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Giftzwerg
Hallo zusammen,

in den letzen 1 1/2 Jahren kam ich mit den Anfällen einigermaßen gut zurecht, da sie max. 2-4x in
der Woche oder nur im Monat oder wenn überhaupt aufgetreten sind. Nun seit 3 Tagen geht es mir
überhaupt nicht gut ...ein heftiger Rückfall. Die Attacken haben sich auch etwas verändert, ob das die Ursache sein kann, das sie mich nun wieder so oft besuchen ? Zu Herzrasen, Schwindel, Zittern, Unruhe tut nun mein linker Arm weh, Schmerzen im Schulterblatt, kribbeln in den Fingerspitzen und in mir steigt alle par Minuten so eine Art Kälteschauer oder besser gesagt so als wenn man sich erschrocken hat, Gefühl in der Herzgegend hoch. Gestern bin ich vor lauter Angst/Panik in der Notaufnahme gewesen. EKG ist ok, Blutdruck etwas hoch durch die Angst/Panik, ich solle mir keine Sorgen darum machen und ich hätte mir nur einen Nerv im Schulterblatt eingeklemmt, sei total verspannt. Für den Rest des Tages fühlte ich mich super gut, keine PA's nix und nun heut Morgen alles wieder beim alten, so das meine Gedanken wieder gefangen sind. Mir kreist der hohe Blutdruck im Kopf rum, hatte ich noch nie oder es hat mir keiner gesagt. Mein Kopf speichert sich unbewusst alles negative ab und schüttet es später als Bedrohung aus in PA`s mit heftige Symtome aber ich kann doch nicht wieder und wieder in die Notaufnahme fahren, nur damit Ärzte meinem Kopf sagen es ist nichts schlimmes
Ich nehme Cypralex 20mg und als Notmedi Chlomipramin. Angst und Panik habe ich vor alles und jedem und weiß nicht warum?? Seit vier Jahren bin ich in ständiger Behandlung bei einer Neurologin und seit Oktober`12 auch bei einer Psychologin. Der nächste Termin ist erst am 3.1.13, es ist für mich im Augenblick wie eine Ewigkeit
bis dahin

Vieleicht weiß jemand von euch Rat, ich bin über jede Antwort dankbar.

30.12.2012 09:01 • 08.01.2013 #1


27 Antworten ↓


HeikoEN
Nunja, das Forum ist voll von Tipps und Tricks was man tun kann.

Ich empfehle Entspannungsübungen zu machen und Bewegung.

Das Cipralex nimmst Du wie lange schon?

Auch seit 4 Jahren?

Warum hat es so lange gedauert bis zur Therapie?

Tabletten werden die Angst nicht beseitigen...

Mal was für den Notfall:

http://www.ratgeber-panik.de/downloads/ ... otfall.pdf

30.12.2012 09:57 • #2



Angst/Panik hat mich wieder im Griff :-(

x 3


Es sind nicht nur Tabletten und Therapie mit Verhaltensänderung, sondern auch die Lebensumstände, die ursächlich für eine Depression sein können. Ich brauchte keine Therapie, sondern (leider) Tabletten und die Änderung meiner Lebensumstände, um angstfrei zu werden. Einige Verhaltensänderungen habe ich allerdings auch vorgenommen, die nämlich dafür sorgen sollen, dass sich meine Lebensumstände nicht wieder verschlechtern. Denn es kann gut sein, dass mich meine Angehörigen dafür gehasst haben, wie ich mit ihnen umgegangen bin.

30.12.2012 10:45 • #3


HeikoEN
Spannend, also keine Therapie und nur Tabletten und Änderung der Lebensumstände?

D.h., die Tabletten nimmst Du schon dein ganzes Leben lang?

Und die Änderung der Lebensumstände gelingt Dir gut?

30.12.2012 12:32 • #4


Giftzwerg
Cipralex nehme ich seit etwa 2 Jahren. Tabletten unterdrücken nur aber heilen nicht, das ist mir bewusst und daher habe ich auch lange gebraucht bis ich mich denn doch zur Einnahme entschlossen habe.
Ich habe schon mehrere Therapien hinter mir aber (ich sag mal) geholfen hat es immer nur 1-2 Jahre
Insgesamt leide ich seit 24 Jahre an den Attacken. Habe sämtliche Entspannungsübungen usw erlernt aber dennoch
hauen die PA`s mir immer wieder die Füsse weg, wie auch jetzt wieder so das die Übungen keine Wirkung zeigen oder ich was falsch mache??

Übrigens vielen Dank für den link, lese den Text immer wieder !

