsbereit. Das erklärt folgendes: Wenn sich eine Person „durchcheckt“ um zu sehen ob sie/er noch immer die unerwünschte Empfindung von Unwirklichkeit hat, kann der Körper diese Empfindung wieder hervorbringen, sozusagen als Teil des „Tests“. Angst zu haben vor der „Unwirklichkeit“ und sie ständig zu analysieren führt definitiv dazu, dass die Empfindung bestehen bleibt.

Es ist ein schmaler Grad, zwischen dem Wunsch das „Unwirklichkeitsgefühl loszuwerden“ (der so groß ist, dass du ihn direkt schmecken kannst) und dem Akzeptieren. Der Wunsch, diese Empfindung loszuwerden kann den Stress und die Angst erhöhen und wirklich dazu führen, dass das Gefühl bestehen bleibt. Sieh es so: Weil unser Gehirn bzw. unser Nervensystem nicht all seinen Stress auf einmal verarbeiten kann und Verzögerungen unvermeidlich sind, ERZWINGT dein Nervensystem Entspannung von dir - es zwingt dich dazu „runterzufahren“ und loszulassen. In diesem Sinne entsteht im Nervensystem ein Schutzkreislauf gegen weitere Spannung. Aber so sehen wir das nicht, oder? Nein! Wir erleben es und erwarten schreckliche und grauenhafte Folgen. Wir halten es für ein Zeichen drohenden Wahnsinns und Kontrollverlusts. Wie kann man am besten mit diesem grässlichen Gefühl umgehen? Es wird zweifellos durch Stress verursacht. Würdest du dich unwirklich fühlen während du am Strand neben einem Supermodel (weiblich oder männlich - wie du willst) liegst, das total von dir begeistert ist. Ich glaube nicht! Warum wäre deine Unwirklichkeit in dieser Situation nicht vorhanden? Weil du sie vergessen würdest und nicht so intensiv auf sie fixiert wärst. Hier hast du die Antwort. Du kannst das „unwirkliche“ Gefühl hassen, aber Akzeptieren ist die Voraussetzung, wenn du die Gewohnheit mehr Stress hinzuzufügen verändern willst.

Akzeptiere einfach alles was geschieht. Unwirklichkeit ist von Natur aus vergänglich. Sie bleibt nur bestehen weil du sie fürchtest. Wie bei der Panik braucht es zwei Komponenten um die unheimlichen Gefühle am Leben zu erhalten - Anspannung und Zweifel. Die Empfindungen geschehen zu lassen, ohne den Versuch sie zu stoppen, sich zu verstecken oder wegen ihnen in Panik zu geraten - das ist wirklich der Weg sie zu überwinden. Und der Beweis sitzt hier und schreibt das. Ich hatte diese Empfindungen oft. Aber das ist jetzt vorbei.

ZEIG’S IHNEN!

Wenn du erst vor kurzem sensibilisiert wurdest, weil du Angst oder Panikgefühle erlebt hast, wirst du vermutlich die tiefe Überzeugung haben: „Mit mir stimmt etwas nicht." Das scheint eine automatische Reaktion auf Angstgefühle zu sein, die sich nicht in kurzer Zeit auflösen lassen. Dieses Gefühl wird dann die Grundlage dafür, wie du mit fast jeder Situation von angespannter Selbstbeobachtung umgehst, die in deinem Leben auftaucht. Es ist diese Überzeugung, die jede Reaktion bestimmt, die du jetzt hast. Sie hält deine Angst wach, während du frustriert nach der Antwort suchst - vergleichst, überprüfst, testest, analysierst. Dadurch fühlst du dich elend und gefangen.

Zum Bespiel: Wenn ich ein neues Zucken* in meinem Bein spüren würde, OHNE, dass ich vor kurzem gegenüber Angst und Panik sensibilisiert worden wäre, würde ich mich für einen Moment fragen was das ist. Würde sich das Zucken wiederholen oder wiederkommen, wäre ich vielleicht mehr besorgt. Aber grundsätzlich würde ich es nicht für wichtig oder lebensbedrohlich halten und vermutlich damit aufhören mir darüber Sorgen zu machen.

Aber wenn ich vor kurzem sensibilisiert worden WÄRE, würde meine sofortige Bewertung des Zuckens ungefähr so aussehen: „ Ich bin gespannt ob das jetzt meine Angst auslöst weil doch irgendwas (unbekanntes das mir Angst macht) mit mir nicht stimmt." Dieses Selbstgespräch ist fast unterbewusst, aber du kannst es beobachten als ersten Gedanken bei einer Selbstbeobachtung und als allerersten Gedanken, wenn du morgens aufwachst.

(*Du kannst jede Empfindung oder jede Situation einsetzen, die Stress bei dir auslöst. Du könntest sogar etwas völlig harmloses, wie einen Baum oder eine Person anschauen und dich mit diesem Test prüfen.)

