peterpahn

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Hallo Forum,

so wo fange ich an zu erzählen, am besten vor 2 Jahren als ich eine Manische Episode und damit meine erste (und hoffentlich letzte) Psychose hatte, stresssbedingt, einfach zu wenig geschlafen und mir selbst (als Teamer einer Freizeit) viel zu viel Stress gmacht. 3 Wochen Psychatrie, danach leichte Depression dann gings mir wieder besser und eigentlich gut wie vorher.
etwa 1 1/4 Jahr später wurde mir dann mein neu angefangenes Studium zu stressig und ich habe völlig diffuse und ungerichtete Ängste entwickelt. Psychotherapie und 2 Monate Tagesklinik haben zwar zwischenzeitlich ein kleines bisschen geholfen, aber nicht langhaltig, das ist jetzt 4 Monate her und es geht mir nach wie vor schrecklich. Ständig überkommt mich eine lähmende, allumfassende Angst, die völlig ungerichtet ist. ich erkenne kein System wann diese Angst auftritt und keine spezifische Ursache. Wobei die Angst noch stärker wird, wenn ich mich überfordert fühle und (was ja eigentlich das Gegenteil bewirken sollte) wenn ich Sport treibe, dann wirds nämlich richtig schlimm.
Ich habe schon Medikamente dagegen verschrieben bekommen, aber die helfen 1. kaum 2. machen die extrem müde, dass ich fast sofort einpenne.
Zur Zeit hänge ich zwischen einem Praktikum was ich vor 3 Wochen beendet habe und einem Studium was in etwa 3,5 Monaten losgeht (und hoffentlich nciht so stressig wird wie mein Physikstudium).
Im allgemeinen sind zwar alle recht verständnisvoll denen ich das erzähle, aber keiner kann das wirklich nachvollziehen weil niemand so eine Krankheit hat...
Selbst kleine Aufgaben rauben mir zur Zeit meine ganze Energie, selbst nur was zu Essen machen oder Frühstück machen sind für mich schon fast unlösbare Probleme. Sobald eine Aufgabe auf mich zukommt wird es für mich noch schlimmer, selbst wenn ich sie dann meistere geht es mir nicht besser.

Weiß jemand Rat? Würde mich nicht wundern wenn nicht, da selbst stundenlanges überlegen in der Psychotherapie nicht zu ergebnissen geführt hat...

Gruß,
Peter

16.06.2011 21:25 • 29.09.2011 #1


15 Antworten ↓


LorenzaBAWÜ


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Hallo peter,
wenn ich das alles so lese fühle ich richtig, wie gestresst du bist... eine auszeit bis zum beginn deines studiums wäre vielleicht nicht schlecht? Setzt dich selber nicht so unter druck, schnell eine lösung zu finden, den dann schaffst du es erst recht nicht.... schaff dir freiräume. Ruhepunkte. Das ist vielleicht kein toller tipp aber vielleicht ein anfang?
Ich wünsch dir alles gute und viel kraft.
LG Lorenza

17.06.2011 00:46 • #2


sternchen1


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Hallo Peter!

Warum denkst du, dass dir hier keiner Ratschläge geben kann? Das kennen hier bestimmt ganz viele! Mich eingeschlossen. Ich war nicht mal mehr in der Lage, mir z.B. einen Tee zu machen, weil es viel zu anstrengend war.

Ich weiß, dass alles viel einfacher klingt, als es ist. Aber du musst versuchen, dir keinen Stress zu machen, dass das alles so schnell wie möglich verschwindet! Ich hab das auch versucht!

Aber es funktioniert leider nicht! je mehr du versuchst, es weg zu bekommen, desto mehr machst du dir Stress und es wird immer schlimmer! Du musst versuchen, es zu akzeptieren, dir Ruhephasen zu gönnen und lernen, damit umzugehen. Wenn du dich immer wieder deinen Ängsten stellst und an dir arbeitest, dann werden sie weniger. Nicht sofort - aber sie werden weniger!

Die Ängste wollen dir ja was sagen. Bei mir war es so, dass ich mich nicht wirklich selbst gelebt habe und meine Ängste mir sagten, dass ich endlich wieder auf mich achten soll. Wenn man sie akzeptiert und darüber nachdenkt, warum sie da sind und was sie einem sagen wollen, fällt es leichter, an sich zu arbeiten. Ich weiß, das ist ein schwieriger und langer Weg! Aber er ist machbar!

