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halli hallo,

viele denken jetz viellei ich sei dumm oder so, aber viellei kann mir ja der ein oder andere erklären was zwangsgedanken sind und wie die ausgelöst werden, denn das würd mich wahnsinnig interessiern, da ich derzeit viel mit meiner ansicht nach schlimmen gedanken zu kämpfen hab und ich mich frag wieso die eig da sind und wie so ein zwang per gedanken entsehen kann?!

hoffe auf viele antworten und meinungen

MFG

Optimistin

27.12.2010 17:15 • 28.12.2010 #1


6 Antworten ↓


Hey,
also soweit ich weiß, sind Zwangsgedanken die Symptome einer Zwangsstörung. Man hat Gedanken im Kopf, die man einfach nicht los wird. Da gibts unendlich viele Möglichkeiten. Die einen waschen sich ständig, weil sie den Gedanken nicht loswerden, dass sie sich mit Bakterien infizieren könnten, die anderen denken, wenn sie Auto fahren, könnten sie jemanden anfahren, oder wieder andere haben Angst, was Komisches zu sagen. Sowas halt.

Bin natürlich nicht vom Fach, aber ich kann mir vorstellen, dass sowas entstehen kann, wenn man sich einfach nicht dagegen wehrt und seinen Ängsten nachgibt. Wenn ich jetzt denke, überall sind Bakterien, ist es natürlich leichter, sich ständig zu waschen. Und irgendwann ist man dann bestimmt wie besessen.

27.12.2010 17:35 • #2



Kann da nichts mit anfang

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Christina
Zitat von optimistin120:
halli hallo,

viele denken jetz viellei ich sei dumm oder so, aber viellei kann mir ja der ein oder andere erklären was zwangsgedanken sind und wie die ausgelöst werden, denn das würd mich wahnsinnig interessiern, da ich derzeit viel mit meiner ansicht nach schlimmen gedanken zu kämpfen hab und ich mich frag wieso die eig da sind und wie so ein zwang per gedanken entsehen kann?!
Wieso dumm? Du weißt doch, es gibt keine dummen Fragen und aus dem Kinderprogramm wissen wir sowieso alle, wer nicht fragt, bleibt dumm...

Zwangsgedanken sind erstmal ganz normale Gedanken. Jeder Mensch denkt dauernd, das lässt sich nicht abstellen. Dabei schweifen i.d.R. die Gedanken einfach so rum, wenn man nicht gerade konzentriert mit einer Sache beschäftigt ist. Man denkt vielleicht beim Anblick einer Katze für eine Nanosekunde "hach, wie niedlich" oder angesichts des Regens "schei., muss das schon wieder sein." Und man denkt immer auch schlimme Sachen. Wie schön es wäre, die lärmenden Kinder aus dem fahrenden Bus zu schubsen. Oder: Was wäre, wenn ich mich umbringen würde? Das zu denken, ist normal.

Wie wird nun aus solchen normalen, wenn auch manchmal schlimmen Gedanken ein Zwangsgedanke? Antwort: Indem man sich daran stört, sowas zu denken. Normalerweise kommen einem solche Gedanken ganz kurz ins Bewusstsein, man weiß zu 100 %, dass man diese Gedanken nie umsetzen würde. Dessen ist man sich so sicher, dass man nicht weiter drüber nachdenkt. Wenn man aber zufällig psychisch ein wenig geschwächt ist (etwa weil man wegen Panikattacken o.ä. sich selbst zur Zeit nicht so ganz über den Weg traut), hat man u.U. diese 100 %ige innere Sicherheit im entscheidenden Moment nicht. Deshalb erschreckt man über diese Gedanken, weil man meist glaubt, wenn ich schon so denke, dann könnte ich das, was ich denke, ja vielleicht auch tun. Und wie es so ist, wenn man vor etwas Angst hat: Man konzentriert sich drauf. Erst wird hinterfragt, ob man wirklich so böse Absichten haben könnte. Dann wird kontrolliert, wie oft man solche Gedanken hat. Spätestens dabei stellt man fest, dass solche Gedanken andauernd auftauchen. Leider weiß kaum ein Betroffener, dass es völlig normal ist, auch sehr häufig sehr negative oder aggressive Dinge zu denken. Also bekommt man jetzt richtig Angst und versucht, diese Gedanken abzustellen und möglichst was anderes zu denken. Genau das geht aber nach hinten los. Versuch' mal, fünf Minuten lang auf keinen Fall an den Eiffelturm zu denken... Es ist experimentell bewiesen, dass der Versuch, Gedanken zu unterdrücken, dazu führt, dass man quasi an nichts anderes mehr denken kann als an das, was man zu unterdrücken versucht. Und das hält auch noch ein Weilchen an, nachdem der Versuch der Gedankenkontrolle schon beendet ist. Das gilt übrigens auch für so neutrale Dinge wie den Eiffelturm, bei angstbesetzten Gedankeninhalten ist die Wirkung wesentlich stärker.

Das ist also der Teufelskreis bei Zwangsgedanken: negativer Gedanke noch mehr negative Gedanken.

Liebe Grüße
Christina

27.12.2010 17:48 • #3


Hallo Christina

Deine "Denkbeschreibung" ist sehr verständlich, wahr und lehrsam.

Sie könnte auch anderen Denkbetroffenen (z.B. Leuten mit Krankheitsängsten)
hier im Forum sehr hilfreich sein (musste beim Lesen auch an Mr.F denken).

Es wäre bestimmt sehr gut, sie auch einmal in einem eigenen Thread zu posten.

Viele Grüsse, der Beobachter

27.12.2010 19:30 • #4


Ich glaube auch, daß Menschen mit Zwangsstörungen besonders streng mit sich selbst umgehen und zu Schuldgefühlen neigen.
Sie können Unperfektheit und "böse" Regungen und Gedanken bei sich selbst nicht akzeptieren und bekommen Angst (wie schon Christina schrieb).
Ich denke, daß die Zwangsgedanken und -handlungen dann unbewußt eine Art
"Selbstbestrafung" darstellen.

Viele Grüße

27.12.2010 20:24 • #5


ich danke unglaublich für diese netten antworten und ein besonderer dank geht da an christina du hast es super erklärt und mir die angst wenigstens ein wenig genomm, kann man denn diese gedanken au wieder los bekomm, denn iwie beeinträchtigen sie mich und machen mir wie ja scho erwähnt so doll angst, das ich eig nur wegen sowas pas bekomm, denn ansonsten kann ich mittlerweile gut damit umgehen, wenn diese blöden gedanken nich wären, die dann natürlich alles noch schlimmer machen

27.12.2010 20:37 • #6


Hallo optimistin120

Wenn du dich genauer mit Aggressiven Zwangsgedanken auseinandersetzen möchtest, hier ein guter Link (Selbsterfahrungsbericht) zu diesem Thema:

https://sites.google.com/site/angstpani ... r-ohne-tat
https://sites.google.com/site/angstpani ... lfen-haben

LG,
Obelix

28.12.2010 11:31 • #7




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