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Guten Abend Zusammen,

ich habe jetzt ca. seit einem Jahr Panikattacken wenn ich alleine unterwegs bin, und versuche es zu vermeiden. Anfangs wollte ich gar nicht mehr das Haus verlassen auch nicht mit meiner Frau zusammen. Aber nach Wochen bin ich dann wieder Raus gefahren zusammen mit meiner Frau auch weitere Strecken klappt zusammen ganz gut ohne Panikattacken evtl bisschen Unruhe aber das ist harmlos.
Mein Problem ist das ich aber nicht alleine geschweige denn weit weg von Zuhause wegfahren. Meine neue Arbeit fängt am Montag an da muss ich wohl oder übel in den sauren Apfe beißen ca. 25min Autofahrt ich habe jetzt schon Angst das ich unterwegs Panickattacken bekomme und fühle mich immer Hilflos und Verloren und habe Angst zu Sterben (hoert sich krass an) was kann ich tun was meint ihr?kann was passieren?

19.01.2020 00:03 • 21.01.2020 #1


17 Antworten ↓


Icefalki
Kannst du Strecken fahren, wo du jederzeit halten kannst? Und als kleine Hoffnung, ich habe jahrelang auf der Arbeit unter Panik vor 20 Probanden die Untersuchungen geleitet, und bin nie umgefallen oder sonst was. Ausser eigenem Leiden hat nie jemand etwas bemerkt.

Aber ich weiss, wie furchtbar alles ist. Mach es trotzdem, quasi unter Einsatz deines Lebens. Und arbeite therapeutisch an deiner Angst. Man stirbt davon nicht, auch wenn es sich so anfühlt. Im Auto habe ich laut gesungen, oder rumgeschrieen, Fenster auf, Fenster zu, Musik an,Musik aus. Mir auf den Oberschenkel gehauen und gelitten. Und immer angekommen. Grauslich.

Wenn ich zornig war, war es am besten.

Und als alter Angsthase kann ich dir nur sagen, dass diese Angst vor dem draussen übersetzt werden kann, mit der Angst, dass man selbst keine Sicherheit in sich trägt. Deshalb diese Lebensängste.

Ist aber in der Hochphase extrem schwierig, sich damit zu beschäftigen. Deshalb sag ich dir nur, dir passiert nicht wirklich etwas. Findet nur in unserem Kopf statt mit den damit verbundenen Adrenalinausschüttungen. Drum lass dich nicht unterkriegen. Du schaffst das.

19.01.2020 00:22 • #2



Große Probleme allein mit dem Auto zu fahren

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Hallo icefalki,

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich denke die Angst vor der Angst ist immer das schlimmste und man malt sich viele Szenen im Kopf aus was alles passieren kann. Das Gefühl ist natürlich beschissen aber vielleicht gewöhne ich mich an diese Situation so das ich bald wieder Angstfrei mein Leben leben kann.

19.01.2020 00:41 • #3


Hallo @Ruffet Kenne ich, kenne ich. Darunter habe ich auch längere Zeit gelitten. Ein rausgehen bzw. mich weiter von zuhause entfernen ging nur mit einem Freund zusammen. Bis ich es dann eines Tages einfach alleine gewagt habe. Mit soooo viel Herzklopfen und einem gruseligen Angst-Kino im Kopf. Haben sich die Ängste bewahrheitet? Nein! Nichts davon ist eingetreten. Also das erste Wagnis war katastrophenfrei überstanden. Meine Selbstsicherheit wuchs und das alleine weggehen wurde mit jedem Mal leichter. Was mir dabei geholfen hat war Ablenkung von den Gedanken. Ich habe im Auto Radio gehört und habe vor mich hin gesprochen. So Sätze wie "Mir kann nichts passieren, tralala und hoppsasa". Hört sich albern an? Egal, der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel. Weiter hat mir geholfen, bewusst an etwas anderes zu denken als an das, was passieren könnte. So habe ich mich gezwungen, an schöne Erlebnisse von früher zu denken und auch an Erfolgserlebnisse. Das hat mir auch Kraft gegeben. Und ganz wichtig - das Handy war immer in Reichweite, als Krücke sozusagen.
Du schaffst das, nur Mut!

