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M

Miradiego
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Sammelthema
Hallo an alle! Ich bin Mitte dreißig und arbeite (eigentlich) als Erzieher. Ich habe am 01.02. einen neuen Job angefangen. Geregelte Arbeitszeiten, gute Bezahlung, nette Kollegen.Also sollte eigentlich alles gut sein. Allerdings bin ich an dem Morgen bzw. in der Nacht meines ersten Tages komplett zusammen gebrochen. Ich konnte nicht aufhören zu weinen, hatte schreckliche Angst und Panik vor der neuen Stelle. Ich bin dann trotzdem hin und es hat auch alles ganz gut geklappt. Dann war Wochenende und ab Sonntag wurde es wieder schlimmer. Bin Montag trotz großer Angst hingegangen aber danach ging nichts mehr. Hatte mich erst für 2 Tage krank schreiben lassen und bin den zweiten Tag dann trotzdem zumindest Nachmittags zur Teamsitzung gegangen aber dann war wieder Schluss. Ich konnte nicht mehr und habe mich erstmal für 2 Wochen krank schreiben lassen.

Ich mache zur Zeit eine Verhaltenstherapie (eigentlich aus einem anderen Grund)...Ich habe schon lange mit Depressionen und Zwangsgedanken zu kämpfen..

Erwähnen muss ich noch, dass meine Partnerin und ich vor 2 Wochen eine künstliche Befruchtung haben machen lassen. Gestern ist sie nun mit einer Lungenembolie ins Krankenhaus gekommen. Dort haben wir dann erfahren, dass sie schwanger ist. Ich werde also Vater...

Ich könnte noch so viel mehr schreiben aber ich denke, dass reicht erstmal..

Meine Frage ist, was soll/kann ich tun damit ich wieder funktioniere? Eigentlich gibt mir Arbeit Selbstvertrauen aber ich schaffe es einfach nicht gegen diese Panik und Angst anzukommen. Ich weiß, dass ich mich im Moment davor verstecke aber ich wusste nicht was ich sonst tun soll. Meine Familie sagt ich muss dadurch und auch was ich sonst so lese..überall steht man muss dadurch..aber wie, und vorallem in 2 Wochen? Auch meine Freundin hat natürlich Sorge wegen dem finanziellen falls ich den Job verliere (auch wenn ich als Erzieher schnell wieder einen finden sollte)..

Vielleicht könnt ihr eure Erfahrungen mit mir teilen. Ich wäre sehr dankbar!

21.02.2020 #1


26 Antworten ↓
Filou

Filou
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Hallo Nelly,
damit wirst du hier nicht alleine sein. Erstmal Glückwunsch zu deinem Job und dem "Neustart"!
Ich habe Studiert und bin nach meinen ersten Panikattacken auch wieder zurück zum Studium. Mehr als schwer. Panikattacken in Vorlesungen.... Ufff.... Nun arbeite ich seit November in einem Elektrobetrieb. Da ich diesen übernehmen möchte, muss ich in 3 Jahren zur Meisterschule. Mir geht es da gerade genauso wie dir. Alleine der Gedanke daran macht mich nervös.

Häufig bekomme ich Angst und auch Panik, wenn ich zum Kunden muss oder es lange Fahrten sind und vieles mehr. Ich sehe jede Aktion als Übung an. Das mit dem Schwindel kenne ich. Versuche gelassen und offen mit deinen Ängsten um zu gehen. Wir haben einen Mitarbeiter, wenn ich ihm sage er hat etwas bestimmtes morgen zu machen, wird er verrückt. Kann nicht schlafen und ist sehr aufgewühlt. Nach meinem Wissen hat er keine Angst- und Panikstörung. Ängste sind also normal. Sie beschützen uns. Naja, das die Arbeit zu 99% keine Gefahr ist, hat das Gehirn irgendwann mal anders verknüpft.

