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Moin Moin ihr

Ich wollte mal fragen(an alle die Berufstätig sind und öfter Kundenkontakte haben):
Wie geht ihr mit eure Ängste um, während der Arbeit, oder wenn ihr ein Kundengespräch führt?
Ich habe oft schwierigkeiten Kunden zu bedienen, weil ich immer sehr angespannt bin und immer ständig an meine Schmerzen nachdenke, und oft vergesse was mir der Kunde gefragt hat
Und es ist schon passiert dass ich vor Kunden eine Panikattacke hatte, und sollte schnell wieder nach Hause.. Einfach peinlich
Mir bedeutet mein Arbeit sehr viel, und ich will auf keinen Fall die Ausbildung abbrechen .. Nun so geht´s auch nicht weiter

Danke fürs lesen !

PS: Ich hoffe dieses Thema ist hier richtig, und ich wusste nicht ob noch ähnliches Themen schon geschrieben wurden ..

14.01.2016 16:07 • 14.01.2016 #1


31 Antworten ↓


Miira
Puh. Gute Frage. Ehrlich gesagt ist das recht komisch, denn in der Arbeit fällt das komplett von mir ab.
Ich denke aber, das liegt am Umfeld und dem Umgang. Ich verstehe mich mit Chefin, Ausbildern und Kollegen einfach prächtig... da habe ich dann auf einmal auch keine Angst mehr mit Kunden umzugehen. Zu Anfang war das ganz schrecklich. Vor allem Telefongespräche. Wenn's geklingelt hat, wäre ich am liebsten aufgesprungen und wäre schreiend aus dem Gebäude gerannt.

Ich hatte in meinem ersten Lehrjahr auch eine Panikattacke vor einem Kunden, was tierisch peinlich war. Ich bin nun mal hier in einer "unterstützten Ausbildung" (auf Reha-Basis, quasi)... deshalb wissen meine Ausbilder davon und können gut damit umgehen.

Was ich damals immer gemacht habe, wenn ich gemerkt habe, dass mich eine Panikattacke überkommt:
Ich habe mich, wenn es möglich war, schnell nach einem Kollegen umgesehen und ihn gebeten, den Kunden zu übernehmen (weil ich was Dringendes zu erledigen habe, z.B.). Dann habe ich mich im Klo eingesperrt und musste 5x bis 10 zählen, damit ich zur Ruhe komme und nicht in Panik ausbreche.
Allerdings habe ich mir vor Augen gehalten, dass ich das nicht immer machen kann. Die Karte habe ich nur bei Notfällen gezogen.
Ansonsten schaue ich am Kunden vorbei, an die Wand (als würde ich nachdenken über das, was ich ihm sagen möchte) oder "zwischen" seine Augen (also am Nasenbein). Es beruhigt mich ein wenig, wenn ich einem Kunden nicht direkt in die Augen sehen muss... , aber Augenkontakt ist halt wichtig in so 'nem Job... und wenn man auf's Nasenbein starrt, sieht's so aus, als würde man in die Augen sehen.

Ich weiß jetzt nicht, was bei dir die Panikattacken auslöst oder wie sich das bei dir äußert...

14.01.2016 17:33 • x 1 #2



Panikattacken, Ängste und Arbeit

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Ich arbeite in einen Familienbetrieb, also immer mit Chef, Cheffin und Chef jun. zusammen, und das ist an sich schon genug anstrengend für mich.. Die Wissen alle dass ich Angststörungen habe, und ich hatte schon öfter Panikattacken während der Arbeitszeit, aber die verstehen das nicht ganz ( typische Antworten wie: stellt dich nicht so ein, du warst damals immer fit und gesund usw.) .. Und ich kann leider auch nicht mich schnell "verstecken" wenn ich Panik bekomme :S
Aber sicherlich kommt auch auf das ganzes Arbeitsklima an..
Und tja, warum ich Panik bekomme weiß ich auch noch nicht so genau, vielleicht weil ich immer zu viel auf meine Körper achte..

