Zitat von georgy:Hallo Soulmate87
Ich leide seit Jahren unter den ähnlichen Symptomen. Ich kann vor versammelter Gemeinschaft nicht reden. Ich habe sogar mein Studium aufgegeben, ich wollte Lehrer werden, weil ich panische Angst hatte vor einer Klasse zu stehen. Heute bin ich Informatiker. Aber trotzdem ging meine Angst soweit, dass ich nicht mehr zur Arbeit erschienen bin. Immer dann wenn ich vor Leuten hätte reden sollen. So konnte es nicht weiter gehen. Das war vor 6 Jahren. Ich ging zu einem Psychiater, welcher mir einen Klinikaufenthalt verschrieb. Ich habe dort viel gelernt und die Therapien haben mir sehr geholfen. Aber ich komme heute noch ohne Medikamente nicht aus. Ich nehme täglich 150mg Venlafaxin ein. Ich vertrage sie sehr gut und habe keine Nebenwirkungen. Die Angst ist wie verflogen solange ich sie nehme, vergesse ich sie einmal, schleichen sich die Ängste wieder langsam ein.
Ich glaube du bist noch nicht so schlimm dran wie ich. Vielleicht hilft dir eine Therapie gegen deine Ängste weiter. Du brauchst jemanden mit dem du frei über deine Probleme reden kannst, ein Psychiater, Therapeut oder eine dir sehr nahe stehende Person. Und Medikamente musst du vielleicht auch noch keine einnehmen. Sie helfen dir zwar, aber sie bekämpfen nur die Symptome und Nebenwirkungen haben alle, mehr oder weniger. In akuten Fällen geht's halt nicht ohne Medikamente.
Du musst herausfinden können, warum du plötzlich diese Attacken hast. Ist vorher mal etwas vorgefallen, das dich sehr verletzt hat und du gedemütigt wurdest? Bei mir hat das ein Lehrer in der Volksschule mit mir mehrmals gemacht. Er hat mich vor der ganzen Klasse immer wieder gedemütigt. Ich konnte mich damals nicht wehren. Das war bei mir wahrscheinlich der Grund für meine die ich heute noch habe Ängste.
Ich hoffe, dass mein Beitrag dir ein wenig helfen konnte.
HALLO ZUSAMMEN,Vielen Dank erstmal für die zahlreichen Antworten. Auch wenn es böse klingt, hilft es einem, zu wissen, dass es Menschen gibt, denen es auch
so wie mir geht bzw. die auch eine schwere Zeit durchstehen müssen.
Lieber Georgy, Danke für deine ehrliche Antwort. Ich finde es sehr schade, dass du dein Studium wegen diesen Panikattacken beenden musstest.
Ich kann einfach nicht verstehen, dass uns Momente und Ereignisse im Leben, mit diesen Attacken weiter begleiten und uns unser Leben
erschweren. Es ist ungerecht, wenn man weiß, was der Auslöser ist und diesen aber nie beeinflussen hätte können.
Es muss doch irgendeine Lösung dafür geben?
Bei mir treten diese Attacken nie auf wenn ich alleine bin. Ich habe ab und zu zwar ein mulmiges Gefühl, wenn ich weiß, dass ich in
einer Stunde zB.: zu diesen Bekannten muss, aber Attacken hatte ich alleine noch nie, nur unter Menschen.
Ich wurde vor einigen Jahren seelisch sehr verletzt, es sind Momente in meinem Leben gewesen, die sehr wichtig für mich waren,
und ich wurde enttäuscht, verletzt und nicht ernst genommen. Ich war für einige Menschen wie unsichtbar, meine Gedanken, Gefühle,
meine Meinung war egal. - Ich konnte danach aber mit der Situation umgehen. Ich konnte es zwar nie richtig verarbeiten, aber
versuche meinen Weg einfach zu gehen, obwohl ich vieles bereue, und mir Vorwürfe mache, wieso ich mich damals nicht hinter
meinen Vorstellungen/bzw. Meinungen gestanden bin und es erlaubt habe, dass sich andere Menschen (diese Bekannten) in mein Leben einmischen.