30.12.2012 17:53 • #5


HeikoEN
Na, wenn die Therapie immer 1-2 Jahre gehalten hat, dann ist die Frage, warum Du diesen Pfad, der offenbar gut geholfen hat, verlassen hast?

Ich meine, eine Therapie MUSS zwingend etwas bewegen. Sowohl im inneren, als auch im außen.

D.h., es finden Veränderungen statt, die man zulassen und mitgehen muss.

Die Natur des Menschen ist aber eher, bekannten und erprobten Verhaltensweisen zu folgen...

Weil man die u.U. Jahrzehnte (!) angewendet hat und somit Profi ist genau in diesen Verhaltens- und Denkweisen...

Jeder kann sich selber die Frage stellen, ob sowas stattgefunden hat. Ob er Änderungen zulassen konnte, ob wirklich neue Verhaltens- und Denkweisen ins kognitive Hirn eingezogen sind...

Wenn nicht, fällt man zurück. Aber auch der Rückfall ist gut, denn er zeigt den Weg...

Ein weiterer Ansatzpunkt ist, wenn trotz Therapie und Bemühungen sich nichts ändert, dann steht diese Erkrankung für etwas, was noch schlimmer ist, sozusagen stellvertretend.

Ja und da ist wie immer meine beliebte Frage nach der Kindheit

Ich bin ein Verfechter der Therorie, dass eine psychische Erkrankung nicht einfach so kommt. Sie ist für etwas da, möchte was zeigen und zwingt den zugehörigen Menschen, etwas zu erkennen und zu lösen. Und sie sucht einen auch nicht heim, weil man zuviel an Stress hat oder andere schulmedizinischen Theorien, sondern sehr oft liegen die Ursachen in der Kindheit, so zumindest meine Erfahrungen. Je mehr man das zulassen kann und je mehr man sich diesem Thema öffnet innerlich, desto schneller erkennt man ggf. Gründe dafür und kann viel gezielter daran arbeiten...

Offensichtlich scheint bei Dir etwas anderes vorzuliegen, wo Du nicht ran willst oder noch nicht kannst, wenn alle Versuche bislang scheiterten etwas gegen die Angst zu tun.

Denn 24 Jahre PA, Angst Co., da braucht man kein Fachmann zu sein, um die Frage zu stellen: Was ist bei Dir los?

Und ja, wenn einen das so lange begleitet im Leben, muss es etwas sein, was ziemlich tief, gross, wichtig ist, was Dich immer in dauernde Ängste verfallen lässt.

Deine Meinung?

31.12.2012 08:54 • #6


Giftzwerg
Du hast total recht HeikoEN, irgend etwas ist in mir ganz tief verborgen was ich aber nicht zu greifen bekomme da es jedesmal so schnell wie ein Blitz durch mein Kopf saust worauf ich im selben Atemzug eine mega Angst und Panikattacke bekomme. Konzentriere ich mich vieleicht zusehr auf die Attacke oder woran kann es liegen das ich das Verborgene nicht zu greifen bekomme, diese Fragen stelle ich mir immer und immer wieder?

Langzeit Therapien habe ich noch nie bekommen, sie enden immer mit max. 1 Jahr und das verstehe ich nicht, erklärt mir auch keiner?
100 % EU Rente bekomme ich seit 3 Jahren aber ich will ja nicht aus der Gesellschaft ausgegrenzt werden sondern leben wie ein ganz normaler Mensch!

Macht zb. jemand eine für mich bedrohliche Bewegung, schrecke ich zusammen, schreit wer passiert das selbe, bin ich beim Arzt, setze ich mich immer am Ausgang hin usw.. Bin nicht mal in der Lage eine Zeitung zu lesen oder mich vor dem Fernseher zu setzen ohne das ich etwas schlimmes lese oder sehe, das alles wirkt auf mich bedrohlich.

31.12.2012 13:03 • #7


HeikoEN
Erzähle was über Deine Kindheit, nicht das, was aktuell ist.

Ohne Dir zu Nahe treten zu wollen, was jetzt ist und wie es sich äußert, ist völlig egal, betrifft nur Dich und ist bei jedem anders...

Also, Kindheit!

Umstände, Ereignisse, Konstallationen.

31.12.2012 14:49 • #8


Giftzwerg
oh oh... du hast mich erwischt, denn über meine Kindheit rede ich garnicht gern
Aber ok ich trete mir grad selbst in den Hintern und los geht`s...

