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Hallo liebe Mitglieder,

ich bin irgendwie neu hier, obwohl ich gerade zu meiner Überraschung festgestellt habe, dass ich mich schon im Jahr 2011 hier angemeldet habe.

Ich würde gerne mal ein Problem besprechen, dass ich seit fast einem Jahr habe.

Angefangen hat alles, als ich nach einem 12-wöchigen Job wieder nach Hause kam. Ich sage gleich dazu, dass es Wahnsinnig stressig war und mein Vorgestzter ein Riesenarschloch war, dass mir tagtäglich mit seiner blöden Art zugesetzt hat und insgesamt war ich in dieser ZEit nicht besonders glücklich. Obwohl ich Abends dann immer ganz gut entspannt habe und mir immer gesagt habe, dass ich das nicht an mich ran kommen lasse.

Ich kam dann also letztes Jahr im November zurück und habe den rest des Jahres ausklingen lassen. Schon in den ersten Tagen ging es mir komisch, ich war ständig Müde, leicht schwindelig, Konzentrationsprobleme usw. Ich habe mir das einfach so erklärt, dass ich nach dem ganzen Stress auf einmal wieder in einer Ruhephase bin und erstmal wieder einen normalen Rhythmus kriegen muss.

Es wurde mal besser, mal schlechter. Im Februar habe ich dann gemerkt, etwas stimmt nicht. Meine Beine fühlen sich schwer an, mir ist ständig schwindelig, ich habe leseprobleme (ich lese ständig Wörter falsch) und allgemein fühlte sich mein geistezustand verlangsamt an. Ich ging zum Arzt: Neurologe, MRT vom Kopf, HNO-Schwindeltest alles negativ. Der Satz der meistens kam war Ist vielleicht der Stress. Ich gebe zu auch in dieser Zeit war stress noch präsent, da ich in einer schwierigen Wohngemeinschaft lebte, an einem Ort an dem ich nicht glücklich war und eigentlich war meine Zukunft zu dieser Zeit etwas ungewiss.

Nun war Mai. Ich habe einen neuen Job in einem Büro angefangen (sollte den Stress und die Anstrengung reduzieren), ich bin in eine neue statt gezogen und dachte das alles würde mir gut tun. Obwohl es zeitweise besser ist muss ich mir einfach wirklich eingestehen: MIR GEHT ES BESCHISSEN.

Mir ist ständig schwindelig, meine Beine fühlen sich schwer an, ich kann teilweise nicht unterscheiden, ob der Boden leicht gewölbt oder grade ist. Ich sitze am PC und kann mich nicht konzentrieren. Muss jeden Satz zweimal lesen und komme wirklich vllt mit 30 % Arbeitsleistung über den Tag. Ich habe in letzter Zeit auch öfter einen leichten Druck in der Kopf/Stirn gegend und es fühlt sich innerlich kalt an. Teilweise denke ich sogar, ich kippe um (Herzklopfen), wenn ich mich nicht gleich hinlege (bis jetzt noch nicht passiert). Das verrückte ist, ich bemerke immer wieder, dass es an Orten wie dem Supermarkt oder der Post zu nimmt. Ich habe aber keine bewusste Angst oder sowas, ich gehe sogar gut gelaunt über all hin. Dann stehe ich auf einmal am Regal und nehme einen ganzen heftigen Atemzug und will raus. Es ist absolut merkwürdig (und absolut schei.). Dieser Zustand ist so permanent, dass ich nicht weiß, wann ich mich das letzte mal normal gefühlt habe.

Ich habe die Ganze zeit nicht glauben wollen, dass es vielleicht an meiner Psyche liegt,...

Meine Frage wäre jetzt: Kennt jemand genau diesen Zustand? Ich bin wirklich am verzweifeln.

Grüße erstmal.

18.10.2017 20:05 • 23.10.2017 #1


2 Antworten ↓


HeikoEN
Das klingt schon alles gut passend, insb. wenn es an Orten wie Supermarkt, Post etc. sehr präsent ist, also die Stressreaktionen. Und auch gut, wenn Du schon beim Arzt weitere körperliche Möglichkeiten abklären lassen hast.

Und es ist gut (!) wenn Du das alles so wie oben beschrieben fühlst! Es gibt Leute, die brauchen es viel dicker, vielleicht sogar handfeste körperliche Erkrankungen dabei, bis sie merken, dass da was nicht stimmt...

Denn was möchte Dir deine Psyche und dein Körper damit sagen?