19.01.2020 07:46 • #4


@soleil danke für die beruhigenden Worte. Ich muss einfach in den sauren Apfel beißen und dadurch ich habe halt Angst davor umzukippen oder zu hyperventilieren. Mein Hausarzt hat mir auch damals Escitalopram verschrieben die ich aber nicht nehme weil ich es ohne Tablette schaffen will. Ich hab sie stets griffbereit so das ich die eventuell bei Not nehmen kann.

19.01.2020 11:55 • #5


Kannst du heute noch etwas üben und alleine rausgehen und fahren?

19.01.2020 12:06 • #6


Ja ich muss es heute nochmal üben. Ich denke aber das ich mir immer schlimme sachen ausmale und eigtl weiß ich ja das nichts passieren kann.

19.01.2020 14:04 • #7


Zitat von Ruffet:
Ja ich muss es heute nochmal üben. Ich denke aber das ich mir immer schlimme sachen ausmale und eigtl weiß ich ja das nichts passieren kann.

So ist es. Also nichts wie rein ins Auto. (Leider gibt es hier kein Auto-Smiley).
Berichte dann später, wie es war okay?

19.01.2020 14:09 • x 1 #8


@soleil bis auf Innere Unruhe war es eigtl ganz Okay bin jetzt zwar nicht kilometerweit gefahren aber es ging bei mir spielt es sich so ab das ich dann etwas druck auf der Brust kriege und nervös werde und tief einatme... dieses gefühl habe ich lange nicht mehr gehabt aber wenn ich wieder morgen eine lämgere strecke fahren muss dann denke ich schon das dieses Gefühl wiederkehrt... ich wusste überhaupt nicht das es sowas gibt ich war früher viel aleine unterwegs(Außendienst) bis ich einmal mein Asthmaspray vergessen habe dann habe ich das erste mal bekommen.. und seitdem kriege ich es nicht weg.. dann hat mir das natuerlich noch einer eingeredet das er das auch hat und habe mich dann dareingesteigert so das ich es nicht mehr aus dem Kopf bekomme.. vielleicht muss ich doch die Antidepressiva holen heute Abend aber die Nebenwirkungen sind mir etwas geheuer..

19.01.2020 16:44 • #9


Zitat von Ruffet:
@soleil bis auf Innere Unruhe war es eigtl ganz Okay bin jetzt zwar nicht kilometerweit gefahren aber es ging bei mir spielt es sich so ab das ich dann etwas druck auf der Brust kriege und nervös werde und tief einatme... dieses gefühl habe ich lange nicht mehr gehabt aber wenn ich wieder morgen eine lämgere strecke fahren muss dann denke ich schon das dieses Gefühl wiederkehrt... ich wusste überhaupt nicht das es sowas gibt ich war früher viel aleine unterwegs(Außendienst) bis ich einmal mein Asthmaspray vergessen habe dann habe ich das erste mal bekommen.. und seitdem kriege ich es nicht weg.. dann hat mir das natuerlich noch einer eingeredet das er das auch hat und habe mich dann dareingesteigert so das ich es nicht mehr aus dem Kopf bekomme.. vielleicht muss ich doch die Antidepressiva holen heute Abend aber die Nebenwirkungen sind mir etwas geheuer..

Siehst du, es ging. Wahrscheinlich atmest du falsch. Die Bauchatmung wirkt entspannend.
Atme langsam und tief durch die Nase ein, bis sich Dein Bauch mit Luft gefüllt hat, und atme durch den Mund wieder aus. Versuche dabei die einströmende Luft in der Nase zu spüren und fühle, wie sich Deine Bauchdecke hebt und wieder senkt.
Sage dir während der Autofahrt immer wieder, dass dir nichts passieren kann. Okay, dann ist das das vergessene Asthmaspray der Auslöser deine Ängste.
Wenn du ein paar Mal gefahren bist und es ist nichts passiert, bekommst du mehr Selbtsicherheit und die Angst wird geringer.
Nimmst du das Medikament Escitalopram? Da bin ich ehrlich gesagt überfragt, ob das überhaupt so schnell wirkt. Es ist ja kein Benzo.
@Icefalki hat es schon angesprochen, kannst du Strecken fahren, wo du ein paar Mal anhalten kannst?

