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Fühlerexperte

Fühlerexperte
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Guten Morgen hier in diesem wirklich tollen Forum 😌

Ich will mich kurz vorstellen, 53 Jahre, männlich. ja, was noch. Abi, Lehre, Studium (BWL), gearbeitet, beim Vater eingestiegen in den 3 Mann Betrieb, jetzt 15 Mann, dann Frau mit 3 Kids "genommen", eigener Sohn kam noch dazu. soweit so gut.

Nun komme ich zu meiner Frage bzw. meinem Problem. und ich weiß, es geht hier vielen bedeutend schlechter(!), keine Frage, und wer mich hier um etwas bittet, Fragen hat usw., dem beantworte ich sie gerne, wenn ich damit helfen kann, dies nur am Rande.

So, Kurzfassung:

Letztes Jahr sind zwei gute Mitarbeiter zurück in ihr Heimatland gegangen, es war sehr stressig, DAZU hat der beste Freud unseres Sohnes (Vater Mitarbeiter bei mir, wohnen in der gleichen Straße) die Diagnose Hirntumor bekommen, erst klein, dann groß, dann schwierig zu operieren, dann bösartiger, seltener Tumor. (jetzt nach 9 Monaten ist er operiert und krebsfrei, ihm gehts gut, Gott sei Dank). und das hat mich nach Jahren mit sehr viel Stress (die Zeit mit den 3 Kids, war brutal(!) schlimm, jetzt sind sie erwachsen und alle ausgezogen mit unserer Unterstützung), aus der Bahn geworfen. Ja. dachte das passiert MIR doch nicht. ICH der Starke, immer für alle da, immer alles gemacht usw. . aber es hat mich erwischt! Symptome:

Nachts Herzrasen mit Panikattacke (Krankenhaus, nichts festgestellt, Kardiologe auch nicht, bin sportlich und ernähre mich sehr gut)
Abends Brustschmerzen links (Krankenhaus, natürlich nichts gefunden, der Pfleger der schon 20 Jahre da ist sagte nur: Kennen wir, Kopfsache, ich soll mal zum Psychologen)
3 Monate leichte unregelmäßige Kopfschmerzen (waren nach MRT von heute auf morgen weg)
Arme und Beine gezittert (war nach ca. 2 Wochen weg, davon 1 Woche alleine in Tirol)
Arme und Beine leicht "wabbelig" (bis heute ganz selten noch mal da)
Füße und Hände kribbeln immer mal, mal öfter, mal weniger oft (Neurologe, ja, ist was. kann dauern bis es weg geht, ich soll eine Verhaltenstherapie machen)
Magenschmerzen, ganz leicht. über 3-4 Monate (Magenspiegelung dann endlich, leichte Gastritis kam raus, ist weg nach Tabletten)
Ungute Gefühl im Magen, bisschen Atemdruck, Engegefühl in der Brust, kommt und geht, mal 5 Tage nichts, dann 1-2 Tage da, oder auch an Tagen vormittags da, mittags gar nichts, abends da (das hält bis heute an).

Ich habe mein Umfeld immer mit einbezogen, bin offen damit umgegangen, Firma wie privat, ich habe ja nichts falsch gemacht. .

So. das (Punkt 1 bis zum vorletzten Punkt) war alles im Zeitraum März 2025 bis ich sage mal März 2026, das ist quasi weg. nur dieses blöde ungute Gefühl, was kommt und geht, das bekomme ich nicht weg!

Ich war also auch bei einer Psychologin, sehr nett, sie hat mir genau erklärt warum ich da bin wo ich bin (aufgestaut über die laaaangen Jahre, Auslöser bzw. das fass zum Überlaufen war der Hirntumor), ich habe zugleich meine Einstellung geändert (nicht alles zu 120% machen, die Leute einfach ein bisschen machen lassen, mich nicht mehr so aufregen usw), und das klappt gut, ich gehe nur noch 3 Tage die Woche arbeiten, wir haben viel Spaß mit unserem Sohn und uns,, alles top!