Mein Tipp, akzeptiere deine Angst und deine Symptome. Nimm jeden Schritt als Herrausforderung. Sei stolz auf das was du geleistet hast. Gib niemals auf und sei immer du selbst. Ich weiß nicht wie dein Arbeitsumfeld darauf reagieren würde, wenn die das wüssten (leider wird es ja häufig abgelehnt Sad ). Mir hilft es wenn ich mit jemanden sprechen kann. "Hey fahre gerade zum Kunden, hab Herzrasen und Panik". Fühlt sich für mich gut an es mal ausgesprochen zu haben. Beim arbeiten dann selber ist meine Panik in 1, 2 Minuten komplett weg.

Das du eine Therapie machst, finde ich super. Ganz viel Erfolg.
Kurz um: Starte am 1. April in ein neuen Abschnitt. Nimm deine Angst mit und zeig ihr alles.

Viele liebe Grüße

21.02.2020 18:11 • x 2 #23


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A


Neuer Job Panik!

x 3


F

Flor
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Zitat von Lillibeth:
Sieh es doch mal so: den armen Kindern und deren Angehörigen geht es viel schlechter als Dir ! Du tust Gutes um die schlimme Not zu lindern, kommst nach Hause zu Deinen, hoffentlich, gesunden Kindern. Ich ziehe den Hut vor se einem Job ! Das finde ich äußerst positiv. !


Das ist echt mega schön gesagt worden. Ich habe Respekt vor jeden Job, aber vor so einem umso mehr. Ich könnte es niemals machen, ich glaube ich würde zusammen brechen nur vom ansehen.
Ich kann auch deine Zweifel verstehen. Dein MUSS auch. Ich kann aber nur von mir reden. Nach meiner Ausbildung, wollte ich einfach mal nichts tun. Natürlich lässt Arbeitsamt einen nicht in Ruhe. Also, hab ich einen Job in der Fabrik angenommen. Hatte Null mit dem was ich gelernt habe zu tun. Nach 2 Wochen hab ich mir nur gedacht: was machst du da? Du musst weiter dein Beruf machen und nicht so ein Mumpitz. Naja, nach diesem MUSS, ging alles los. Mit Ach und Krach hab ich die ersten Wochen geschafft und jetzt bin ich seit 6 Jahren da. Nicht immer glücklich, aber immer wieder. Ich arbeite gerne, ich muss meine 4 Wände verlassen können, sonst werde ich bekloppt.
Vllt.reißt du dich auch zusammen und wirst belohnt. Raus aus der Komfortzone und rein in den Alltag. Und wenn nicht da wo du jetzt bist, dann wo anders. Bis sich alles einspielt.

19.01.2020 16:41 • x 1 #21


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Luna70
Erstmal willkommen bei uns und Glückwunsch. Wink Ich hoffe, deiner Partnerin geht es schon wieder besser? Vielleicht hast du dich überfordert, die Kinderwunsch-Behandlung und der neue Job gleichzeitig? Gleich zwei so einschneidende Veränderungen waren womöglich für deine Psyche zu viel, gerade wenn du ohnehin schon Probleme hast.

Weiß dein Arbeitgeber von deiner Angst?

#2


la2la2
Hey,
hattest du irgendwann mal schlimme Erlebnisse mit zu Betreuenden oder Kollegen?
Sind die zu Betreuenden Personen irgendwie anders, als die, die du bisher betreut hast (Alter/Gesundheit/....)?
Bist du gerne Erzieher oder machst du den Job nur, weil du ihn mal gelernt hast und dich für einen Berufswechsel zu alt fühlst?

Zitat von Miradiego:
Allerdings bin ich an dem Morgen bzw. in der Nacht meines ersten Tages komplett zusammen gebrochen. Ich konnte nicht aufhören zu weinen, hatte schreckliche Angst und Panik vor der neuen Stelle.

Hattest du vor irgendwas konkretem Angst und Panik oder war es nur das Gefühl ohne an was konkretes zu denken?
Hast du auch in anderen Situationen schonmal so häftige emotionale Reaktionen gehabt, obwohl es keinen direkten Grund dafür gab?

Zitat von Miradiego:
Eigentlich gibt mir Arbeit Selbstvertrauen aber ich schaffe es einfach nicht gegen diese Panik und Angst anzukommen.

Definierst du dich hauptsächlich über die Arbeit oder könntest du ohne Arbeit auch ein glücklicher Mensch sein, wenn du z.B. im Lotto gewinnen würdest?

