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Hallo,
ich war vor ein paar Wochen schon mal hier wegen meinen Angststörungen. Vor 2,5 Monaten habe ich einen neuen Job gefunden der mir wirklich Spaß macht und es ging mir lange besser.
Heute kam aber mein Chef zu mir und meinte das er übermorgen mit mir reden will. Außerdem habe ich das Gefühl das es eine Kollegin auf mich abgesehen hat. Jetzt führe ich mir jeden einzelnen Fehler vor Augen den ich bei der Arbeit gemacht habe von denen ich eigentlich gedacht habe das es nur Kleinigkeiten wären und ärgere mich darüber das ich in letzter Zeit so entspannt war. Warum habe ich mir nicht mehr Druck gemacht?
Ich weiß nicht wie ich den Tag morgen überstehen soll. Ich habe solche Angst, mir ist schlecht und ich fange wieder an stark zu krampfen. Am liebsten möchte ich weinen, aber dann habe ich das Gefühl das ich mich da noch mehr reinsteiger. Ich kann mit niemanden reden da ich gerade erst Feierabend habe. Was soll ich denn nur tun?
Zur Erklärung: Wegen meiner Selbstzweifel hatte ich schon einmal Probleme während eines Praktikums. Außerdem wurde ich während der Realschulzeit und im letzten Teil meiner Ausbildung (die Klasse hatte aber einen sehr schlechten Ruf) gemobbt. Ich denke die ganze Zeit nur, wenn so viele ein Problem mit mir haben, dann muss es ja an mir liegen. Dabei gab es auch schon Klassen in denen ich echt beliebt war und wollte noch nie jemanden etwas böses.
Warum passiert jetzt, wo ich mich gerade so wohl in dem Betrieb gefühlt habe?
Weiß jemand einen Rat was ich tuen könnte damit ich mich besser fühle? Wie ihr bestimmt merkt bin ich gerade total verwirrt

03.01.2013 01:33 • 23.01.2013 #1


7 Antworten ↓


Hallo,

das ist natürlich eine unangenehme Situation und mir würde das auch zu schaffen machen, wenn ich wüsste, dass es möglicherweise um Fehler geht, die man gemacht hat. Mir ist jetzt nicht ganz klar, um was für einen Job es sich handelt, weil Du vor einigen Monaten geschrieben hast, dass Du gerade Abitur machst und einen konkreten Berufswunsch hast.

Es hängt natürlich von der Art des Jobs ab, wie entspannt Du dieses Gespräch auf Dich zukommen lassen kannst. Ansonsten ist es sicher kein Fehler, wenn Du Dir intensiv darüber Gedanken machst, welche Fehler Du gemacht hast und ob die wirklich so schwerwiegend waren. Jeder macht Fehler, und ich denke, wenn Du Dir darüber im Klaren bist, kannst Du selbstbewusst dazu stehen und dem Chef ohne Angst Rede und Antwort stehen.

Zitat:
Ich denke die ganze Zeit nur, wenn so viele ein Problem mit mir haben, dann muss es ja an mir liegen.

Es kann schon mit einem selbst zu tun haben und es gibt dazu ja ganz interessante Untersuchungen. Aber nicht unbedingt in dem Sinn, dass die anderen zurecht mobben. Oft reicht es ja als Anlass schon aus, manchen Leuten anzumerken, dass man es mit ihnen machen kann.

Grüße

pc

03.01.2013 11:10 • #2



Versagensängste, mir ist so schlecht :(

x 3


Hallo Lilie,

warum hat er das denn extra angekündigt, dass er "übermorgen" mit dir reden will? Warum nicht sofort?
Und übermorgen wäre ja am Samstag? Arbeitest du samstags?

Hast du einen Mini-Job?

Falls ja: Vielleicht will er gar nicht über irgendwelche Fehler reden?

Es gibt ab dem 1.1.2013, also ab jetzt, wichtige Änderungen im Minijob-Recht.

1) Man darf jetzt bis zu 450,-- Euro steuerfrei verdienen - bisher waren es 400,-- Euro.
Vielleicht will er dich fragen, ob du jetzt länger arbeiten und dafür 50 Euro mehr verdienen willst?

2) Der Chef muss einen jetzt fragen, ob man sich zusätzlich selber in der Rentenversicherung versichern will. Das würde dich maximal im Monat knapp 18 Euro kosten. Aber dafür würde dir die Zeit, in der du in diesem Job arbeitest, in deinem Rentenverlauf als "Anrechnungszeiten" angerechnet, was sich später auf deine Rente erhöhend auswirken und dir noch weitere Vorteile bringen könnte (z.B. früher in Rente gehen zu dürfen u.ä.). Außerdem hättest du mit der Rentenaufstockung das Recht auf eine Rehabilitationskur usw. - also alle Rechte, die normale Arbeitgeber haben. Ich würde das also an deiner Stelle machen.

Wenn du das nicht willst, muss dein Chef dir ein Schreiben vorlegen, dass du auf die Versicherungspflicht verzichtest, dich das unterschreiben lassen und das in seinen Unterlagen abheften.

