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Hallo,

ich habe bereits das 30. Lebensjahr überschritten und seit der Hälfte meines Lebens mit Panikattacken zu kämpfen. Mit Beginn des Jahres 2020 entschloss ich In diesem Jahr ist Schluss damit. Ich will mein Leben endlich genießen und dafür bin ich bereit weitreichende Veränderungen auf mich zu nehmen. Sie beginnen bereits zu Anfang des Jahres, denn ich werde in eine neue Stadt ziehen und neue Menschen kennen lernen, einen neuen Beruf anstreben.

Aktuell arbeite ich im digitalen Bereich (ich habe noch nie icht im digitalen Bereich gearbeitet, eine normale Arbeit da draußen schien mir aufgrund meiner stetigen Panik unmöglich) und bin dadurch zeitlich und räumlich flexibel. Viele Jahre bereitete die Arbeit Freude, wenngleich sie sehr kontaktarm war. Nach einiger Zeit entwickelte sich daraus eine Art Burnout und mir ist klar: Es ist Zeit für Neues und Zeit Altes loszulassen.
Damit knüpfe ich an vergangene Jahre an, in denen ich eine interessante Entdeckung machte: Ich ging viel wandern, war auch im alpinen Bereich unterwegs. Während dieser Zeit verringerten sich die Ängste merklich, ich konzentrierte mich auf das Wesentliche. Aufgrund der anstehenden beruflichen Veränderungen gen Ende des Jahres möchte ich hiermit einen Menschen suchen, der auch massive Angst oder Panik hat und diese aktiv bearbeiten will. Ich stelle mir dazu einen Ausstieg für mehrere Monate vor, in denen du und ich - wir - uns auf die Reise zu uns selbst begeben, indem wir wandern oder einfach draußen sind. Es braucht nicht viel, um glücklich zu sein und so müssen wir vorab keine Million ansparen, um das durchziehen zu können:-). Für Notfälle gibt es genügend Hilfe von außen.
Ich denke dabei zum Beispiel an Woofing. Bei diesem Modell hilft man gegen Verpflegung und Übernachtung auf Bauernhöfen mit. Aber das ist nur ein Beispiel. Ich würde gerne April/Mai starten, Equipment ist bereits vorhanden. Vielleicht hast du auch Angst vor so ziemlich allem, hast noch nie auf klassische Weise gearbeitet, bist schüchtern und deine Panik holt dich immer wieder ein? Dann wäre es super, wenn du mir eine Nachricht hinterlassen könntest und wir uns kennen lernen. Liebe Grüße und allen Anderen viel Erfolg, Zufriedenheit, Glück und klar: Gesundheit:-)

21.01.2020 12:06 • 24.01.2020 x 2 #1


2 Antworten ↓


Theoriepraxis1
Danke für diesen tollen Text ! Ich möchte mich mit deiner Idee anfreunden/anschließen!. Wie hast du dir vorgenommen , dich deinen Ängsten zu stellen ? Und was wirst du machen , wenn es Rückschläge geben wird ?

23.01.2020 18:32 • #2


Hallo:-)
Toll, dass sich so schnell jemand auf meine Anzeige meldet. Also: Was meine Ängste anbelangt: Ich empfinde Angst im Zusammenhang mit anderen Menschen, fühle mich mit ihnen schnell innerlich eingesperrt, kriege dann schlecht Luft, Panik... . Diese Erstickungsangst hatte mein Leben lange im Griff. Dann ging ich wandern und bemerkte bei einer längeren Tour innerhalb am Stück ohne Hotel sondern auf Campingplätzen, dass das Wandern einen anderen Menschen aus mir macht. Plötzlich kamen mir die freundlichsten Menschen entgegen, viele fragten: Wohin wollen Sie? Woher kommen Sie? Darf ich Sie mitnehmen, weil ich auch in die Richtung muss?. Ich werde diese Zeit nie vergessen. Nach meiner Rückkehr konnte ich das Gefühl noch eine Weile genießen, fiel mit der Zeit jedoch in alte Muster zurück. Daher meine Annahme: Eine längere Wanderung bringt bei mir Heilung. Warum das so sein sollte? Umso länger man sozusagen für sich ist, abgeschieden von der Gesellschaft, desto mehr kommt man an seine Grenzen. Im Klartext: Wie bei einer Ausbildung durchlebe ich bei langen Touren irgendwann Punkte, an denen ich mich überwinden muss/aufgeben kann. Dabei habe ich als Panikerin extrem viel gelernt. Häufig ist es ja im Alltag die Unfähigkeit JA zum Leben zu sagen, JA zu herausfordernden Situationen, was bei einem sich häufenden Nein zu mehr Ängsten führt. Oft kann man draußen nicht nein sagen und das hilft das NEIN, das ICH TRAUE MICH NICHT und das WAS IST,WENN ICH PANIK KRIEGE zu überwinden. Bspw.: Bei meiner mehrtägigen Tour lief ich in der Höchstphase satte 30 km am Tag, das war grenzwertig, musste aber sein. Der nächste Campingplatz war zwar nicht so weit entfernt, aber dazwischen lag eine Sperrung, sodass ich 10 km mehr hatte. Am Abend schaffte ich es mit 14 kg Rucksack (schlecht gepackt *grins*) nicht mehr bis zum Platz. Ich klingelte an einer Haustür und fragte, ob ich dort übernachten könnte (hätte ich vorab niemals getan) und durfte dort schlafen, bekam Wasser und sogar Wein:-). Das ist es, was ich meine. Ängste anhand von positiven Erfahrungen überdecken, Spaß haben und einfach wieder frei sein von diesem Quatsch. So etwas wie Panik haben wir doch nicht nötig als Helden des 21. Jahrhunderts:-). Konkrete Pläne könnte ich dir natürlich nennen, macht aber erst mal nur dann Sinn, wenn ich auch etwas über die/den Mitwanderer weiß:-)

24.01.2020 12:01 • #3




Dr. Christina Wiesemann