Pfeil rechts
28

K
Zitat von l80lAdMiN:
Mir ist nicht bewusst was ich schlimmes erlebt oder durchlebt haben soll

Es sind auch oft nicht die großen Auslöser wie schlimmer Erlebnisse, Trauma und Co., sondern die eigenen Verhaltensweisen, die sich über Jahre und Jahrzehte eingeschliffen haben. Ich gebe Dir mal als Beispiel wo es bei mir gehakt hat:

Ich habe in meiner Kindheit durch das Verhalten meiner Eltern den Glaubenssatz Streit führt zu Trennung ausgebildet. Glaubenssätze bilden sich nicht durch die Erziehung selbst, sondern durch das, was wir als Kind (mit noch beschränktem Horizont und Urteilsvermögen und Erfahrung) daraus ableiten. Dieser Glaubenssatz, in Verbindung mit dem Gefühl Ich bin nicht gut genug hat bei mir bewirkt, dass ich mir nie erlaubt habe, meine Grenzen zu wahren oder zu verteildigen. Ich hatte immer Angst, Nein zu sagen. Ich habe unbewusst geglaubt, dass ich nicht dass Recht habe, mir selbst Raum zu geben. Damit ich alles hinnehmen und runterschlucken konnte, habe ich mir nie erlaubt, Wut oder Ärger zu empfinden.

Im Zusammenleben mit meinem Mann hat sich da dann über die Jahre mächtig was angestaut. Ich habe mich immer mehr in mich zurückgezogen, bin immer unsichtbarer geworden. Mein Mann ist jemand, der im Zusammenleben schnell übergriffig wird und es nicht merkt. Beispiel: Mein Homeofficeplatz ist im Wohnzimmer. Freitags baue ich ihn ab, monags wieder auf. Logischerweise kann ich das sehr gut allein, aber er baut ihn mir immer sonntags Abends auf. Das wäre ja noch ok, aber er ändert dann einfach die Konfiguration der Maus, des Headsets etc. (steckt das Headset z.B. auf der anderen Seite ein), weil er meint, dass es so praktischer ist. Das dass MEIN Arbeitsplatz ist und es ihn absolut nichts angeht, wie ich da arbeite, kommt ihm gar nicht in den Sinn. Zusätzlich gibt es mir immer wieder dass Signal, noch ein kleines Kind zu sein (Du kannst den Arbeitsplatz nicht aufbauen, du schaffst das nicht).

Zusätzlich ist er ein sehr logisch, analytischer Mensch, ich bin ein absoluter Herzensmensch. Wenn wir über ein Thema diskutieren, durchdenke ich nicht alles, was ich sage, sondern es kommt halt auch mal was unlogisches raus, weil es gerade so in meinem Kopf ist. Dann werde ich von ihm immer übergebügelt. Alles, was ich sage, wird oft erst mal angezweifelt, das kann ja so nicht stimmen (weißt Du das, oder denkst Du nur wieder das es so ist?)

Im Laufe der Jahre hat sich so bei mir ein unglaublicher Druck aufgebaut. Ich konnte das jahrelang kompensieren, aber irgendwann muss es raus. Der Druck sucht sich dafür die schwächste Stelle im Körper und die körperlichen Symptome beginnen. Das was dahinter steht, konnte ich am Anfang nicht sehen, ich sah nur die körperlichen Symptome, wie bei Dir. Ich habe auch lange im Außen gesucht und gemeint, dass ich körperlich krank bin. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass die Psyche einen so starken Einfluss haben kann.

Tiefenpsychologische Therapien und Verhaltenstherapien und Medikamente haben mir auch nicht geholfen - erst als ich in der Körperpsychotherapie gelernt habe, wieder Kontakt mit meinem Körper aufzunehmen und erst einmal nur zu spüren, was da passiert, ging es vorwärts. Ich habe lange gebraucht, zu spüren wie es ist, Ärger und Wut zu empfinden. Im nächsten Schritt dann zuzulassen, dass es so ist. Dann mir zu erlauben, das ich das empfinden darf. Und schließlich zusammen mit dem Therapeuten zu überlegen, wie ich das ändern kann und in die Veränderung zu gehen.

Ich wusste, dass ich keine Grenzen setzen kann - jeder Therapeut hat mir gesagt Das müssen sie aber lernen. Ich konnte es aber nicht und kam mir fürchterlich dumm vor. Erst der jetztige Therapeut hat mir vermittelt, dass ich das gar nicht konnte, da ich erst einmal über den Körper wahrnehmen lernen musste, was der Druck mit mir macht.