Wenn dies der Auslöser war, verstehe ich nicht, wieso ich diese Attacken erst ca. 2 Jahre danach bekommen habe? Also nicht plötzlich sondern, nach Jahren.
Deswegen weiß ich auch nicht wirklich, was dieser Auslöser für meine Panikattacken ist. - Vielleicht sind es auch mehrere Sachen?
Ich habe echt keine Ahnung, es ist verwirrend. Es ist traurig, dass man durch andere Menschen verletzt wird, und dann auch noch nachher
wegen diesen Menschen an Angststörungen bzw. Panikattacken leidet. Es ist einfach ungerecht

Ich gehe bereits zu einem privaten Psychologen, mit dem ich diese Dinge bespreche, und der mir auch gesagt hat, dass ich unter Panikattacken und Angststörungen leide.
Ich habe im Sommer mit der Therapie begonnen, seit 4 Wochen war ich nicht mehr in der Therapie, zuerst war er auf Urlaub und dann war ich im Urlaub.
Es ist zwar mit der Zeit sehr teuer, aber ich versuche Prioritäten zu setzen, und zahle es für meine Gesundheit gerne. Jetzt fehlt mir derzeit die Überwindung wieder einen Termin
auszumachen. Keine Ahnung wieso.
Lg
Zitat von meanne1812:Hi Solumate87,
es hört sich vielleicht komisch an, aber es gibt immer einen Auslöser ... wie Jörg schon in seinem letzten Absatz schrieb ... hat dich ein wichtiger Mensch verletzt oder gedemütigt?
Wie kannst du dich selber wieder beruhigen? Kannst du nicht mit offenen Karten gegenüber deinen engen Freunden spielen? Irgendwann werden Sie es mal merken und dann "kann" das Vertrauen weg sein und das wäre sicher schade! Ich war in der gleichen Situation und habe durch mein schweigen viele " Freund" - waren es ja wahrscheinlich dann doch nicht, verloren. Passieren die Attaken eher bei Männer oder Frauen? Jung oder Alt? Relativ privaten Umfeld oder sehr öffentlich ( z.B. großes unbekanntes Einkaufszentrum?) - Situationen die duch nicht beeinflussen kannst?
Hast du schon eine Verhaltenstherapie gemacht?
Wie sieht es mit Homeopathischen Arzneimitteln aus? Mir hilft es schon, das ich die Medikamente in der Tasche habe und diese im Notfall nehmen kann!
Hast du vielleicht auch eine Strategie?
Du musst erstmal aufhören, dich dafür zu geiseln... dein Körper empfindet nun einmal so... dafür brauch man sich nicht bestraffen oder Schuldig fühlen, ok?!
Liebe Meanne,Vielen Dank für deine Antwort.
Ja ich wurde wirklich verletzt bzw. tw. gedemütigt, ich konnte nicht hinter meiner Meinung stehen. Und musste den Wunsch von diesen "Bekannten" einfach hinnehmen.
Und ich bereue es enorm, dass ich mich nicht gewehrt habe und nicht sagen konnte, dass ist mein Leben und ihr mischt euch da nicht ein.
Doch ich habe direkt danach nie irgendwelche Attacken gehabt, erst ca. 2 Jahre danach. Und deswegen kann ich es auch nicht einschätzen, ob es wirklich der Auslöser war.
Aber verarbeiten kann ich diese Situation noch immer nicht. Ich habe es versucht aber schaffe es nicht. Ich rolle es immer wieder aus, und rede darüber. Und innerlich
verletzt es mich auch. Ich hätte gewollt, dass vieles anders abläuft. Ich kann die Zeit aber nicht mehr zurückdrehen und bereue es.
Eine gute Freundin und mein Partner, wissen wie es mir geht. Doch irgendwie, ist das nichts ernstes für sie. Das ist auch verletzend. Ich hatte eine Attacke, bei dem mein Partner dabei war,
bei diesen Bekannten und er hat es miterlebt, wie schlecht es mir ging. Und nachher war es so als wäre nichts passiert. - er hat es irgendwie ignoriert. Er findet es zwar gut, dass ich zu einem
Psychologen gehe, jedoch versucht er nicht in meine Seele zu sehen, und zu verstehen, was dort abgeht und wie schlecht es mir in so einer Situation überhaupt geht.