Durch dieses Selbstgespräch versuche ich die Kontrolle zu gewinnen und sie auszutesten. Das geschieht so schnell und automatisch, dass wir es meist nicht bewusst wahrnehmen, nur die Angstreaktion kommt dann scheinbar aus heiterem Himmel. Ich möchte erleben, dass mein Test keine Reaktion bringt, aber rate mal was passiert. Wegen der tiefen Überzeugung, dass „etwas mit mir nicht stimmt," das ich für LEBENSBEDROHLICH oder zumindest bedrohlich für meine Gesundheit halte - reagiert mein autonomes Nervensystem, das vom instinktiven Teil meines Gehirns kontrolliert wird. Es schickt eine Warnung - einen Schuss Adrenalin, um meinen Körper in Schwung zu bringen für das Wegrennen. Es möchte mich beschützen - mein Sehen wird verschwommen, mein Herz schlägt schneller, meine Muskeln verspannen sich, mein Magen und mein Verdauungstrakt sind gestört, mein Blutdruck steigt, mir ist schwindlig. Vielleicht sind sie unterschiedlich ausgeprägt oder es sind nur einige dieser Symptome vorhanden, aber ich fühle sie!

Nun vermute ich vielleicht, dass diese Reaktion „beweist," dass etwas mit meinem geistigen Zustand nicht stimmt. Ich habe einen „Test" gemacht und der Test ist fehlgeschlagen, weil ich immer noch ängstlich reagiert habe.... und das gefällt mir nicht. Immer noch ist es da, in meinem Hinterkopf, dieses Problem - diese ungelöste Frage: „Was stimmt nicht mit mir?"

Aber diese Frage basiert auf einer falschen und irrationalen Annahme!

Wenn du dich selbst dabei erwischen kannst, wie du deinen „geistigen Gesundheitszustand" in Frage stellst, kannst du mit einem geeigneten vernünftigen Konter-oder Ersatzgedanken dagegenhalten. Du kannst denken, „Hey, Moment mal! Dieses Zucken ist nur ein ganz normales Zucken. Ich bin im Moment durch Stress sensibilisiert. Das ist ALLES was mit mir NICHT STIMMT!" Dann mach weiter (mit dem was Du gerade tust. Anm.d.Übers.). Lass es los. Hör auf darüber nachzudenken, warum du auf geringfügigen Stress reagierst. Du wirst das irgendwann lösen. Es ist nichts FALSCH mit dir. Es gibt nichts Gravierendes das mit dir nicht stimmen würde, außer dass du sensibel auf Stress reagierst. Kannst du das akzeptieren?

Wenn du üben kannst diese Stressüberreaktionen kommen UND GEHEN zu lassen und ihnen gelegentlich rationale Gedanken entgegenzusetzen, werden sie mit der Zeit abnehmen und du wirst dich wesentlich weniger ängstlich fühlen. Du wirst dann die „VERRÜCKT" Bombe entschärft haben, von der du dachtest, dass sie kurz vor dem Platzen war. Sie platzt nie, weil es wirklich keine Bombe gibt!

Die „Etwas stimmt nicht mit mir" Überzeugung ist sehr stark aber falsch. Wenn Du sie für wahr hältst, wirst du dich darin gefangen fühlen, denn sie beinhaltet einen Konflikt, der keine Richtung und keinen Ausweg hat. Es ist frustrierend.... aber wir machen das alle. Vielleicht findest du einen körperlichen Auslöser, der deine Angst hervorruft, dann kannst du vielleicht die „Warum habe ich Angst" Frage beantworten. Aber meist ist es unser momentaner, sensibilisierter Geisteszustand und sonst nichts.

So nun kannst du mit einem stressigen Ereignis umgehen, denn du weißt, dass du nicht verrückt wirst. Geht es dir damit besser?
Quelle:www.panicend.com
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Liebe grüsse Engel

17.02.2009 19:51 • #3


mausezahn500


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Hallo !
Danke für diese ausführliche Antwort.
Ich habe es jetzt ein bischen verstanden(weil mein Kopf noch ein durcheinander ist noch nicht alles ).
Muß heute das Citalopram von 20mg auf 30 mg erhöhen. Habe gestern noch mit meinem Neurologen telefoniert.
Er meint auch das das alles noch mit den A&P zusammen hängt und ich noch mehr zur Ruhe kommen muß.
Trotzdem ist immer noch diese Angst vor der Angst da. Aber ich gehe mal davon aus, daß auch das besser wird......
Ich kann da nur noch nicht richtig mit umgehen, weil wenn irgendwas mit dem Kopf ist bekomme ich schon Angst.
Die letzte Nacht war auch wieder schlimm. Diese Unruhe im Kopf ist manchmal nicht auszuhalten, diese Gefühl als wenn mir manchmal einer mit der Hand ins Genick schlägt u.s.w.
Aber auch das wird ja dann irgendwann vorbei gehen.
Vielen lieben Dank für eure Gedult hier....
LG Mausezahn

18.02.2009 07:52 • #4


Engel74


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Also ich kann nur sagen und werde auch mal die Tage mal herkommen und nochmal einen thread öffnen.Im moment hab ich es geschafft...die letzte panik hatte ich letztes jahr im januar.
Mir hat das sehr geholfen.Ich weiss bei dir wird des auch irgendwann mal klappen.

22.02.2009 08:45 • #5



Dr. Hans Morschitzky


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