Es sind also nicht die großen, schlimmen Ereignisse (die es selbstverständlich auch gibt), sondern die kleinen, unbemerkten, uns gar nicht bewussten Glaubenssätze und Verhaltensweisen, die uns torpedieren. Natürlich ist es sehr mühsam, diese ganzen Päckchen aufzuspüren und auszupacken, aber es lohnt sich.

06.03.2022 12:10 • x 2 #21


KleineMaus83
Ich geh schon gar nicht mehr zum Arzt, weil ich Angst vor der Diagnose habe.
Ich habe seit 3 tage Kopfschmerzen und habe Angst das ich einen Hirntumor habe. Ich hätte vor 3 Monaten zum Blut abnehmen gemusst, aber ich hab Angst das sie was finden.

06.03.2022 12:16 • #22


A


Hypochondrie, Panikattacken, generalisierte Angststörung

x 3


Dori83
Zitat von KleineMaus83:
Ich geh schon gar nicht mehr zum Arzt, weil ich Angst vor der Diagnose habe. Ich habe seit 3 tage Kopfschmerzen und habe Angst das ich einen ...

Solche Phasen habe ich auch. Angst habe ich auch immer wie verrückt vor dem Ergebnis

06.03.2022 12:25 • #23


KleineMaus83
Bin heute fix und alle, diese Angst macht mich noch wahnsinnig. Bin die ganze Zeit am googlen.

06.03.2022 12:50 • #24


Dori83
Zitat von KleineMaus83:
Bin heute fix und alle, diese Angst macht mich noch wahnsinnig. Bin die ganze Zeit am googlen.

Googeln hab ich mir angewöhnt. Google sagt immer ich sterbe. Bei vielen Symptomen spuckt Google was negatives aus.

06.03.2022 13:27 • #25


K
Hallo ich bin neu hier im Forum.
Ich habe durch die Corona Erkrankung im November 2021 eine Angststörung entwickelt war ich glaub 7 mal in der Notaufnahme aufgrund von Atemnot und Angst ich hätte Lungenkrebs.
Seid Januar 2022 bin ich in einer psychiatrischen Tagesklinik bin mittlerweile auf Fenlavaxin eingestellt 75 mg und so richtig hilft es mir nicht(vorher Escitalopram 20mg täglich).
Ich fühle mich was meine Beine angeht ziemlich schlapp kann nicht richtig schlafen wache nach ca 2 h auf und fange an zu grübeln und zu googeln.
Ab 11 März gehe ich für 5 Wochen in eine Psychosomatische Tagesklinik da die ärzte der Meinung sind das die psychiatrische Tagesklinik nix für mich ist weil ich noch zu normal wäre..

Was sagt ihr dazu?
Heute geht es mir richtig schlecht

06.03.2022 13:56 • #26


KleineMaus83
Meine blutwerte waren vor 8 Monaten in Ordnung. Warum mache ich mir deshalb solche Gedanken? Bei jedem ziehen am Körper Dreh ich durch.

06.03.2022 14:14 • #27


K
Zitat von Kosimo:
Hallo ich bin neu hier im Forum. Ich habe durch die Corona Erkrankung im November 2021 eine Angststörung entwickelt war ich glaub 7 mal in der Notaufnahme aufgrund von Atemnot und Angst ich hätte Lungenkrebs. Seid Januar 2022 bin ich in einer psychiatrischen Tagesklinik bin mittlerweile auf Fenlavaxin eingestellt 75 ...

Du hast Dir sofort Hilfe geholt, das ist sehr gut. Gerade bei Angststörungen ist es gut, wenn sie sofort behandelt werden. Je länger man sie hat, um so schwieriger wird die Behandlung. Allerdings kann der Weg trotzdem lang ein - Du musst Geduld mit Dir haben und nicht in Wochen, sondern in Monaten denken. Vertrau erst mal den Ärzten in der Klinik und steh dem ganzen offen gegenüber - nimm mit, was Du dort lernen kannst.

06.03.2022 14:40 • #28


K
Danke für deine Antwort.
Es ist halt für mich schwierig das zu glauben das da nix körperliches ist weil die Symptome sind ja da.

