Zitat von UrbanAngel:Jein. Ich glaube, dass es bei zumindest einigen Angstkranken eine körperliche Komponente gibt. Bei Depressionen ist es ja erwiesenermaßen so, es gibt endogene und exogene und natürlich Mischformen.
Ja, ganz sicher sogar. Als Auslöser oder als einen der Auslöser sehe ich das sogar bei mir. Allerdings gehen Psychiater und Psychologen bei der Diagnosestellung da immer erstmal vom Ist-Zustand aus und natürlich von vorangegangenen körperlichen Untersuchungen, die i.d.R. alle i.o. waren, wie bei mir. Und dann wird alles beleuchtet, Lebensumstände, Job ja oder nein, Single ja oder nein, Kindheit.
Was immer vergessen wird, Medikamente oder einfach mal fragen, was war denn in der Zeit oder kurz vorher, als die psych. Störung ausbrach.
Ich bin irgendwann mal fast geplatzt bei meiner Psychiaterin und später auch noch bei meiner Psychologin. Ich sagte, ich hatte nie irgendwelche Probleme, Ängste, depressive Phasen oder was auch immer, im Gegenteil. Ich bekam im Sommer 2008 völlig überraschend und von heute auf morgen (ohne 24 h Blutdruck oder EKG, ohne Messungen über einen gewissen Zeitraum) beim 2. Besuch beim Hausarzt Blutdruckmedikamente. Und dann gleich in einer Hammerdosis, mit Medikamenten hatte ich bis dahin nie was zu tun. Keine Aufklärung, kein Hinweis auf Nebenwirkungen.
Der erste Tag der Einnahme war der Beginn dieser Horrovorstellung, die bis heute anhält. Vom ersten Tag an mit den Blutdrucktabletten unvorstellbarer Schwindel, hab mich eine Woche auf Arbeit geschleppt. Dann zu einem anderen Arzt und er war geschockt. Die Dosis war viel zu hoch, Dosis wurde halbiert. Es wurde etwas besser, aber Schwindel war immer noch da. Ich fühlte mich auch geschwächter, immer müde und bekam noch übelsten Husten, eine typische Nebenwirkung von ACE-Hemmern (Ramipril). Gut 5 Monate fühlte ich mich wie ausgekotzt, hab das aber ertragen.
Und dann kam die 1. Panikattacke und die Sache nahm ihren Lauf. Etwa 10 verschiedene Blutdruckmedikamente wurden "getestet" über einen Zeitraum von 3-4 Monaten, dabei auch 4 verschiedene Betablocker, aber gerade durch die merkte ich an mir Veränderungen, die ich so nie kannte. Schlafstörungen, ich lief ziellos nachts draußen rum! Aus heutiger Sicht, die 150-200 mg Metoprolol waren viel zu viel, auch wieder zu hoch dosiert.
Für mich ist das der Auslöser. Ärzte wollen davon natürlich nichts hören. Allerdings sagten mir 2 Psychiater in der TK, ja, Angststörungen oder Depression können durch Blutdruckmedikamente und Betablocker ausgelöst werden oder sich verstärken. Jüngere Ärzte sind da wohl auch anders geschult, weil sie im Studium anderes Wissen vermittelt bekamen, wie noch vor 15-20 Jahre. Es tauchen immer mehr Leute mit psychischen Störungen auf, nachdem sie Blutdrucktabletten oder Betablocker bekamen.
Nun ist die Ursache bei mir zwar weg, nämlich die Medikamente und der hohe Blutdruck, aber die psych. Störung blieb. Die Angst vor der Angst hat sich eingebrannt im Kopf. Und heute spielen dann natürlich andere Faktoren mit ein, als am Anfang. Aber was der eigentliche Auslöser war, ist für mich sicher.