Ich glaube manchmal sogar, dass er nur glaubt, dass ich mir das alles einbilde, bzw. nur Aufmerksamkeit möchte
Ja das Schweigen verstehe ich all zu gut! Denn ich habe, das Problem, dass ich mich mit einigen Freundinnen treffen kann, weil ich Angst habe, irgendeine Attacke zu bekommen.
Ich kann es nicht wirklich definieren, ob es nur bei Männern oder Frauen vorkommt. Es ist meistens im privaten Umfeld, nur einmal habe ich es in einem Geschäft gehabt,
weil ich an der Kasse nervös wurde und hinter mir die Leute sich über die Kassieren aufgeregt haben, sonst passiert es immer in einer Wohnung, bzw. mit Menschen, die ich schon länger kenne
oder in der Arbeit.
Ich habe mir mal Baldriantabl. gekauft, jedoch hat mir mein Psychologe gesagt, dass diese nicht wirklich etwas bringen. Sonst nehme ich keine Medikamente.
Wie ich mich selbst beruhige? Hmm, nach der Attacke geht es mir meistens sehr sehr schlecht. Ich fühle mich müde und ausgelaugt und deprimiert.
Es gibt auch Momente, wenn ich zB die ersten Anzeichen einer Attacke bemerke, dass ich diese versuche zu unterdrücken, ich gehe in ein anderes Zimmer, Bad, hol mir ein Glas Wasser etc. und versuche
mir einzureden, dass das jetzt nicht geht. Auch wenn ich innerlich total am Ende bin in solchen Momenten.
Lg
Zitat von Jenamel:Hallo,
was du schreibst kennen sicher einige hier im Forum. Du verbindest deine erste Panikattacke mit dem Ort oder den Menschen an dem sie zum erstem Mal aufgetreten ist. Das ist normal. Die eigentliche Ursache bzw. der Auslöser liegt meist ganz woanders.
Ich leider selber seit Jahren unter Panikattacken und kann deine Gefühle gut verstehen.
Ich würde mir an deiner Stelle einen Therapeuten suchen und mir in der Zwischenzeit(Therapieplatz dauert Monate) ein Buch über Ängste kaufen damit du dir schonmal das Sachwissen aneignen kannst und dir selber erklären kannst was eine Panikattacke ist. Mir hat das damals auch geholfen. Gut ist auch zu wissen das es nicht möglich ist während einer Attacke umzukippen. Im Gegenteil dein Körper hat einen Überschuss an Energie in dem Moment.
Ansonsten gibt es auch viele kleine pflanzliche Hilfsmittel;-).
Lg Jenamel
Hallo Jenamel, ich weiß auch nicht, was der direkte Auslöser war, aber ich versuche es zu verstehen. Aber auch wenn ich diesen Auslöser kenne, wie kann ich drauf losgehen und diese Ängste "überwinden".
Ich gehe zu einem Psychologen und ich denke, dass hilft mir auch ein wenig, aber die Panikattacken habe ich trotzdem. Ich werde das mit dem Buch versuchen. Vielleicht hilft es mir auch, wenn
ich mich mehr damit beschäftige.
LG
Zitat von kiowa:Du wirst in einer therapie auch lernen,dass es wichtig ist,auch mal nein zu sagen,Dich nicht mit bekannten zu umgeben,die Dir nicht gut tun,Deine Wut schüren und Ängste in Dir aufstauen,weil Du ja selbst merkst,dass es nicht dass ist,was Du willst,sonden man von Dir erwartet...
Alles Gute
Hallo kiowa, Ja ich habe mit meinem Psychologen darüber gesprochen, aber das Problem ist ich muss diese Bekannten ständig stehen. Ich kann es leider nicht vermeiden.
Ich müsste damit ich diese Bekannten nicht mehr sehe mich von meinem Partner trennen

Es gibt Zeiten wo mir das auch durch den Kopf geht, so als ob das die Lösung wäre,
ich weiß es aber leider nicht.
LG
VIELEN DANK AN ALLE!