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Huhu

Erstmal kurz zu mir: Ich bin Miriam und bis seit kurzem 18 Jahre alt

Ich hab' mich hier angemeldet, um mal zu sehen, ob ich hier vllt gute Tipps finde, die mir helfen könnten.

Angefangen hat bei mir das ganze eigentlich mit einer Schulangst. Ich wurde in der Grundschule gemobbt, weshalb ich schon damals oft Kopfschmerzen hatte und von meiner Mutter abgeholt werden musste. Das hat sich auch nie wirklich geändert, ich hab' auch später oft gefehlt, war aber ansonsten ganz gut in der Schule.
Im November 2011 (10. Klasse) hatte ich dann oft Bauchschmerzen und das Gefühl, auf die Toilette zu müssen, wodurch auch oft in den Schulstunden zu dieser musste und wieder oft gefehlt habe. Das hat mich dann irgendwann so fertig gemacht, dass ich nicht mehr zur Schule gegangen bin. Anfang 2012 habe ich dann mit einer Therapie angefangen, was aber nie geholfen hat und ich sogar Probleme hatte, dort hin zu gehen und ich mich oft geweigert habe.
Im Sommer 2012 hatte ich dann eine sehr gute Phase und konnte wieder deutlich mehr machen. Bis ich dann auf einer Hundeausstellung, welche ich mit meinen Eltern besucht habe, einen heftigen Übelkeitsausbruch hatte und ich plötzlich starke Angst hatte, mich übergeben zu müssen, weil ich nicht wusste, wo die nächste Toilette war. Die Stunde Autofahrt habe ich dann allerdings unter Stress geschafft. Leider ging es von da an los, dass ich anstatt der Bauchschmerzen ständige Übelkeit hatte. Anfang September in ich dann in eine Klinik gekommen. Den Aufenthalt haben wir aber nach 7 Wochen abgebrochen, worüber ich sehr froh war, weil es mir dort sehr schlecht ging. Meine Eltern haben allerdings nur abgebrochen, weil die Therapeutin deren Fragen ausgewichen ist und keiner sagen wollte, wie und was die genau mit mir da noch machen wollen.
Zu der Zeit ging es mir deutlich besser, was aber in den Monaten danach wieder deutlich schlechter wurde. Ich war dann wieder an einem Punkt, an dem ich gar nicht raus gegangen bin und mir schon bei dem Gedanken total schlecht wurde.
Ich war zu der Zeit schon in der Ambulanz in einer anderen Klinik, 5 Minuten von unserem Haus entfernt, angemeldet. Da konnte ich aber auch nicht mehr hin, also sind meine Eltern ohne mich hin. Da kam dann auch das erste Mal die Diagnose Agoraphobie.
Beim nächsten Termin konnte ich wieder nicht mit... und dann ging alles ganz schnell. Am nächsten Tag haben meine Eltern einen Beschluss besorgt und haben mich zur Klinik gebracht (nachdem mein Vater mich aus dem Zimmer gezogen hat, da ich mich nach den letzten schlechten Erfahrungen in der Klinik geweigert habe). Dort kam ich dann für 3 Wochen in die Geschlossene. Nicht, weil ich Fremd- oder Selbstgefährdend war, sondern damit es schneller ging. Durch den den Kontakt zu anderen Jugendlichen und dem anderen Umfeld ging es mir auch schnell besser. Da hatte ich allerdings ja auch die Sicherheit, nicht raus zu müssen (ging ja auch nicht mal eben so ^^). Bis auf zwei Routineuntersuchungen im Krankenhaus, aber das ging erstaunlich gut.
Nach dieser Zeit kam ich dann auf die Offene Station, wo ich dann noch einige Wochen blieb. Insgesamt war ich 14 Wochen in der Klinik.
Danach ging es mir wieder deutlich besser, ich ging sogar wieder in die Schule, aber dann waren direkt Sommerferien und ich habe es nach den Ferien nicht geschafft, es hoch zu halten. Nach ein paar kurzen Hochs wurde es nach und nach wieder schlimmer und jetzt bin ich wieder an einem Punkt, an dem ich kaum raus kann.

