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your_sista
Hey Leute. Hab mal wieder ein kleines Problem was meine berufliche Zukunft betrifft. Ich würde gerne nochmal eine neue Ausbildung machen, da ich in meinem erlernten Beruf als Bürokauffrau keine Chance mehr für mich sehe. Der Sozial-medizinische Bereich interessiert mich sehr. Speziell Erzieherin oder Ergotherapeutin. Nun ist es ziemlich anstrengend da als "Quereinsteiger" überhaupt reinzukommen und die Aufnahmeprüfungen bzw. Voraussetzungen sind schon hart. Da ich ja leider unter einer sozial (und Agora) Phobie leide und ein RDS habe, ist es für mich echt schwer nochmal eine dreijährige Ausbildung zu machen. Die vielen jungen Menschen, der enge Klassenraum, der Leistungsdruck und natürlich der Druck den ich mir selbst mache (bloß kein zittern, bloß kein Durchfall, bloß keine Darmgeräusche, am besten nicht auffallen). Doch wie schon gesagt, mein erlernter Beruf erfüllt mich nicht mehr. Im Gegenteil, es deprimiert mich, dauernd arbeitslos zu sein oder ständig nur sch*** Jobs machen zu müssen. Daher kamen auch meine Ängste und meine Phobien. Ich möchte das endlich loswerden und glücklich werden. Ein Berufswechsel käme mir da ganz Recht. Ich hab nur Angst, das alles wieder nicht durchzustehen. Bisher habe ich immer nach ein paar Monaten abgebrochen, weil ich den "Leidensdruck" nicht ausgehalten habe. Das nervt mich extrem und ich erkenne mich überhaupt nicht mehr wieder. Noch vor 3 Jahren war ich zielstrebig, stark und kämpferisch. Jetzt bin ich ein häufchen Elend mit Panikattaken und ständigen Heulkrämpfen.

Geht es jemanden genauso? Oder hat jemand auch solche oder ähnliche Erfahrungen gemacht und trotz Angst einen neuen Schritt im Leben gewagt? Ich weiss nicht was ich machen soll. Soll ich mich mit meinem alten Beruf abfinden oder trotz Angst nochmal probieren eine neue Ausbildung zu machen?

Danke fürs zuhören

20.01.2011 17:08 • 28.01.2011 #1


13 Antworten ↓


Habe/hatte ich selber das "Problem" - einfach Umschulung 8 Monate weit von zu Hause weg angetreten und jetzt ist sie leider schon vorbei. War 'ne goile Zeit... viel gesoffen, uns gehaun und gegrillt...

Einfach machen und nicht Angst vor der Angst züchten..., denn irgendwann traut man sich nichts mehr zu und hat Angst vorm Kaugummikauen.

Und immer schön anders denken: Machst du es nicht, wird es ganz schlimm... Lebst du nicht, bist du tot...

Vielleicht ist sogar eine weitere Person im Kurs, der es ähnlich geht? Es entsteht eine Freundschaft?! Das Leben findet auf der Straße ab und nicht vorm TV... (das ist ein gut Zeug...dieses naturbelassene Antidepressiva....muha)

Cheers...

20.01.2011 17:17 • #2



Weiss nicht was ich machen soll zwecks beruflicher Zukunft

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hi du,
also ich verliere seit 3 jahren auch meine jobs dauernd. ich hab immer zu viele fehltage, weil ich mal wieder nicht aus dem haus konnte. einerseits bin ich erleichtert,wenn ich arbeitslos bin und nicht stark sein muss,denn jeder arbeitstag ist für mich ein kampf.anderer seits fehlt mir jetzt das geld und ich habe zu viel zeit,mich verrückt zu machen. jetzt bin ich erstmal ewig krank geschrieben. ich suche mir schon immer nur blöde leiharbeit jobs,bei denen es nicht schlimm ist,wenn ich sie verliere.fände es furchtbar, einen gutbezahlten traumjob wegen krankheit zu verlieren.im moment könnt ich nicht mal zu nem vorstellungsgespräch---dazu bin ich zu weit in der panik drin...hoff nach klinik find ich mal nen guten job...

20.01.2011 18:01 • #3


Auch ich habe mich überwunden, trotz meiner ganzenÄngste.Bin auch BK und war richtig langweilig und hat mich nicht erfüllt. Nun mache ich eine Erzieherausbildung. Und man kann noch soviel über sich und seine Psyche dazulernen. Auch die Lehrer sind teilweise Therapeuten und kennen sich mit sowas aus. Ich darf zum Beispiel heim gehen wenn es mir mal nicht so gut ist ohne vorher jemanden zu fragen.

Nutze die chance und mache auch die Ausbildung. kann nur sagen das die Erzieherausbildung nicht so anspruchsvoll ist wie unsere BK. Und du lernst einiges dazu und bist ja auch öfters im Praktikum.

Alles Gute

20.01.2011 21:06 • #4


your_sista
@zsolt_grabenhorst, Recht haste ja. Die Angst ist wie ein Unkraut. Wenn man es nicht im Zaum hält, wächst und wuchert es. Geht’s dir jetzt eigentlich besser als vor der Umschulung?


