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Ich bin 49 Jahre alt, Familienvater von 3 Kindern und leide an Agoraphobie mit Panikstörungen!

Mein Entschluss, dies nun öffentlich zu machen, ist mir nicht leicht gefallen. Ich glaube es geht jedem von uns so; - was werden Arbeitskollegen, Bekannte, Nachbarn, Freunde, Verwandte oder die, die uns kennen über unsere Familie denken?

Ich habe es satt, immer wieder irgend welche Gründe oder Entschuldigungen zu erfinden, warum ich dies oder jenes nicht machen kann, oder dass mein Umfeld diffamierende Geschichten erfindet. Für mich war extrem schlimm, als mein Vater (den ich über alles geliebt habe) 1998 starb und ich nicht zum Begräbnis fahren konnte, und man in meinem Geburtsort erzählte, dass ich im Gefängnis wäre.

Wie oberflächlich und dumm muß man sein?
Selbst einem Schwerverbrecher wird die Möglichkeit eingeräumt, beim Begräbnis seiner Eltern anwesend zu sein.

In einem hatten die Leute recht. Ja! Es ist ein Gefängnis in dem ich lebe! Ein Ende dessen ist leider noch nicht in Sicht.

Jeden Tag erfahre ich, wie schwer es ist Hilfe zu bekommen, gute Therapieplätze sind auf viele Monate sogar Jahre ausgebucht. Oder, wie in meinem Fall, erschwerend hinzukommt, dass eine Anfangsbehandlung vor Ort durch die Kassen nicht bezahlt wird. Es scheint ein aussichtsloser Kampf. Es stehen Hundertausende in Wartelisten. Wie mir eine Arzthelferin mitteilte, bekommt sie viele Anrufe in denen die Betroffenen damit drohen sich umzubringen, wenn sie nicht schnellstmöglich einen Termin bekommen. Auch hier wird keine Ausnahme gemacht. Eine Wartezeit für Kassenpatienten von bis zu 3 Jahren ist hier die Regel.

Auf meiner Internetseite berichte über mein Leben und meine Erfahrungen. http://www.angstundpanik.net

16.11.2011 16:42 • 08.12.2011 #1


10 Antworten ↓


dasomen
Ich halte Deinen Entschluss, damit offen umzugehen für sehr gut. Das hilft anderen Betroffenen, selbst auch offener zu sein,...

18.11.2011 19:16 • #2



Ich leide seit 15 Jahren an Agoraphobie mit Panickattacken

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MichaPME
Hallo Charly,

ein guter Schritt; ich denke es wird dir nachher leichter werden.
Du wirst sicherlich genau abwägen, zu wem du offen bist.

Ich habe - privat und im Beruf - gute Erfahrungen damit gemacht,
insbesondere, da in der heutigen Zeit durch viele Berichte über
Angst- und Panikstörungen/Depressionen/Burnout viele Leute
besser informiert sind. Am Beginn meiner Angsterkrankung (ca.
1992) hätte ich diese Offenheit nie für möglich gehalten.

Mein Chef weiss Bescheid, meine Familie sowieso und gute Freunde auch.
Das genügt.

Nur Mut.

Herzlichen Gruß
Michael

18.11.2011 19:34 • #3


Ich finde es auch sehr gut, dass du den schritt wagst öffentlich zu werden! Das wird dir helfen und kann auch anderen helfen. Mir selber geht es seitdem auch viel besser

18.11.2011 20:04 • #4


Vielen Dank für Eure aufmunternden Worte.

Mein Problem ist leider, dass ich immer versuche einer der Besten zu sein, perfekte Ergebnissse zu liefern. In meinen Zeugnissen steht oft der Satz Selbst unter hoher Belastung, zeigt er weit überdurchschnittliche Leistungen. Daher hatte ich bis vor kurzem auch die Angst gehabt, offen darüber zu reden. Ich wollte diese Schwäche nicht eingestehen.
Selbst in meiner Familie haben viele nicht verstanden, bzw. verstehen heute immer noch nicht, was mit mir los ist. Dadurch habe ich leider das Vertrauen in andere Personen auch verloren.
Aber durch euch, Menschen die gleiches erlebt haben oder erleben, beginne ich wieder zu hoffen. Ich werde weiter machen, im Kampf gegen meine Krankheit und mich auch öffentlich dazu auf meiner Internetseite http://www.angstundpanik.net und in meinem Forum bekennen !

