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Hi;)
Seit nun ca. 20 Jahren leide ich an einer Zwangsstörung. Es fing mit typischen Zwängen an als Kind und folgten mir bis ins Jugendalter. Ich hatte unterschiedliche Zwangsgedanken und die dazugehörigen Zwangshandlungen.

Eines Tages setzte ich anstelle meinen gewohnten Zwangshandlungen "böse Wünsche" ein. Ich versuche es mit einem Beispiel zu veranschaulichen:

Zwangsgedanke: Was ist wenn ich das Herd nicht ausgemacht habe?
alternative Zwangshandlung: wenn ich das Herd kontrolliere soll meiner Familie etwas zustoßen. Dann hatte ich Angst dass mein Wunsch in Erfüllung geht und wollte das Herd nicht mehr kontrollieren. So war ich befreit von der Zwangshandlung.
gewohnte Zwangshandlung wäre: mehrfach kontrollieren.

Dieser Wunsch hat mich von den gewohnten Zwangshandlungen ferngehalten und ich konnte besser leben aber irgendwann wurden die Wünsche ein Problem. Denn die Angst dass diese in Erfüllung gehen war groß. Darüber hinaus musste ich auch diesmal ständig Dinge tun oder vermeiden damit meine Wünsche nicht in Erfüllung gehen.

Bei dem Beispiel mit dem Herd, musste man zusehen das Herd nicht anzuschauen um es ja nicht zu kontrollieren, sonst könnte der Wunsch in Erfüllung gehen.

Mittlerweile geht das seit 10 Jahren so und die Wünsche sind sehr automatisiert und ich habe immer Angst dass sie in Erfüllung gehen. Ich zweifle dran, dass diese Wünsche nicht zum Zwang dazugehören und deshalb verbindlich sind.

15.05.2021 11:05 • 07.06.2021 #1


15 Antworten ↓


moo
Der Unterschied besteht lediglich darin, dass die Zwangshandlung "Wunsch" bewusst erzeugt wurde, die Zwangshandlung "Kontrollieren" unbewusst.

15.05.2021 11:20 • #2



Zwangsstörung/ Wünsche als "Neutralisierung"

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Ja das ist halt eine alternative Bewältigungsstrategie, da Zwangshandlungen wie kontrollieren, putzen etc. sehr Zeitaufwändig und anstrengend sind. Außerdem kann man diese auch nicht immer und überall durchführen. Soweit ich weiß sind Wünsche in meinem Fall "verdeckte Zwangshandlungen"

15.05.2021 11:47 • #3


Calima
Zitat von Pee:
Soweit ich weiß sind Wünsche in meinem Fall "verdeckte Zwangshandlungen"

Genauso würde ich das auch bewerten. Die Frage ist, womit du besser zurecht kommst.

15.05.2021 12:01 • x 1 #4


Also, beides erschwert mein Leben ich würde am liebsten garkeine Zwänge ausüben aber das ist nicht so einfach.

15.05.2021 19:04 • #5


18.05.2021 11:23 • #6


Calima
Zitat von Pee:
Was meint ihr bilde ich mir das alles ein

Ja.

18.05.2021 13:44 • #7


kritisches_Auge
Woher könnte diese Einbildung kommen, vielleicht magst du einmal darüber phantasieren.

18.05.2021 13:57 • #8


Zitat von Calima:
Ja.


Hm ja und nein .
Ein einfaches "JA" ist da etwas zuwenig.

es stimmt schon - es ist Einbildung - ABER für einen Zwangsgedanken Kranken ist diese Einbildung wie Realität.
Und glaub mir das kann man nicht erklären. Eigentlich ist es ne Sache / Krankheit die oft nur zum Lachen wäre ....

26.05.2021 14:45 • x 1 #9


Calima
Zitat von marmaduk:
ABER für einen Zwangsgedanken Kranken ist diese Einbildung wie Realität.


Das ist schon klar. Aber deine Frage diente der Beurteilung von außen. Und diese kommt zu dem Ergebnis, dass es eben keine wundersamen "Zeichen" sind, sondern nur Symptome deiner Störung.

26.05.2021 15:57 • #10


DeepBlue
@Pee Ich habe genau die gleiche Strategie wie du. Ich mache mir sogesehen selbst noch mehr Angst, indem ich mir sage, dass diese Zwangsgedanken erst recht eintreten sollen, wenn ich es nicht schaffe, dagegen anzukämpfen. Diese Methode ging letztens aber gehörig schief und hängt mir daher immer noch nach.
Ich hatte den Gedanken einem Freund etwas Bestimmtes nicht während eines Telefonates erzählen zu dürfen, weil diese Sache sonst schief gehen würde. Also kehrte ich das Ganze wieder um und sagte mir, dass ich es erst recht akzeptiere, dass diese Sache schief geht, wenn ich ihm nicht davon erzähle (auch noch mit dem Zusatz "bei meiner Seele") Ich wusste auch genau, dass ich es von der psychischen Seite her schaffen würde. Doch dann war mein Gesprächspartner zu Hause und führte das Gespräch zuende. Es hätte situationsbedingt somit nicht mehr gepasst, noch mit einer neuen Sache anzufangen. Damit hatte ich also überhaupt nicht gerechnet, dass ich gar nicht dazu kommen würde zu beweisen, dass ich gegen den Zwang ankämpfen kann. Und nun habe ich den Salat und es hängt mir mittlerweile schon seit Wochen nach. Offenbar, weil es subjektiv schwerer wiegt, wenn man bewusst etwas Negatives akzeptiert, als wenn es sich "nur" unvorhergesehen aufdrängt.
Was ich damit sagen will ist, mir hat diese Methode auch geholfen, es kann aber auch gehörig nach hinten losgehen. Ich leide auch schon seit über 20 Jahren unter Zwangsgedanken und Waschzwang und nutze diese Strategie seit mehreren Jahren. Aber letzendlich ist es auch nur ein Ausdruck des Zwangs.