Mein Problem also kurz zusammengefasst: Ich habe extreme Probleme, aus dem Haus zu gehen oder sogar nur Besuch zu bekommen (in den ganz schlechten Phasen vor einem Jahr kam ich sogar kaum aus meinem Zimmer). Da habe ich die üblichen Symptome wie Schweißausbrüche und manchmal Panikattacken. Anders als oft im Zusammenhang genannt habe ich aber überhaupt keine Angst davorm sterben zu müssen oder ähnliches. Bei mir ist es eben die starke Angst davor, mich übergeben zu müssen (deshalb vermute ich die leichte Emetophobie - ich krieg' sogar Panik, wenn mein Hund sich mal übergibt, was bei denen ja mal vorkommen kann, auch wenn es denen eigentlich gut geht). Wenn ich also raus muss oder Besuch bekomme, habe ich alle Symptome dafür: Bauchschmerzen, manchmal Halsschmerzen, Druck im Brustbereich, Schwindel, Hitze und eben die extreme Übelkeit, dass ich manchmal denke, es kommt mir echt hoch, was bisher aber nie passiert ist.

Seit kurzem versuche ich es mit EFT. Die Frau glaubt auch fest daran, bei mir die Angst komplett auflösen zu können.
Die Theorie beruht bei dieser Methode ja darauf, dass das Energiesystem quasi wie ein Fass ist und wenn man zu viel Stress hat, bringt man es zum überlaufen was dann zu Problemen führt. Was bei mir wahrscheinlich daran liegt, dass ich schon immer Probleme vor allem im sozialen Bereich hatte + eben kleinere Situationen, die in meinem Unterbewusstsein abgespeichert wurden.
Diese Energiebahnen klopft man dann eben wieder frei...
Bisher ging es mir danach immer schon besser... ich bin mal gespannt, wie gut sie mir tatsächlich helfen kann.
Meine Eltern glauben nicht, dass sie mir komplett helfen kann, weshalb ich spätestens im Sommer wieder in eine Klinik soll, diesmal eine auf psychosomatische Krankheiten spezialisierte Klinik für Erwachsende. Ich kann da natürlich gut drauf verzichten, habe große Angst davor und denke, dass mir das sowieso nicht mehr helfen kann als vorher.

So, das war's erstmal, "kurz" zusammengefasst

Bei Fragen oder Tipps - gerne her damt ;D

Ich bin auch sämtlichen Alternativen Methoden gegenüber sehr offen, solange sie nicht mit der "Einfach machen, überwinden und aushalten" Methode zu tun haben, die bisher meistens dazu geführt hat, dass ich danach eine noch größere Angst entwickelt habe.

Meine beste Therapeutin war bisher meine Hündin Amy ;P Wegen der muss ich ja immer raus, wenn meine Mutter mal keine Zeit hat.
Alle andere Gesprächstherapien haben mir bisher kaum was gebracht und wirkten auf mich immer sehr oberflächlich.

Liebe Grüße,
Miriam

07.02.2014 21:20 • 07.02.2014 #1


9 Antworten ↓


Hey

das kenne ich auch. Kann ebenfalls nicht aus dem Haus, zwar nicht wegen einer Emetophobie sondern Angst umzukippen und zu sterben. Und das mit dem Zimmer kenne ich auch, ich bin ne ganze Zeit lang nur zur Toilette und kurz in die Küche gegangen, um mir was zu essen zu holen. Das ist echter Mist.

Liebe Grüße
Kimmy

P.S. Bin 17

07.02.2014 22:33 • #2



Agoraphobie & leichte Emetophobie (?)

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Ja, genauso war es bei mir auch

Das Problem ist, dass ich niemanden kenne, der die gleichen Probleme hat wie ich.

Das übliche Problem ist ja wie bei dir die Angst vorm Sterben, z.B. durch einen Herzinfarkt
Viele können auch nur nicht ohne Begleitung raus und habe mit wenige bis gar keine Probleme - mir hilft eine Begleitung kaum bis gar nicht, macht es manchmal sogar schlimmer, da ich dann das Tempo nicht selber entscheiden kann.

Eine richtige Emetophobie ist es auch nicht - Emetophoben haben ja auch Angst vor Krankheiten und Essen oft kaum was, womit ich auch gar kein Problem habe.

Irgendwie passe ich in kein richtiges Schema und wirklich helfen konnte mir bisher auch nichts und niemand...

07.02.2014 22:40 • #3


Ja, das mit der Begleitung klappt bei mir auch nicht. Ich finde schon, dass du in das Bild eines Emetophobikers passt. Da es durchaus auch welche gibt, die trotzdem regelmäßig und normal essen und mit der Hypochondrie tritt auch nicht bei jedem auf. Da spielen halt einfach zwei Ängste zusammen, was ja nicht selten ist.