Ich Danke euch!
Karlheinz

P.S.: Es muß natürlich heißen Panikattacken - nicht Panickattacken

03.12.2011 12:51 • #5


hallo karlheinz


ich leibde auch sehr lange an dieser angst und panik . habe die ersten Jahre das ganze nicht so ernst genommen bis ich in der Situation kam nichts mehr zu können. also ich kann nicht mal alleine zuhause bleiben .


ich find es gut das du dich entschlossen hast offen mit der Krankheit umzugen

wünsche dir viel Kraft und Ausdauer


LG

03.12.2011 14:00 • #6


Hallo an alle!

@charly62

Ich litt selber 10 jahre lang an Agoraphobie mit Panikattacken bei mir hat eine Hypnose therapie geholfen bin jetzt seit knapp 2 monaten Angstfrei...Ich habe davor auch andere Therapien gemacht die haben mir aber nicht viel geholfen das lag finde ich zumindest nicht an der Therapie selbst sondern an den Therapeuten...Mir wurde immer gesagt stell dich der Angst dir wird nichts passieren du wirst schon nicht sterben usw nur mein Gefühl sagte mir immer was anderes...Falls du fragen an mich hast schreib mich ruhig an ich antworte gerne

Und das mit deinem Vater verstehe ich nur zu gut


Mfg MrPhobie

03.12.2011 16:35 • #7


Genau das erlebe ich auch immer wieder. Stell dich der Angst. Es passiert dir nichts.

Die machen es sich so einfach. Es ist so lächerlich, so oberflächlich. Als Kassenpatient bekommt man leider nur eine 0815 - NOTVERSORGUNG

Man erwartet jetzt von mir, da ich finanziell in Not geraten bin - seit 4 Monaten bekomme ich kein Krankengeld mehr - dass ich mich ins Auto setze und zu einer Fachklinik oder einem Facharzt fahre. nach meiner Auffassung ist das eine naive, kindliche Aktion!

Ich bin kein kleines Kind, das trotzig ist, welches man mit einer Belohnung locken muß, sodass es etwas tut.

Ich brauche Hilfe! Hilfe, die mich in die Lage versetzt Therapeuten oder Fachärzte aufzusuchen, die mir eingehend helfen können.

MrPhobie schreibt hier von Hypnose. Ich würde es gerne ausprobieren. Aber wie komme ich dahin, wie kann ich es bezahlen....

Genau das brauchen wir, Vorbilder die es geschafft haben. Die uns berichten wie es ihnen gelungen ist. Denn ich habe immer die Angst davor etwas auszuprobieren, ohne zu wissen, was dort passiert. Ich glaube eher dem, der selbst krank war und über den Weg vberichtet wie er es geschafft hat. Bei den Anderen habe ich mittlerweile das Gefühl, dass sie das sie ihre Leistung als Ware verkaufen!

Ich freue mich auf einen regen Austausch mit MrPhobie.

07.12.2011 10:54 • #8


hallo an alle



ich finde das auch Super , das Mr phobie hier über sein Erfolg schreibt .

Leider ist es so das man meistens nur geschrieben wird wie man Leidet, aber sehr selten liest man Berichte wie die Betroffenen es geschafft haben .

Es ist schade weil Erfolgsberichte machen glaube ich zumindest MUT!!!


gut nicht jede Methode hilft weil jeder was anderes erlebt hat aber es würde sehr hilfreich sein zu sehen mit welcher Art so der eine oder andere es geschafft haben.



Liebe Grüsse , Kraft und Ausdauer wünsche ich allen hier.

08.12.2011 14:48 • #9




Hallo . Ich setz hier mal einfach ne Kopie meines Geburtstagsthreads rein den ich am Samstag hatte . Wozu alles nochmal schreiben.