Zitat von Miradiego:
Ich mache zur Zeit eine Verhaltenstherapie (eigentlich aus einem anderen Grund)

Dann ruf den Therapeuten mal an und sage, dass du ganz dringend einen Termin brauchst. Dein Job steht auf dem Spiel... Wink

#3


J
Ich kenne deine Probleme auch. Bei mir war es so: es ging mir nach einem Klinikaufenthalt gut, ich fühlte mich wieder gestärkt und beschloss arbeiten zu gehen.

Vorher war ich zu Hause da meine Kinder damals auch erst 1 und 4 Jahre alt waren. Eine Ausbildung hatte ich nie gemacht wegen meiner Ängste und Probleme. Ich probierte es als Leiharbeiterin da ich schnell etwas tun wollte und voller Tatendrang war. Es lief alles super am Anfang.
Dann lernte ich auf der Arbeit meinen jetzigen Partner kennen. Ich war definitiv nicht darauf aus einen neuen Partner zu suchen und dann noch auf der Arbeit. Aber er gab sich auch sehr viel Mühe und war professionell auf der Arbeit und trennte es. Jedenfalls ich war glücklich. Neue Arbeit, neue Liebe...
Doch dann kam die Angst. Angst vor der Arbeit. Mich zu blamieren, alles falsch zu machen. Doch ich kämpfte mich durch. Nach nicht so langer Zeit zog ich zu meinem neuen Partner. Auch aus dem Grund weil meine vorherige Wohnsituation kaum mehr tragbar war. Wir leben auch jetzt noch zusammen. Jetzt schon seit 2 Jahren. Die Entscheidung war richtig und gut. Doch meine ohnehin schon angeschlagene Psyche kam mit soviel Veränderung nicht klar. Es waren gute Dinge. Doch man nennt das was mir passiert ist wohl Anpassungsstörung. Auch wenn alles positiv war. Dadurch entwickelte ich vermehrt wieder Ängste, depressive Symptome. Und das weil ich mir zu viel zugemutet hatte und nach einer guten Phase nach dem Klinikaufenthalt nach 5 Monaten meinte ich könne alles.

Jetzt gelte ich als nur 2-4 Stunden pro Tag arbeitsfähig wurde vom Amtsarzt festgestellt und die müssen schauen was ich machen kann. Denn ein normaler Job ist nunmal zu aufreibend für mich. Ich sah wo es mich hinführte mit dem Kopf durch die Wand gehen zu wollen.

#4


Schokopudding
Zitat von Miradiego:
Meine Frage ist, was soll/kann ich tun damit ich wieder funktioniere?


Genau das ist der Fehler. Du setzt dich viel zu sehr selbst unter Druck. Wir sind keine Maschinen. Du bist derzeit in einer Lebenssituation mit vielen Veränderungen (neuer Job, Vaterschaft). Akzeptiere, dass dir diese Veränderungen auch Angst machen können und dann überlege, wie du damit umgehen kannst. Finde Lösungen dafür und va. jenseits des Worst Case Szenarios.

#5


J
Stimmt. Er möchte wissen was ihm helfen kann. Ich hab es selbst nicht komplett geschafft mir zu helfen. Aber was es immer mal gebessert hat waren vertraute Dinge die sich nicht verändert hatten. Zum Beispiel mit Freunden geredet die ich schon länger kenne, Filme schauen die ich in einer guten Phase gesehen habe, Musik mit der ich Vertrautheit und Sicherheit verbinde gehört, Parfüms versprüht mit denen ich Vertrautheit verbinde. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Das hat mir etwas geholfen.

#6


M
Zitat von Luna70:
Erstmal willkommen bei uns und Glückwunsch. Wink Ich hoffe, deiner Partnerin geht es schon wieder besser? Vielleicht hast du dich überfordert, die Kinderwunsch-Behandlung und der neue Job gleichzeitig? Gleich zwei so einschneidende Veränderungen waren womöglich für deine Psyche zu viel, gerade wenn du ohnehin schon Probleme hast.

Weiß dein Arbeitgeber von deiner Angst?

Vielen Dank! Ja, meiner Freundin geht es schon etwas besser. Danke der Nachfrage!

