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Hallo alle zusammen,
ich bin ganz neu hier und wollte fragen, ob ihr auch schon Erfahrungen mit Atemnot bzw. Brustbeschwerden im Rahmen einer Angststörung gesammelt habt?
Vor ein paar Tagen war ich deswegen in der Notaufnahme, wo auch Blut abgenommen und ein EKG geschrieben wurde, Herz Lunge wurden abgehört, alles in Ordnung. Nur die Sauerstoffsättigung war zu hoch, durchs Hyperventilieren.

Anstatt erleichtert zu sein, mache ich mir nun permament Gedanken um die Atmung (Wenigstens ist der Fokus auf das Herz etwas abgerückt ^.^). Zudem habe ich auch das Gefühl nicht richtig durchatmen zu können und verspüre ständig innere Unruhe.

Freue mich über eure Antworten

02.01.2022 20:31 • 03.01.2022 x 1 #1


19 Antworten ↓


Huhu,
das was du beschreibst ist glaube ich ein ziemlich typisches Angstsymptom. Hab das auch häufiger, aber weiß mittlerweile, dass das einfach von der Angst/Anspannung kommt und nichts schlimmes ist.

Hat dir schon mal jemand Atemübungen gezeigt? Falls nein, hilft das manchmal.
Bei mir funktionieren Atemübungen nicht so gut, weil ich mich dann noch mehr rein steigere. Nur wenn ich merke, dass ich anfange zu hyperventilieren mache ich Atemübungen. Bei mir hilft da nur Ablenkung und mir zu sagen, dass ich genug Luft bekomme. Bewegung und Sport kann auch gut helfen. Oder generell Dinge, die dich entspannen.

02.01.2022 21:47 • x 3 #2



Permanente falsche Atmung / Atemnot durch ständige Angst?

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Hey menschlein,
danke erstmal für deine Antwort
Ich habe im KH vom Pfleger ein paar Übungen gezeigt bekommen und dann noch mal auf eigene Faust bei Youtube geschaut. Mir geht es da ähnlich, ich steigere mich durch die Übungen dann zusätzlich rein. Seit 3 Tagen achte ich sehr auf meine Atmung (Vorher war es der Herzschlag), beim Sport, Spazieren und vor allem im Sitzen... Mein Kopf sagt mir dann Du atmest zu viel Sauerstoff ein... dann ein paar Minuten später Schneller Atmen bitte, sonst kippst du um wegen Sauerstoffmangel. Es klingt so blöd, dass ich selber grad schmunzeln muss aber in dem Moment ist es weniger lustig.

Atmest du denn in den Bauch oder in die Brust bei den Übungen?

02.01.2022 21:58 • #3


koenig
Vielen Menschen atmen falsch. Man kann sich vom Arzt auch Atemtherapie verschreiben lassen. Deine Symptome deuten darauf hin.

02.01.2022 21:59 • #4


@koenig Danke für die Antwort Ja, ich werde es dann beim nächsten Arzttermin ansprechen. Einen Orthopädentermin habe ich auch bald, da ich auch Beschwerden im HWS/BWS Bereich habe. Nur ist es im Kopf immer gleich das schlimmste wie eine Durchblutungsstörung, Tumore, Atemnot durch Herzprobleme etc.

02.01.2022 22:02 • #5


All diese Symptome sind im Übrigen auch erst seit der ersten Panikattacke vor 2 Monaten so richtig präsent.

02.01.2022 22:05 • #6


koenig
Beschwerden im HWS/BWS Bereich sind sehr wahrscheinlich der Grund, die anderen Vermutungen nicht.

02.01.2022 22:12 • x 1 #7


@Liabily Öhm... ich glaub, ich kann da nicht so gut Tipps geben, weil ich Atemübungen selbst nicht so gut hinbekomme... Will dir da jetzt auch nix falsches empfehlen...

02.01.2022 22:12 • #8


Abendschein
Zitat von Liabily:
Wenigstens ist der Fokus auf das Herz etwas abgerückt

Jetzt ist es nicht mehr das Herz.


Zitat von Liabily:
Anstatt erleichtert zu sein, mache ich mir nun permament Gedanken um die Atmung

Jetzt ist es die Atmung.

Warum richtest Du Deinen Fokus nicht auf etwas Schönes?

