Hallo Zusammen, mich würde interessieren, was ihr in eurem Leben trotz Ängste und Panik gemeistert bekommt.
Es stimmt ja nicht, dass psychisch kranke Menschen alle nur Zuhause sitzen oder in Armut leben. Ich hab oft existenzielle Ängste oder auch Angst dass meine psychischen Krankheiten mich im Leben ausbremsen könnten und ich denen ausgeliefert bin.
Aber momentan habe ich einen Vollzeitjob und finanziell geht es mir auch gut. Ich mache regelmäßig Sport und habe einen Partner, der aber mit psychischen Krankheiten garkeine Erfahrungen hat.
Trotz meiner psychischen Lasten mache ich immer weiter. Ich nehme aber auch antidepressiva. Ohne würde es nicht funktionieren.
Wie sieht es bei euch aus ?
Und schafft ihr es trotz euren Ängsten und Panik auch in den Urlaub zu fahren ?
Bin gespannt auf eure Nachrichten:)
• • 06.09.2026x 5#1
21 Antworten ↓
kleiner Mitglied
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Hallo.
Mit Urlaub hab ich so meine Probleme. Phasenweise geht es gar nicht...es ist immer mit Angst verbunden.
Meine erste Panikattacke hatte ich vermutlich schon mit 13 ...so richtig kam es dann mit 19. Ich habe eine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen und arbeite in einem grossen Konzern. Vollzeit schaffe ich nicht ganz , aber eher aus physischen gesundheitlichen Gründen. Da ich gut verdiene kann ich mir das leisten, ansonsten würde das finanziell gar nicht gehen.
Leide unten starken Zukunftsängsten und habe ständig Angst zu versagen, bzw den Job nicht mehr ausführen zu können. Ich habe leider auch noch viel Druck auf Arbeit was das ganze nicht besser macht.
Ich sitze viel Zuhause da ich noch diverse andere Erkrankungen habe und einfach eine chronische Erschöpfung habe. Ich litt zeitweise an Starken Ängsten habe mich zeitweise nicht einkaufen gehen trauen. Ich nehme auch Antidepressiva.
Wenn ich mich immer krank melden würde wenn ich mich schlecht fühle, wäre ich schon jahrelang arbeitslos. Es ist anstrengend...😣
Liebe Grüße
•
x 4#2
A
Was schafft ihr trotzdem ?
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DrSeltsam Mitglied
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Es gibt eigentlich kaum etwas, was ich mir durch Angst und Depression vermiesen lasse. Zu den wirklich schlimmen Zeiten war das natürlich auch anders - da hab' ich kaum geschafft, aus dem Bett zu kommen. Aber heute kann ich gut Leben und Krankheit in Einklang bringen.
Ich bin selbstständig und arbeite in der Regel mehr als 8 Stunden. Das bedeutet zwar mitunter auch Sorgen und Probleme, aber auch ein großes Maß an Freiheit und die Möglichkeit das zu tun, was ich gerne mache. Ich liebe meine Arbeit und sehe das meiste nicht als Last an. Diese Entscheidung hat sich tatsächlich auch erst durch meine Krankheit ergeben - bis dahin war ich noch angestellt und nur nebenbei selbstständig.
Ansonsten gibt es natürlich immer wieder Momente - wie z. B. Urlaub - wo mir etwas "flau" wird. Aber letztlich entscheide ich mich doch immer dafür, alles zu tun damit ich die Dinge so erleben und empfinden kann wie ich es gerne möchte. Und dazu muss ich sie tun oder es wenigstens versuchen. Und wenn es doch schief geht, und statt dem schönen Erlebnis Angst oder Depression kommen, dann ist das halt so. Das geht vorbei - ist es ja bisher auch immer.
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x 7#3
Islandfan Mitglied
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Zitat von Lichtblick92:
Trotz meiner psychischen Lasten mache ich immer weiter. Ich nehme aber auch antidepressiva. Ohne würde es nicht funktionieren.
Ist bei mir das gleiche. Ich arbeite 32 Stunden und mir geht es damit psychisch besser, als wenn ich nicht arbeiten würde. Auch, dass man finanziell sorgenfrei ist und sich ein gutes Leben gönnen kann, ist für mich sehr viel wert. Ich habe aber schon immer versucht, alles zu machen, als wäre ich gesund, bin natürlich auch mal gescheitert in der Vergangenheit, aber das gehört dazu. Vermeiden ist das schlechteste, was man machen kann.
Zitat von Lichtblick92:
Und schafft ihr es trotz euren Ängsten und Panik auch in den Urlaub zu fahren ?