Nur. ich liege eben z.B. auf dem Liegestuhl, schönstes Wetter, kein Streß. und BUMM ist das blöde Gefühl da. und das dauert dann 15 Minuten, 5 Stunden, 1 oder 2 Tage. .und dann ist es wieder weg! Unberechenbar. und das ist nervig, das treibt mich eben um! Daher meine Frage hier. .wie kann ich es vermeiden bzw. was wären Tipps, wenn es da ist, dass es schnell wieder geht? Vielleicht hat einer ähnliche Erfahrungen und einen guten Tipp?

Ich freue mich sehr etwas zu hören, beantworte auch gerne Rückfragen vielen Dank!

Schönes WE. .

26.04.2026 x 2 #1


14 Antworten ↓

N
Hallo, ich habe von dir aufgezählte Symptome und weitere, die alle ohne Diagnosen blieben. Mein Herzstolpern und die daraus entstehende Angst in dem Moment, was klar ist, kommen ebenfalls immer wieder aus dem Nichts und ich kann auch nicht sagen ob es abhängig ist von einer vorangegangenen Situation oder Gedanken. Wenn das kommt nehme ich das zwar wahr aber mache einfach, sofern möglich, weiter mit dem was ich gerade gemacht habe. Wenn das nichts ist (also chillen oder so) dann stehe ich auf, gehe und atme dabei kontrolliert ein langsam, bedacht und tief. Das geht meist wieder weg. Wenn das bei dir mehrere Tage anhält oder Stunden versucht doch mal etwas ablenkendes zu machen. Das sind meiner Ansicht nach alles nur Momentaktionen und es bedarf wahrscheinlich weiterhin eine tiefere Bearbeitung psychologisch aber ich würde es mal versuchen. Einfach hinnehmen, etwas machen was körperlich in der Ausführung ist. Vielleicht hilft das den Moment.

Alles Gute wünsche ich dir 🌻

x 3 #2


A


Burnout letztes Jahr mit Spätfolgen wie geht es weiter?

x 3


Schlaflose
Zitat von Fühlerexperte:
beantworte auch gerne Rückfragen vielen Dank!

In deinem Titel heißt es Burnout, aber in deinem Text ist keine Rede davon. Hattest du denn diese Diagnose offiziell? Die ganzen Symptome, die du schilderst, sind nämlich keine klassischen Burnout-Symptome, sondern eher die einer Angsterkrankung. Meine Freundin hatte vor einigen dreimal einen Burnout, aber nichts von deinen Symptomen. Sie war nur vollkommen psychisch und körperlich erschöpft und hat nichts mehr auf die Reihe bekommen, noch nicht einmal, den Katzen morgens ihr Futter zu geben. Ihr Mann musste alles machen.

x 2 #3


Fühlerexperte
Vielen Dank ihr zwei!

Ich mache es genau so....und das hilft manchmal! Grade in Ruhephasen kommen diese Angststörungen, und dann gehe ich ne Runde joggen oder in den Garten und danach ist es weg. Das KANN so sein....muss aber nicht 😏

Nein. Ich dachte Burnout...wenn du das besser weißt ist es eine Angststörung, die Bezeichnung ist mir ja reeelativ egal, ich habe darum versucht die Symptome zu beschreiben. Ich bin sonst top drauf, wirklich, nur eben manchmal dieses Gefühl....aber das lasse ich ja keinen sehen um mich herum

x 2 #4


N
Nein, muss nicht. Du kannst ja auch nicht 24 Stunden lang Sport machen 😁 Aber für den akuten Fall eine vielleicht meistens hilfreiche Umgangsform. Es gibt auch Atemübungen und Entspannungsübungen die helfen sollen. Ich selbst habe Atemübungen gemacht und wende sie an wenn es passiert. Vielleicht sowas einmal versuchen.

#5


Mypat
@Fühlerexperte Wie drückt sich dieses blöde Gefühl aus. Kannst du es bitte schildern wenn es geht

#6


NeonPixie
Dieses unberechenbare Kommen und Gehen von Symptomen liegt daran, dass dein Nervensystem sich die Unberechenbarkeit selbst beibringt. Es hat gelernt, dass der Alarm jederzeit kommen kann. Also scannt es immer weiter. Gerade auch an ruhigen Orten und Situationen, weil da kein externer Stressor da ist, dem man die Schuld zuweisen kann. Die Erwartungsanspannung versetzt das Nervensystem genau in den Zustand, aus dem das Symptom entsteht.

