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L
Hallo.

Gerade ist es wieder passiert: Ich wollte mich mit einer Freundin treffen und die Angst lähmt mich, nimmt mir jede kleine Freude im Leben. Für den Auslöser würden mich die meisten Menschen wahrscheinlich auslachen: Das Miterleben eines Wildunfalls im Jahr 2016.
Die Person, die das Tier angefahren hat, fuhr einfach weiter also habe ich mich um das halbtote Tier gekümmert, schreckliche Bilder gesehen bis es schlussendlich zum Schuss kam.

Ich weiß, dass es für andere lächerlich klingt, aber mein Leben hat dieses Erlebnis aber von Grund auf verändert.

Seitdem leide ich unter 2 Ängsten:

- Wieder in diese Situation zu kommen
- Ein halbtotes, krankes, angefahrenes Tier zu übersehen und deshalb nicht zu helfen

Daraus hat sich ergeben, dass ich beim Autofahren den Zwang entwickelt habe, ständig Umdrehen zu müssen und mich zu vergewissern, was ich da liegen sehen habe, wenn ich es nicht sofort identifizieren konnte. Meist ist es irgendwelcher Abfall.
Diese Ängste haben auch dazu beigetragen, dass ich auch nicht mehr gerne spazierengehe, Rad fahre... also generell nur noch mit den oben genannten 2 Ängsten das Haus verlasse, wenn ich es denn (außer zum Arbeiten) noch tue.

Bei der Fahrt vorhin musste ich wieder x-mal Umdrehen und nachsehen, dass ich vor lauter Wut und Verzweiflung das Treffen abgesagt habe. Ich habe eh nur noch Angst, egal was ich außer Haus tue bzw. tun muss.
Am liebsten wäre ich nur noch in meinem sicheren Zuhause, in dem ich sicher sein kann, kein Leid, keinen Tod sehen zu müssen.

Ich bin verzweifelt. :'(

10.02.2018 15:57 • 11.02.2018 #1


5 Antworten ↓


kalina
Hallo Lila Wolken,

bist Du schon in Therapie?

10.02.2018 16:02 • #2


A


Angst, die mich im Haus gefangen hält

x 3


Icefalki
Hallo Lila, das war nur der Ausbruch. Ich bekam die erste Attacke, weil mir jemand von seiner Angst erzählt hat und ich beim Autofahren darüber nachgedacht habe.

Insofern ähnelt es deiner Geschichte, es ging auch um Leid.

Nach vielen Jahren weiss man dann, dass es nur der eine Tropfen war, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Wer so mit anderen mitleiden kann, trägt selbst viel Leid in sich. Nun, Kalina hat schon gefragt, und ich bin auch der Meinung, dass du die Angst behandeln lassen darfst.

10.02.2018 16:55 • #3


A
Das wäre für mich auch der Horror so was miterleben zu müssen. Tiere leiden sehen kann ich überhaupt nicht. Lächerlich sind deine Ängste und der Auslöser absolut nicht. Spontan würde ich meinen du hast ein Trauma (PTBS) erlitten. Psychologe, Seelsorger irgendwo solltest du dir Hilfe holen.

10.02.2018 17:15 • #4


L
Ich habe bereits im Januar letzten Jahres versucht, in naheliegenden Praxen einen Platz zu bekommen, vergeblich. Ich wurde angeblich auf Wartelisten gesetzt, mir wurde gesagt, man würde sich melden. Das ist aber nie passiert. Ausweiten kann ich meinen Umkreis nicht, da ich längere Autofahrten einfach nicht mehr hinbekomme.
Ich habe das Gefühl, dass man mir meine Probleme nicht abkauft weil ich (noch) relativ gut funktioniere, nicht krank wirke. Dabei bin ich vom lebensfrohen Menschen, auch am WE immer auf Achse, durch die Welt reisend... zum einsamen Stubenhocker geworden.

Daraufhin habe ich aus Verzweiflung eine (sehr teure...) Hypnosetherapie begonnen, doch dort hatte ich das Gefühl, überhaupt nicht ernstgenommen und belächelt zu werden. Der Therapeut hat mich bzw. meine vegane Lebensweise ins Lächerliche gezogen etc. Ich konnte kein Vertrauen aufbauen, mich nicht fallen lassen. Was gerade für die Hypnose unabdingbar ist.

Und so schlage ich mich weiter durch's Leben, das nur noch auf's Warten auf das Nachhause kommen besteht. Nur hier fühle ich mich sicher, draußen bin ich nur noch nervös und ängstlich. Meine sozialen Kontakte schwinden natürlich dadurch auch enorm und ich bin meinem Freund, der immer noch zu mir hält (obwohl er mich als komplett anderen Menschen kennengelernt hat) sehr dankbar. Er ist der einzige, der mich immer ernstgenommen hat.

11.02.2018 15:43 • #5


kalina
Ich bezweifle sowieso, dass Hypnosetherapie dabei hilfreich sein könnte.

Was Du hast sind vermutlich Zwänge. Zwangshandlungen. Dafür brauchst Du jemanden, der sich mit Zwängen auskennt. Frag bei Deiner Krankenkasse nach! Du hast das noch nicht lange, da hast Du gute Chancen, wenn Du bald Verhaltenstherapie machst, das wieder weg zu bekommen.
Du musst Dich drum kümmern, bald einen Verhaltenstherapeuten der sich mit Zwängen auskennt zu bekommen. Ich weiß, das ist schwierig, weil Therapeuten, vor allem gute rar gesäht sind.

Wenn Du nichts findest, schau doch mal die Klinik Windach (Bayern) an. Dort werden diese Ängste sehr gut behandelt, die sind spezialisiert auf sowas. Ich habe dort von anderen Patienten gehört, die genau dasselbe wie Du hatten. Du bist dort nicht alleine mit Deinen Problemen.

Und selbstverständlich musst Du die Therapie nicht selbst bezahlen. Das bezahlt die Krankenkasse! Bitte Vorsicht vor Therapien die man selbst bezahlen soll. Kann passieren, dass am Ende viel Geld weg ist und es einem schlechter geht als zuvor!

11.02.2018 15:53 • #6





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