Lichtblick92
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Hallo liebe Forenmitglieder,
ich möchte euch von einem Problem erzählen, das mich schon sehr lange begleitet und bis heute stark belastet.
Ich wurde bereits in der Grundschule und später auf dem Gymnasium gemobbt. Ich bin in einem kleinen Dorf aufgewachsen, sah aufgrund meiner Herkunft anders aus als die meisten dort und meine Familie lebte eher in ärmlichen Verhältnissen. Auch zu Hause gab es durch die sehr konfliktreiche Beziehung meiner Eltern viel Stress. Ich war eine Außenseiterin und hatte Schwierigkeiten, mich irgendwo wirklich zugehörig zu fühlen.
Mit etwa 13 oder 14 Jahren hatte ich meine erste intimere Erfahrung mit einem etwas älteren Jungen, in den ich verliebt war. Wir hatten keinen Sex, wurden uns aber näher. Danach erzählte er es überall herum und plötzlich wurde ich im ganzen Ort als „billig“, „leicht zu haben“ oder als *beep* abgestempelt.
Später zog ich komplett aus dieser Gegend weg und begann ein Studium. Ich fühlte mich dort sehr alleine und wünschte mir eine Beziehung. Ich lernte einen Mann aus meinem Studiengang kennen, verliebte mich und wir hatten Sex. Nachdem es zwischen uns vorbei war, erzählte auch er es herum und wieder entstanden dieselben Gerüchte über mich.
Mit der Zeit wurden die Geschichten immer extremer. Es wurden sogar Dinge erfunden, zum Beispiel dass eine Freundin und ich gemeinsam etwas mit einem Mann gehabt hätten oder dass ich angeblich mit unzähligen Männern etwas gehabt hätte. Das stimmte nicht.
Was mir dabei besonders wichtig ist: Von außen sah mein Verhalten wahrscheinlich ganz anders aus, als es sich für mich tatsächlich angefühlt hat. Ich hatte zu Hause kaum Liebe und Zuneigung erfahren und war eigentlich immer auf der Suche nach genau diesen Dingen. Wenn ich einem Mann näherkam, war das für mich fast immer emotional und mit der Hoffnung verbunden, dass daraus eine richtige Beziehung entsteht. Ich wollte geliebt werden und jemanden haben, bei dem ich mich zugehörig fühle. Es ging mir nie darum, möglichst viele Männer oder einfach nur Sex zu haben. Im Gegenteil: Ich habe mir bei den Männern, für die ich Gefühle entwickelt hatte, meistens gewünscht, dass daraus etwas Festes wird. Für Außenstehende, die nur gesehen haben, dass Beziehungen oder Bekanntschaften nicht lange hielten und später ein anderer Mann in meinem Leben war, muss das wahrscheinlich völlig anders ausgesehen haben.
In den folgenden Jahren hatte ich einige weitere, meist kurze Beziehungen. Rückblickend war sicherlich ungünstig, dass viele dieser Männer aus demselben Umfeld – Universität, Studentenwohnheim oder Bekanntenkreis – kamen und ich außerdem viel zu viel aus meinem Privatleben erzählt habe. Dadurch bekamen meine damaligen Mitstudierenden immer wieder Dinge aus meinem Leben mit und es wurde weiter über mich gesprochen. Heute würde ich mein Privatleben wesentlich stärker schützen.
Das eigentliche Problem ist aber, dass mich diese Zeit bis heute verfolgt.
Sobald ich heute höre, dass jemand aus meinem jetzigen Umfeld möglicherweise jemanden von damals kennt, bekomme ich sofort Angst oder sogar Panik. Heute erzählte zum Beispiel ein Arbeitskollege, dass seine Frau in einer Klinik arbeitet, in der auch eine ehemalige Kommilitonin von mir arbeitet, die damals schlecht über mich geredet hat. Sofort hatte ich Angst, dass sie seiner Frau etwas über mich erzählen könnte und diese Geschichten irgendwann an meinem heutigen Arbeitsplatz landen.
Meine größte Angst ist dabei immer dieselbe: dass andere mich aufgrund dieser alten Geschichten als „billig“ oder „leicht zu haben“ ansehen. Ich habe heute auch einen Partner und große Angst davor, dass irgendwann irgendwelche alten, teilweise erfundenen oder verdrehten Geschichten zu ihm gelangen.
Rational weiß ich, dass das alles viele Jahre her ist und die meisten Menschen wahrscheinlich längst ihr eigenes Leben führen. Emotional reicht aber schon eine kleine Verbindung zu damals und ich fühle mich sofort wieder wie früher. Ich denke dann ständig darüber nach, wer wen kennen könnte und wer vielleicht etwas über mich erzählen könnte.
Kennt jemand von euch so etwas? Wie schafft man es, sich innerlich von solchen Gerüchten und einem Ruf aus der Vergangenheit zu lösen und nicht ständig Angst davor zu haben, dass einen die Vergangenheit irgendwann wieder einholt?
Diese Ängste bestimmen meinen Alltag, ich kann auch die Beziehung mit meinem Freund nie richtig genießen, weil ich immer Angst habe, dass er sowas mitbekommen könnte und mich dann nicht mehr lieben würde.