07.02.2014 22:49 • #4


Ich hab' mich auch mal in einem Emo Forum angemeldet und da gelesen...
Das klingt alles sehr anders als bei mir.
Wenn ich alleine zu Hause bin, bzw. nur mit meinen Eltern, habe ich z.B. auch keine Angst davor sondern wünsche mir manchmal sogar, mit Übergeben zu müssen, nur um es mal hinter mir zu haben.

Ich habe einfach total Angst, dass es unterwegs passiert, andere Leute es sehen, ich es nicht einfach direkt "wegspülen" kann (Toiletten in der Nähe geben mir total Sicherheit) und ich dann auch noch nach Hause muss.

Ich bekomme ja auch nicht immer Panikattacken. Manchmal bin ich auch recht ruhig und mir ist einfach nur kotzübel. Dadurch kommt dann zwar oft eine Panik, aber auch nicht immer

07.02.2014 22:54 • #5


Hast du dir denn schon mal den Text bei Wikipedia dazu durchgelesen, besonders das "Erscheinungsbild" und "Diagnose"?
http://de.wikipedia.org/wiki/Emetophobie

07.02.2014 23:01 • #6


Ntürlich habe ich das
Letztendlich ist es ja auch egal

Tatsache ist, dass ich absolut keine Ahnung habe, was ich noch machen kann.

Konfrontationstherapie möchte ich eben sehr ungerne machen.
1. Grund: Die Übelkeit hält in entsprechenden Situationen sehr lange an (nicht nur 2 Minuten oder so), geht manchmal auch gar nicht weg, wodurch ich natürlich auch durchgehend Angst habe
2. Grund: Im Gegensatz zum Sterben ist Erbrechen ja etwas, was bei zu starker Panik und Anspannung tatsächlich passieren kann, was ich unterwegs natürlich absolut vermeiden möchte. Gut, das kommt natürlich auch von der Angst, aber mal ganz ehrlich, wer möchte das schon gerne, auch wenn der keine Angst davor hat?
3. Bisher war es IMMER so, dass es, wenn es mir in einer Situation nicht gut ging, es das nächste mal viel schlimmer wurde. Das sage ich auch immer, aber irgendwie ignorieren alle die Tatsache immer ^^
Es wird ja immer überall gesagt, dass man in so einer Situation einfach bleiben muss und die Angst bis "zum Ende" durchstehen muss und die Symptome dann langsam wieder weggehen sollen. Aber wie soll mir das helfen, wenn ich das nächste Mal noch mehr Panik davor habe, diesen Prozess nochmal wieder durch machen zu müssen?

Die extreme Übelkeit ist manchmal echt unerträglich

07.02.2014 23:15 • #7


Hast du es auch schon mal mit homöopathischen Mitteln versucht, die du während so einer Phase einnehmen könntest?
Oder auch allgemein mit Medikamenten, damit du vielleicht doch eine Konfrontation wagen kannst und wenn es zu stark wird einfach nehmen kannst?

07.02.2014 23:22 • #8


Oder über eine kognitive Verhaltenstherapie nachgedacht? Wo du nach und nach an solche Situationen herangeführt wirst?

07.02.2014 23:34 • #9


Medikamente habe ich bisher keine genommen. Jedes Mal, wenn ich das angesprochen habe, wurde direkt ausgewichen ^^ Und wenn ich mir manchmal die Nebenwirkungen angucke, möchte das auch nicht unbedingt...

Ich war nach der Klinik noch in der Ambulanz bei einer Therapeutin, die soll wohl Verhaltenstherapeutin gewesen sein. Die hat allerdings nichts wirklich gemacht, am Ende hat sie immer alles so hingedreht, dass ich an allem Schuld bin. Und meine Eltern

Jetzt, wo ich 18 bin, brauche ich ja sowieso jemand Neuen, aber hier findet man kaum jemanden, abgesehen davon, dass ich momentan wohl sowieso nicht zu einer Therapie könnte

Die, die EFT macht, kommt ja zu mir. Und die ist auch die erste, bei der ich das Gefühl habe, dass die richtig zuhört und sich Gedanken macht. Schon alleine die Gespräche mit ihr tun mir gut

08.02.2014 00:00 • #10



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Dr. Reinhard Pichler