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Hi,

Ich bin maennlich 26 Jahre alt. Hab jetzt seit Neusten stark mit Panikattacken zu tun. Es fing letzte Woche (nach sehr langer Pause) wieder an. Ich bin sogar direkt noch waehrend der Arbeitszeit zum Arzt gefahren welcher mich dann ans EKG angeschlossen hat und mich mit einer Herzrhytmusstoerung und Beta Blockern nach Hause geschickt hat.
Na ja wirklich hoeren was los ist war wohl keine Zeit.
Da ich einen Ruhepuls von knapp 140 hatte hab ich eine Tablette genommen, welche dann auch tatsächlich nach kurzer Zeit den Pulsschlag beruhigte.

Nun gut, jedoch hilft das ja nicht wirklich die Angst zu kontrollieren oder die Panikattacken auszuschließen. Ich habe mir nach der letzten Attacke auch eine Woche frei genommen und bin nun ins Ausland zu meiner Familie geflogen, weil ich mir dachte dass es mir gut tut und der gabze Stress von mir abfaellt wenn ich die Umgebung aendere und mit meinen Lieben zusammen bin.

Flug und alles super ueberstanden. Nun bin ich hier und es ist sehr sehr warm. Ich hatte ein etwas traumatisches Erlebnis mit Hitze letztes Jahr und seitdem versuche ich Hitze sofern es geht zu meiden. Bzw. Ich brauche immer einen kuehlen Ort wo ich mich sofort zurueck ziehenkann.
Heute ging es dann wieder los. Nur die Gedanken, dass es gleich wieder los gehen koennte weil es so heiss ist. Ich rede mir die ganze Zeit ein, dass alles gut ist ich Notfalltabletten dabei habe, viel Wasser hab ich auch zu mir genommen. Aber es hilft nix. Alsochab ich michvschnell "nach Hause" fahren lassen und mich hingelegt.
Ich will auch nicht, dass meine Mitmenschen das sehen. Das geht mir dann noch zusätzlich durchn Kopf.

Jetzt wollen wir gleich noch mit anderen Freunden auf ner Motoryacht eine Runde drehen. Und icj stress mich jetzt schon ungemein wegen der Hitze. Ich aergere mich so sehr da ich denen nicht absagen moechte weil ich ohnehin so selten hier bin. Und ich bin einfach boese auf mich in dem Moment.ich weiss noch nicht was ich machen werde.

Ich habe jetzt schon Angst vor sozialer Isolation, wenn ich immer nur Situationen meide, weils es mir vermeintlich so besser geht.

Wie sieht es bei euch aus? Wie geht sone Panikattacke bei euch? Seit wann habt ihr das?
Ich wuerd mich auch gerne mal mit jemandem laenger darueber austauschen. Vielleicht kann man sich gegenseitig Mut zusprechen!

Kennt ihr vielleicht einen Therapeuten in Schleswig Holstein? Ich glaube alleinr wird es schwer werden fuer mich.

Ich danke euch fuer Zuschriften und fuers erste Zuhoeren!

Gruesse

Peusch007

06.08.2013 16:59 • 27.03.2019 #1


16 Antworten ↓


Hallo Peusch!

Ich (weiblich 20 Jahre) kann das alles sehr gut nachvollziehen und dir einige gute Tipps geben (hoffe ich).
Meine Panikattacken fingen mit 16 an, in der 10 Klasse.
Erst gab es aus heiterem Himmel eine Attacke in der Sporthalle in der Schule. Ich fing an sie zu meiden. Plötzlich bekam ich auch an anderen Orten Angst und mied auch diese.

Dies alles steigerte sich so weit, dass ich das Haus kaum noch verlies, und beinahe die Schule abbrach. Ich begann eine Verhaltenstherapie die mir nichts brachte. Mein Psychiater verschrieb mir Venlafaxin, womit es mir auch wirklich besser ging.

Ich ging wieder fleißig zur Schule, machte ein 2er Realschulabschluss und auch im Anschluss mit dem Abi weiter. Letztes Jahr habe ich mein Abi fertig gehabt, ebenfalls mit einem 2er Abschluss. MAn müsste meinen, mir stehen alle Türen offen.

Allerdings versteifte ich mich so sehr auf die Angst vor der Angst und diese Erwartungsangst provoziert wieder ein extremes Vermeidungshalten. Ich bin gerade in einer tiefenanalytischen Therapie die so einiges an die Oberfläche geholt hat.