Nein, mein Arbeitgeber weiß nichts davon. Ich möchte nicht, dass es "öffentlich" wird. Ich habe mir eine "Ausrede" einfallen lassen. Mein Wunsch wäre es schon damit offensiv umzugehen aber das geht nicht. Dadurch steigt natürlich der Druck mir bloß nichts anmerken zu lassen.

#7


M
Zitat von la2la2:
Hey,
hattest du irgendwann mal schlimme Erlebnisse mit zu Betreuenden oder Kollegen?
Sind die zu Betreuenden Personen irgendwie anders, als die, die du bisher betreut hast (Alter/Gesundheit/....)?
Bist du gerne Erzieher oder machst du den Job nur, weil du ihn mal gelernt hast und dich für einen Berufswechsel zu alt fühlst?


Hattest du vor irgendwas konkretem Angst und Panik oder war es nur das Gefühl ohne an was konkretes zu denken?
Hast du auch in anderen Situationen schonmal so häftige emotionale Reaktionen gehabt, obwohl es keinen direkten Grund dafür gab?


Definierst du dich hauptsächlich über die Arbeit oder könntest du ohne Arbeit auch ein glücklicher Mensch sein, wenn du z.B. im Lotto gewinnen würdest?


Dann ruf den Therapeuten mal an und sage, dass du ganz dringend einen Termin brauchst. Dein Job steht auf dem Spiel... Wink


Ich versuche alle Fragen zu beantworten.

Die Arbeit unterscheidet sich schon, da ich vorher an Grundschulen gearbeitet habe und jetzt wieder in einer Kita. Aber die Rahmenbedingungen waren sehr verlockend. Gehalt und Arbeitsweg.


Ehrlich gesagt muss ich nein sagen zu der Frage ob ich gerne Erzieher bin. Es ist schon ok und ich mache das auch schon mehr als 13 Jahre aber grundsätzlich würde ich lieber was anderes machen. Aber so einfach ist das nicht. Geld spielt eine große Rolle. Würde das neue wirklich besser passen usw.

Und ja, Arbeit ist für mich schon sehr wichtig da es mein Selbstbewusstsein stärkt wenn ich jeden Tag zur Arbeit gehe. Das ist ja auch das Problem im Moment. Ich komme nicht gegen diese schei. Angst und Panik an, schaffe es deshalb nicht zur Arbeit zu gehen und merke schon nach ein paar Tagen dass mir das ordentlich aufs Selbstwertgefühl schlägt.

Konkrete Angst vor etwas war bzw ist es glaube ich nicht. Aber wenn ich nur an die Kita denke, fange ich an zu schwitzen, mein ganzer Körper wird überzogen von einem schrecklichen Gefühl und meine Beine fühlen sich an als ob ich vor einem tiefen Abgrund stehe. Einfach beschissen. Ich will mein Leben wieder haben.

#8


la2la2
Zitat von Miradiego:
Ehrlich gesagt muss ich nein sagen zu der Frage ob ich gerne Erzieher bin. Es ist schon ok und ich mache das auch schon mehr als 13 Jahre aber grundsätzlich würde ich lieber was anderes machen.

Zitat von Miradiego:
Und ja, Arbeit ist für mich schon sehr wichtig da es mein Selbstbewusstsein stärkt wenn ich jeden Tag zur Arbeit gehe.

Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein durch einen Job, den du eigentlich NICHT machen willst, aber trotzdem jeden Tag hingehen musst.... finde den Fehler.
Zitat von Miradiego:
Ich habe schon lange mit Depressionen und Zwangsgedanken zu kämpfen..

Würde mich nicht wundern, wenn sich die psychischen Symptome alle deutlich bessern oder komplett verschwinden, wenn du dich entweder nicht mehr über den Job definierst oder noch besser nochmal umschulst und dir etwas suchst, was dir wirklich Spaß macht.



Zitat von Miradiego:
Es ist schon ok und ich mache das auch schon mehr als 13 Jahre aber grundsätzlich würde ich lieber was anderes machen. Aber so einfach ist das nicht. Geld spielt eine große Rolle. Würde das neue wirklich besser passen usw.

