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Hallo,

also mal kurz zu meiner Person:
ich, männlich, 27 Jahre alt, seit 7 Jahren in einer Beziehung.

Meine erste (bewusste) Panikattacke hatte ich vor ziemlich genau 2 Jahren, als wir den pflegebedürftigen Onkel meiner Partnerin mit ihren Eltern im Pflegeheim besucht hatten. Im Krankenzimmer gab es bloß 2 Stühle, welchen wir den Damen überließen. Im Zimmer war es ziemlich stickig und der Anblick des kranken Mannes im Bett machte die Situation wohl nicht besser. Plötzlich verspürte ich wie mich die Hitze überkam. Dachte ich mir, gut ziehe den Pullover aus, es hat hier im Zimmer locker 25 Grad. Doch auch das half nichts und ich merkte wie mein Herz schneller schlug. Ach wie peinlich.. ich muss kurz den Raum verlassen um Luft zu schnappen, obwohl ich doch gar nicht der zu Bemitleidende bin. Schnell raus aus dem Krankenzimmer auf den Gang dachte ich, ich werde verrückt. Schneller Herzschlag, Schweiß, Hitze. Was ist los? Ich griff mit Zeige- und Mittelfinger auf meinen Hals zur Hauptschlagader um meinen Puls zu spüren, doch ich spürte nichts? Hat man Herz aufgehört zu schlagen? Plötzlich wird es immer dunkler. Eine Pflegerin sieht mich und wies mich auf mein weißes Gesicht hin. Ich sacke zusammen. Ja natürlich haben das meine Freundin und ihre Eltern gleich mitbekommen. Ich lieg da also auf einer Krankenliege mit abgewinkelten Beinen und um mich gefühlt 100 Gesichter die mich fragend ansehen. Gut, peinlich genug war der Besuch beim Onkel damit beendet."Aber bitte was war denn das?" .. dieser Gedanke ließ mich mindestens den restlichen Tag nicht in Ruhe. Hatte ich wirklich keinen Herzschlag für Sekunden und mein Hirn wurde deshalb nicht genügend mit Sauerstoff versorgt, weshalb ich zusammenbrach ?
Nein es war wohl nicht so, denn ich hatte gleich paar Tage später ähnliches erlebt. Schnell wurde mir klar, dass ich von nun an, an einer Panikstörung leiden werde. Und mit meinem täglichen Glück würden diese wohl auch chronisch werden. Toll, ich habs mal wieder geschafft.

In den nächsten Monaten gings mir echt beschissen, denn ich hatte in jeder Situation Angst wieder an einer Panikattacke zu leiden. Am ehesten hatte ich das Gefühl, dass es mir passieren könnte, wenn ich die Eltern meiner Partnerin sehe. Da hat sich wohl in mein Gehirn eingebrannt: Die erste (bewusste) Attacke war bei den Schwiegereltern passiert, also muss das wohl jetzt immer so sein.

Irgendwie hab ich es geschafft diese blöden Attacken etwas in den Griff zu bekommen. Auch war ich bei einer Psychologen, jedoch habe ich schnell bemerkt, dass das nichts bringen würde.

Im Juli diesen Jahres hatte ich beruflich, nach einem dreimonatigen Kurs, eine Abschlussprüfung. Ich hatte während des Kurses nur eine einzige Panikattacke und zwar als wir in einer kleinen Gruppe in einem 35 Grad heißem kleinen Zimmer elektronische Anlagen erklärt bekamen und ich mal wieder minutenlang stehen durfte. Gott sei Dank hat diese Attacke niemand mitbekommen, da ich rechtzeitig aufs Klo fliehen konnte. Oh mein Gott, nicht auszudenken, wenn das jemand mtibekommen hätte, denn dann hätte ich ohne Attacke NIEMALS zur Prüfung antreten können. Bei der Abschlussprüfung hatte ich (k)eine Attacke, denn ich konnte die eine Attacke tatsächlich rechtzeitig unterdrücken - was für ein Glück.

Im September wurde ich an der Hüfte operiert. Diese OP und deren Heilungsprozess verlief bis dato beschissen. Nichts ist so, wie es mir der Arzt vor der OP versprochen hatte. Vor 3 Wochen wurde ich an der Hüfte infiltriert und als ich am Gang im Spital wartete um für die Infiltration aufgerufen zu werden, da dachte ich mir schon ständig "Bekomm jetzt da drin nur keine Panikattacke". Na klar, ich bekam eine Attacke, was denn sonst.. Zack, Druck im Kopf .. da ist sie schon die Panik, schneller Herzschlag, Schweißhände als würden meine Handflächen weinen, und das Licht wurde wieder immer dunkler. Ich nur so zum Arzt "ich muss mich bitte kurz setzen, mir ist schwindelig". "Ja Sie sind ja auch käseweiß im Gesicht" . Danke für die Info.. Gott sei Dank bin ich nicht völlig weggetreten.

Ja und seit dieser Attacke ist die Angst und die damit verbundende Auseinandersetzung wieder sehr intesiv geworden. Bald ist Weihnachten. Den Tag verbringen wir bei den Schwiegereltern. Kino (Tradition), ewig langes beisammen Sitzen, usw. . Was für denn einen wunderbar klingt, ist für mich ein Magnet für Panikattacken.

