Bernie1970
Gast
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Erst mal vielen Dank für Deine Berichte. Ich habe gestern mal einiges händisch rausgeschrieben und mich etwas über diese AIP schlau gemacht. Da Du laut eigener Aussage "im Außen" Ordnung brauchst, möchte ich aus Deinen übermittelten Infos kurz so etwas wie einen Orientierungsplan erstellen. Vielleicht ist er Dir eine Hilfe, insbesondere, wenn Du ihn hier rauskopierst und Änderungen und Ergänzungen immer dann vornimmst, wenn Dir wieder etwas einfällt, was Deiner Meinung da reingehört. Ich brauche auch immer eine ordentliche Struktur seit meinem Burnout, sonst bin ich überfordert und "mache zu". Bitte betrachte diesen "Lebenslauf" nicht als "Krankenakte" eines Therapeuten sondern einfach als Arbeits- und Orientierungsgerüst für Dich selbst. Insbesondere was die Eigentherapie der Angststörung angeht, wird es Dir von Nutzen sein.
Feb. 1957: Geburt (2. von insgesamt 4 Kindern)
- vererbter Gendefekt AIP, jedoch jahrzehntelang unerkannt
- seit Kindesalter Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Lactose- Sorbit- Fructose- u. Histaminintoleranz)
- Mutter wirkt vernachlässigend ("war nicht vorhanden") - kindliche Vernachlässigung?
- Vater wird überhaupt nie (!) erwähnt - warum? - kindliche Vernachlässigung?
- in der Jugend: Mutter deutlich zugewandter, berücksichtigt o.g. NMUVs, wird "Freundin" - endlich!?
- Heimatgefühl ist ihr "unendlich wichtig" - war es einfach zu kurz?
17 Jahre (ca. 1974):
- Eltern ziehen mit zwei Geschwistern aus der lieb gewonnenen Stadt weg. - Gefühl des Verlassenwerdens?
- muss früh lernen, vollkommen selbständig zu leben - zu früh? Heimatgefühl?
- toller Freundeskreis, eigene Wohnung, geistig anregender Austausch wird den üblichen Partyaktivitäten vorgezogen und genossen - gute, vielleicht "beste Zeit"
18 Jahre (ca. 1975):
- lernt ihren späteren Mann kennen. Wirkt still und zuverlässig - die erste Beziehung? Wurde, abgesehen vom Verliebtsein, vielleicht die Stille dieses Mannes insgeheim als Möglichkeit gesehen, das eigene Selbstwertgefühl aufzuwerten? Wurde seine Zuverlässigkeit als erstrebter Ausgleich für ein bisher eher "verlassenes" Leben vielleicht zu hoch bewertet? Wer von beiden hat sich um eine Anbahnung dieser Beziehung mehr bemüht?
21 Jahre (ca. 1978):
- Hochzeit (?), zieht aus der eigenen Wohnung aus und mit ihrem Mann zusammen. Immenses Verlustgefühl "Aufgabe der Eigen-/Selbständigkeit"
- Mann entpuppt sich plötzlich als Machtmensch - will er in der Beziehung berufliche Probleme durch Kontrolle und manipulatives Verhalten kompensieren?
- Mann ist nachtragend, wünscht sich lt. eigenen Aussagen eine "schwache" Partnerin, "pflanzt ihr Ängste ein", kommunikations- und kompromissunfähig. - konnte er das, für damalige deutsche Verhältnisse überaus selbstbewusste Wesen (s)einer Frau, nicht verkraften?
- Aufgrund vieler Vorhaltungen seitens des Mannes: Veränderung des Verhaltens um Vorwürfe zu umgehen, äußert keine Gedanken und Meinungen mehr, schließt eigenes in geistigen Schubladen weg - Selbstverleugnung (!) um des "Frieden Willens"!
- Kinderwunsch wird seitens des Mannes nicht erwiedert - subjektiv: Betrug um den eigenen Lebensplan?
2002:
Im Zuge eines Symptomschubes wird Akute intermittierende Porphyrie (AIP) erstmals erkannt. Symptome hier: Extreme Oberbauchbeschwerden. Lt. Wikipedia auch oft mit "schweren neurologischen und psychiatrischen Funktionsstörungen" verbunden. Siehe dort auch u. a. als Auslöser: Weibliche Geschlechtshormone! - Evtl. Einnahme der Anti-Baby-Pille über einen langen Zeitraum (Nebenwirkungen/AIP/Stimmungsschwankungen)? Wechseljahre?