Leider habe ich mein Studium letztes Jahr durch diese Erwartungsangst abgebrochen (Nach 3 Tagen) und am Montag fing meine Ausbildung an. Montag bin ich hin, alles war super und gestern gab es einen Zusammenbruch. Seitdem traue ich mich auch da nicht mehr hin und alle um mich herum sind enttäuscht von mir.
Was ich jetzt tun soll weiß ich nicht, vielleicht hast du ja einen Rat.

Dir kann ich nur folgendes sagen: Du stehst noch ganz am Anfang was die Panik und Angst angeht. Du solltest jetzt handeln um nicht so tief hinein zu rutschen wie ich.
Am besten wäre es für dich eine Verhaltenstherapie zu machen und noch viel wichtiger sind entspannungsübungen.
Progressive Muskelrelaktion (oder wie man das schreibt ) hilft sehr gut. Auch Yoga ist toll. Auch ich bin bei Hitze empfindlich und habe einen viel höheren Ruhepuls wegen einem kleinen aber ungefährlichen Herzfehler.
Das kannst du vollkommen durch Ausdauersport in den Griff kriegen. Ich z.B. reite

Und wenn du mal so eine richtig dicke fette Panikattacke kriegst probier mal folgendes: Lehne dich zurück und beobachte deinen Körper mal ganz genau. Du fühlst dich schei., dein Herz rast, es brennt in dir, du fühlst dich als würdest du nicht dazu gehören... Und steiger dich mal da hinein! Ganz genau lauschen, Augen schön weit auf.
Du wirst spüren wie kurz nach dem Brennen dieses Gefühl abflacht und der totalen Entspannung weicht.
Denn Entspannung kommt immer nach der Anspannung.

Wenn du erst ein Mal merkst, dass dir wirklich nichts passiert und es dir danach sogar besser gehen wird (Und ich verspreche dir, du wirst diese Entspannung fühlen wenn du es mal zulässt).

Freue mich auf eine Antwort!

Liebe Grüße

07.08.2013 09:10 • #2



Ständige Angst vor der Angst!

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24.03.2019 11:14 • #3


Hotin
Hallo Melissa,

willkommen in diesem Forum.

Wenn Du ständig ärztlich behandelt oder überwacht wirst, ist das natürlich belastend.
Ich hoffe, dies wird kein dauerhafter Vorgang werden.
Zitat:
Ständig die Angst während der Behandlung, oder im Wartezimmer wegen dem Stress eine Panikattacke zu bekommen.


Wie oft hattest Du denn schon in der Behandlung oder im Wartezimmer eine Panikattacke?
Zitat:
Meine Therapeutin meint nur das ich es halt aushalten soll......


Grundsätzlich wird sie Recht haben.
Eine Panikattacke ist immer eine Folge von sehr, sehr starker Angst. Wenn sie kommt,
dann kannst Du nur warten, bis die Panik wieder ausläuft.
Du kannst aber viel dafür tun, dass Du gar nicht so sehr in die starke Angst hinein kommst.

Dies funktioniert, wenn Du innerlich mehr mit Dir selbst redest. Spreche Dir selbst Mut zu.
Sätze wie:

Es wird schon gut ausgehen mit meiner Krankheit.
So sehr starke Angst brauche ich nicht zu haben.
Mir wird nichts Schlimmes passieren.
Ich habe genug Kraft, das zu ertragen, was auf mich zukommt.
Ich schaffe es, auch mit dieser schwierigen Situation fertig zu werden.
Das Leben wird mich schützen.

Solche Sätze können Dir helfen, Dich in schwierigen Zeiten zu stützen und
zu beruhigen. Wenn Du damit die Ängste ein wenig abschwächst, kann es kaum noch zu einer Panikreaktion kommen.

Viele Grüße und gute Besserung für Dich

Bernhard

24.03.2019 11:46 • x 1 #4


Zitat von Hotin:
Hallo Melissa,

willkommen in diesem Forum.

Wenn Du ständig ärztlich behandelt oder überwacht wirst, ist das natürlich belastend.
Ich hoffe, dies wird kein dauerhafter Vorgang werden.


Wie oft hattest Du denn schon in der Behandlung oder im Wartezimmer eine Panikattacke?


