Zitat von rather_ripped:Habt ihr im Zusammenhang mit eurer Angststörung auch irgendwelche Zwänge entwickelt? Wie fallen sie aus? Wie geht ihr damit um?
Ja, jede Menge. War bei mir zwar in erster Linie ein Therapieschaden, aber Zwänge kommen bei "normalen" Angststörungen oft vor.
Ich kann dir nur dringend raten: Wehre den Anfängen, und zwar radikal! Wenn du dir einmal die Hände gewaschen hast, sind sie sauber. Alles, was darüber hinausgeht, bringt dich ins "Zwangssystem", in das dauernde Gefühl, das was nicht stimmt. Und dieses System ist schlimmer als die einzelnen Zwänge selbst, denn es wird sich ausweiten.
Du hast bis jetzt nur kleine, harmlose Zwänge, aber die könntest du relativ leicht noch mit Stumpf und Stiel ausrotten. Mein Tipp ist daher: Hände waschen nur einmal (und zwar "normal", nicht dieses eine Mal besonders gründlich),
- wenn die Hände sichtbar schmutzig sind
- wenn du etwas angefasst hast, das als giftig oder ätzend gekennzeichnet ist
- wenn du auf der Toilette warst
- vor dem Essen.
Und mindestens eine Woche lang solltest du aufs Händewaschen vor dem Essen verzichten, auch wenn du sowas unhygienisch findest. Davon kommt niemand zu Tode, aber es entzieht den Zwängen den Boden.
Diese Zwänge, zur Toilette zu müssen, sind recht "normal". Trotzdem würde ich an deiner Stelle jegliche Zwanghaftigkeit im Keim ersticken. Wenn du gerade erst zur Toilette warst und nicht literweise getrunken hast, solltest du dir unnötige Toilettengänge verkneifen (was übrigens auch die Blase trainiert). Du wirst dich unbehaglich fühlen, wenn du Zwänge unterlässt. Dieses Gefühl musst du aushalten, es wird weniger werden.
Nur bitte, bitte: Nimm es ernst, tu'
jetzt was gegen die Zwänge! Sowas kann so unendlich quälend und so schwierig zu behandeln werden, dass es sich wirklich lohnt, geringste Anzeichen von Zwängen radikal zu bekämpfen.
Liebe Grüße
Christina