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Dilo2804
Hallo, nach langem hin und her überlegen bin ich zu dem Entschluss gekommen endlich mal darüber zu sprechen.
Meine Mama leidet seit ca 10 Jahren an Angst Störungen und panikattacken.
Sie ist damit auch bei einem Psychiater in Behandlung und bekommt Medikamente,
Clomipramin, Trimipramin und tavor... Wenn sich bei ihr die Angst bemerkbar macht wird ihr übel und sie fängt an sich zu übergeben und das nicht 1 oder 2 Mal sondern bis zu 3 Tagen... Sie trinkt und erbricht es sofort wieder.... Nicht selten müssen wir deswegen ins KrankenHaus damit sie Flüssigkeit per Infusion bekommt.... Sie selber kann ihre Angst nicht benennen was es so schwierig macht mit ihr darüber zu sprechen was sie belastet oder wovor sie überhaupt so eine Angst hat... Sie beschreibt es das sie plötzlich Todes Ängste bekommt und das auf ihren Magen schlägt... Ich bin 23 und studiere bin deshalb und wohne mit ihr zusammen...ich weiß nicht mehr was ich machen soll. Ich kann nicht mehr entspannt vor die Haustür, zu Freunden mal ganz davon abgesehen in Urlaub zu fliegen... Die Angst begleitet mich ständig das sie wieder eine panikattacke bekommt und ich nicht vor Ort bin um
Ihr helfen zu können, was mich sehr belastet! Sie hat niemanden außer mich der ihr hilft... Aber langsam kann ich das auch nicht mehr. Es zerrt an meinen Nerven diese ständige Angst haben zu müssen. Am Anfang war es so das ihre Panik Attacken alle 4-6 Monate auftauchten mittlerweile sind es 1-2 Monate. Könntet ihr mir vielleicht helfen und mir sagen was ich noch machen soll? Wie ich ihr und mir helfen kann? Vielen Dank das ihr euch das hier alles durchgelesen habt. Dilan

03.11.2014 16:44 • 06.11.2014 #1


8 Antworten ↓


G
Hallo lieber Dilo,

ich finde es erstklassig, wie du dich um deine Mama kümmerst.
Indem sie schon so lange bei einem Pychiater in Behandlung ist und Medikamente bekommt, würde ich dir empfehlen, dass du mit deiner Mutter liebevoll sprichst, dass sie eine stationäre Therapie macht.
Dort hat sie psychologische Hilfe und auch medikamentöse Hilfe, ich würde dir das dringenst empfehlen.
Auch du wirst dadurch etwas Abstand finden und dich erholen können und dich auf dein Studium besser konzentrieren können. Zu Hause ist das wirklich nur eine halbherzige Lösung, eine Genesung nach dieser langen Zeit wird ohne Therapie nicht möglich sein.

Bitte versuche deine Mama zu überzeugen, dass es für euch beide dringend erforderlich und hilfreich ist.

LG und alles Gute

Gerd

03.11.2014 17:54 • x 1 #2


A


Meine Mama leidet unter panikattacken

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Dilo2804
Hallo Gerd, danke erstmal für deine Antwort!
Ich versuche sie jedes mal davon zu überzeugen eine Therapie zu machen, weil sich sonst an ihrem Zustand auf Dauer nichts ändern wird. Das Problem an der Sache ist das sie sich ständig in Ausreden flüchtet wieso weshalb warum es nicht geht oder sonstiges.... Ich bin langsam mit meiner Kraft am Ende ständig liebevoll auf sie einzuwirken... Ich bin langsam an einem Punkt angekommen wo ich Tiefe wut, Trauer und Ablehnung ihr gegenüber empfinde und weiß langsam nicht mehr mit meinen eigenen Gefühlen umzugehen... Durch die Medikamente die sie während ihrer panikattacken nimmt wird sie müde aber sie kommt einfach nicht zur Ruhe was das Erbrechen verschlimmert... Der einzige Ort wo sie zur Ruhe kommt ist in der Badewanne aber da kann man sie nicht alleine lassen weil sie dort auch schon mal eingeschlafen ist.... Ich weiß langsam wirklich nicht mehr weiter. Vielen Dank noch mal!

03.11.2014 18:07 • #3


G
Ja Dilo, dann bleibt dir nichts übrig, hole dir einen Termin beim Psychiter von ihr, für ein vertrauliches Gespräch, so ähnlich machte ich es auch schon einmal.
Zeige ihm auf, dass du und deine Mutter zugrunde geht, und bitte ihn, deine Mutter zu überzeugen, dass es für sie die einzige und effiziente Lösung wäre, um gesund zu werden.

Gib nicht auf, versuche es!

LG

Gerd

03.11.2014 18:37 • x 1 #4


S
Das wäre aber ein sehr einseitiges Gespräch, der Psychiater darf ja nichts über sie sagen.