Grundsätzlich wird sie Recht haben.
Eine Panikattacke ist immer eine Folge von sehr, sehr starker Angst. Wenn sie kommt,
dann kannst Du nur warten, bis die Panik wieder ausläuft.
Du kannst aber viel dafür tun, dass Du gar nicht so sehr in die starke Angst hinein kommst.

Dies funktioniert, wenn Du innerlich mehr mit Dir selbst redest. Spreche Dir selbst Mut zu.
Sätze wie:

Es wird schon gut ausgehen mit meiner Krankheit.
So sehr starke Angst brauche ich nicht zu haben.
Mir wird nichts Schlimmes passieren.
Ich habe genug Kraft, das zu ertragen, was auf mich zukommt.
Ich schaffe es, auch mit dieser schwierigen Situation fertig zu werden.
Das Leben wird mich schützen.

Solche Sätze können Dir helfen, Dich in schwierigen Zeiten zu stützen und
zu beruhigen. Wenn Du damit die Ängste ein wenig abschwächst, kann es kaum noch zu einer Panikreaktion kommen.

Viele Grüße und gute Besserung für Dich

Bernhard

Huhu Bernhard
Eine Panikattacke währenddessen hatte ich zum Glück noch nie, aber diverse Symptome (Schwindel, benommen, Herzrasen, Gefühl ohnmächtig zu werden usw)
Die Panikattacke kommt meistens danach oder am Abend vor dem Termin.
Deshalb lebe ich in ständiger Angst (mit Symptomen) vor der nächsten Attacke.
Ohne die ärztliche Behandlungen, hätte ich das auch nur nicht so extrem.

24.03.2019 12:01 • x 1 #5


Angor
Zitat von Sweet21:
Meine Therapeutin meint nur das ich es halt aushalten soll......

Nein, das finde ich nicht, so kann nur jemand reden, der noch nie eine PA hatte.
Um erst mal aus der Angstpirale herauszukommen fände ich ein beleitendes Medi zu der Therapie nicht verkehrt.

LG Angor

24.03.2019 12:06 • x 1 #6


Icefalki
Das schlimmste bei Ängsten besteht darin, dass man meint, es darf ja keiner mitbekommen, weil diese Angst nicht gerechtfertigt ist.

Ungeachtet jetzt, dass man Ängste behandeln kann und du das auch tust, mach mal folgendes:

Du sagst der Helferin, dass du an Panikattacken leidest und bittest, ob du woanders warten kannst. Oder nochmals weggehen kannst. Dem Arzt sagst du das auch, hat den Zweck, dass du lernst, dass eine Angsterkrankung keinen Makel darstellt.

Ich arbeite in einer Praxis und habe bisher jeden Paniker in der engen, geschlossenen Hörkabine problemlos durchgebracht.

Warum? Weil mir das meine Patienten gesagt haben. Und weil in eine Arztpraxis eben kranke Menschen kommen. Und das deren Job ist, sich zu kümmern.

Ansonsten helfen dir auch die Sätze, die dir @Hotin geschrieben hat. Angst ist nur gefühlte Hilflosigkeit. Insofern werde aktiv und die Hilflosigkeit wird weniger.

24.03.2019 12:11 • x 2 #7


Zitat von Angor:
Nein, das finde ich nicht, so kann nur jemand reden, der noch nie eine PA hatte.
Um erst mal aus der Angstpirale herauszukommen fände ich ein beleitendes Medi zu der Therapie nicht verkehrt.

LG Angor

Sobald die Arztrennerei vorbei ist, sollte es ja wieder etwas besser werden.
Möchte daher lieber kein Medikament nehmen

24.03.2019 14:50 • #8


Zitat von Icefalki:
Das schlimmste bei Ängsten besteht darin, dass man meint, es darf ja keiner mitbekommen, weil diese Angst nicht gerechtfertigt ist.

Ungeachtet jetzt, dass man Ängste behandeln kann und du das auch tust, mach mal folgendes:

Du sagst der Helferin, dass du an Panikattacken leidest und bittest, ob du woanders warten kannst. Oder nochmals weggehen kannst. Dem Arzt sagst du das auch, hat den Zweck, dass du lernst, dass eine Angsterkrankung keinen Makel darstellt.

Ich arbeite in einer Praxis und habe bisher jeden Paniker in der engen, geschlossenen Hörkabine problemlos durchgebracht.

Warum? Weil mir das meine Patienten gesagt haben. Und weil in eine Arztpraxis eben kranke Menschen kommen. Und das deren Job ist, sich zu kümmern.

