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Draynur
Hallo,

Mich würde es mal interessieren ob diese Angst irgendwie bezwungen werden kann. Es geht darum, dass wenn man merkt das es einem besser geht, man trotzdem einfach nicht glücklich sein kann. So sehr ich es möchte, da ist einfach etwas was mein Glück sozusagen blockiert. Ich kann mir nur vorstellen das ich mich daran gewöhnt habe, Angst zu haben, und ich fast nichts anderes kenne. Sobald ich Glück verspüre, kriege ich eine Angstepisode. Diese habe ich unter Kontrolle, aber...dieses Glück zulassen geht irgendwie nicht so richtig. Ich kann das nicht richtig beschreiben, aber ich denke das etwas passieren könnte, wenn ich mein Glück zulasse bzw. etwas aus meinem leben mache, es ist fast so als ob ich die Angst absichtlich nicht loslassen möchte da ich mich dann nicht mehr in einer Art Schutz befinde.
Denkt ihr, sowas ist möglich? Kann man sich wirklich daran gewöhnen an Angst und Panik zu leiden, obwohl man weiß das es etwas besseres im Leben gibt bzw. man gesund werden möchte?

29.03.2017 10:45 • 10.05.2017 #1


13 Antworten ↓


Icefalki
Machs anders. Zum Glück hast du die Angst. Sie ist ein Teil von dir, mahnt sie dich doch, auf Unstimmigkeiten in deinem Leben zu reagieren. Anstelle sie nicht zu wollen, sie zu fürchten, überlege dir, hoppla, was will sie mir jetzt denn sagen?

Was macht mir denn jetzt eigentlich Angst?

29.03.2017 11:12 • #2



Angst vor dem eigenen Glück

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Plumbum
Hallo Draynur

Die Angst ist ein Teil von Dir, vergiss das nicht. Sie abzuspalten versuchen wird nicht funktionieren. Ich weiß ganz genau wovon Du redest, geht mir z.T. heute noch so aaaaber es wird besser mit der Zeit. Versprochen! Irgendwann fängst Du an zu begreifen, dass auch Du es verdient hast glücklich zu sein. OHNE irgendwas dafür tun zu müssen.

Alles Liebe
Plumbum

29.03.2017 11:33 • #3


Draynur
Zitat von Icefalki:
Machs anders. Zum Glück hast du die Angst. Sie ist ein Teil von dir, mahnt sie dich doch, auf Unstimmigkeiten in deinem Leben zu reagieren. Anstelle sie nicht zu wollen, sie zu fürchten, überlege dir, hoppla, was will sie mir jetzt denn sagen?

Was macht mir denn jetzt eigentlich Angst?


Naja also ich bin momentan arbeitslos. Mein Therapeut hat mir gesagt, dass eine Ausbildungsstelle das perfekte wäre für mich, und ich möchte ja auch sooo gerne Konditor werden. Nur, der Gedanke an das, was nach den Bewerbungen kommt, also Vorstellungsgespräch bzw. Probearbeiten, bereitet mir tierische Furcht. Ich kriege auch Symptome dann, aber das bewerte ich als persönliche und verständliche Angst, da ich ja jetzt seit 2 Jahren bei mir daheim verschanzt bin. Und obwohl ich es möchte und ich weiß, das es mir gut tun würde, habe ich Angst davor.
Außerdem habe ich, sobald meine Angstepisode weg ist, Angst, dass dieses Glücksgefühl verschwindet. Ich sollte eigentlich keine Angst davor haben aber...wenn ich in meiner Angst verwickelt bin, kann ich eh nicht mehr richtig und rational denken.
Ich würde auch sagen das, sobald ich Glück verspüre, ich ein komisches Gefühl bekomme, wobei ich mich frage Ist das normal? Soll ich das zulassen?

Zitat von Plumbum:
Hallo Draynur

Die Angst ist ein Teil von Dir, vergiss das nicht. Sie abzuspalten versuchen wird nicht funktionieren. Ich weiß ganz genau wovon Du redest, geht mir z.T. heute noch so aaaaber es wird besser mit der Zeit. Versprochen! Irgendwann fängst Du an zu begreifen, dass auch Du es verdient hast glücklich zu sein. OHNE irgendwas dafür tun zu müssen.

Alles Liebe
Plumbum


Danke Plumbum, ich verstehe das die Angst Teil unseres Lebens ist und ich habe sie mittlerweile auch akzeptiert. Natürlich ist es während einer Angstepisode schwierig, den Überblick und das logische Denken zu behalten, aber es wird besser. Ich denke, ich nehme das, was du gesagt hast, sicherlich positiv mit auf meinem Weg. Ich danke dir!

29.03.2017 12:03 • x 1 #4


Vonnie006
Ich kann das in etwa nachvollziehen. Ich leide auch unter regelmäßigen Angstzustände​n und PA. Ein Bsp: als ich dieses Jahr auf einer Fastnachssitzung war, dachte ich: wow, du hast seit langem mal wieder richtig Spaß! Im gleichen Moment kam der Gedanke: dafür geht es dir morgen bestimmt wieder schlecht. Und zack, in diesem Moment kam wieder Anspannungszustände. Meine Therapeutin meint, dass ich positive und negative Gefühle nicht mehr differenzieren kann, alles erscheint​ negativ. Selbstverständlich ist Angst ein sehr wertvolles Gefühl, was man auch braucht. Aber in Momenten, in denen sie berechtigt sind. Nicht bei zb. einer Sitzung, bei der man einfach wegen der lustigen Vorträge lacht...