06.03.2022 14:43 • x 1 #29


Dori83
Zitat von KleineMaus83:
Meine blutwerte waren vor 8 Monaten in Ordnung. Warum mache ich mir deshalb solche Gedanken? Bei jedem ziehen am Körper Dreh ich durch.

Kenn ich zu gut

06.03.2022 14:52 • #30


l80lAdMiN
Zitat von Kruemel_68:
Es sind auch oft nicht die großen Auslöser wie schlimmer Erlebnisse, Trauma und Co., sondern die eigenen Verhaltensweisen, die sich über Jahre und ...

Wirklich ich bedanke mich vom Herzen ️ deine Texte geben mir Kraft! Vielen Dank

06.03.2022 15:13 • x 1 #31


l80lAdMiN
Zitat von KleineMaus83:
Meine blutwerte waren vor 8 Monaten in Ordnung. Warum mache ich mir deshalb solche Gedanken? Bei jedem ziehen am Körper Dreh ich durch.

Ja so geht es mir auch und das 24/7
Immer wenn ich beim Hausarzt bin bitte ich ihn um ein EKG . Hört sich blöd an aber ich hoffe das endlich was gefunden wird . Ich google auch sehr viel , will diese Dauerhaften Symptome zuordnen woher diese kommen . Ein Beispiel habe starke Benommenheit dann denke ich es ist das Herz oder Aterien sind verstopft oder eingeengt. Habe Übelkeit dann denke ich auch ohje ich kriege bestimmt einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Es ist alles einfach schrecklich wenn man keine Minute sich halbwegs gut fühlt . Mich macht es fertig , ich will ein einfaches Leben mehr nicht . Ich will das Gefühl haben Freudespüren , Lachen , usw und nicht nur diese Symptome. Mein ganzes Leben zieht vorbei..... Durch die ganzen Symptome sehe ich auch Krank aus im Gesicht Blass mit starken Augenringen hat das von euch auch einer . Ich nehme es immer als Beweis das ich Krank bin wenn ich es schon im Spiegelbild sehe .

LG

06.03.2022 15:23 • #32


K
Zitat von l80lAdMiN:
Ja so geht es mir auch und das 24/7 Immer wenn ich beim Hausarzt bin bitte ich ihn um ein EKG . Hört sich blöd an aber ich hoffe das endlich was ...

So geht es mir auch die ganze Zeit bin nur am Googln nach diesen Symptomen es macht mich fertig und ich will nicht mehr.
sehe auch krank aus mit Augenringen und blasser Haut.

06.03.2022 15:28 • x 1 #33


Dori83
Zitat von l80lAdMiN:
Ja so geht es mir auch und das 24/7 Immer wenn ich beim Hausarzt bin bitte ich ihn um ein EKG . Hört sich blöd an aber ich hoffe das endlich was ...

Was hast du denn alles für Symptome die du 24/7 hast?

06.03.2022 16:30 • x 1 #34


K
Zitat von Kosimo:
Danke für deine Antwort. Es ist halt für mich schwierig das zu glauben das da nix körperliches ist weil die Symptome sind ja da.

Da zeigt sich wieder ein weit verbreiteter Irrglaube - psychosomatische Beschwerden heißt doch nicht, dass man sich das einbildet. Natürlich sind die Schmerzen, der Schwindel, der Durchfall oder was auch immer real - sie werden halt nur nicht vom Körper, sondern durch die Seele verursacht. Wenn ich mal wieder mega Blähungen durch Dauerdurchfall habe, sind die genauso real als hätte ich einen Magen-Darm-Virus.

06.03.2022 16:30 • x 2 #35


K
Zitat von l80lAdMiN:
Wirklich ich bedanke mich vom Herzen ️ deine Texte geben mir Kraft! Vielen Dank

Das ist schön, das freut mich
Es ist mir auch echt ein Anliegen, den Menschen hier zu zeigen, dass es auch wieder besser werden kann und dass es sich lohnt, zu kämpfen.

Ich habe einen großen Druchbruch erst vor ein paar Wochen erreicht, und ich stehe teilweise immer noch ungläubig neben mir und staune, dass sich plötzlich alles verändert hat. Ich kann es noch nicht wirklich glauben - aber ich spüre wieder Lebenslust und Freude. Manchmal könnte ich einfach durch die Wohnung tanzen. Auch jetzt mit der Ukraine-Krise - ich kann nicht mehr in mein altes Angstmuster zurück. Ich mache mir zwar Sorgen, und die Menschen tun mir so leid, aber ich habe wieder einen Grundoptimismus in mir und ich kann jetzt auch dankbar dafür sein, was ich alles habe.