Ich hoffe der kann etwas Mut machen

Hallo ihr Lieben. Gestern habe ich das halbe Jahrhundert überschritten ich hatte mal 50. Geburtstag. Wenn ich mich heute noch daran erinnere wie damals alles war, was ich bis heute geleistet habe und so zu werden wie ich heut bin, dann könnte ich mir wenn ich wollte wohl ein wenig auf die Schulter klopfen.


Für diejenigen die es noch nicht wissen. Ich hatte nicht gerade die beste Kindheit und meine Eltern waren beide Alk.. Im zarten Alter von acht Jahren verlor ich meine Oma, da mein Vater damals schon getrunken hatte und einen Autounfall baute wobei meine Oma starb.Ich war acht Jahre alt und musste meine Mutter die überlebt hat und ein Schlüsselbeinbruch hatte, täglich waschen. Zu dem Zeitpunkt trank meine Mutter noch nicht .

Ein Jahr später musste mein Vater für sechs Monate ins Gefängnis. Als er zurück kam trank er nur noch. Er brachte sogar einen Knast oder mit nach Hause nach seiner Entlassung der versuchte meine Mutter zu vergewaltigen.dies konnte ich glücklicherweise verhindern weil ich wusste wo die Gaspistole meines Vaters lag und konnte also im Alter von acht Jahren den Bösewicht in die Flucht schlagen.

Danach fing mein Vater an zu trinken, schlug mich und meine Mutter regelmäßig setzte mich im Alter von neun Jahren zum Beispiel zu Weihnachten vor die Tür zu der sich eine Nacht in eisiger Kälte auf einem Spielplatz ein wenig geschützt von den Holzbauten da die Nacht verbringen musste.

Kein Weihnachten war richtig schön da wir erst geschenkt bekam und anschließend mit dem Christbaum durch die Gegend flogen. Meine Mutter fing an zu trinken aus Angst vor seinen Schlägen und wurde auch Alk.. In die Schule konnte ich nicht mehr gehen da ich nur das Kind der Säufer war und regelmäßig geschlagen wurde. Sie kamen nie alleine sondern immer zu dritt oder zu viert.

Also schwänzte irgendwann die Schulung ging gar nicht mehr hin. Dafür aber mit meinem besten Freund meinem Schäferhund spazieren. Der Alk. meines Vaters steigerte sich immer mehr und zuschlug öfter und brachte sogar Tiere um. So fand ich eines Morgens 71 mit abgerissenen Kopf auf meinem Frühstücksteller. Und Vater sagte wenn du nicht zur Schule gehst und dich durchsetzt töte ich das nächste Tier.

Tja mein Vater hatte schon immer eine eigenartige Auffassung was Erziehung betrifft. Da ich damals noch klein war und mich nicht wehren konnte stellte sich meine Mutter natürlich regelmäßig vor mich und fing somit die meisten Schläge ab. Sie starb im Alter von 58 Jahren an einem Herzinfarkt nach dem sie jeden Tag bis zu drei Schachteln Zig. geraucht und bis zu 12-15 Flaschen B. getrunken hatte.

Bevor sie starb hatte sie zweimal das Delirium Tremenz. Und verbrachte einige Zeit in psychiatrischer Behandlung. Vater schloss sogar den Kühlschrank ab obwohl voll mit Lebensmitteln war nur weil ich mir erlaubt hatte eine Dose Ölsardinen für 0,79 DM abends heimlich zu essen. Für B. und Wein sowie Zig. war genügend Geld da.

Weihnachten lief immer gleicher erst gab's Geschenke dann gab es Rum mit Nelken und Wasser und Zucker, später nur Rum ohne Wasser und ohne Zucker. Meistens flogen nach dem dritten Grog die Fetzen.Also alles in allem keine sehr schöne Kindheit. im Alter von 14 Jahren wurde ins Heim abgeschoben. Dort musste ich nun lerne mich auch körperlich zu Wehr zu setzen denn es war eine schlimme Zeit und sehr schwer sich körperlich und schulisch einem Platz in der oberen Liga zu ergattern. Es galt das Hühnerleiterprinzip..