19.01.2020 17:04 • #10


@soleil Ja das ich falsch Atme kann sein ich versuche so zu Atmen wie du mir das geschildert hast.
Ne Benzo habe ich keine und Escitalopram bis es die volle Wirkung erzielt denke ich dauert es auch seine Zeit. Ich werde es schon irgendwie schaffe auch wenn mein Kopf sagt fahr nicht dreh um werde ich weiter fahren ich denke das wird schon irgendwie funktionieren und wenn ich auf der Arbeit abgelenkt bin hoffentlich denke ich vielleicht nicht mehr dran.

19.01.2020 17:14 • #11


Zitat von Ruffet:
@soleil Ja das ich falsch Atme kann sein ich versuche so zu Atmen wie du mir das geschildert hast.Ne Benzo habe ich keine und Escitalopram bis es die volle Wirkung erzielt denke ich dauert es auch seine Zeit. Ich werde es schon irgendwie schaffe auch wenn mein Kopf sagt fahr nicht dreh um werde ich weiter fahren ich denke das wird schon irgendwie funktionieren und wenn ich auf der Arbeit abgelenkt bin hoffentlich denke ich vielleicht nicht mehr dran.

Du schaffst das. Ich nehme an, du kennst die Strecke oder? Wichtig wäre halt, dass du im Falle eines Falles rechts rausfahren kannst. So als Sicherheit sozusagen. Und das richtige atmen nicht vergessen.
Gut wäre, wenn du dich heute ablenken könntest. Weg von den Angstgedanken, was passieren könnte etc....
Ein paar Schluck Wasser trinken hilft auch. Dies lenkt den Körper ab und die Atmung wird durch das Trinken automatisch verlangsamt. Also morgen die Wasserflasche nicht vergessen.

19.01.2020 17:35 • #12


Super das mit dem Wasser hole ich mit und versuche es es wird ja nicht dauerhaft die Panik geben ich denke immer das wird 8std solang gehen mit der Panik aber die klingt doch nach paar minuten wieder ab schätze ich mal.. danke fuer die wohltuenden Worte.. ich versuche mich heute abzulenken aber irgendwann muss man eben diese Konfrontation suchen sonst kommt man da nie mehr raus.

19.01.2020 17:42 • x 1 #13


Zitat von Ruffet:
Super das mit dem Wasser hole ich mit und versuche es es wird ja nicht dauerhaft die Panik geben ich denke immer das wird 8std solang gehen mit der Panik aber die klingt doch nach paar minuten wieder ab schätze ich mal.. danke fuer die wohltuenden Worte.. ich versuche mich heute abzulenken aber irgendwann muss man eben diese Konfrontation suchen sonst kommt man da nie mehr raus.

Es gibt keine dauerhafte Panik, nein. Du wirst während der Arbeitszeit abgelenkt sein. Mach dir da bitte keine Sorgen.
Ich finde es gut, dass du den Schritt wagst. Nur Mut.

19.01.2020 17:51 • #14


Ja, ich werde mich morgen nochmal melden und berichten wie es war. Vielen Dank.

19.01.2020 18:00 • #15


Zitat von Ruffet:
Ja, ich werde mich morgen nochmal melden und berichten wie es war. Vielen Dank.

Mach das. Bin gespannt auf deinen Bericht.

19.01.2020 18:01 • #16


@soleil also ich bin heute einfach gefahren und zum erstaunen es ist nichts eingetreten und habe mich vorher noch total verrückt gemacht am anfang war es zwar etwas komisch aber ehrlich gesagt wars recht entspannt und bin froh das ich den Schritt gewagt habe ich glaube den Schritt zu meistern ist das schlimme an sowas aber es war echt harmlos.

20.01.2020 20:38 • x 1 #17

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Zitat von Ruffet:
@soleil also ich bin heute einfach gefahren und zum erstaunen es ist nichts eingetreten und habe mich vorher noch total verrückt gemacht am anfang war es zwar etwas komisch aber ehrlich gesagt wars recht entspannt und bin froh das ich den Schritt gewagt habe ich glaube den Schritt zu meistern ist das schlimme an sowas aber es war echt harmlos.

Ich habe deinen Beitrag erst jetzt gelesen.
Super, dass es so gut gelaufen ist. Siehst du, das ganze Gedanken-Horrorszenario ist nicht eingetreten. Da kannst du jetzt aber mächtig stolz auf dich sein.

21.01.2020 14:14 • x 1 #18



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Dr. Christina Wiesemann