Also, ich würde eher annehmen, dass er über diese rechtlichen Fragen mit dir sprechen will - weil das derzeit jeder Arbeitgeber von Minijobs tun muss!

http://www.minijob-zentrale.de/DE/0_Hom ... 0562F6D766

http://www.minijob-zentrale.de/DE/0_Hom ... /node.html

03.01.2013 13:45 • #3


Hallo ihr Beiden, danke für eure Antworten.
Ja ich mache Abitur und jobbe nebenbei Teilzeit in einem Wohnheim für Geistigbehinderte. Also arbeite ich auch Samstags. Und er hat schon angekündigt das es um die Probezeit geht, in der ich mich ja noch befinde und das ich ein paar Sachen verbessern muss. Ich hoffe meine Fehler werden mir nicht allzu schlimm angesehen. Es waren wirklich nur Kleinigkeiten und ich bin erst seit 2,5 Monaten in der Behindertenpflege tätig.
Die Kollegin die mich auf dem Kicker hat hat übrigens mit mir zusammen angefangen und schon Jahrelange Erfahrung in dem Beruf. Aber ich war eben vorher nur im Kindergarten. Das werde ich meinem Chef wohl auch nochmal sagen.

Ja ich hatte schon so das Gefühl das es an meinem geringen Selbstbewusstsein liegt das ich oft als Mobbingopfer ausgewählt werde. In der Erzieherschule wurde ich gemobbt weil ich oft im Krankenhaus war und so viele Fehlzeiten hatte. Mein neuer Job erlaubt es mir, wegen Schichtarbeit, die Krankenhausaufenthalte komplett in die Freizeit zu legen und ich hab auch noch nicht einmal gefehlt.
Was kann ich dagegen tun damit ich nicht wieder in die Opferrolle reinrutsche? Ich ärgere mich auf gerade das diese blöde Angst wieder kommt. Ich will nicht das ich jetzt wieder Panikattacken habe wenn ich zur Arbeit muss so wie früher. (Erbrechen, Durchfall und starke Krämpfe) Mein Freund sagt ich soll der Angst jetzt nicht nachgeben, aber wie?

03.01.2013 17:42 • #4


Hallo,

der Angst nicht nachzugeben, wie Dein Freund gemeint hat, kann ganz Verschiedenes bedeuten. Du kannst Dich der Situation stellen oder dem Ganzen ausweichen, wenn es weiter Probleme gibt. Wichtig ist, Du musst nichts aushalten.

Du kannst Dir sagen, ich probiere es gelassen weiter, wenn ich Fehler mache, dann mache ich eben welche und wenn der Arbeitgeber auf Dauer nicht damit einverstanden ist, dann war es eben nicht der richtige Job. Weiß nicht, wie wichtig der für Dich ist, ob Du vllt. Anspruch auf BAföG hättest. Jedenfalls, da es um einen Nebenjob geht, vielleicht hilft der Gedanke, dass Du nicht gezwungen bist, unbedingt diesen Job zu machen, sollten sich die Spannungen mit der Kollegin verschlimmern oder die Situation aus anderen Gründen absolut nicht passt.

Es kann aber auch heißen, dass Du Dich dem Ganzen stellst. Muss zugeben, das ist einfach gesagt, ich selbst hasse Dauerkonflikte, aber ich habe auch schon manchmal die Erfahrung gemacht, dass es was bringen kann, sich durchzusetzen (z.B. mit schwierigen Nachbarn, Hausmeister, Ex-Vermieter, auch mit rechtlichen Maßnahmen, Drohungen etc.), obwohl das bei mir auch schon oft mit viel Angst verbunden war. Vielleicht reicht eine deutliche Bemerkung gegenüber der Kollegin, dass Dir ihr Ton nicht passt?

Grüße

pc

03.01.2013 19:08 • #5


Ich wollte hier jetzt nochmal Rückmeldung geben wie die Geschichte ausgegangen ist.
Also mein Chef hat sich erkundigt wie ich mich eingelebt habe, besonders weil meine Einarbeitungszeit sehr kurz ausgefallen ist. Er hat mir angeboten das ich noch ein paar Mal mitlaufen kann damit ich mir die Tagesstrucktur nochmal genauer angucken kann. Er sagte auch das es absolut nicht schlimm sei das ich noch keine Routine drin habe.
Mit anderen Worten: Ich hab mir völlig umsonst den Kopf zerbrochen.
Jetzt ärger ich mich natürlich das ich schon wieder so eine Panik geschoben habe.
Zu der Kollegin war ich einfach weiterhin nett und freundlich, inzwischen hat sich die Geschichte auch von selbst erledigt.
Ich werde mich bemühen in Zukunft mit solchen Situationen entspannter umzugehen

22.01.2013 03:32 • #6


Kenne das genauso von mir, dass ich mir völlig umsonst Sorgen mache. Freut mich für Dich, wie es sich entwickelt hat.

Grüße

pc

22.01.2013 18:14 • #7


Prima! Der Chef scheint ja ganz umgänglich zu sein.

23.01.2013 01:16 • #8




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