Meine Mutter war Alk. seit dem ich Denken kann und all ihren Frust lud sie ob voll oder mal nüchtern immer mit Schlägen bei mir ab und rief dabei *du olle *beep**. Mein 2 Jahre älterer Bruder genoss im Gegenzug zu mir, immer ihre volle Aufmerksamkeit und alles was er haben wollte bekam er, obwohl er immer den Mist gemacht hatte, den ich mit Prügel ausbaden durfte. Mein Vater lebte nur für seine Arbeit und wenn er spät abends heim kam, durften wir ihn nicht stören also kam ich nie dazu ihm zusagen was am Tage passiert. Nachts kam er manchmal in unser Kinderzimmer, zog mich aus dem Bett und ich bekam den Hintern versohlt, alles ohne Worte. Am nächsten Tag erst erfuhr ich immer von meiner Mutter das sie ihm erzählt hat, was ich alles angestellt hätte obwohl ich es garnicht war.
Als ich etwa 6 Jahre alt war, stand eine frisch gebrühte Kanne Tee auf den Tisch, mein Bruder und ich waren alleine im Raum, da nahm ich die Kanne und kippte ihm alles über. Ich bekam an diesem Tag die Prügel meines lebens, mit Gürtel, Kleiderbügel, Teppichklopfer von meiner Mutter, mein Vater stand nur wortlos daneben und schaute zu. Niemand fragte mich irgendwann einmal warum ich das getan hatte. Von da an wurde ich ständig zu meinen Großeltern gebracht, es war jedesmal super schön dort, denn mein Opa unternahm viel mit mir, kaufte mir hin und wieder etwas schönes und ich bekam Kuschelstunden anstelle von Prügel. Zu meinem Opa hatte ich eine ganz starke und besondere Bindung. Er fragte mich zwar nie was zu Hause so los ist aber ich denke er wußte es, denn er streichelte immer meine Narben auf dem Rücken.
Dann begann eine Zeit in der ich anfing ins Bett zumachen und hatte abends schon heftige Angst einzuschlafen, nur damit ich nicht ins Bett mache aber es war jeden Morgen das selbe, aufwachen, Prügel, Trinkverbot und abends durfte ich dann zur Strafe in mein nasses Bett gehen. Ich habe mich immer heimlich aufs Klo geschlichen weil ich solchen Durst hatte. Meine Mutter ahnte das wohl schon und drehte den Wasserhahn immer ganz fest zu aber ich bekam ihn jedesmal auf, bis eines Tages der Wasserhahnknauf der aus Porzellan war platze und mir den halben Daumen abgeschnitten hat. Zuerst bekam ich Prügel und danach nur ein Pflaster um mein Daumen anstatt mit mir zum Arzt zugehen. Erst 2 oder 3 Tage später ging meine Mutter mit mir zum Arzt aber nur weil meine ganze Hand blau und dick war.

Ich mache hier erst einmal Schluss, es strengt mich wahnsinnig an ...

Allen einen Guten Rutsch ins neue Jahr
LG Tina

31.12.2012 23:13 • #9


HeikoEN
Sehr spannend...

Und als wenn ich es nicht gerochen hätte

Ich teile selbes Schicksal wie Du...

Angsterkrankung Co. habe ich bereits hinter mir und arbeite nun am Traumata meiner Kindheit, welches völlig diskussionslos Du ebenfalls haben wirst. Kinder aus suchtbelasteten Familien haben definitiv ein Trauma mit unterschiedlichen entstehenden Auswirkungen. Fast alle besitzen ein Bindungsproblem im Erwachsenenalter, da sie in ihrer Wahrnehmung in der Kindheit getäuscht wurden von der Mutter/Vater.

Und das was Du so eindrucksvoll beschreibst, sind dazu noch massive körperliche Übergriffe...

Selber bemerkst Du bereits beim Schreiben der Zeilen, wie Du abrutscht.

Entscheidend damals war aber der emotionale Missbrauch, denn die Eltern betrieben haben. Der führt heute u.a. zu Problemen im Erwachsenenalter...

Ich kann Dir aus eigener Erfahrung nur dringend raten, einen traumaerfahrenden Therapeuten zu suchen, denn eine etwaige Angsterkrankung ist NUR ein Symptom eines Kindheitstrauma. Bei Dir ja offenbar ziemlich offensichtlich sogar.

Man kann zwar an der Angst herumdoktorn, aber die Ursache trifft man damit nicht.

01.01.2013 10:02 • #10


Giftzwerg
Endlich einmal jemand der mich versteht, Danke HeikoEN

Angsterkrankung Co. hast du bereits hinter dir, SUPER !!
Bitte verrate mir wie du es geschafft hast, was hat dir dabei geholfen?