Die Atmung geht von Alleine, da brauchst Du nicht dazu tun. Es atmet Dich.

Es sei denn Du bist Gehirnkrank, was ich aber ausschließe.

Deine Gedanken kreisen um die Atmung, das ist schon Antwort genug.

02.01.2022 22:16 • x 1 #9


In ein paar klaren Momenten sehe ich das auch so und ich versuche mich dann auf etwas anderes zu konzentrieren oder es einfach auszusitzen... Ich merke auch einfach dass ich verzweifelt auf der Suche bin nach der Ursache für meine diversen, unspezifischen Symptome. Das ist alle so neu für mich und manchmal habe ich das Gefühl regelrecht verrückt zu werden. Ablenkung fällt sehr schwer, weil der Fokus dann wieder auf eine Körperregion springt die mir Signale sendet.

02.01.2022 22:23 • #10


Abendschein
Zitat von Liabily:
Ich merke auch einfach dass ich verzweifelt auf der Suche bin nach der Ursache für meine diversen, unspezifischen Symptome.

Das führt zu nichts, das Suchen. Womöglich noch in Google.

Trigger

In Google endet alles in Krebs. Bitte lassen.



Bei Dir ist alles in Ordnung, außer Deine Gedanken, die immer wieder auf Deine Atmung
gehen, aber die geht von selbst, da brauchst Du nicht drauf Achten.

Ich schreibe das aus Erfahrung, habe auch unter meiner Atmung gelitten, bis es aufeinmal
weg war.

02.01.2022 22:27 • x 2 #11


Zitat von Abendschein:
Das führt zu nichts, das Suchen. Womöglich noch in Google. Bei Dir ist alles in Ordnung, außer Deine Gedanken, die immer wieder auf Deine Atmung gehen, aber die geht von selbst, da brauchst Du nicht drauf Achten. Ich schreibe das aus Erfahrung, habe auch unter meiner Atmung gelitten, bis es aufeinmal weg war.

Ich habe mir ein Dr. Google Verbot ausgeprochen.

Hast du dich dann einfach abgelenkt oder viel Sport gemacht? Und waren deine Atemprobleme immer mit Angst verbunden?

02.01.2022 22:32 • x 1 #12


Abendschein
Zitat von Liabily:
Und waren deine Atemprobleme immer mit Angst verbunden?

Ja immer mit Angst verbunden.

Ich habe mich abgelenkt, indem ich mich mit Freunden getroffen habe, mein Mann und ich sind voel Rad gefahren, immer soviel abgelenkt, das ich mich nicht auf die Atmung konzentrieren mußte.

Das klappte natürlich nicht immer. Als es mal ganz schlimm wurde, habe ich meine Atmung nicht mehr gespürt, mein Leben nicht mehr gespürt. Ich bin dann aber zum Arzt gegangen und habe
eine Therapie gemacht. Eine Verhaltenstherapie und seitdem ist das mit der Atmung weg.

02.01.2022 23:02 • x 1 #13


Zitat von Abendschein:
Ja immer mit Angst verbunden. Ich habe mich abgelenkt, indem ich mich mit Freunden getroffen habe, mein Mann und ich sind voel Rad gefahren, immer soviel abgelenkt, das ich mich nicht auf die Atmung konzentrieren mußte. Das klappte natürlich nicht immer. Als es mal ganz schlimm wurde, habe ich meine Atmung nicht ...

Es freut mich sehr, dass dir die Verhaltenstherapie geholfen hat Ich habe bereits 3 Jahre Therapie hinter mir (Wegen Depressionen und Traumageschichten) aber noch keine Verhaltenstherapie... Auch jetzt habe ich ein paar Stunden Gesprächstherapie genehmigt bekommen, ich hoffe dass es mir etwas helfen kann.

Hattest du auch Angst vor anderen Krankheiten oder drehte es sich meist um die Atmung?

02.01.2022 23:07 • #14


Abendschein
Zitat von Liabily:
Hattest du auch Angst vor anderen Krankheiten oder drehte es sich meist um die Atmung?


Ja es waren immer andere Krankheiten, die ich dachte, das ich sie habe,.
Ich hatte immer Angst und Panikattacken, leider.