03.06.2021 00:06 • x 1 #11


moo
Zitat von DeepBlue:
Aber letzendlich ist es auch nur ein Ausdruck des Zwangs.


Ganz genau! Aus meiner Erfahrung kann der zwanghafte Geist nicht von der Einbildung (!) lassen, dass er die kleinen und großen Schicksale beeinflusst.

Da insbesondere Gedanken extrem flüchtig und unkontrollierbar erscheinen, stellen Zwangsgedanken quasi die am schwierigsten (unmöglichsten!?) zu regulierende Variante der Zwänge dar und kann im schlimmsten Fall nahezu ständig aktiv sein. Das kann bis in die Träume und somit ins Unbewusste reichen.

M. E. ist eine umfangreiche Einsicht in Wesen und Funktion von Geistestätigkeit und Selbsterleben die unerlässliche Basis für Heilung.

03.06.2021 07:45 • x 1 #12


DeepBlue
@moo moin moo. Das Einzige, wovor man sich in solchen Fällen hüten muss - und da spreche ich aus leidlicher Erfahrung - sind diese Esoterikfreaks mit ihrem Gesetz der Anziehung. Nach deren Aussage und festen Überzeugung herrschen ja bestimmte Gesetze, wie man denken und fühlen muss, um die richtigen "Schwingungen" ans Universum auszusenden und wenn man es falsch macht, negative Gedanken und Gefühle hat, würde man ungewollt das Negative anziehen. Die Leute habe ich echt gefressen. Unter einem Youtube-Video habe ich mit mehreren Leuten darüber diskutiert. Die Esoteriker, die alles in immergleiche, schön klingende, aber nichtssagende Worthülsen verpacken, haben irgendwann ausnahmslos alle aufgegeben. Dort steht schon fast meine halbe Lebensgeschichte in den Kommentaren, denn ich bin auf so einen Typen leider nach über 9 Jahren der Zusammenarbeit reingefallen, der alles nur noch mit Schwingungen und nummerologischen Prophezeiungen begründete und damit sogar unsere langjährige Vereinbarung aushebelte, von der ich immer ausging, dass diese weiterhin galt. Hinzu kam noch, dass es dafür Zeugen gibt und er mir faktisch sogar Recht geben musste. Trotzdem blieb er dabei, "Schwingung über Logik und gesunden Menschenverstand", ich trennte mich und er behielt alles, was wir nur zusammen erreichen konnten. Nach meiner Rechnung habe ich sogar den größten Teil dazu beigetragen, ohne den er heute schon längst pleite wäre.
Das hat weniger mit dem Gesetz der Anziehung zu tun, auch wenn er das neben Pendeln, Tarotkarten,CQM usw. natürlich auch praktizierte.
Aber dieses angebliche "Wissen" dieser Leute ist schon krankhaft. Etwas zu behaupten,es sei so wie sie sagen, und wer nicht daran glaubt, hat keine Ahnung oder ist noch nicht so weit und kommt schon noch dahinter. Bis man mit klaren, faktischen Argumenten kommt, dann halten sie plötzlich alle die Klappe.
Zudem weiß nicht mal die Wissenschaft selbst, wie diese ganze Quantenphysik funktioniert. Es gibt nur theoretische Erklärungsmodelle, und diese Leute stellen es da als "Das ist wissenschaftlich erwiesen". Einfach furchtbar.

03.06.2021 08:21 • x 1 #13


moo
@DeepBlue

Auch moin!

Ich habe ähnliche Abneigung gegen derlei Freaks, aber mal ganz ehrlich (und verstehe es bitte nicht als Kritik): Wo genau liegt der Unterschied zwischen Deinem Kausalitätsglauben bzgl. Deiner Zwangsgedanken und deren Überzeugung hinsichtlich ihrer Gedanken-/Schwingungstheorie?

03.06.2021 13:25 • #14


DeepBlue
@moo zusammenhanglos ist sicher beides. Nur das eine ist eine anerkannte psychische Erkrankung, das andere eine reine Überzeugung, die man aber nicht zwingend ausführen muss und die in Büchern als DIE Wahrheit propagiert wird. Und man wendet diesen Kram ja freiwillig an und leidet nicht darunter. Höchstens Andere.
Oft picken sich solche Leute auch nur das raus, was ihnen dienlich ist, auch wenn sie sich teils komplett in ihrer Überzeugung widersprechen. Da habe ich über die Zeit zig Beispiele zu erfahren müsssen. Für mich hat das was von Willkür, wenn ich damit nur argumentiere, um was für mich zu erreichen, aber mein Glaubensgerüst, das ich auch anderen versuche überzustülpen, dann plötzlich wieder ignoriere, wenn es mir gerade nicht zweckdienlich ist.

03.06.2021 13:41 • x 1 #15


Hoffnungsblick
Sollte irgendetwas an esoterischen Erkenntnissen dran sein, dann kann man sie aber nie an Menschen weitergeben, die sie ablehnen.
Das gilt auch für andere Wissenschaften.

Man sollte immer selbst auswählen, was man an sich ranlässt und glauben will.

07.06.2021 15:35 • #16



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