Ich verurteile mich selbst auch ziemlich hart dafür.
ich möchte euch von einem Problem erzählen, das mich schon sehr lange begleitet und bis heute stark belastet.
Ich wurde bereits in der Grundschule und später auf dem Gymnasium gemobbt. Ich bin in einem kleinen Dorf aufgewachsen, sah aufgrund meiner Herkunft anders aus als die meisten dort und meine Familie lebte eher in ärmlichen Verhältnissen. Auch zu Hause gab es durch die sehr konfliktreiche Beziehung meiner Eltern viel Stress. Ich war eine Außenseiterin und hatte Schwierigkeiten, mich irgendwo wirklich zugehörig zu fühlen.
Mit etwa 13 oder 14 Jahren hatte ich meine erste intimere Erfahrung mit einem etwas älteren Jungen, in den ich verliebt war. Wir hatten keinen Sex, wurden uns aber näher. Danach erzählte er es überall herum und plötzlich wurde ich im ganzen Ort als „billig“, „leicht zu haben“ oder als *beep* abgestempelt.
Später zog ich komplett aus dieser Gegend weg und begann ein Studium. Ich fühlte mich dort sehr alleine und wünschte mir eine Beziehung. Ich lernte einen Mann aus meinem Studiengang kennen, verliebte mich und wir hatten Sex. Nachdem es zwischen uns vorbei war, erzählte auch er es herum und wieder entstanden dieselben Gerüchte über mich.
Mit der Zeit wurden die Geschichten immer extremer. Es wurden sogar Dinge erfunden, zum Beispiel dass eine Freundin und ich gemeinsam etwas mit einem Mann gehabt hätten oder dass ich angeblich mit unzähligen Männern etwas gehabt hätte. Das stimmte nicht.
Was mir dabei besonders wichtig ist: Von außen sah mein Verhalten wahrscheinlich ganz anders aus, als es sich für mich tatsächlich angefühlt hat. Ich hatte zu Hause kaum Liebe und Zuneigung erfahren und war eigentlich immer auf der Suche nach genau diesen Dingen. Wenn ich einem Mann näherkam, war das für mich fast immer emotional und mit der Hoffnung verbunden, dass daraus eine richtige Beziehung entsteht. Ich wollte geliebt werden und jemanden haben, bei dem ich mich zugehörig fühle. Es ging mir nie darum, möglichst viele Männer oder einfach nur Sex zu haben. Im Gegenteil: Ich habe mir bei den Männern, für die ich Gefühle entwickelt hatte, meistens gewünscht, dass daraus etwas Festes wird. Für Außenstehende, die nur gesehen haben, dass Beziehungen oder Bekanntschaften nicht lange hielten und später ein anderer Mann in meinem Leben war, muss das wahrscheinlich völlig anders ausgesehen haben.
In den folgenden Jahren hatte ich einige weitere, meist kurze Beziehungen. Rückblickend war sicherlich ungünstig, dass viele dieser Männer aus demselben Umfeld – Universität, Studentenwohnheim oder Bekanntenkreis – kamen und ich außerdem viel zu viel aus meinem Privatleben erzählt habe. Dadurch bekamen meine damaligen Mitstudierenden immer wieder Dinge aus meinem Leben mit und es wurde weiter über mich gesprochen. Heute würde ich mein Privatleben wesentlich stärker schützen.
Das eigentliche Problem ist aber, dass mich diese Zeit bis heute verfolgt.
Sobald ich heute höre, dass jemand aus meinem jetzigen Umfeld möglicherweise jemanden von damals kennt, bekomme ich sofort Angst oder sogar Panik. Heute erzählte zum Beispiel ein Arbeitskollege, dass seine Frau in einer Klinik arbeitet, in der auch eine ehemalige Kommilitonin von mir arbeitet, die damals schlecht über mich geredet hat. Sofort hatte ich Angst, dass sie seiner Frau etwas über mich erzählen könnte und diese Geschichten irgendwann an meinem heutigen Arbeitsplatz landen.
Meine größte Angst ist dabei immer dieselbe: dass andere mich aufgrund dieser alten Geschichten als „billig“ oder „leicht zu haben“ ansehen. Ich habe heute auch einen Partner und große Angst davor, dass irgendwann irgendwelche alten, teilweise erfundenen oder verdrehten Geschichten zu ihm gelangen.
Rational weiß ich, dass das alles viele Jahre her ist und die meisten Menschen wahrscheinlich längst ihr eigenes Leben führen. Emotional reicht aber schon eine kleine Verbindung zu damals und ich fühle mich sofort wieder wie früher. Ich denke dann ständig darüber nach, wer wen kennen könnte und wer vielleicht etwas über mich erzählen könnte.
Kennt jemand von euch so etwas? Wie schafft man es, sich innerlich von solchen Gerüchten und einem Ruf aus der Vergangenheit zu lösen und nicht ständig Angst davor zu haben, dass einen die Vergangenheit irgendwann wieder einholt?
Diese Ängste bestimmen meinen Alltag, ich kann auch die Beziehung mit meinem Freund nie richtig genießen, weil ich immer Angst habe, dass er sowas mitbekommen könnte und mich dann nicht mehr lieben würde.
Ich verurteile mich selbst auch ziemlich hart dafür.
• • 25.08.2026 x 3 #1
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