01.01.2013 14:43 • #11


HeikoEN
Lange Geschichte, wirklich.

Eine Menge an Erfahrungen habe ich hier im Forum auch hier und da mal geäußert.

Kern ist aber, dass die Angsterkrankung nur ein Symptom für das ursächliche Trauma in der Kindheit ist.

Ich selber habe nach einer relativ kurzen (im Vergleich zu vielen anderen Betroffenen) aber harten Leidenszeit, in einer Klinik eine kognitive Verhaltenstherapie geniessen dürfen, die mich schlussendlich angstfrei machte.

Damit einher, also mit der Therapie, ging bei mir ein großer Wissensdurst auf, der gestillt werden musste und ich habe sehr vieles an Literatur, Therapieformen insb. über Trauma gelesen und mir damit Wissen angeeignet um meinen Weg zu finden und gehen zu können.

Meine Beziehung zu meiner Mutter war extrem ambivalent. Zudem kam mein Vater dazu, der selber NICHT in der Lage war, uns emotional zu schützen, also meine Mutter und mich. Ganz im Gegenteil.

Damit einher geht halt in meinem heutigen Leben eine Bindungsstörung einher. Vertrauen von/zu anderen Menschen usw. sind große Themen für mich.

Nachdem mir klar wurde, dass hierbei aber die Schulmedizin in Form von kognitiver Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologischer Therapie nur WENIG Werkzeuge bieten kann, habe ich andere Wege gefunden und bin auch fündig geworden. Diese neue Therapieform stammt aus den USA, ist ca. 30 Jahre alt und schimpft sich Somatic-Experiencing. Ist speziell für Trauma sozusagen erfunden worden.

Sie geht REIN über die Gefühle, da für mich nach meinem Kenntnisstand JEDE Therapie NUR SINN macht, wenn die Gefühle integriert werden. Denn Gefühle liegen jedem psychischen Problem zu Grunde. Und mir kog. Verhaltenstherapie kann man weit kommen, auch bei Trauma Co. aber eben nicht VÖLLIG zum Ziel, völlig angstfrei etc., was aber MEIN Ziel ist.

Hatte Dir auch eine persönliche Nachricht geschrieben...

01.01.2013 15:31 • #12


Giftzwerg
Das klingt sehr spannend und macht mich neugierig, denn ich bin auch der Meinung das der ganze Mensch mit einbezogen werden muß.

Machst du die Somatic-Experiencing alleine?

01.01.2013 18:03 • #13


HeikoEN
Zitat von Giftzwerg:
Machst du die Somatic-Experiencing alleine?

Nein nein, mit Therapeut.

Schau mal unter: http://www.somatic-experiencing.de/

Dort findet man neben der Erklärung was es ist, auch eine Liste mit Therapeuten.

01.01.2013 18:06 • #14


Giftzwerg
das ist ja toll, mal wieder danke für den hilfreichen link

01.01.2013 21:03 • #15


Giftzwerg
Ich bin heut wieder ganz unten
Seit heut Morgen habe ich eine Symtomverlagerung
Mein eingeklemmter Nerv strahlt bis in den Brustraum aus, so das es mir beim einatmen wehtut und was passiert...
Angst/Panik und das bereits seit Stunden und mein Hirn kann einfach nicht loslassen

02.01.2013 19:24 • #16


Warum gehst du denn damit nicht einfach zu einem Osteopathen oder Krankengymnasten? Und lässt das wieder Einrenken? Das kann sehr hilfreich sein. Ich habe das auch ein paar Mal machen lassen.
Bist du diejenige, die 13 Jahre nicht draußen war? Oder verwechsele ich dich?

03.01.2013 08:46 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Giftzwerg
Für ein Osteopathen oder Krankengymnastik muß ich erst zu meinem Hausarzt eine Überweisung holen oder?

Ja die bin ich

03.01.2013 09:32 • #18


Schlaflose
Für Krankengymnastik ja. Ostheopath muss man selbst zahlen, also braucht man keine Überweisung.

03.01.2013 09:58 • #19


Nimm das direkt in Angriff. Denn das kann man schnell beheben, wenn man Blockaden hat. Dann fühlt man sich schon mal ein bisschen besser.
Ich wollte dich mit der Frage nicht angreifen. Mich interessiert es nur. Darf ich fragen, wie du das bewerkstelligt hast, 13 Jahre das Haus (kein einziges Mal??) nicht zu verlassen? Und wie du es dann geschafft hast, es doch wieder zu tun? Das interessiert mit Sicherheit sehr viele User hier, die unter dem gleichen Problem leiden.

03.01.2013 10:52 • #20



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