Danke für deine Tipps und für deine Antwort

14.01.2016 18:33 • #3


Miira
Ist das bei dir auch so, dass du immer denkst, was die anderen denken, wie du aussiehst?!

14.01.2016 18:43 • #4


Das immer, nicht nur auf dem Arbeit.. leider

14.01.2016 18:45 • #5


HelloJule
@Valentina95 ich hatte während meine Ausbildung immer Panik. Musste ziemlich oft telefonieren und hatte dann im ersten Moment einen Kloß im Hals bis ich dem Kunden antworten konnte. Auch wenn ein Kunde direkt zu uns in die Firma kam und ich zum Tagungsraum brachte stellte ich mich ängstlich und schüchtern. Meist fehlten mir einfach die Worte. Ich war dann froh wenn mein Chef dann endlich kam und ich somit aus der Situation entlassen war.
Inzwischen bin ich meine 6 Jahre in der Firma. Ich kenne die Kollegen und habe mich gut eingelebt. Telefonieren kann ich inzwischen ohne Probleme. Nur wenn ein Kunde vorbei kommt bin ich nach wie vor recht wortkarg. Liegt aber an meiner allgemeinen Unsicherheit und Scheu gegenüber Fremden.

14.01.2016 19:04 • x 1 #6


Für mich sind telefonische Gespräche immer noch eine unglaubliche Anstrengung .. Ich habe immer Angst dass der Kunde mich nicht versteht
Aufgrund meine nicht-perfekte Sprachkenntnisse trau mich auch nicht die Kunden direkt anzusprechen .. Ich warte erstmal und hoffe daass mein Chef das Gespräch übernimmt
Aber es ist schön, wenn die Kollegen dann dich unterstützen und Verständnis dafür haben

14.01.2016 19:26 • #7


RicoBee
Also mir geht es so, dass meine Symptome "im Einsatz" von jetzt auf gleich wie abgestellt sind. Allein das zeigt mir, dass ich "bloss" ein paar Knackse in der Birne hab.

Was die nicht perfekten Sprachkenntnisse angeht: Mir geht es häufig so, dass ich Personen, die nicht deutscher Muttersprache sind, meist besser verstehe als andere. Die geben sich nämlich viel Mühe, deutlich und verständlich zu sprechen, während muttersprachler manchmal rumnuscheln, dass einem die Ohren schlackern.

14.01.2016 19:36 • x 2 #8


HelloJule
@Valentina95 wenn es zu einem Gespräch mit einem Kunden kommt kann ich mich fachlich kaum korrekt ausdrücken. Wenn ich merke das es in ein kompliziertes Thema geht verweise ich generell zum Projektleiter oder Chef da die mehr Erfahrung haben. Klar könnte ich noch mit dem Kunden reden aber meistens bleibt mir dazu die Luft weg. Ich vergesse meistens sogar den Namen der Kunden. Wahrscheinlich durch Überforderung. Wenn ich dann meinem Chef Bescheid geben muss quake ich dann nur in sein Büro laut rein "Chef, ihr Besuch/Termin ist da!" und haue sofort wieder ab. Muss mein Chef dann halt im Terminkalender gucken wen er sich zu sich bestellt hat.

14.01.2016 19:41 • x 1 #9


@RicoBee danke für deine Wörter, das beruhigt mich sehr! Ich denke mir immer dass mein Akzent zu "merkwürdig" ist, oder meine Fehlern das Gespräch ruinieren..