Ob man zuerst eine Diagnose braucht um auf das zu reagieren, was der Körper einem spiegelt, kannst nur Du beantworten. Fakt ist, was ich aus Deinen Zeilen herauslese, dein Job, dein Leben ist ziemlich stressig und permanenter Stress hat eine ganze Reihe von Folgeerkrankungen. Das was Du bislang beschreibst, sind ja nur die Symptome. Und Du weisst sicherlich, dass sich z.B. auch eine Angsterkrankung, je länger man mögliche Gegenmaßnahmen hinauszögert, sich festsetzen kann. D.h., je länger man wartet, wird die Therapie schwieriger, langwieriger usw., als wenn man bereits am Anfang direkt gehandelt hätte.

Die Symptome (ähnlich den Gefühlen) sind ja exakt dafür da, um Dich auf ein Ungleichgewicht aufmerksam zu machen. Und die Psyche hat nur die Chance sich über den Körper zu äußern. Wie sonst? Eine Email schreiben kann sie (noch) nicht.
D.h., es treten körperliche Symptome auf in Form von Stressreaktionen (die alle so typisch für eine Angsterkrankung sind).

Und wie oft liest man hier im Forum den Satz Ich möchte, dass alles wieder so wie vorher ist!. Und genau DAS möchte aber Deine Psyche nicht, sonst würde sie ja nicht die Stressreaktionen zeigen. Es gibt also etwas zu lösen für Dich. Das Ungleichgewicht zwischen Stress-Belastung und dazugehöriger Ausgleich ist die Aufgabe.

In praktisch jedem Ratgeber für Angsterkrankungen liest man auf den ersten Seiten genau das. Wird z.B. der Stress zu hoch, reagiert der Körper. Dabei wird nicht unterschieden welcher Stress (das kann die Psyche ja nicht, nur der Verstand). Also ob das der Tod eines nahen Angehörigen ist oder der Superstress auf der Arbeit, ist völlig egal. Beides bedeutet im Rückschluss, die Belastung ist zu hoch.
Und auch die Strategie, wie Du sie beschreibst, des wegdrückens, klappt nur teilweise bzw. nicht dauerhaft.

Ich lese noch nichts darüber, was Du denn aktiv tust für Dich?

Gibt es Sport? Wenn nein, warum nicht?
Gibt es Hobbys? Wenn ja, was denn?
Gibt es sonstige Freizeitaktivitäten? Freunde?

Was gefordert ist, ist ein mehr an Dich denken, ein mehr an Freizeit, Ausgleich, Spass und Freude im Leben (abseits von Job und Verantwortung). Dadurch gleicht man die Waage zwischen Stress und Entspannung aus. Natürlich nicht sofort! Das ist ein Prozess, genau so wie es gedauert hat, Dich in die o.g. Position zu bringen, dauert es auch wieder herauszukommen!

Und die Lösung ist nun auch NICHT, 2 Wochen Urlaub zu machen, 10km zu schwimmen, 80km Fahrradfahren und dann noch abends 4 Stunden mit Freunden ins Kino

Auch Freizeit und Sport können Stress sein! Es geht darum, dass Du vielleicht auch erst lernen musst, was Dich wirklich (!) entspannt, ein Gefühl zu entwickeln dich täglich zu fragen: Was könnte mir denn heute gut tun?. Und das kann auch nur die Tasse Kaffee in der Nachmittagssonne sein, anstatt die 30 Minuten Jogging, die eigentlich auf dem Programm stehen.

Viele Menschen müssen erst lernen, was sie überhaupt entspannt...das ist ausprobieren gefordert.

Sport ist jedenfalls ein absolut geeignetes Mittel um aktiv Stress abzubauen und damit auch die Stressreaktionen des Körpers zu verringern.

21.10.2017 07:47 • #2


TomTomson
Deine Symptome passen auch sehr gut zu Problemen mit deinen Augen. Das würde ich zunächst auch noch abchecken lassen bevor du zum Psychologen gehst. Eine Fehlsichtigkeit oder ein verstecktes Schielen könnten z.B. dahinter stecken. Häufig bestehen diese Probleme schon länger, aber wenns dann mal besonders stressig wird fällt es einem erst wirklich auf, dies ist besonders für ein verstecktes Schielen üblich, da du dann zunehmend Mühe mit der Kompensation hast und die Folge davon sind dann asthenopische Beschwerden.

23.10.2017 09:51 • #3




Mira Weyer