29.03.2017 14:04 • #5


Plumbum
Zitat von Vonnie006:
Ich kann das in etwa nachvollziehen. Ich leide auch unter regelmäßigen Angstzustände​n und PA. Ein Bsp: als ich dieses Jahr auf einer Fastnachssitzung war, dachte ich: wow, du hast seit langem mal wieder richtig Spaß! Im gleichen Moment kam der Gedanke: dafür geht es dir morgen bestimmt wieder schlecht. Und zack, in diesem Moment kam wieder Anspannungszustände. Meine Therapeutin meint, dass ich positive und negative Gefühle nicht mehr differenzieren kann, alles erscheint​ negativ. Selbstverständlich ist Angst ein sehr wertvolles Gefühl, was man auch braucht. Aber in Momenten, in denen sie berechtigt sind. Nicht bei zb. einer Sitzung, bei der man einfach wegen der lustigen Vorträge lacht...


hmm das hört sich für mich aber nicht so an als ob Du deine Gefühle nicht differenzieren könntest. Du hast nur Angst, dass Du für Freude und Glück zahlen musst. Vermutlich beruht das auf schlechten Erfahrungen?

Liebe Grüsse
Plumbum

29.03.2017 14:14 • #6


Vonnie006
Zitat von Plumbum:
hmm das hört sich für mich aber nicht so an als ob Du deine Gefühle nicht differenzieren könntest. Du hast nur Angst, dass Du für Freude und Glück zahlen musst. Vermutlich beruht das auf schlechten Erfahrungen?

Liebe Grüsse
Plumbum


Doch sie hat leider schon recht. Ein anderes Bsp: als ich mich mit einer Bekannten treffen wollte, die ich schon laaange nicht mehr gesehen habe, hab ich vor Freude Herzklopfen bekommen. Ich hatte sie als Menschen total gerne nur leider gab es äußere Umstände, warum wir uns lange nicht sehen konnten. Es ist nichts zwischen uns nichts vorgefallen gewesen. Als das Herzklopfen kam, also nicht mal das Herzrasen, sondern einfach nur stärkeres Klopfen, kam Panik in mir auf. Ich wusste warum das alles so ist. Aber mein Kopf konnte das nicht auseinanderhalten. Das dies eigentlich ein schönes Gefühl in diesem Moment ist. Aber da ich das auch immer bei PAs habe, hat mein Kopf gleich das Rote Tuch ausgepackt. da kann ich noch so klar wissen warum das so ist, die Angst ist dann schwer in den Griff zu bekommen.
Aber dein Aspekt klingt auch plausibel. Vllt nachdem Motto ich habe es nicht verdient.

Liebe Grüße
Vonnie

29.03.2017 14:28 • #7


Plumbum
Mooooment! Du hast Herzklopfen vor Freude bekommen. Die Panik kam wegen dem Herzklopfen. Du beschreibst es doch wunderbar, wie sich das ganze gestaffelt hat. Könntest Du nicht differenzieren, wäre für Dich alles nur ein Einheitsbrei. Ist es aber nicht.

Alles Liebe
Plumbum

29.03.2017 14:31 • #8


yellow_belly
@Draynur
bei deinem ersten Betrag dachte ich mir (Sorry für meine Gedanken), das wird schon ...
In deinem zweiten Betrag, kommst du aber zum springenden Punkt und deshalb klinke ich mich mal mit ein
Zitat von Draynur:
Ich kriege auch Symptome dann, aber das bewerte ich als persönliche und verständliche Angst, da ich ja jetzt seit 2 Jahren bei mir daheim verschanzt bin.

Was heißt das? Gehst Du nicht mehr vor die Tür? Aber du schreibst doch, das du in Behandlung bist.
Zitat von Draynur:
und ich möchte ja auch sooo gerne Konditor werden. Nur, der Gedanke an das, was nach den Bewerbungen kommt, also Vorstellungsgespräch bzw. Probearbeiten, bereitet mir tierische Furcht.

Hier kann ich dir aus eigener Erfahrung den Tip geben, werde proaktiv. Bevor andere dich ansprechen (weil merken werden sie es auf alle Fälle) Sprich, wenn du bei Bewerbungsgespräch bist und du merkst das du zappelig wirst, weil die Angst auskommt. Sag, doch einfach, das du dich gerade nicht wirklich wohl fühlst. Was sollte passieren? Denk diesen Gedanken mal zu Ende. Oder halt, das war wohl ein Kaffee zuviel. Ich denke beim Probearbeiten ist es nicht so schlimm, weil da kannst du ja was machen.