Es war auch nicht sehr angenehm wenn nur aufgenommene Musikkassetten kamen die ich in meinem Radiorecorder bei den Schulaufgaben im Heim abspielen durfte, und auf denen zu hören war nie meine Mutter von meinem Vater geschlagen wurde. Mir sammelte sich eine wahnsinnige Wut an doch ich konnte nichts tun da ich 400 km weit von zuhause entfernt war.

Nach zwei Jahren Erziehungsheim kam ich endlich nachhause und sah wie mein Vater meine Mutter im Wohnzimmer die auf dem Boden lag, immer weiter in den Unterleib trat obwohl sie in ihrer Ohnmacht schon nicht mehr bei sich behalten konnte. Ich rannte ohne zu zögern auch mein Vater los rannte ihn um wobei der Fernseher noch auf dem Boden fiel, setzte mich auch mein Vater und schlug nur noch zu. Meine Mutter sagte plötzlich hör auf sonst was noch bestraft das hast Du nicht verdient er würde sich freuen.

In der Zwischenzeit hat sich eine Lehrstelle als Regisseur gefunden und bekam von einem Kunden das Angebot in das Altbauhäuschen anzuziehen. Natürlich setzt sich sofort mein Vorhaben in die Tat um und war froh von zuhause weg zu sein. Ich hatte Verantwortung morgens als erster den Salon auf und abends als letzter auch wieder zu zu schließen.leider taten meine Mutter immer noch sehr leid. Sie war ja schließlich immer noch bei meinem Vater. Was sich auch auf meine Lehrzeit auswirkte denn immer öfter kam eine Mutter mit dem einen oder anderen blauen Auge zu mir in den Salon was natürlich auch die Kundschaft sah und der Chef dies nicht gerade mit Begeisterung sah.

Sie fragte mich immer öfter sie bei mir übernachten können. Ich sagte natürlich nicht nein musste aber dafür mein Umgang mit meinen Freundinnen gehe ich in dieses Milieu nicht mit einladen wollte zurückstellen und letztendlich verläuft meine Lehrstelle.

Ich hatte das Glück eine neue Lehrstelle zu finden durch mein Herr fertig machen konnte in der Zwischenzeit lernte ich meine erste große Liebe kennen die zehn Jahre älter war und es wurden Gott sei Dank die vier schönsten Jahre in meinem Leben. Die lange bei ihr alles was ich lernen konnte probierte mich nach meiner Lehre aus den verschiedenen Jobs wurden meine Mutter ab und zu zu uns und versuchen sogar mit ihrem jungen Freund zu verkuppeln Dinge ausfindig gemacht hatten. Leider war meine Mutter da schon so kaputt dass er nichts mehr von ihr wissen wollt. Sie hat auch keine Kraft sich von meinen Vater zu trennen. Nach vier Jahren mit meiner Freundin diese Beziehung zu Ende da sie einen reiferen Mann gefunden hatte. Es war wie immer Weihnachten.

Nicht heute so sehr sich ein Jahr lang keine Freundin suchte. Danach tröstete ich mich hier und da mit ein paar Abenteuern ging zur Arbeit und lernte irgendwann eine neue Freundin kennen. Um es etwas kürzer zugestanden bekam ein Kind mit ihr mein Sohn wurde am 23. November geboren und starb am 29. Dezember plötzlichen Kindstod.

Die Beziehung verkraftete dies nicht und meine derzeitige Freundin trennte sich von mir die auch die Mutter des Kindes war. Nach dem Tod meines Sohnes bekanntlich nicht hätte laut Leonard Cohen in meiner Wohnung und alle Nachbarn wussten dass ich einen Todesfall hatte. Doch statt zu trösten und zu fragen wie's mir ginge um etwas Halt zu geben, riefen sie die Hausverwaltung an und ich verlor mein letztes was ich hatte ,meine
Wohnung.

Da ich nicht wusste wohin flüchtete ich zu einer alten Kundin meine Salons und wir wurden ein Paar. Ich liebte sie über alles auf der Welt und auch meine Mutter konnte sie leiden. Doch dann starb meine Mutter, an Herzinfarkt und mein besoffener Vater hatte nichts anderes zu tun als mir die Schuld dafür zu geben, er meinte wäre ich nicht auf die Welt gekommen wurde meine Mutter noch leben. Danach starb meine Partnerin an Brustkrebs, danach eine Freundin, die sich vor eine Straßenbahn warf und ich saß auf der Straße.