06.03.2022 16:37 • x 2 #36


Dori83
Zitat von Kruemel_68:
Das ist schön, das freut mich Es ist mir auch echt ein Anliegen, den Menschen hier zu zeigen, dass es auch wieder besser werden ...

Das klingt toll. Wie hast du es geschafft?

06.03.2022 16:45 • #37

Sponsor-Mitgliedschaft

K
Zitat von Dori83:
Das klingt toll. Wie hast du es geschafft?

Hier mal mein Werdegang

erfolgserlebnisse-f59/mein-tipp-koerper-psychotherapie-bei-somatoformer-stoerung-t106750.html

Wie gesagt habe ich erst mit der Köperpsychotherpie geschafft. Der Therapeut hat mir mir erst einmal mit Hilfe von Wahrnehmungs- und Atemübungen mein vegetatives Nervensystem runtergefahren. Dann habe ich ich mich im Wahrnehmen geübt - was passiert in mir, wenn es mir schlecht geht, wie fühlt sich das an, wie fühlt es sich an, wenn z.B. eine Atemübung kurzfristig Erleichterung bringt.

Parellel dazu haben wir Päckchen gepackt - also geschaut, woher der Druck bei mir im System kommt. Dann habe ich geübt, erst einmal wahrzunehmen, wenn diese Dinge im Alltag kommen und was sie in mir auslösen. Im Anschluss ging es ans Benennen - ja, mein Mann hat da eine Absprache nicht eingehalten, das verursacht bei mir sofort Symptom XY.

Der schwerste Schritt war dann die Selbsterlaubnis an mich selber - ja, Dein Mann hat da die Absprache nicht eingehalten. Das war respektlos Dir gegenüber und Du darfst jetzt wütend sein. Es ist Dein Recht, und Du darfst Dich verteidigen, indem Du ihm das mitteilst. Es sind zwei Paar Schuhe das kognitiv zu erfassen oder sich das wirklich zu erlauben.

Bei mir hat es dazu eine ziemliche Eskalation gebraucht, die mich an diesen Punkt gebracht hat. Und jetzt bin ich in der Umsetzung, mich in den entsprechenden Situationen auch zu artikulieren, z.B. zu meinem Mann zu sagen: Du hast Dich nicht an unsere Absprache gehalten, das hat mich verletzt.

Ich hätte immer gedacht, dass ich das nicht kann - aber es ist tatsächlich die innere Haltung, die ich entwickeln musste und dann geht vieles wie von selbst. Mit dieser inneren Haltung sende ich viele Dinge schon auf der non-verbalen Ebene anders aus, so dass ich es nicht unbedingt immer kommunizieren muss.

Es brauchte eine Zeit, um ein Vertrauen mir gegenüber aufzubauen, dass dieses neue Ich jetzt tatsächlich da ist und da bleibt und dass ich nicht mehr in meine alten Muster zurück kann. Seitdem merke ich jeden Tag, wie das Leben leichter wird, ich habe wieder Spaß, Lebensfreude und Energie.

Ich schließe nicht aus, dass vielleicht doch nochmal ein Rückfall kommt, aber dann weiß ich, dass ich da auch wieder rauskomme. Wenn ich den Weg einmal gegangen bin, kann ich ihn auch nochmal gehen.

06.03.2022 18:59 • x 3 #38


l80lAdMiN
Zitat von Dori83:
Was hast du denn alles für Symptome die du 24/7 hast?
Hallo,

Benommenheit, Sehe alles wie im Traum, Schwäche, Erschöpft, Schlapp, Schmerzen, Kribbeln , Atem Probleme, Sehstörungen, Übelkeit, Herzrasen .Gefühl das mir jeden Moment was passiert .

06.03.2022 22:15 • x 1 #39


kosta
Zitat von Dori83:
Wenn man was schlimmes hat denke ich wäre es 24/7 und würde auch schlimmer werden

Es gibt aber einige die 24/7 Symptome haben und die auch schlimmer werden oder ständig wechseln und das über viele Jahre. Manche haben überhaupt keine Symptome und sind wirklich schwer krank.
Ich finde das lässt sich so nicht sagen wer krank ist oder nicht.

08.03.2022 18:21 • x 1 #40


A


x 4






Mira Weyer