Fragen zum Zeitbereich von 1975 bis ca. 2010:
- Wann entwickelte der Mann die manipulierenden, unterdrückenden Tendenzen?
- Sind Auslöser erkennbar (Alk., evtl. Gesundheitsprobleme der Partnerin, berufliche Probleme, psychische Probleme)?
- Wie sieht sie ihren Mann heute in der Rückschau? Welche Gefühle kommen auf angesichts der 35 Jahre Ehe?
2007: Aushilfsstelle im Getränkeladen
- grundsätzlich Freude gemacht
- aufgrund Ehrlichkeit (!) Mobbing durch Vorgesetzte (!)
- 9 Monate völlige Überarbeitung TROTZ erstmaligem Auftreten von Panikattacken um daheim (und vor sich selber?) nicht als "Versager" zu gelten - eine Phase, die den Körper zusätzlich stark geschwächt haben!
2008: Plötzlicher Herztod der Mutter
- sehr schwierige Umstände, keine Trauerarbeit möglich
- Mutter zog erst 1 Jahr vor ihrem Tod in T.´s Stadt (zurück?) - weshalb?
- schwerer Verlust
2010: Geliebte Hündin erleidet Gehirnschlag
2012: Hündin muss eingeschläfert werden
- schwerer Verlust
2013: Trennung / Scheidung (?) vom Ehemann
- wieder stressig durch Teilrenovierung der Wohnung und Hilfe ggü. Nachbarin - zur mentalen Belastung der bevorstehenden Trennung kam also noch eine körperliche (und später logistische) hinzu!
Situation heute (2014 bis 2019):
Nach erfolgter Trennung und Einrichtung der Wohnung Gefühl der Einsamkeit, "keine Freude mehr". Hier erstmalig (?) Ängste. Entwicklung einer massiven (?) Angststörung, vollständiger Rückzug.
Frühes Aufstehen am Morgen. Drang, aufzuräumen, alles in Ordnung bringen zu müssen. Danach "Angst vor einem langen Tag und was heute alles passieren könnte". - Angst vor Kontrollverlust (Mann ist ja nicht mehr da!). Abends ziemlich erschöpft, lässt "alles stehen und liegen", jedoch schlechter Schlaf. Eher hektisch (?) veranlagt.
Wichtige Bezugspersonen: Schwester, Freundin (Schwester des Ex-Mannes).
Über Jahre hinweg immer wieder Imap als Notlösung in Extremsituationen (löst jedoch Angstschübe aus!). Sehr umstritten, Umstieg auf Opipramol geplant. Cortison Notfallmedikament bei Muskelbeschwerden (AIP!).
Rückenschmerzen (subjektiv angstbedingt = Stress), Muskelschwäche (gehört alles auch zu AIP).
Über 6 Jahre Verhaltenstherapie. Für sie völlig ungeeignet, fühlt sich bevormundet, wie ein kleines Kind, manipuliert. - erinnert wahrscheinlich an Ehesituation?
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Ich hoffe, diese "aktuelle Bestandsaufnahme" belastet Dich jetzt nicht? Die Anmerkungen, die ich oft hinter den Gedankenstrichen hinzugefügt haben, sind meine (!) Vorschläge zur Reflexion, KEINE Beurteilungen o.ä.
Für heute will ich es, auch aus für mich "energietechnischen" Gründen erstmal gut sein lassen. Mir würden spontan und nach weiterer Recherche einige Vorschläge und grundsätzliche Denkanstöße einfallen, aber ich möchte erst mal Deine Reaktion und ggfs. Richtigstellung dieser Liste abwarten.
Wünsche uns allen einen guten Tag!
Liebe Grüße Bernd
• x 2 #21
Ich dachte bis vor einem Jahr, dass ich überhaupt kein Talent dafür habe, bis ich es einfach ausprobiert habe und mich vom Gegenteil habe überzeugen lassen. Es lenkt mich von meinen Depressionen ab und auch von Angstgefühlen, die ich trotz einer mir erworbenen Gelassenheit immer noch oft habe.