Setz dich nicht so unter Druck. Ängste entstehen in einer Zeit absoluter Überforderung/Stress. Denk vielleicht mal darüber nach, was du in deinem Leben ändern solltest - denn deshalb sind sie da! Sie wollen dir helfen, zu dir selbst zu finden!

Lg
sternchen

17.06.2011 07:17 • #3


peterpahn


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Hi,
ja ne Pause machen klingt ansich gut, aber wenn ich nix zutun kriege dann wirds eher noch schlimmer weil ich dann nur rumsitze und noch viel mehr ins grübeln gerate

17.06.2011 08:22 • #4


peterpahn


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vorhin schon wieder, wollte nur frühstück machen und das war schon ne überwindung und anstrengung für mich

17.06.2011 12:11 • #5


peterpahn


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Zitat von sternchen1:
Hallo Peter!
... Wenn du dich immer wieder deinen Ängsten stellst und an dir arbeitest, dann werden sie weniger. Nicht sofort - aber sie werden weniger! ....

Das ist ja das Problem, ich habe nicht vor konkreten Dingen Angst, sondern eine ganz diffuse, ungerichtete Angst.
Ich weiß das macht die Sache nicht einfacher x_X

17.06.2011 17:17 • #6


peterpahn


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habs ja befürchtet dass keiner Rat weiß

22.06.2011 10:10 • #7


Söckchen


Hallo Peter,
hmmmm, also zunächst einmal herzlich Willkommen hier im Forum. Lies dich hier durch, und du wirst einige Parallelen zu deiner Problematik finden.

Ich würde sagen, du solltest deine Blickrichtung wann die Ängste kommen versuchen zu wechseln. Ängste, Depressionen etc.pp. wollen dir "etwas" sagen!

Meine Idee dazu wäre:
Du wirst wie viele von uns zum Perfektionismus neigen, alles ist DIR im Ergebnis nicht gut genug, könnte besser, schneller, höher, schöner sein..... Dies verstehe ich u.a. daraus, das Du ein Studium in Physik gemacht...beendet oder abgebrochen, was auch immer! Du machst ein Praktikum und nun folgt das nächste Studium...., Du stehst also noch in den Kinderschuhen was deine berufliche Laufbahn werden soll. Könnte es sein, das du irgendwie gar nicht weißt oder ahnst wohin dein Weg einmal gehen soll ?
Dies könnte in Dir zu einer Unzufriedenheit, mangeldes Selbstwertgefühl oder sogar eine Wut GEGEN DICH führen!

Ich habe für mich heraus gefunden, das ich u.a. von meinen Eltern nie gelobt wurde wenn ich etwas geleistet habe, sondern bekam zu hören das "ES" noch hätte besser sein können. In der Schule habe ich mich abgestrampelt..., mit dem Gefühl nicht gemocht und nicht beachtet zu werden von einigen (wichtigen!) Lehrern, die mir den Weg in eine gute Schulbildung vermiest haben! Damit möchte ich sagen, dass mein Perfektionismus anerzogen wurde, und ich gelernt hatte nur GUT zu sein wenn ich das höchstmaß aller Dinge erreiche.
Heute weiß ich, das man nicht alles Perfekt machen kann, nur leider fehlt mir noch der Trick, wie man für sein innerstes auch mit weniger zufrieden sein kann.

Lieber Peter, vielleicht ist es bei dir ähnlich, und kannst was mit meinem Geschreibsel anfangen

22.06.2011 11:19 • #8


user0815


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Hi,

also was ich so lese, könnte ich vllt einige Meinungen zu deinen Ängsten geben bzw. zu den Ursachen. Wenn es bei dir beim Sport schlimmer wird - verbirgt sich da vllt eine Angst vor Krankheiten oder so hinter? Weil das Herz ja dann anfängt schnell zu schlagen, der Atem wird eng (je nachdem wie sehr man trainiert) etc.? Ansonsten hört es sich nach dem an was ich auch kenne - Erschöpfungsdepression aufgrund von zuviel Stress. Ich hatte zeitweise 2 Vollzeitjobs (an einem Tag...) gleichzeitig. Dachte ich kriege das hin. War leider ein Irrtum

23.06.2011 13:25 • #9


MissButterfly77


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Hallo Peter,

für mich klingt es fast so, als wärst Du völlig überfordert mit sämtlichen Aufgaben und Deinem gesamten Leben.

Hast Du Dir selbst vielleicht schon einmal die Frage gestellt, ob Du zu hohe Ansprüche und Erwartungen an Dich selbst hast? Bist Du recht perfektionistisch oder willst es allen recht machen (Deinen Eltern ein guter Sohn, ein perfekter Partner oder bester Freund)?
Hast Du auch öfter Gewissensbisse oder machst Dir Vorwürfe, weil Du zu schlecht, zu langsam, zu anders bist?