Jetzt mal meine Frage.. wem geht es hier denn auch so (ähnlich) ?

Sehr oft überkommt mich die Attacke, wenn ich gerade mit jemanden spreche (nicht mit meiner Freundin, auch nicht mit meinen Eltern). Danach bekomm ich direkt nen Druck im Kopf und wenn ich nicht fliehe, dann wird mir schwarz vor Augen. Dabei spricht doch gerade jemand mit mir ? Es ist so schwierig da zu fliehen.

Übrigens leide ich seit gut 12 Jahren an Herzrythmusstörungen, welche bei einer Attacke sofort intesiv zu spüren sind. Mein Herz stolpert dann vor sich hin, als hätte es vergessen wer den Rythmus vorgebe.

Und zu allerletzt, hatte ich mit ca. 18 Jahren meine erste Panikattacke (was mir jedoch erst einfiel, als ich mich nach dem Vorfall im Pflegeheim intesiv damit beschäftigte). Es war auf einem Berufsschulausflug. Wir waren in einem Museum für Blinde, wo es stockdunkel war und man wie ein Blinder fühlen sollte. Ich hatte damals komplett die Orentierung verloren.. wusste nicht wo oben und unten war und wollte einfach nur mehr weg von dort, hatte aber keinen Ausweg gefunden.

Kurz möchte ich noch meine selbsteingeschätzten Persönlichkeiten erläutern:
- Controlfreak, ich muss einfach immer über alles aufgeklärt sein.
- hektisch, bei mir muss alles sofort und schnell ablaufen. Verschoben wird nur wirklich unwichtiges
- ich habe zeitweise ein riesen Problem mit meinem jungen Aussehen. Ich bin 27 und man kann mich gut für 18-19 einschätzen. Und ich hasse es, da ich oft nicht als erwachsen wahrgenommen werde, was mir meiner Meinung nach nicht nur in der Arbeit große Umstände bereitet.
- ich bin das Gegenteil von Egoistisch. Mir gehts nur gut, wenn es meinen Mitmenschen gut geht, erst dann kann ich mich mit mir beschäftigen.
- ich lebe sehr sehr viel in meinen Gedanken


Tja, wer es wirklich bis hier her geschafft hat, dem ist entweder sehr langweilig oder er hat sich vielleicht doch teilweise selbst im Text entdeckt?
Wer will, kann mir natürlich auch sehr gerne eine privat Nachricht senden, ich bin für wirklich ALLES offen

Liebe Grüße
ghostwriter

27.11.2018 16:21 • 27.11.2018 #1


4 Antworten ↓


Hallo,

Im Wesentlichen hast du dir alle Antworten ja schon selber gegeben.

Auch dass du eine Panikstörung hast, hast du richtig erkannt.

Aber eines vorweg: da du ja synkopiert bist, würdest Du einmal richtig untersucht? Blutdruck niedriger oder hoch? Schilddrüse?
welche Herzrythmusstörungen?

27.11.2018 16:38 • #2



Meine Panikattacken sind zurück - wie loswerden?

x 3


koenig
Zitat von ghostwriter91:
Controlfreak


Bin ich auch!


Zitat von ghostwriter91:
hektisch


Bei mir eher rastlos.


Zitat von ghostwriter91:
ich habe zeitweise ein riesen Problem mit meinem jungen Aussehen


Ich bin 41. Letztens schätzte mich jemand auf Anfang 20. Mittlerweile ist es cool, so jung auszusehen. Früher hat es mich auch genervt. Das anzunehmen, hat sicher was mit dem Selbstbewusstsein zu tun.


Zitat von ghostwriter91:
ich bin das Gegenteil von Egoistisch. Mir gehts nur gut, wenn es meinen Mitmenschen gut geht, erst dann kann ich mich mit mir beschäftigen.


Ein Problem vieler Menschen und sicher auch ein Grund für Probleme.


Zitat von ghostwriter91:
ich lebe sehr sehr viel in meinen Gedanken


Ich auch - den ganzen Tag quasi!

Du siehst, du bist nicht allein!

27.11.2018 16:43 • #3


Hey, danke für eure Antworten.
Also mein Extrasystolen wurden schon bei 5 verschiedenen Internisten abgeklärt. Jedes mal ohne Befund. Und zwar habe ich jedes mal aufs Neue beim 24h EKG kaum Extrasystolen. Mittlerweile glaube ich ja schon selbst daran, dass es vom Veg.Nervensystem kommt.

Es ist sowieso total eigenartig. Ich sitze in Griechenland bei 28 Grad abends in der Tarvene und glaube gleich umzukippen. Aber untertags mache ich in der prallen Mittagssonne eine 1 stündige Wanderung und habe keine Probleme.

27.11.2018 21:23 • #4


Du schreibst was von Herzrythmusstörungen. Extrasystolen fallen noch nicht einmal unter diese Kategorie, AUßER du wärst schwer herzkrank dann sind die ES relevant, sonst nie.

Also: Angststörung, Panikstörung

27.11.2018 21:57 • #5




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