Ja, aber auch das ist zum Teil erst mal eine kleine Überwindung, vor allem, wenn ich allein fahre.
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x 4#4
Schlaflose Mitglied
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Zitat von Lichtblick92:
Trotz meiner psychischen Lasten mache ich immer weiter. Ich nehme aber auch antidepressiva. Ohne würde es nicht funktionieren.
Wie sieht es bei euch aus ?
Absolut genauso. Ich habe es auf diese Weise bis zu Rente geschafft.
Zitat von Lichtblick92:
Und schafft ihr es trotz euren Ängsten und Panik auch in den Urlaub zu fahren ?
Ich war zuletzt 1994 in Urlaub, aber nicht wegen Ängsten oder Panik, sondern weil ich anderswo überhaupt nicht schlafen kann und die letzten Urlaube deswegen mit Nervenzusammenbrüchen verliefen.
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x 4#5
Sentinel2003 Mitglied
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Ich habe kein Geld für Urlaub, bin auch schon seit Ewigkeiten nicht mehr in den Urlaub gefahren...
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#6
User_0815_4711 Mitglied
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Zitat von Lichtblick92:
Es stimmt ja nicht, dass psychisch kranke Menschen alle nur Zuhause sitzen oder in Armut leben.
Das stimmt, ich würde sagen, den meisten Menschen sieht man es im Alltag und Berufsleben nicht an.
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x 3#7
Rick Mitglied
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Ich habe in den aktuen Phasen alles geschafft, es war nur mit viel mehr Aufwand und Leidensdruck verbunden. Irgendwann konnte ich dann nicht mehr arbeiten und musste in die Klinik, danach ging es mit dem Hamburger Modell wieder los und aufwärts. Zum Glück bin ich nie länger als ein paar Wochen ausgefallen. Heute kann ich uneingeschränkt leben und Vollzeit arbeiten.
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x 1#8
Moonlight_74 Mitglied
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Ich bin aufgrund meiner Störung und überhaupt so gut wie nie, man kann es an einer Hand abzählen, bei der Arbeit ausgefallen. Was aber nicht bedeuten muss, dass mein Leidensdruck gering war.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade diese Einstellung mich voran gebracht hat.
Ich glaube an mich und habe den Willen über meine Grenzen zu gehen, um mir jedes mal zu beweisen, dass es trotzdem geht.
Aufgeben war auch noch nie eine Option.
Letztendlich gehe ich jedes mal gestärkt daraus hervor.
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#9
Windy Mitglied
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Zitat von Lichtblick92:
Trotz meiner psychischen Lasten mache ich immer weiter.
Auch, es bleibt ja nichts anderes übrig. Sonst wurschtelt man sich halt gerade mal so durchs Leben und kämpft mit dem aus den Fugen geratenen Innenleben, mal mehr mal besser erfolgreich. An Urlaub oder Ausflüge brauch ich nichtmal denken, weil es gesundheitlich einfach nicht mehr funktioniert, das wird bei mir ab und zu durch einen Spaziergang draußen ersetzt.
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x 3#10
L
Lichtblick92 Gast
Ja die Arbeit gibt einem Struktur und das Gefühl dass man ein Teil der Gesellschaft ist und einen Mehrwert bringt.. Und auch finanziell hat man mehr Freiheiten und das Gefühl von Sicherheit, wenn man einen einigermaßen ausreichend gut bezahlten Job hat.. Wenn man die ganze Zeit Zuhause ist hat man noch mehr Zeit um sich verrückt zu machen..Ich denke mittlerweile auch, egal an welchem Ort ich bin, das ändert ja nichts an meinem Zustand. Klar fühle ich mich Zuhause sicherer, weil es mein Ort der Ruhe und Sicherheit ist.. aber wenn man es so ganz rational betrachtet, ändert der Ort ja nichts an seiner Gesundheit. Meine größte Angst ist eigentlich immer eher die „Angst vor der Angst“ oder das Gefühl der Derealisation oder Depersonalisation.. natürlich kommt dieses Gefühl zuhause nicht so oft vor wie draußen. und vor allem wenn ich in den Urlaub fliege, wird es mir flau im Magen oder ich kriege vorher schon Panikattacken.. weil ich weiß dass ich auf die schnell nicht nach Hause komme.. Aber ich fahre trotzdem immer wieder. Der Urlaub an sich ist dann größtenteils ohne Ängste.. nur der Weg dahin ist meist das schwierigere.. was mir besonders Angst macht ist immer, dass ich irgendwie komplett die Kontrolle über meine Psyche verliere und mir keiner mehr helfen kann.. gerade in den Momenten wo mir dann aufeinmal alles so fremd vorkommt.. selbst mein Partner.. aber ich stelle mich den Ängsten trotzdem immer und gehe immer und immer wieder über meine Grenzen.. Ich hab immer gehofft dadurch angstfrei zu werden.. aber ich glaube das sollte nicht mein Wunsch sein.. die Ängste kommen immer wieder.. ein Umgang mit meiner Angst sollte eher mein Ziel sein..