@Mixi, ich hab momentan dauernd Vorstellungsgespräche. Doch meist bin ich so nervous und angespannt, dass es einfach schlecht läuft mit dem Gespräch. Ich kann mich irgendwie nicht gut verkaufen und selbstbewusst rüber kommen. Im Hinterkopf hab ich immer den Gedanken „ihr wollt doch auch niemanden der ständig krank ist und nicht mit sich selbst zurecht kommt“. Ich denke es nur und sage es nicht. Doch vielleicht „strahle“ ich dann schon so was Negatives aus. Ich weiss es nicht. Jedenfalls habe ich keine Lust mehr in meinen jungen Jahren immer nur absagen zu bekommen für ein Arbeitsgebiet was mich sowieso nicht anspricht oder ausfüllt. Ich möchte was aus meinem Leben machen. Daher mache ich auch eine Verhaltenstherapie. Ich hab es am Anfang auch bequem gefunden zu Hause zu sein, dann hat es mich ein paar Wochen später genervt und ich habe wieder irgendwas gemacht und dann war ich davon wieder überfordert und genervt und bin wieder zu Hause geblieben. Das wurde dann langsam zu einem Kreislauf der immer schlimmer wurde.


@Lady1988, danke für deinen Zuspruch. Darf ich fragen wie du deine Ängste überwunden hast? Hast du mit dem Lehrpersonal darüber gesprochen? Ich habe mich noch nicht beworben. Man braucht ja in einem medizinischen oder sozialen Beruf eine Bescheinigung vom Arzt. Ich mache mir da eben meine Gedanken. Mein Arzt würde es mir bestimmt ausstellen, aber was ist wenn ich mich wieder selbst belüge und es dann wieder nicht schaffe vor lauter Angst? Falls du irgendwelche Tipps hast, würde ich mich echt freuen.

22.01.2011 13:08 • #5


während der umschulung ging es besser, da man da im relativ stressfreien alltag "alltäglich" war. da die umschulung arbeitstechnisch nichts gebracht hat - bin genervt! und vorstellungsgespräche für 10,- euro die stunde (zuvor 20,-) bringen alles andere als spaß...

22.01.2011 13:18 • #6


your_sista
Ja das troppt natürlich ganz schön. Ach man...
Hab auch immer zig weiterbildungen und qualifizierungen gemacht und trotzdem bin ich nicht "gut" genug. Einmal zu unterqualifiert, einmal wollen se nix zahlen und da biste dann überqualifiziert. Es ist zum kotzen.

22.01.2011 13:32 • #7


off-topic: lohndumping fängt doch erst an... wirtschaft will chinalöhne für deutschland und deutsche lebenshaltungskosten beibehalten. das kann ja nicht funktionieren!

22.01.2011 13:35 • #8


@ your-sista ich habe es einfach gemacht und meine Angst überwunden. Einfach die Angst aushalten und die wird immer weniger und verschwindet auch. Ich habe meiner Klassenlehrerin das gesagt und sie meinte das ich nicht die Einziogste bin und wnn es mir nicht so ist darf ich heim gehen ohne vorher zu fragen. Eine aus dem 2. LJ war sogar in einer Klinik für ein viertel jahr.

Auch die Lehrer sind teilweise Therapeuten und versthen das sicherlich auch.

Mach es wirklich. Trau Dich. Du wirst es nicht bereuen.

Teil mir mal Deine Entscheidung mit. LG

22.01.2011 16:56 • #9


Hallo, bin momentan in der gleichen Situation und suche nach einem berufl. Neuanfang. Habe mich seit Anfang letzten Jahres nur noch zur Arbeit gequält und keinen Sinn darin gesehen, mir gings echt immer schlechter, habe aber nie Tage ausfallen lassen und mich jeden Tag hingequält , leider umsonst. Zum Dezember habe ich die Reißleine gezogen, ich konnte echt nicht mehr. Aber ehrlich geagt dieses Thema "Beruf" verfolgt mich schon länger. Da ich auch von der Angst betroffen bin, trau ich mir vieles auch nicht zu, oder habe Sorge es nicht zu schaffen. Hatte auch eher an einen Quereinstieg vielleich ins Büro gedacht, was aber auch nicht so einfach ist.
Erzieherin, oder Logopädin hatte ich mir witziger Weise auch überlegt, aber die Erzieherinnenausbildung dauert ja auch 5 Jahre, da denke ich dann auch, ob ich mit 31 nicht zu alt bin damit anzufangen. Muss mich selbst auch dringendst entscheiden. Aber das ist nicht so einfach. Das schlimmste ist, ich fühl mich ein bißchen als Versagerin.

Aber ich bin der Meinung, es ist besser es zu versuchen, als immer in einem Job zu bleiben, der einen unglücklich macht.

Danke für den Thread!