Meine Therapeutin hatte Damals meinem Mann verboten, das ich mit ihm über meine Krankheiten
geredet habe. Ich hatte diese zum Mittelpunkt meines Lebens gemacht.

Die Therapie hat mir sehr sehr geholfen.

02.01.2022 23:12 • x 1 #15


Hallo Liabily,

Litt am Anfang meiner Angstkarriere auch
an Atemnot durch Hyperventilation und hatte damit einhergehend schreckliche Panikattacken. Ich weiß daher genau wie furchtbar das Gefühl ist, fand es sogar schlimmer bzw bedrohlicher als meinen aktuellen psychogenen Dauerschwindel und das will was heißen An einem Schwindel stirbt man eben meistens nicht so schnell aber die Atemnot ging mit richtiger Todesangst einher.

War damals daher auch nicht so gern gesehener Gast in Notaufnahmen usw. Aber wie du siehst, ich lebe noch und konzentriere mich nun auf andere Dinge wie zb meinen Dauer-Schwankschwindel

Ich denke du hast es bereits erkannt: Es kommt davon dass du versuchst eine automatische Körperfunktion wie das Atmen bewusst zu steuern und ständig daran denkst. Mir hat damals ein normaler Lungenfunktionstest geholfen zu akzeptieren dass mit meiner Lunge alles ok ist. Atemübungen haben mir persönlich nicht geholfen da man dadurch wieder seine Aufmerksamkeit auf die Atmung legt obwohl man das Gegenteil tun und seinem Körper vertrauen sollte. Einzig während akuter Atemnot half es es mir bewusst WENIGER zu atmen bzw die Luft kurz anzuhalten oder auch mit Lippenbremse versuchen bewusst den Luftstrom zu fühlen und zu drosseln. Ich würde dir das aber auch nicht empfehlen, besser ist es die Atemnot über sich ergehen zu lassen OHNE dagegen anzukämpfen damit du siehst dass dir so oder so nichts passiert.

Irgendwie hab ich es dann geschafft meiner Atmung keine Beachtung zu schenken bzw mich mich Träumen und Zielen und schönen Dingen in meinem Leben zu befassen und nach einiger Zeit war alles verschwunden. Das passierte aber nicht nach einem Tag oder nach einer Woche, du brauchst schon etwas Geduld.
Sobald dir die Atmenot keine Angst mehr macht brauchst du sie auch nicht groß zu beachten oder herbeizufürchten da sie nicht wichtig für dein Leben ist und dann verschwindet sie mit der Zeit wie sie gekommen ist. Leider ist sie ein lästiges Biest und je mehr du sie bekämpfst desto stärker wird dich heimsuchen.

Kopf hoch, ich denke du bist auf einem sehr guten Weg: Du hast bereits akzeptiert dass bei dir körperlich alles in Ordnung ist, du hast körperlich alles abgeklärt und weißt dass es an der Psyche liegt . Du hast sogar schon verstanden dass du dich zu sehr auf die Atmung konzentrierst. Du siehst vielleicht sogar ein dass du keine Angst haben musst sofort tot umzufallen und dir nichts passieren wird. Ich denke es ist jetzt an der Zeit loszulassen und deinen Körper seine Arbeit selber erledigen zu lassen!

02.01.2022 23:29 • x 2 #16


@Rosa_pather Vielen vielen Dank für deine Antwort... Ich bin erst seit ein paar Stunden in diesem Forum angemeldet und schon jetzt sehr berührt von den vielen Antworten und wahnsinnig erleichtert, dass ich mit meiner Problematik nicht alleine bin.

Du hast vollkommen Recht damit, dass ich versuche die automatische Atmung zwanghaft zu steuern... das kann ja nur nach hinten losgehen. Vor allem wenn man sich in einem permanenten Erregungszustand befindet. Ich glaube ja auch, dass sich bei der ersten Panikattacke durch die Todesangst (Habe den Notruf gewählt, da ich dachte einen Herzinfarkt zu kriegen) ein Schalter im Kopf umgelegt hat und seither jede Synapse darauf getrimmt ist jeden Körpervorgang wahrzunehmen... trotzdem macht es mir Angst und all mein rationales Denken verabschiedet sich und hinterlässt einen ängstlichen Blob.