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x 2#11
C
Christian_81_ Mitglied
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.. ich schaffe es immer wieder, auch im größten Stress - Insel zu schaffen und "Zeit für mich" zu finden.. habe ich seit einiger Zeit vorgenommen und konnte erforgreich bis heute gut umsetzen - bin auch stolz darauf.
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x 3#12
Schlaflose Mitglied
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Zitat von Lichtblick92:
Ja die Arbeit gibt einem Struktur und das Gefühl dass man ein Teil der Gesellschaft ist und einen Mehrwert bringt..
Nicht unbedingt. Bei mir war die Arbeit von Anfang an die Ursache für meine Misere. Ich musste aber arbeiten, da ich immer alleinstehend und finanziell völlig auf mich allein gestellt war. Diese Tatsache hat in mir permanent die Angst erzeugt, in Armut zu enden, wenn ich nicht mehr arbeiten kann. Und das wiederum hat mich erst recht kaputt gemacht. Ich hatte nie das Bedürfnis, durch Arbeit zur Gesellschaft zu gehören und durch meine Arbeit einen Mehrwert zu erlangen. Seit ich in Rente bin geht es mir psychisch hervorragend und ich habe absolut kein Problem mit der Tagesstruktur und meine Zeit zu nutzen. Gelangweilt habe ich mich seitdem keine einzige Sekunde.
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x 3#13
L
Lichtblick92 Gast
@Schlaflose Ach krass okay.. Ja ich denke es ist bei jedem individuell und auch je nachdem welchen Beruf man ausübt. Darf ich fragen welchen Beruf du ausgeübt hattest ?
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#14
User_0815_4711 Mitglied
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Zitat von Schlaflose:
Diese Tatsache hat in mir permanent die Angst erzeugt, in Armut zu enden, wenn ich nicht mehr arbeiten kann. Und das wiederum hat mich erst recht kaputt gemacht.
Das kenne ich insoferne, als dass wenn eine Tätigkeit mit Geld verbunden ist, es von "Freude" zu "Pflicht" wechselt. Wenn man Geld dafür bekommt, muss man Leistung bringen. Die besten - damit meine ich die produktivsten und kreativsten - Dinge habe ich immer ohne Bezahlung gemacht.
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x 1#15
Schlaflose Mitglied
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Zitat von Lichtblick92:
Darf ich fragen welchen Beruf du ausgeübt hattest ?
Ich war Lehrerin für Englisch und Französisch am Gymnasium. Der Beruf war für mich völlig ungeeignet. Die letzten 15 Jahre meines Berufslebens habe ich in der Verwaltung am Bildungsministerium gearbeitet. Das war für mich besser, aber ganz ohne Arbeit geht es mir am besten.
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x 2#16
L
Lichtblick92 Gast
@Schlaflose oh okay.. ja ich hab schon von vielen Lehrern und Lehrerinnen gehört, dass der Beruf sie krank gemacht hat… Aber es freut mich, dass du deinen Ruhestand jetzt endlich genießen kannst
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x 1#17
Schlaflose Mitglied
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Zitat von User_0815_4711:
Die besten - damit meine ich die produktivsten und kreativsten - Dinge habe ich immer ohne Bezahlung gemacht.
Ohne Bezahlung würde ich für andere keinen Finger rühren 😄 Mich stresst aber sowieso alles, wenn andere involviert sind, selbst wenn es nur um eine Verabredung geht. Das setzt mich unter Druck.
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x 2#18
User_0815_4711 Mitglied
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Zitat von Schlaflose:
Ohne Bezahlung würde ich für andere keinen Finger rühren
Das meiste davon war schon in meinem eigenen Interesse. Aber nicht alles, das gebe ich zu 😉 .
Ich habe mein Leben auch soweit so gut (manchmal weniger gut) eben durch die Angst und Panikattacken, soweit auf die Reihe bekommen. Ich fahre Auto (was mir sehr wichtig ist, eben das ich Unabhängig bin. Fahre sehr gerne Fahrrad. Soweit lief mein Leben recht gut, ich habe auch seit 41 Jahren, meinen lieben Mann an meiner Seite. Was ich nicht mache, ist Fliegen, aber das ist für mich okay.