22.01.2011 17:36 • #10


your_sista
@Lady1988
Montag gehe ich erstmal zu meinem Hausarzt wegen der Gesundheitsbescheinigung. Mir fehlen außerdem 6 Monate Vorpraktikum. Das müsste ich dann auch noch im Frühjahr/Sommer machen, falls ich überhaupt nen Platz bekomme. Nächste Woche schick ich dann die Bewerbungen raus, da bald Bewerbungsschluss ist.
Vor dem praktischem Teil habe ich weniger Angst. Aber die Zeit in der Schule! *horror* Da ich es schon einmal abgebrochen habe, verfolgt mich das jetzt schon sehr.


@Sun,
Das Thema „Berufswechsel“ verfolgt mich auch schon länger. Ich hatte im Okt. 2010 eine Ergoausbildung begonnen. Leider hatte ich schon sehr schnell abgebrochen, wegen meiner Angst und meinem RDS. Das war schlimm. Jetzt habe ich natürlich noch mehr Angst es nicht zu schaffen.
Büro würde ich dir nicht empfehlen Aber das muss jeder für sich wissen, da auch jeder andere Interessen hat. Ich verspreche mir von einem Berufswechsel das ich meine Kreativität gut einsetzen kann und mit Menschen/Kindern zu tun habe und so meine Ängste sich von selbst abbauen oder kleiner werden (zwecks tägl. Konfrontation).
Die Erzieherausbildung dauert nur für jene 5 Jahre welche gerade von der Schule kommen und noch nichts gelernt haben. Du hast einen anerkannten einschlägigen Beruf von mind. 2 jähriger Dauer erlernt? Wenn ja, dann dauert die Ausbildung zur Erzieherin „nur“ 3 Jahre. Zwei Jahre schulische Ausbildung, ein Jahr Anerkennungsjahr (praktische Phase). Zwischen Schule und praktischem Jahr kann man auch „aussetzen“ und es später machen. Allerdings solltest du 6 Monate Praktikum gemacht haben. Du müsstest dich schnell bewerben, da ziemlich früh Bewerbungsschluss ist. Ich rede jetzt hier von Hessen und Thüringen. Das kommt vllt. auch aufs Bundesland und die schule drauf an. Jedenfalls war ich die Woche zum Beratungsgespräch und du bist definitiv nicht zu alt. Da sind teilweise auch welche bis 45 Jahren dabei und die haben schon viele Jahre was anderes gemacht und teilw. Erwachsene Kinder.
Du bist KEIN Versager!! Leider rede ich mir das auch ständig ein, obwohl ich weiss, dass es eigentlich quatsch ist.

22.01.2011 17:53 • #11


Ich kann euch wirklich gut verstehen.
Ich bin seit einigen Monaten arbeitslos und denke momentan auch über eine neue Ausbildung nach. Hab aber gleichzeitig Angst davor. Was, wenn ich es nicht schaffe, grade in der Schule zwischen den ganzen "jungen Hüpfern"? Wenn mir wieder schlecht oder schwindlig wird? War auch früher schon recht häufig krankgemeldet und hab Angst, dass ich bei dem Ausbildungsplatz deswegen rausfliegen könnte wenn es dann wieder so ist. Seufz.

Trotzdem denke ich, dass es wichtig ist, es zu versuchen! Ist definitiv besser als Arbeitslosigkeit.

23.01.2011 14:30 • #12


@your_sista

Danke für deine Post, naja es geht so... bin gut ins Jahr gestartet. Nun hat sich einiges aufgestaut... ich warte noch immer auf meinen Reha Bescheid. Ich bin mit mir selbst beschäftigt und versuche alles mögliche was geht... daher auch nicht so oft hier. Es bringt mir im Moment auch nicht viel... sry!

Die Zeit die ich sonnst mich mit den Anliegen andere beschäftigt habe, ist meine Zeit und ich will im Moment nichts unversucht lassen wieder Vowärtsschritte zu spüren. Habe eine große Arztuntersuchung hinter mich gebracht mit riesen Angst...und Dienstag die nächste unangenehme Prüfung, da kommt Freud auf!

Dir Daumen drück uund Grüße

23.01.2011 23:43 • #13


your_sista
Leute ich habe meine ersten Bewerbungen heute verschickt. juhu =)
Es war schon mal eine große Überwindung für mich sie auf die Post zu tun. Oh je, was soll das nur werden wenn ein positiver Bescheid kommt...
Ich hoffe, ich habe meine Angst bis dahin ein bisschen im Griff und kann nochmal neu durchstarten. Bin jetzt entgültig davon überzeugt, dass das mitm Büro nix für mich ist.

@smiley
ja, das kann ich gut verstehen. ich bin auch nicht mehr so oft hier, da ich viel an mir und meinen Ängsten arbeite. Das kostet auch Zeit. Ein paar Fortschritte habe ich schon bemerkt. Aber es geht eben nur sehr langsam und manchmal gibts tage wo wieder alles sch*** ist. aber da muss man durch.
Wie war deine Prüfung am Dienstag?

your_sista

28.01.2011 17:10 • #14



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Dr. Hans Morschitzky