Ganz schlechte Ausrede um nichts verändern zu müssen. 13 Jahre machst du es schon. Welche Emotionen löst bei dir die Vorstellung aus, dass du noch 30-33 Jahre bis zur Rente als Erzieher arbeiten musst? JETZT ist es einfacher was zu ändern als mit 50 oder 60 Jahren die Situation nicht mehr zu ertragen und dann erst nach was neuem zu schauen. Wink

#9


Luna70
Also ehrlich gesagt finde ich die Idee auch nicht so wirklich gut, weiter als Erzieher zu arbeiten, obwohl du den Job eigentlich nicht magst. Irgendeinen Routine-Job kann man vielleicht dauerhaft machen und sich die Erfüllung halt in der Freizeit suchen, aber mit Kindern und Jugendlichen arbeiten wenn man dafür gar keine Leidenschaft mehr hat, das kann doch nicht gut gehen. Deine Psyche zeigt dir das doch auch ganz deutlich.

Das hilft dir in der akuten Situation natürlich nicht weiter, aber mal grundsätzlich über die berufliche Situation nachdenken ist sicher nicht verkehrt. Was nutzt dir ein gutes Gehalt wenn du den Job, für den du es bekommst, kaum noch ausüben kannst. Ihr werdet Eltern, vielleicht ist es eine Perspektive dass du die Elternzeit nimmst und deine Frau nach dem Mutterschutz arbeitet.

#10


M
Vielen Dank für die vielen Antworten!
Ich habe mich da vielleicht nicht richtig ausgedrückt. Ja, wenn ich mir was wünschen dürfte würde ich einen anderen Beruf ausüben aber ich bin schon gerne Erzieher. Es kommt drauf an in welchem Bereich und ich glaube ich habe (abgesehen von der Panik) vielleicht eine falsche Entscheidung getroffen,dass ich wieder in eine Kita gegangen bin.
Ich habe auch lange mit meiner Freundin gesprochen und nachdem sie in den ersten Tagen komplett gegen die Krankschreibung war, versteht sie mich jetzt besser und unterstützt mich. Ich werde mir die Zeit nehmen die ich brauche...2 Wochen, 4 Wochen oder auch 8 Wochen...keine Ahnung wie lange...Und wenn ich den Job in der Kita dann noch habe werde ich es vielleicht nochmal versuchen und ansonsten bin ich mir sehr sicher, dass ich auch schnell einen anderen Job finde. Vielleicht erstmal mit weniger Stunden für den Anfang.Erzieher werden zur Zeit zum Glück händeringend gesucht und man kann sich so ein bischen "Was aussuchen" .

#11


M
Jetzt ist der nächste morgen und es ist so als ob jemand den "Reset Knopf" gedrückt hat. Ich fühle mich unheimlich schlecht wenn ich nur daran denke in 1,5 Wochen wieder zu arbeiten. Ich habe wirklich Angst! Nur weiß ich nicht wovor. Ich halte dieses Gefühl einfach nicht mehr aus. Wird das irgendwann wieder besser?
Von der Idee mit weniger Stunden war meine Freundin natürlich nicht begeistert. (Schon alleine des Geldes wegen) und unter normalen Umständen gebe ich ihr auch recht...aber ich schaffe das im Moment nicht..Ich weiß nicht wie ich ihr das erklären soll? Ich liebe sie, und ich freue mich riesig dass "wir" schwanger sind. Aber gleichzeitig geht es mir so schlecht wie noch nie! Diese schei. Angst und Niedergeschlagenheit gehen einfach nicht weg. Ich kann mir im Moment nicht vorstellen wie ich jemals wieder arbeiten gehen soll...Was ist nur los mit mir? Ich möchte ein starker und guter Mann für meine Freundin und unser Baby sein...aber im Moment bin ich der letzte Versager der es nicht schafft sich um seine Familie zu kümmern! Was kann ich tun damit es mir schnell besser geht?