Dilo, das ist jetzt sicher leichter gesagt als getan, aber du musst dich da ein Stück weit rausziehen. Sonst machst du dich selbst kaputt, ohne dass es irgendwas gebracht hätte. Oft kommt die Einsicht der Betroffenen erst, wenn eben nicht immer jemand da ist, der hinter ihnen die Trümmer beseitigt - bis zum nächsten Mal.

Soll heißen: 2 Wochen Urlaub auf den Malediven würde ich jetzt auch nicht unbedingt guten Gewissen machen können . Aber wenn du etwas unternehmen willst - tu es. Wenn du einen Abend mit Freunden unterwegs bist wird deiner Mutter in dieser kurzen Zeit nichts passieren. Notfalls kann man auch mit Erbrechen die 112 wählen. Und der Körper verfügt über einige Schutzmechanismen, für gewöhnlich wird man reflexartig wach, wenn man einschläft und dann runterrutscht, sodass Wasser in Nase oder Mund gelangt. Nur unter irgendwelchen Dro. sollte man natürlich nicht baden gehen. Wenn deine Mutter so unvernünftig sein sollte, wäre sie ein Fall von Eigengefährdung und müsste dringend in eine Klinik - sei es zwangsweise.

Das klingt übel und unerträglich fies für dich als ihr Kind, aber es geht glaub ich nicht anders. Du kannst sie nicht die nächsten Jahrzehnte Rundum betreuen und immer auf Abruf stehen. Wenn deine Mutter gesund wäre und nicht in diesem Sumpf feststecken würde, würde sie das wahrscheinlich auch niemals wollen, dass du dich so für sie aufgibst.

Was sagt ihr Psychiater ihr dazu? Weiß der von diesen Ausmaßen oder erzählt sie ihm nicht die ganze Wahrheit?

06.11.2014 00:17 • #5


Dilo2804
Vielen Dank erstmal für deinen Rat!
Was sie ihrem Psychiater genau erzählt weiß ich natürlich nicht aber als ich das ein oder andere mal mit ihr da war habe ich aus den Gesprächen schon gehört das er ihr dringend eine Therapie empfielt... Aber ob er auch weiß wie sehr ich darunter leide und das ich mich in solchen Situationen um sie kümmere kann ich leider nicht sagen.... Ja sie darf wenn sie ihre panikattacken hat, ganze 7 tavor a 1 mg nehmen und sagen wir mal so wenn sie diese Dinger nimmt ist sie nicht mehr Herr ihrer Sinne und definitiv nicht mehr zurechnungsfähig, was in mir die Angst auslöst das sie eben in der Badewanne einschläft. Manchmal habe ich das Gefühl das ihre panikattacken dann kommen wenn ich nicht in greifbarer Nähe bin. Was zwar selten vorkommt aber passieren kann... Ich habe auch schon überlegt mir selber psychologische Hilfe zu holen um einfach besser mit der Situation klar zu kommen und Hilfe dabei bekomme mal auf mich selber acht zu geben und nicht ständig abrufbereit da zu sein. Diese 10 Jahre sind auch an mir nicht spurlos vorbei gegangen. Vielen Dank das du dir das hier alles durchließt. Dilan

06.11.2014 00:41 • #6


G
@ Squirry

Hallo Squirry, du hast natürlich recht, dass der Psychiater nichts sagen darf, soll er auch nicht, ich meinte einfach, man weiß ja nicht, was seine Mutter dem Psychiater sagt, ob sie sich überhaupt korrekt öffnet.
Das Gespräch zwischen Dilo und dem Psychiater sollte ja nur oberflächlich sein, die Ansicht von Dilo ihm näher zu bringen.
Alles andere wäre ja eine Verletzung des Arztgeheimnisses.

LG

Gerd

06.11.2014 06:27 • x 1 #7


S
Hallo Dilo
Und Hallo Gerd + Danke für deine Erklärung!

Nur damit ich nichts falls verstehe:
Mit Therapie meinen wir und der Psychiater eine stationäre Behandlung oder?
Weil eine normale Therapie bekommt sie doch schon, wenn sie zu ihm geht und Medikamente bekommt.

Dass die Panikattacken vor allem kommen, wenn du nicht da bist, kann ich mich gut vorstellen. Dann fühlt sie sich allein, hilflos, niemand da - das kann schon reichen, um das Fass zum Überlaufen zu bringen.
Dir selbst psychologische Hilfe zu holen klingt auch nicht verkehrt. Wenn du merkst, dass es dir nicht hilft oder doch nicht nötig bist, kannst du ja jederzeit aufhören

06.11.2014 19:00 • #8


G
@ Squirry

genau, alles andere als eine stationäre Aufnahme würde hier ins Leere laufen!

LG

Gerd

06.11.2014 20:16 • #9





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