Nicht dagegen ankämpfen und nicht analysieren, wann es wieder geht. Beides verlängert es. Stattdessen zur Kenntnis nehmen und weitermachen.

Der Körper braucht nach einem langen Burnout länger zum Kalibrieren als der Kopf. Du denkst, du bist fertig, aber der Körper ist noch beim Aufräumen. Das kann noch Monate dauern, wird aber besser.

x 5 #7


Fühlerexperte
Das klingt komplett schlüssig, vielen Dank! Ja...das ist der Punkt, der Kopf weiß nun wie es zu laufen hat, er hat er verinnerlicht, aber der Körper bzw. die Nerven noch nicht, das ist auch mein Eindruck. Ich mache weiter, tue quasi so als wäre nichts...was manchmal auch nicht ganz so leicht fällt.

Zu den Symptomen genau:

Es ist eben ein plötzlich komisches Gefühl, Angst ist es auf keinen Fall direkt, einfach ein nicht wohl fühlen...dazu zwickt es mal in der Brust oder ich kann zweimal hintereinander nicht gut atmen. Es hält mal länger an, mal nur 5 Minuten, es ist auch mal ein paar Tage gar nicht da, und dann kommt es, quasi wie: "Soooo....freu dich mal nicht zu früh, du denkst es ist Rum aber Nene, ich zeigs dir, wenn ich will".

Immer mal auch Bänder und Füße die bisschen kribbeln oder wie leicht einschlafen....aber das ist auch mal paar Tage da, dann wieder weg.

Ich hab auch den Eindruck, der Körper sucht sich immer dann was neues, wenn eine Sache wirklich ausgeschlossen ist, dass es was ist!

x 1 #8


NeonPixie
Der Körper sucht sich immer dann etwas Neues, wenn eine Sache ausgeschlossen ist. Genau das ist Hypervigilanz in Reinform. Das Alarmsystem braucht keine echte Bedrohung, es braucht nur einen Körper, der es beobachtet. Und solange es beobachtet wird, liefert es Material.

Der Fachbegriff für "tu so, als wäre nichts" wäre Exposition ohne Vermeidung. Nicht weil man die Symptome ignoriert, sondern weil man dem Nervensystem zeigt, dass man nicht darauf reagiert. Irgendwann stellt das Nergensystem dann den Impuls ein.

Das ist ein normaler Verlauf. Manche brauchen noch ein halbes Jahr, manche länger. Es gibt keinen Schalter.

x 1 #9


S
Zitat von Fühlerexperte:
Daher meine Frage hier. .wie kann ich es vermeiden bzw. was wären Tipps, wenn es da ist, dass es schnell wieder geht?

Vermeiden wollen geht meistens nicht gut, weil dann schon wieder neuer Druck entsteht. Besser ist es zu lernen die Symptome zuzulassen/anzunehmen, aber sich nicht weiter kognitiv da rein zu steigern, z.B. in Katastrophengedanken. Ist nicht einfach aber geht durch Übung. Was mir selbst z.B. dabei sehr geholfen hat, war der Besuch eines MBSR-Kurses. Da profitiere ich nach Jahren immer noch von.

x 1 #10


Fühlerexperte
Sehr gut...ich muss die Symptome also registrieren, zulassen, aber eben nicht überbewerten und normal weitermachen, damit das Nervensystem diese Schüsse irgendwann nicht mehr abfeuert...es muss lernen, was der Kopf schon begriffen hat, es droht keine Gefahr! Ich habe keine Katastrophengedanken mehr, zum Glück,das war vor paar Monaten noch....ich nehme es hin und weiß ja, es geht vorüber, mal schneller, mal langsamer.