@HelloJule fachliche Kompetenze hab ich auch noch nicht wirklich, obwohl bei mir sehr wichtig ist
- ich arbeite in eine Herrenmaßschneiderei, und die Kunden erwarten natürlich sehr viel von uns Verkäufern.. Aber ich habe genau dasselbe Problem, ich bekomme keine Luft mehr und mein Herz fängt an schneller zu schlagen, dann spüre jede Schmerz und adieu Konzentration.. bis mein Chef oder meine Cheffin da sind

14.01.2016 19:53 • x 1 #10


HelloJule
@Valentina95 ich verstehe dich da zu gut! Ich erhoffe mir bei meiner Therapie dass das Zugehen auf Fremde bzw plötzlich mal im Mittelpunkt vor Fremden zu stehen, "behandelt " wird. Denn das verfolgt mich bereits seit Schultagen und nervt mich tierisch ab. Ich muss im Februar auf einer Tagung einen Vortrag mit 2 Kollegen vor der gesamten Belegschaft halten. Ich arbeite jetzt bereits dran und die Panik krault mir den Nacken.

14.01.2016 20:00 • x 1 #11


Ohje
Ja dafür ist eine Therapie auch sehr hilfreich..
Ich muss im März 3 Woche im Ausland arbeiten, und muss mich schon jetzt psychisch vorbereiten..

14.01.2016 20:06 • #12


HelloJule
@Valentina95 im Ausland ! Ach du schei., Respekt wenn du das machst. Da wünsche ich dir ganz viel Stärke und Kraft.
Ich hätte mit Englisch reden keine Probleme aber anderes Land andere Sitten. Und keine Familie in der Nähe... Da bekomme ich schon Gänsehaut wenn ich daran denke.

14.01.2016 20:13 • #13


Romulus100
Ich würde denen sagen dass du panikattacken von zeit zu zeit hast. Die meisten verstehen das sogar und haben verständnis! Und es nimmt irsinnig viel druck von dir.

14.01.2016 20:19 • #14


@HelloJule Dankeschön ich habe fast ein Jahr gekämpft um diese Möglichkeit zu haben, und trotzdem meine Ängste will ich versuchen durchzuhalten und die 3 Wochen durchziehen .. aber ein bisschen Panik habe ich schon jetzt. .
Ich gehe genau dahin um Englisch zu lernen hehe

@Romulus100 ich habe alles an meinem Chef erklärt, und meine Mitarbeitern auch.. Aber sie nehmen das nichtwirklich so ernst :/

14.01.2016 20:22 • #15


HelloJule
@Valentina95 wow, dann ist das eine tolle Chance muss ich sagen.
Zum Sprache lernen könnte ich dir auch Sprachforen empfehlen. Dadurch habe ich "Freunde" weltweit (Taiwan, Pakistan, Amerika und England). Hier und da schreibt man sich, im alten Stile über Briefe oder Skype wird benutzt. Somit wurde das Englisch lernen um einiges einfacher für mich da ich nur indirekten Kontakt hatte.

14.01.2016 20:28 • #16


@HelloJule wäre auch eine gute Idee , danke ! Hab ich nicht daran gedacht
Und Briefe schreiben find ich immer toll

14.01.2016 20:31 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

HelloJule
@Valentina95 Brieffreundschaften sind wirklich toll und ich bemühe mich immer sehr bei der Gestaltung der Umschläge (damit die Vorfreude beim Brief auspacken steigt). Ich schicke sogar Postkarten an meine Familie die in Deutschland verstreut ist.
Bei den Sprachforen musst du bitte genau gucken. Es gibt überall "falsche" Personen.

14.01.2016 20:50 • #18


Romulus100
Oje ja das kenne ich auch von wo, meine elter habens zwar damals ernst genommen damals, aber zb auch erst gesehen wie schlimm das ist, als sie mich mit einem halben nervenzusammenbruch sahen.
Man kanns aber auch keinen verübeln, wenn mans nicht hat, weiß man nicht wie schlimm es jst.

14.01.2016 20:54 • #19


@HelloJule ich schicke auch oft Briefe an meine Verwandtschaft in Italien, und ich freue mich riesig wenn ich zurück eine Brief- oder PostKarte bekomme

@Romulus100 meine Mutter versteht das immernoch nicht, ganz im Gegenteil.. aber genau so ist es, die wissen nicht was es bedeutet sowas zu haben und damit zu (über)leben. .

14.01.2016 21:07 • #20



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