Ansonsten helfen dir auch die Sätze, die dir @Hotin geschrieben hat. Angst ist nur gefühlte Hilflosigkeit. Insofern werde aktiv und die Hilflosigkeit wird weniger.

Der Arzt weiß darüber bescheid.
Es ist ja auch die Angst, ist ja deswegen auch zuhause ständig present, weil ich ständig den nächsten Termin im Hinterkopf habe

24.03.2019 14:52 • x 1 #9


DieAlex
Hallo

Habe ich das richtig gelesen?
Die wichtigste Frage,weswegen du dich ans Forum gewandt hast,ist wie du mit der Angst vor der Angst umgehst?

27.03.2019 16:23 • #10


Zitat von DieAlex:
Hallo

Habe ich das richtig gelesen?
Die wichtigste Frage,weswegen du dich ans Forum gewandt hast,ist wie du mit der Angst vor der Angst umgehst?

Ja genau.
Vor allem in Situationen wo ich nicht einfach weg kann. Da hab ich dann richtig angst eine Panikattacke zu bekommen und ich sie an Ort und Stelle aushalten muss.

27.03.2019 16:31 • #11


DieAlex
Hast du mal Atemübungen ausprobiert?

27.03.2019 16:34 • #12


Zitat von DieAlex:
Hast du mal Atemübungen ausprobiert?

Bauchatmung, von 1000 in siebener Schritten rückwärts zählen und und und.
Ich bekomm halt vor aufregung irgendein Symptom, dann steiger ich mich rein und bekomm immer mehr. Entladen tut sich das dann immer erst zuhause und am nächsten Tag bin ich extrem erschöpft, obwohl ich schlafe wie ein Baby.
Meine Therapeutin sagt ich soll es aushalten und akzeptieren.
Meine Mama rät mir ständig zu so alternativen Sachen.
Mein dad...... ja ist eben mein dad.....
Texaner und ein retired Marine. Der kommt dann immer mit seinem Zeug was er in der Ausbildung gelernt hat. Damit hat er zwar recht, aber umsetzen kann ich das nicht.

27.03.2019 16:42 • #13


DieAlex
Zitat von Sweet21:
Meine Therapeutin sagt ich soll es aushalten und akzeptieren

Kommen da absolut keine Ratschläge, was du machen könntest in solchen Situationen?
Worüber redet sie denn da mit dir in der Therapie?
Also, ohne und Detail zu gehen.

27.03.2019 16:48 • #14


Zitat von DieAlex:
Kommen da absolut keine Ratschläge, was du machen könntest in solchen Situationen?
Worüber redet sie denn da mit dir in der Therapie?
Also, ohne und Detail zu gehen.

Bauchatmung hat sie mir gezeigt und das zählen hat sie mir empfohlen.
Sie sagt halt ich solle die Symptome nicht katastrophisieren. Wenn mir zum Beispiel schwindlig wird, sagen das es nur die Aufregung ist.
Ich hab noch dazu sehr hohe Erwartungen an meinen Körper, das er zu funktionieren hat.
Ich bin jung, mache mein ganzes Leben viel Sport, ich ernähre mich gut, hab nie geraucht, Alk. schmeckt mir nicht.
Einfach die Angst vor Symptomen.
Konnte noch nie gut mit Krankheiten umgehen. Selbst eine Erkältung finde ich schon furchtbar.

27.03.2019 16:57 • #15

Sponsor-Mitgliedschaft

DieAlex
Es gibt noch zig andere Sachen,mit denen man versuchen kann sich abzulenken bzw.es hin zu bekommen,dass die Aufmerksamkeit des Körpers/Kopfes auf etwas anderes gelenkt wird.
Du könntest im Internet mal unter "Skills" gucken.

Ansonsten hoffe ich,dass du hier weitere hilfreiche Tipps bekommst und es dir bald besser geht.

27.03.2019 17:11 • x 1 #16


Zitat von DieAlex:
Es gibt noch zig andere Sachen,mit denen man versuchen kann sich abzulenken bzw.es hin zu bekommen,dass die Aufmerksamkeit des Körpers/Kopfes auf etwas anderes gelenkt wird.
Du könntest im Internet mal unter "Skills" gucken.

Ansonsten hoffe ich,dass du hier weitere hilfreiche Tipps bekommst und es dir bald besser geht.

Danke

27.03.2019 17:27 • #17



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