Du brauchst keine Angst zu haben das das Glücksgefühl verschwindet, es wird, denn das Leben ist gemein. Es ist halt deine Beurteilung der Situation und was du in deinen Gedanken draus machst. Denn nicht umsonst heist es ja bei einer Panikattacke, frage Dich nicht was du haben könntest, sondern was du dagegen tun kannst.
Zitat von Draynur:
Natürlich ist es während einer Angstepisode schwierig, den Überblick und das logische Denken zu behalten, aber es wird besser.

Ich habe letztens hier den Tip bekommen (ja und es hat auch schon bei mir funktioniert), schreib dir selbst einen kleinen Zettel mit dem Inhalt (den kannst du natürlich variieren) Du kennst doch das Gefühl, es ist nur Angst und jetzt fang an zu denken! Was kannst du tun, damit es dir besser geht? Wichtig ist nur, du mußt dich überzeugen.

Aber ich gebe zu, auch ich habe meine Angst noch nicht verstanden. Für mich macht sie einfach, mit meinen beschränkten gedanklichen Horizont, noch keinen Sinn. Aber das nur am Rande.

29.03.2017 14:43 • #9


Mir geht es genauso. Ich habe es aufgegeben, mich auf Dinge zu freuen, weil sie dann generell nicht gut verlaufen. Für jedes positive Erlebnis kommen zwei negative kurz danach. Heißt für mich, ich genieße zwar schöne Momente, aber Vorfreude oder den Satz ich bin momentan zufrieden habe ich mir verboten. Wenn jemand sagt ich freue mich so sher auf... ist das für mich nicht mehr nachvollziehbar. Einfach, weil ich nie einschätzen kann, wie es mir am nächsten Tag geht. Deshalb plane ich auch keine Reise. Weil ich Angst habe, dass diese in einer Tief-Phase stattfindet und ich entweder gar nicht erst losfahre oder mich reinweg durchquäle. Manchmal sind es einzelne Tage, die schlecht sind, manchmal eine ganze Woche.
Gestern habe ich beispielsweise den Tag über die Sonne genossen und mich wieder richtig wohl gefühlt. Heute dann wieder -zig Symptome, inklusive höchste Anspannung und Nervosität.

29.03.2017 20:28 • #10


Vonnie006
Zitat von Plumbum:
Mooooment! Du hast Herzklopfen vor Freude bekommen. Die Panik kam wegen dem Herzklopfen. Du beschreibst es doch wunderbar, wie sich das ganze gestaffelt hat. Könntest Du nicht differenzieren, wäre für Dich alles nur ein Einheitsbrei. Ist es aber nicht.

Alles Liebe
Plumbum


Ja genau, ich selbst kann es differenzieren, aber mein Kopf nicht. Also das es dann aus dem ursprünglichen Herzklopfen dann noch mehr Symptome ausschüttet wie schwitzen, Durchfallgefühl etc. So meint es auch meine Therapeutin. Ich kann es zwar bewusst differenzieren, aber mein Kopf/ Unterbewusstsein will es nicht so ganz verstehen, sodass es dann mit weiteren PA Symptomen aufläuft hach, es ist alles so verquer... Gerade weil ich eben weiß das es Freudengefühle sind, aber mein Kopf es nicht als solche einstuft.

@Persikka04 deinen Beitrag kann ich genauso unterschreiben. Einfach furchtbar traurig so etwas!

Liebe Grüße
Vonnie

29.03.2017 22:08 • #11


Plumbum
Achsooo war das gemeint. Entschuldige... *von der Leitung runtergeht* Groschen ist gefallen.

Liebe Grüsse
Plumbum

29.03.2017 22:30 • #12


Vonnie006
Zitat von Plumbum:
Achsooo war das gemeint. Entschuldige... *von der Leitung runtergeht* Groschen ist gefallen.

Liebe Grüsse
Plumbum


nicht schlimm. Manchmal​ ist es auch nicht so einfach Dinge direkt zu verstehen, bzw. es auch direkt so zu erklären, dass es richtig verstanden wird.

29.03.2017 22:57 • x 2 #13


Draynur
Ich weiß auch nicht wie ich das beschreiben kann. Man könnte meinen, ich möchte ohne diese Angst nicht mehr leben. Klar, Angst ist normal, aber ich meine diese Angst, bei dem es immer um Angst vor Angst einfügen oder der Frage Was wäre, wenn....etwas Schlimmes einfügen. Aber tief in mir weiß ich, dass ich diese übertriebene Angst nicht mehr will, es fühlt sich eher wie eine Art Gewohnheit an, fast so als könne ich nicht ohne extreme Angst leben, und das umsteigen auf ein normales Leben ist schwierig, wie beim Umsteigen von Zig. zum Nichtraucher...wobei ich sagen muss, es war einfacher mit dem Rauchen aufzuhören, wer hätte das gedacht?
Ich sitze nun hier, und habe wahrscheinlich eine Zukunft vor mir, da ich positive Dinge jetzt im Rahmen von Bewerbungen etc. erlebt habe, aber dennoch habe ich so eine starke Angst davor. Man sagt mir ich soll alles auf mich zukommen lassen....aber so einfach ist das nicht.

10.05.2017 09:22 • #14



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