x 1 #11


N
Ich denke einen Weg finden damit klar zu kommen ist eine Maßnahme für die akute Umgangsweise. Aber ich ich würde nicht außenvorlassen, dass der Ursprung dieser Sache nicht unbehandelt oder vergessen bleibt. Also das Symptom in den Griff bekommen ist gut, wäre aber schlecht, wenn dann etwas anderes kommt weil das Hauptproblem nicht gelöst ist. So zumindest ist es bei mir letztlich über Jahre gelaufen wie ich nun erkennen musste. Es gibt ja einen Auslöser dafür und das würde ich im Hinterkopf behalten sollte es nicht dauerhaft klappen.

x 1 #12


Fühlerexperte
Ja, das stimmt!

Es hat sich über Jahre (!) angesammelt....

Firma aufgebaut mit viel Ärger, bis sie dann top gelaufen ist und läuft, das waren 7 oder 8 Jahre
Die langen Jahre mit den drei Kids...das war wirklich hart, mit sehr viel Ärger und Aufregung, 10 Jahre!
Dann der Auszug der Tochter, der letzten der drei....puh, nochmal 2 Jahre wirklich Horror
Dann Firma wieder, wegen den zwei Mitarbeitern, die gegangen sind
und zum Überlaufen dann zusätzlich der Hirntumor bei dem Freund von unserem Sohn (siehe oben), das hat mich SEHR mitgenommen!

Da fing das Umdenken an, bzw. nach den ersten körperlichen Symptomen, Kopf, Zittern, wabbelige Arme /Beine, Herzrasen...nach 4 oder 5 Monaten war das Umdenken im Kopf dann rum......

Und vom Kopf her ist das JETZT ganz anders, Firma entspannt, ich muss nicht alles mehr 120% machen, nur noch 3 Tage hin, privat alle Kids ausgezogen, Verhältnis bessert sich wieder, im Kopf ist das "neue Leben" schon angekommen.

Aber nachts habe ich schon manchmal noch Herzrasen, meine Frau sagt ich zucke oft stark, ich träume und verarbeite das da wohl alles.....dann atme ich immer langsam ein und aus, mit Pausen, das ist dann nach 15 Sekunden weg.

x 1 #13


P
Zitat von Fühlerexperte:
Guten Morgen hier in diesem wirklich tollen Forum 😌 Ich will mich kurz vorstellen, 53 Jahre, männlich. ja, was noch. Abi, Lehre, ...

Hallo und herzlich willkommen!
Ich habe Rückfragen:
- wurden Nährstoffmängel ausgeschlossen? Ferritin ist bei dir als Mann wahrscheinlich nicht unbedingt im Mangel, es sei denn, du bist vegetarisch unterwegs, aber wurde das mal abgenommen? Wie sieht es aus mit vitamin D, Selen, Zink und B12? Wie hoch ist dein Insulin, Nüchternzucker, HB1AC und LDL Cholesterin?
- sehr wichtig: Wurde der Testosteronwert mal bestimmt?
- wie ist deine körperliche Gesamtkonstitution? Hast du einen gesunden Körper mit relativ wenig Fettanteiö und relativ viel Muskelmasse? Machst du Sport/Krafttraining?
- wie hoch ist deine Bilddchirmzeit?
- bis auf das komische Gefühl, das dich ab und zu überfällt, empfindest du aber noch im normalen Maße (Lebens-)Freude, Zufriedenheit etc? Also gute Gefühle sind noch da?

x 1 #14


NeonPixie
Zitat von silberauge:
Vermeiden wollen geht meistens nicht gut, weil dann schon wieder neuer Druck entsteht. Besser ist es zu lernen die Symptome zuzulassen/anzunehmen, aber sich nicht weiter kognitiv da rein zu steigern, z.B. in Katastrophengedanken. Ist nicht einfach aber geht durch Übung. Was mir selbst z.B. dabei sehr geholfen hat, ...

Ich mag MBSR und die anderen auf Achtsamkeit basierenden Ansätze sehr, wobei der Einstieg für mich mit ADHS und Autismus wirklich sehr hart war. Ich hätte da teilweise die Wände von dem Meditationsraum hochlaufen können.

#15


A


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