Als mein Sohn gestorben war fingen die Panikattacken an. Ich wusste nicht dass ich über zehn Jahre daran leiden sollte. Ich bekam Herz rasen Schweißausbrüche Todesängste Puls von ca. 140 in Ruhe, hatte ständig das Gefühl um zu fallen einen Herzinfarkt zu bekommen verrückt zu werden neben mir zustehen und zu guter letzt zu sterben. Die Panik war so Das nicht mal mehr einkaufen gehen konnteunterwegs zusammenbrach. Einmal wurde ich ohnmächtig viele viele andere Male trugen mich meine Beine von Zittern einfach nicht mehr. Ich bekam über acht Jahre fast sämtliche Antidepressiva dies gibt. Doch alle hatten einen gewaltigen Nebeneffekt ich bekam meist mehr Herz rasen und mehr Panik. Der Notarzt war Stammgast bei mir zuhause und brachte jedes Mal schon sein tragbares EKG Gerät mit. Auch etliche Krankenhausaufenthalt brachte mir nicht in kein Arzt auf der Welt konnte etwas körperliches feststellen. Ich hielt aber ständig noch meinen Gedanken daran fest das ich bestimmt einen Herzinfarkt bekommen sollte wie meine Mutter auch.

Bis ich endlich einen Neurologen vorgesetzt bekam immer das erste Mal eröffnete das es auch Therapien für seine solche Krankheit geben würde. Er erkannte meine Verfassung sofort und gab mir zum ersten Mal in meinem Leben ein Benzodiazepine namens Tavor. Später auch Valium. Mit diesen Medikamenten konnte ich zunächst wieder arbeiten gehen was mir vorher vollkommen unmöglich schien. In der Zwischenzeit stellte ich ein Antrag auf eine Langzeittherapie mittlerweile die dritte, da die andern zwei vorher in der Zeit stattfanden nachdem mein Sohn und meine große Liebe gestorben war.

Die zeitlich auf der Straße leben musste war nicht schön. Männerwohnheime aufgeladene Messerstechereien Erpressungenschläge waren an der Tagesordnung. Deshalb verfrachtete ich damals meine bleibe nach draußen gelegene ein Zelt besorgt und darin wohnte. Was im Sommer vielleicht ganz angenehm ist jedoch nicht im Winter. Die Einsamkeit die Traurigkeit die Wut und die Verzweiflung trieben mich zum Alk. wenig einig niemals trinken wollte denn ich hatte ja zwei gute Vorbilder meine Eltern. Ich griff in meiner Verzweiflung zur Flasche und so kam es dass sie schneller am Boden lag als ich dachte. Förmlich aus der Gosse heraus schoss mit zwei Gedanken durch den Kopf. Entweder du verträgst hier oder du stehst auf dieses Krankenhaus macht eine Entgiftung und Versuchs auf die Beine zu kommen. Denn das bist du deinen Lieben im Himmel schuldig. Sie sollten sich nicht für mich schämen müssen. Also kämpfte ich mich hoch in das Krankenhaus tranken noch zwei Flachmänner und ging zu meiner ersten Entgiftung. Danach folgten noch etliche Psychiatrieaufenthalte drei Langzeittherapie bis es so weit war mein Leben wieder einigermaßen selbst in den Griff zu bekommen und mich auch.

Ich möchte hier nicht noch mehr auf Einzelheiten meines Lebens eingebundenen könnte ich Romane schreiben, sondern euch nur ein paar kleine Einblicke gewähren die mir im nachdenken zu meinem gestrigen Geburtstag so durch den Kopf gegangen sind, und wobei ich mir dachte sie könnten euch helfen wenn ich sie euch mitteile.
Vor allen Dingen denen die vielleicht noch jünger sind noch in dem gleichen Dilemma drin stecken mit ihren Panikattacken und Ängsten und Herzneurosen und gerade am verzweifeln sind und meinen das Leben ginge nicht weiter und sie würden niemals mehr gesund werden.