#12


Luna70
Das mit dem Geld scheint ein zentrales Thema zu sein bei euch. Versuche mal ein bisschen von diesem Gedanken wegzukommen, dass du als Mann der Ernährer bist und möglichst viel Geld ranschaffen musst um die Familie zu ernähren. Es bringt dir gar nichts, wenn du dich zu sehr unter Druck setzt. Klar, das ist schwer wenn gerade Nachwuchs unterwegs ist aber es hilft dir nichts wenn du nun die Tage der Krankschreibung runterzählst. Wir leben zum Glück in einem Land, in dem man nicht verhungert, wenn man krank ist. Kläre das mit der Krankenkasse mit dem Krankengeld, soweit ich weiß bekommst du ja keine Lohnfortzahlung im ersten Monat sondern Krankengeld.

Zitat von Miradiego:
Was kann ich tun damit es mir schnell besser geht?


Vielleicht überlegen, was diesen Zusammenbruch ausgelöst hat? Hast du dich im alten Job eigentlich wohl gefühlt und nun leidest du unter dem Verlust? Ich denke, das sollte man nicht unterschätzen, es ist ja auch eine Art Trennung von den alten Kollegen, der gewohnten Arbeitsumgebung usw.

#13


P

Neue Arbeit, nur noch Angst

Hallo, ich war nun 19 Monate Zuhause nachdem ich einen Zusammenbruch hatte und gekündigt wurde. Nun habe ich seit Donnerstag einen neuen Job, den ich eigentlich nicht will. Ich arbeite auf einer kinderonkologische Station und ich fühle mich nicht wohl. Zudem muss ich nun 4 Wochen vollzeit arbeiten zur Einarbeitung. Bisher hatte ich immer 25 bis 28 std. Ich hab 2 Tage hinter mir und möchte alles hin werfen. Mir graut vor morgen und der kommenden Woche. Ich esse kaum und schlafe wenig. Konnte mich am WE nicht erholen weil ich nur angespannt war. Hab die 2 Tage mit 0.5mg Tavor bewältigt. Ich möchte Zuhause sein in meiner sicheren Umgebung. Überlege nun mich woanders zu bewerben, in einem Fachgebiet in dem es nicht nur schwer kranke Kinder gibt. Vielleicht doch wieder in einer Praxis. Mit weniger Stunden. Aber was ist wenn es auch dort nicht passt. Hat meine Angst wirklich mit dem jetzigen Job zu tun oder ginge es mir woanders genauso? Ich bin nicht faul oder so, aber ich will nicht arbeiten. Dieses ICH MUSS bringt mich zum Verzweifeln. Ich leide an einer generelisierten Angststörung mit Panikattacken sowie einer PTBS. Ich weiß nicht mehr weiter, möchte nicht nochmal diesen Zusammenbruch wie damals als ich nicht mal das Haus verlassen konnte. Mir ging es die letzten Monate Zuhause wieder richtig gut. Kaum Angstattacken , ich konnte so gut wie alles wieder machen. Ich bin am Ende und finde keine Lösung.
Lg

#14


Icefalki
Mal eine Frage, kannst du es dir finanziell erlauben, nicht zu arbeiten, oder nur halbtags?

Und warum hast du ausgerechnet so eine psychisch anstrengende Arbeit gewählt? Kann dir die HNO empfehlen, da gibt es eigentlich nix schlimmes und Fachpersonal wird extremst gesucht. Allerdings ist die Bezahlung nicht der Hit. Krankenhaus bezahlt deutlich mehr.

Und was dieses Muss anbelangt, hat mit meiner Frage oben zu tun. Muss du arbeiten, um dich ernähren zu können, oder gibt es Alternativen?

#15


P
Vielen Dank für deine Arbeit, ja ich muss arbeiten gehen, bin alleinerziehende Mutter. Ich werde aber reduzieren auf 3 Tage die Woche. Ich hatte mich in der Klinik auf 4 Bereiche beworben, überall dort probe gearbeitet. 2 hab ich ausgeschlossen wegen Nachtschicht. 2 waren dann noch übrig und ich hab diese Stelle bekommen. Hab gedacht es geht schon, wenn du mal in einer Uniklinik bist gibt es Möglichkeiten intern zu wechseln. Aber öffentlicher Dienst ist wichtig , weil gute Absicherung und gutes Geld. Jetzt sehen ich mich aber nach dem Praxisalltag. Und das nach erst 2 Tagen arbeiten. Und ich weiß ja nicht ob die Angst woanders auch so ist. Ob es allgemein mit Arbeit zu tun hat, dieses ich muss da hin, muss funktionieren usw oder ob es speziell mit dem Gebiet zu tun hat. Ich kann doch nicht die nächsten Wochen nur Tavor nehmen. Auch wenn 0.5mg echt wenig ist aber hab Angst vor Abhängigkeit.