Verlier auf jeden Fall nicht den Mut!

Jeder Mensch ist anders, jeder hat sein eigenes Tempo und seine eigenen Bedürfnisse und Erfahrungen. Das musste ich in meiner Therapie auch lernen.
Und was bei anderen Leuten so toll und einfach aussieht, ist es ja wahrscheinlich auch nicht immer.

Kopf hoch!

LG Miss Butterfly

23.06.2011 13:47 • #10


peterpahn


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Hmmmm,
der Ansatz dass ich zu perfektionistisch bin kann gut hinkommen. Bzw ich überinterpretiere Dinge halt sehr schnell. Ich denke bei jeder Aussage, Handlung (egal wie klein, sie es nur ein nicken oder ein Handschütteln) bewusst und unterbewusst darüber nach wie das von anderen aufgenommen werden könnte und ob ich das irgendwie optimieren hätte können. Beispiel: ich kaufe ein Brötchen beim Bäcker, die Verkäuferin wünscht mir nach dem Bezahlen noch einen schönen Tag. Ich denke sofort darüber nach, ob ich nicht selbst netter gewesen wäre, wenn ich ihr zuerst einen schönen Tag gewünscht hätte. Oder selbst wenn ich ihr zuerst einen schönen guten Tag gewüsncht hätte, hätte ich drüber nachgedacht, ob ich das nicht höflicher oder selbstbewusst hätte sagen können. Auch versuche ich in Gesprächen meine Gedanken immer möglichst akurat und geschickt zu formulieren, und denke oft unterbewusst darüber nach, ob ich es nicht besser hätte ausdrücken können.
Ich bin mir dabei zwar oft bewusst dass meine Überlegungen überflüssig sind, aber das machts nicht besser.

26.06.2011 19:36 • #11


MissButterfly77


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Hallo PeterPan,

oje, Du machst Dir das Leben auch ganz schön schwer, oder?

Kommt es Dir dabei auch auf die Anerkennung der anderen an? Ist Dir so wichtig, was andere Leute über Dich denken oder wie Du auf Sie wirkst?

Ich habe in meiner Therapie auch gelernt, dass ich mich in den Vordergrund stelle. Laß doch die anderen! Die meisten von denen, über die Du Dir einen Kopf machst (Bäckereiangestellte), kennst Du wahrscheinlich nicht einmal.

Außerdem kannst Du das Denken der anderen eh nicht beeinflußen, ganz egal wie nett Du Dich auch verhälst.

Vielleicht solltest Du Dir irgendein schönes Hobby suchen, ein Talent entdecken (hat ja jeder), etwas, was Dir Spaß und Freude bereitet und Dir Deine Anerkennung und Selbstbewußtsein darüber holen!?

LG Miss Butterfly

27.06.2011 18:41 • #12


peterpahn


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hm klingt ansich garnicht so schlecht.
es stimmt auch irgendwie dass ich immer versuche "besser schneller schöner weiter" zu sein...
Ich hab auch gemerkt, dass es am schlimmsten ist ,wenn mich jemand unter druck setzt oder etwas von mir erwartet...

01.07.2011 06:39 • #13


MissButterfly77


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Hallo Peter,

aber dann ist Deine Angst doch gar nicht so diffus.

Offenbar verspürst Du schnell Druck und hast Bedenken, den Erwartungen an Dich nicht gerecht zu werden. Da muss man doch was gegen tun können.

Ich würde vorschlagen, dass Du an Deinem Selbstbewußtsein arbeiten solltest. Mach Dich nicht ständig von den Meinungen und dem Wohlwollen der Anderen abhängig.

Wie Du das am besten machen kannst - da hab ich im Moment leider auch keinen Vorschlag parat.

LG Miss Butterfly

01.07.2011 18:03 • #14


peterpahn


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ganz schlimm wird es immer auch, wenn entscheidungen anstehen, egal wie klein oder unbedeutend die sind. Habe dann das gefühl dass ein unlösbares Problem wie ein Berg vor mir liegt...

05.07.2011 16:50 • #15


peterpahn


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Es wäre halt ideal wenn ich irgendwie gleichgültiger werden könnte, das wäre schon die Lösung für fast alle meine Probleme, weil ich einfach so extrem sensibel bin für Zwischenmenschliches und mir alles immer extrem zu Herzen nehme...

29.09.2011 05:28 • #16



Dr. Hans Morschitzky