Vielleicht konnte ich euch an meinem Beispiel zeigen dass dies nicht der Fall ist sondern dass man wieder gesunden kann der nach der dritten Therapie habe ich angefangen langsam zu leben ich war in zwei betreuten Wohngemeinschaften wird dann noch einmal abgestürzt hat mich dann wieder in den Griff bekommen und lebe seit dem Angst und Panik frei. Im Gegensatz zu früher ist das Unwohlsein und öffentlichen Verkehrsmitteln nahezu ein Witz was ich heute noch teilweise empfinde.

Damals hätte ich nie im Leben geglaubt dass es jemals wieder mit mir aufwärtsgehen könnte ich hätte für mein eigenes Leben keinen einzigen Cent gegeben wenn mich einer gefragt hätte wollen wir wetten?

Heute lebe ich in Frührente habe eine kleine Wohnung einer Freundin seit 17 Jahren zwar kein Auto aber ein Motorroller zwei Fernseher etliche Handys zwei Computer und vor einigen keine Panik mehr ich kann mich wieder frei draußen bewegen und bin zufrieden mit meinem Leben.

Nur macht eines nicht. Jammern ist ja gesund auch Trainer erleichtern die Seele doch irgendwann muss man sich auch selber wieder in den Ar. treten und hoch wollen. Es ist keine Schande krank zu sein, aber es ist eine Schande nichts dagegen zu tun.

Rafft euch auf schaut dass sie eine Therapie bekommt. Arbeitet in der Therapie selber damit es läuft euch keiner hinterher und sagt was kann ich für dich tun. Ihr Machttherapie wenn ihr nicht von euren Problemen redet der Therapeut tut es nicht. Ihr könnt euch euer Selbstwert vertrauen euer Selbstgefühl eure Achtung vor euch selbst euer Durchsetzungsvermögen aufbauen und euer Leben wieder in den Griff bekommen. Ohne Angst und Panikattacken!

Sorry wenn es etwas länger geworden ist, aber man wird nur einmal 50 Jahre alt und es war mir ein Bedürfnis euch ein wenig Mut zu machen. Ich hoffe das meine Geschichte euch ein wenig Mut machen konnte und ihr vielleicht vieles was ihr jetzt als Ausweglosigkeit betrachtet später mal als nicht allzu großes Problem seht.

In diesem Sinne wünsche ich allen die noch Probleme mit Panikattacken haben viel Mut, Kraft, und Eigenliebe um sich aufzuraffen und endlich was zu tun, oder falls der eine oder andere schon dabei ist auch dabei zu bleiben. Den Therapie tut nicht immer gut sie tut auch manchmal weh. Doch das gehört dazu

Euch allen alles alles Gute und gute Besserung.

Liebe Grüße euer Ozonik7.

(Und es gibt viele hier die ähnliche Erlebnisse hatten.)

Auch du bist nicht alleine oder der einzige der solche Probleme hat.



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Aufgeben gibts nicht und wer nicht will der hat schon ! Bild




Ne vernünftige Langzeitherapie kann Wunder wirken. Auch noch mit 49

08.12.2011 15:00 • #10


Hi,

als ich meine schlimmen PA hatte, bin ich erstmal zu meinem Hausarzt gegangen und ihn nach Tabletten gefragt. Er hat sofort gesehen wie schlecht es mir ging. Er hat mir erstmal Tavor (wirken sofort) verschrieben und mir telefonisch einen Termin bei einem Psychiater gemacht. Mit diesen Tabor Tabletten konnte ich mich dann erstmal normal draußen bewegen und zum Psychiater gehen.

Mein Psychiater hat mir dann Citalopram verschrieben, die mir sehr geholfen haben. Ich bin immer noch auf der Suche nach einem Therapeuten, aber diese extremen PA habe ich nicht mehr.

Die Citalopramtabletten konnte ich inzwischen runterdosieren auf 10 mg und ich kann mich draußen wieder normal unter Menschen in Bus und Bahn usw. bewegen.

08.12.2011 18:42 • #11



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