#16


Icefalki
Ich würde dir mal zu Folgendes raten: Du sagst dir immer wieder, dass egal, was du nun beginnst, es immer reiner Stress ist. Egal, wo. Dann nimmst du das mal als Chance, einen gutbezahlten Job zu bekommen. Bist du erstmals dort sicher angekommen, kannst du dich versetzen lassen, wenn es noch nötig ist.

Und jeder Angstpatient kennt das. Zuhause auf Dauer wird das alles auch nichts werden, wenn du auf Sozialhilfeleistungen angewiesen wirst. Wird finanziell sehr eng.

Du hast eine Angsterkrankung, deshalb kannst du mit Stress nicht umgehen. Ich auch sehr schlecht. Ich hab immer das Hintertürchen, wenn's gar nimmer geht, kann ich immer noch alles hinwerfen. Aber, ich wollte nicht mein ganzes Leben wegwerfen, nur wegen blöden Ängsten. Und glaube mir, ich kenn das alles.

Natürlich ist jeder anders von seinem Empfinden her. Aber was hast du denn wirklich für eine Alternative? Und mach aus dem MUSS doch ein WILL. Ich will das schaffen, Angst hin oder her.

#17

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D
Ich kenne dieses Muss auch allzugut.
Ich kann dir auch viel erzählen, wie ich mich durchs Berufsleben gekämpft habe.
Aber leicht wurde es mir nie gemacht.

Wenn ich fragen darf,als was arbeitest du?
Krankenschwester?

Eine gewisses "das geht mir alles am a... Vorbei Gefühl"würde dir sicher helfen.

Ich arbeite da auch selbst aber noch dran und habe dieses Gefühl noch nicht genug entwickelt.

Leider grübel ich allzu oft noch nach über zwischenmenschliche Dinge auf Arbeit, da ich noch nicht genug Mumm hab alles auszusprechen was ich denke.

Mein Vorschlag für dich wäre, entweder durchkämpfen , dass du die Probezeit schaffst und dich versetzen lässt.
Oder aber in einen Bereich wechseln, wo es weniger stressig ist.
Vielleicht ambulanter Pflegedienst, Psychiatrie, Intensivpflegedienst?

#18


Lillibeth
Sieh es doch mal so: den armen Kindern und deren Angehörigen geht es viel schlechter als Dir ! Du tust Gutes um die schlimme Not zu lindern, kommst nach Hause zu Deinen, hoffentlich, gesunden Kindern. Ich ziehe den Hut vor se einem Job ! Das finde ich äußerst positiv. !

x 3 #19


P
Danke für eure Worte. Ich bin Arzthelferin und wollte eben aus der Praxis raus in einen besser bezahlten Job, öffentlicher Dienst mit mehr Absicherung. Aber die Angst beherrscht mich einfach. Klar könnte ich mich ggf versetzen lassen, aber viele Alternativen gibt es nicht ohne dass ich schicht arbeite. Und mein Körper braucht eine Regelmäßigkeit, das durcheinander arbeiten von verschiedenen Tageszeiten und Tagen wird mir nicht gut tun. Und ich hab begriffen, dass ich in einer Klinik nie mit gesunden zu tun habe, leider ist mir das jetzt erst bewusst geworden. Hab nur die gute Bezahlung gesehen und das weg kommen vom ALG. Oh man ich bin echt in einer Zwickmühle. Jetzt durchkämpfen paar Monate und dann versetzen lassen und wieder bei 0 anfangen... meine Gedanken kreisen nur noch um Arbeit. Gestern brauchte ich keine tavor, heute schon weil es mir graut vor der ersten Arbeitswoche mit 40 std.

#20


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Dr. Christina Wiesemann
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