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Zitat von Trixie73:Ich finde immer dieses aushalten bringt bei mir seit 1.5 Jahren keine Besserung. Ich kaufe auch nur noch in kleinen Läden ein und nicht zu Stoßzeiten. Kasse ist immer der Endgegner wenn die Kassiererin die Schublade wechselt. Noch mit den Kunden tratscht oder wegrennt weil jemand vergessen hat das Obst zu wiegen ...
Ich glaube, dass Konfrontation bei manchen nichts bringt, weil es eigentlich nicht die Angst vor dieser Situation ist. Sie manifestiert sich da zwar, hat aber eine tiefer liegende Ursache.
Es war bei mir ähnlich, allerdings bekam ich in allen Situationen, in denen ich nicht weg konnte und/oder keine Toilette in der Nähe war, Durchfall. Wie hätte ich mich da konfrontieren sollen? Vor allen Leuten in die Hose x.? Ich hätte die Verhaltenstherapeutin mit Ihrem Konfrontations-Mist am liebsten dauernd vor die Kniescheibe getreten.
Erst mein jetziger Therapeut sagte zu mir am Anfang der Therapie: "Sie können sich konfrontieren, bis sie schwarz werden. Das wird ihnen nichts bringen, außer einer negativen Verstärkung. Wir müssen erst die Druckpunkte aus Ihrem System rausbekommen." Und er hatte Recht.
Nachdem ich jetzt drei Jahre lang alles bearbeitet habe (es hat übrigens am Anfang ein ganzes Jahr gedauert, bis ich überhaupt erst mal zugelassen habe, Druckpunkte auszusprechen!) und im körperorientierten Ansatz gelernt habe, wie ich Atem-, Wahrnehmungs- und Meditationstechniken zuverlässig einsetzen kann, geht es ganz von selbst. Ohne ständiges Konfrontieren, Heulen und Zähneklappern. Ich gehe einfach wieder raus ins Leben. Manchmal noch begleitet von einem unguten Gefühl, das aber überhaupt nicht mit den Ängsten vergleichbar ist, die ich sonst in solchen Situationen hatte. Der Kopf erzählt mir immer noch, dass ich bestimmte Dinge nicht kann - der Körper weiß aber, dass es anders ist und hilft mir in solchen Situationen. Das Vertrauen in den eigenen Körper muss man sich hart erabeiten - aber es lohnt sich.
11.12.2023 13:53 •
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