Hallo

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so ich bin seit ca 3 Wochen aus der Klinik entlassen . Ich habe mir jetzt Zeit gelassen um hier etwas zuschreiben , weil ich erstmal wieder im "normalen " Leben ankommen wollte .
Und es geht mir gut !:). Ich habe in der Klinik sehr sehr viel gelernt . Tipps wie ich mich bei einer Panikattacke verhalte , aber auch mehr auf MICH und auf meinen Körper zuhören .
Ich habe es geschafft , dass ich die Attacken von nun an alleine bewältigen kann d.h. Ich kann wieder alles machen , fliehe nicht mehr aus der Situation und muss auch niemanden mehr anrufen . Weil ich gelernt habe mir zu vertrauen . Klar , ist es noch ein langer Weg , den ich jeden Tag üben muss , aber ich bin froh und dankbar dass ich wieder am Leben teilhaben kann und ich die alte bin .
Mit dem Unterschied . Jetzt endlich auf MICH zu hören . Meinen Weg zu gehen. Gut zu mir und zu meinen Körper zu sein . MICH mit all meinen Stärken und Schwächen zu lieben . Es mir zu ERLAUBEN , glücklich zu sein , meinen eigenen Weg gehen zu dürfen , Fehler zu machen , nicht perfekt zu sein , zufrieden zu sein , auf mein Bauchgefühl zu hören , und die Angst , die manchmal da ist zu akzeptieren . Sie nicht wegschicken , denn es ist dann so wie wenn ich einen Teil von mir wegschicken würde .
Ich habe gelernt , dass ich nicht vor mir selber fliehen kann . Das die Angst und meine Zwansgedanken , die ich manchmal auch jetzt habe ein Teil von mir sind . Und sie wollen mir etwas " sagen ". Nämlich dass ich hinschauen soll . Was läuft in meinem Leben schief ? Bin ich wirklich glücklich ? Oder Lebe ich ein Leben , welches andere von mir erwarten? . Was sind MEINE Wünsche und Bedürfnisse ? Wie weit kann ich in Zukunft gehen ? Sage ich eher Stopp - es reicht ?!.
Es war eine sehr harte Zeit und ehrlich gesagt- geht jetzt das an sich arbeiten erst richtig los . In de Klinik ist man geschützt man hat Tag und Nacht jemanden mit dem man sprechen kann und die auch noch darauf spezialisiert sind .
Doch nun im normalen Leben geht es darum das umzusetzen , was man gelernt hat. Natürlich nach wie vor mir therapeutischer Unterstützung , aber es ist ein Schritt in ein neues Leben .
Im Nachhinein danke ich meiner Angst und meinen panikattaken . Ich danke ihnen von ganzen Herzen auch wenn das jetzt doof klingt , dass sie mir die Augen geöffnet haben ! Das sie mich gezwungen haben hinzuschauen auch Ruhe zu geben .
Ich für meinen Teil habe beschlossen besser auf mich zu achten . Eher Stopp zu sagen , meine Grenzen wahrnehmen , stolz auf das zu sein, was ich bin und was ich geschafft habe , meine Angst zu akzeptieren , mir gutes zu tun , und endlich meine Träume und Wünsche zu verwirklicheben, ein zufriedenes und glückliches Leben zu führen . Das ist mein Ziel .
Ich habe z. B angefangen 2 mal tgl Entspannungsübungen einzubauen . Das heißt ich mache mit mir selbst einen Termin trage den in meinen Kalender ein und nehme ihn dann war. Das funktioniert ja auch wunderbar , wenn man sich mit anderen trifft

. Also warum auch nicht mit sich selbst ?!
Ich bin nett zu mir . Zählt jeden Tag auf was ich geschafft habe . Sehr jeden noch so kleinen Erfolg .
Ich gehe regelmäßig ins Fitnessstudio . Treffe mich mit Freunden .
Behandle mich wie ein guter Freund . Ich rede mir gut zu . Versuche es zumindest .
Belohne mich . Letzens habe ich mir als Belohnung ein Parfum gegönnt , welches ich schon länger mal haben wollte .
Ich begebe mich bewusst in Situationen die mir Angst machen . Denn das sollte man nach wie vor weiter üben und sich aber dafür Zeit lassen.
Ich Google nicht mehr ! Ok , da muss ich ehrlich sein und sagen - dies gelingt mir nicht immer . Aber wenn ich merke ich tue es wieder sag ich laut Stopp mache den Laptop zu und gehe nach draußen . Das klappt ganz gut und ich weiß dass ich es auch demnächst schaffe es ganz zu lassen .
Ich beschäftige mich kaum noch mit meiner Angst . Obwohl die Angst vor Psychosen und verrückt werden aufgrund von meinen zwangsgedanken noch ein bisschen da ist . Aber da mach ich eine Verhaltenstherapie und das wird auch werden !
Und ganz wichtig . Nicht übermütig werden. Die Angst habe ich seit Jahren , da verschwindet bzw verändert sich nicht mein Verhalten innerhalb von 5 Wochen in denen ich in der Klinik war .
Wichtig ist am Ball bleiben . Üben , üben , und nochmals üben . Und wenn man mal einen Rückschritt macht . Nicht aufgeben ! Das ist ganz normal . Verständnisvoll mit sich sein und sagen : " dieses Mal habe ich es wieder wie gewohnt gemacht , aber beim nächstenmal klappt es bestimmt besser !". Sich selbst nicht zu ernst nehmen . Also im Sinne von ich muss alle perfekt machen oder können .

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Und ich habe gelernt bzw versuche die Kontrolle abzugeben und es mir zu erlauben dem Leben und dem Schicksal zu vertrauen. Man nicht alles beeinflussen . Und man hat nur dieses eine Leben .
Ich will nicht irgendwann mal da oben auf einer Wolke sitzen und sagen : " hätte ich doch das so oder so gemacht ."
Ich WILL LEBEN. Und der Zeitpunkt dafür ist JETZT.
So ich hab viel geschrieben.

Ich hoffe ich konnte etwas mut machen . Falls jemand fragen hat - nur zu .

LG Jaimi