Ich freue mich sehr für dich, dass du das Problem mit deiner Atmung wieder in der Griff bekommen hast Im Bezug auf deinen Schwindel ist mir sofort ein Youtube Kanal in den Kopf gekommen Psychotherapie Lukas Rick, er hat unzählige Videos über psychogenen Schwindel etc. aber auch andere Angstsymptome. Kann ich nur weiter empfehlen, mir persönlich hat es etwas geholfen nicht mehr so sehr wie ein kopfloses Huhn im Internet nach Symptomem zu googlen...

02.01.2022 23:45 • x 1 #17

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Zitat von Liabily:
@Rosa_pather Vielen vielen Dank für deine Antwort... Ich bin erst seit ein paar Stunden in diesem Forum angemeldet und schon jetzt sehr berührt von ...


Sehr gerne, ich verstehe dich soo gut!
Die Atemnot hat sich bei mir gottseidank schon länger erledigt aber nun hab ich dafür seit einigen Monaten den Schwindel. Und auch hier versuche ich loszulassen und meinem Körper wieder zu vertrauen, es ist eigenlich wieder das selbe Thema bzw die selbe Baustelle. Aber ja, wie du schon sagst auch wenn man das Problem und die Muster rational erkennt ist es sehr schwierig etwas zu ändern

Vielen Dank für den Youtube Tipp , kenne ich noch nicht. werd ich mir morgen gleich mal angucken.

03.01.2022 00:22 • #18


Dunkelbunte
Bei einer Angstattacke arbeitet die Nebenniere verstärkt und es kommt zu mehr Adrenalin. Das beeinträchtigt tatsächlich die Atmung. Man krampft selbst bei ruhiger Atmung.
Lippenbremse hilft mir.

Der Schwindel kann eine Dissociation sein und zeigt dir in dem Moment deine Grenzen der psychischen Belastbarkeit auf. Mach Pausen, sei gut zu dir.

03.01.2022 10:44 • x 2 #19


Zitat von Dunkelbunte:
Bei einer Angstattacke arbeitet die Nebenniere verstärkt und es kommt zu mehr Adrenalin. Das beeinträchtigt tatsächlich die Atmung. Man krampft selbst bei ruhiger Atmung. Lippenbremse hilft mir. Der Schwindel kann eine Dissociation sein und zeigt dir in dem Moment deine Grenzen der psychischen Belastbarkeit auf. ...


Du hast sehr recht mir den Pausen machen und gut zu mir sein, das muss ich stärker kultivieren. Würde es nur nicht so ausdrücken wollen dass der Schwindel die Grenze der psychischen Belastbarkeit anzeigt. Das erzeugt in meinem angsterfüllten Kopf wieder die Angst durchzudrehen, was ist wenn ich die Grenze überschreite, werde ich dann vollends verrückt, psychotisch, was kommt nach dem Schwindel etc - verstehst du was ich meine? Der Gedanke wäre dann auch wieder eine Rechtfertigkeit für Vermeidungsverhalten, weniger das Haus verlassen, mir selbst weniger zutrauen, weniger trotz Angst tun auch wenn ich denke dass ich es nicht schaffe etc.

Denke auch dass man während Angst anders atmet, nur wir erschrecken uns übermäßig dadurch und achten dann ständig darauf. Dann beginnt der der Teufelskreis aus Selbstbeobachtung - Angst - veränderte Atmung durch Angst, Verkrampfung, veränderte Atmung durch bewusstes Kontrollieren der Atmung etc.... Eine andere Person würde die veränderte Atmung, das Herzstolpern, etc in einer Stresssituation einfach hinnehmen und nicht weiter beachten und würde dann nicht in diesen Kreislauf hineinkommen. Das ist das Prinzip hinter all meinen körperlichen Symptomen die mir mit der Zeit dann keine Angst mehr machen und verschwinden und dann kommt eben das nächste Symptom (mein Arzt hat gesagt ich soll es nicht Symptom nennen weil es keins ist ). Dahinter wird es sicher eine grundlegende Ursache oder einen Konflikt in meinem Leben geben an dem ich arbeiten muss, ansonsten werden die Symptome nie aufhören. Bzw denke ich zu wissen was der Konflikt ist, nur leider ist es eben nicht so einfach sein Leben mal eben so umzukrempeln.

03.01.2022 14:25 • x 1 #20



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