Hallo Froschkönigin,
bin überrascht und irgendwie froh, dass es so viele Parallelen zu geben scheint in unserer beruflichen Situation. Klar, die Frage, was bringt es uns, können wir damit auch nicht beantworten. Es ist aber immerhin schon etwas erträglicher, da der altbekannte Spruch Anwendungen finden kann "Geteiltes Leid ist halbes Leid".
Zitat von Froschkönigin:Es gibt ein klares Aufgabengebiet und das ist eigentlich kein Spielraum sich einzubringen und auch nur bedingt gewünscht.
Bei mir ist das Letztere: einmischen scheint inzwischen gar nicht mehr erwünscht. Wir haben drei Hierarchie-Stufen: quasi Abteilungsleiter, dann Teamleiter, dann die "Hansel" inkl. mir selbst.
Es gibt eigentlich sooo viele Themen bei uns. Aber mein Teamleiter schafft es einfach nicht, uns mal in irgendeine Richtung zu "leiten". Vorschläge werden angehört, aber maximal kommt ein "gute Idee", dann passiert nichts mehr.
Manchmal mache ich einfach und dann gibt's auch ein artiges "danke". Aber ich frage mich dann halt oft, warum er mein Teamleiter ist, wenn ich doch der bin, der uns als Team koordiniert, der die Vorschläge einbringt und zumindest versucht, eine Richtung vorzugeben.
Übertroffen wird das noch vom Abteilungsleiter, der lieber immer alles selbst macht. Er übernimmt Aufgaben, die eigentlich auf der "Hansel-Stufe" sind. Ich arbeite ja in der IT und bin u.a. für die Weiterentwicklung der Software zuständig. Aber der Abteilungsleiter programmiert lieber fröhlich mit, als dass er für die strategischen Entscheidungen sorgt. Innovationen werden meistens abgelehnt. Lieber bleibt alles wie es ist und somit sind wir in einigen Bereichen gefühlte 20 Jahre hinterher inzwischen...
Habe auch hier oft versucht, gegenzusteuern, habe seitenlang Ideen eingereicht. Aber irgendwann will man auch nicht mehr. Nun mache ich halt oft schon "Dienst nach Vorschrift". Merke aber eben, wie sehr mich das immer mehr belastet...
Zitat von Froschkönigin:Ich bin vor einem Jahr aus dem Ausland zurück in meine Heimat und kenne das mit den Kosten für einen Umzug nur zu gut. Das hat meine Reserven komplett aufgebraucht und ich stehe finanziell wieder bei Null....
Das finde ich auch spannend!

Wo warst Du? Wie lange warst Du? Was hast Du da gemacht? Was hat Dich dazu bewogen, zurückzukommen? Darüber würde ich gerne mehr erfahren, weil ich eben in der gleichen Situation bin. Wir können dazu gerne auch mal PN schreiben, wenn dir das lieber ist.
Zitat:Versprochen hat mir das niemand, aber mich auch nicht unbedingt gut darauf vorbereitet... wenn einem immer alles abgenommen wird und Probleme unter den Teppich gekehrt werden, dann holt einen das Leben irgendwann mit voller Wucht ein.....
So fühle ich mich auch gerade.... Als ob mir viele meiner Entscheidungen, die ich damals getroffen habe, nun immer häufiger als komplett falsch vor die Füße fallen. Ich muß gestehen, ich bin aber auch sehr hart zu mir selbst, was sicher nicht immer gesund ist.
Aber in einer schlechten Phase mache ich mir dann eben Selbstvorwürfe: "Wäre ich mal geblieben...", "Würde ich mich mal trauen..", "Hätte ich mal mehr Geduld gehabt..."...
Und auch wenn ich irgendwie weiß, dass es falsch ist, Entscheidungen im Nachhinein anzuzweifeln (sie waren ja damals die richtigen!), sitzt man nun wieder ist und möchte nicht schon wieder unüberlegt einen neuen Fehler machen...
Manchmal komme ich mir vor, als wäre ich nur alterstechnisch erwachsen. Aber tief in mir drin immer noch ein Kind...
