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Zitat von Wozlew: Viele Erlebnisse haben mich sehr misstrauisch gemacht.
Wie kommt man daraus?
Durch das
Gegenteil von dem wie man
"reinkam".
Oder, besser, durch die
beiden Gegenteile:
1. Einsicht/Verständnis:Zitat von Spaceman: Jedes Mal, wenn ich in Fachbüchern oder im Netz was von Selbst-Sabotage gelesen hatte, hab ich den Gedanken sofort zurückgewiesen und behauptet "Ich will das doch gar nicht!" Ich musste mir immer wieder sagen: "Doch, ein Teil vor Dir will das!" Als ich das dann endlich einsah, erkannte ich auch wieder, dass ich handeln und dagegen was tun kann.
2. Umbewertung:Zitat von Spaceman: Als nächsten Schritt, geht es dann darum, das Misstrauen schrittweise durch positive Erfahrungen abzubauen. Dazu muss man aber handeln. Ich befinde mich mitten in diesem Prozess. Mir hilft das Forum sehr gut dabei, wieder auf Menschen zuzugehen - auch wenn erst einmal nur virtuell. Aber ich habe auch angefangen, mich zumindest für einige Minuten mit meinen Nachbarn zu unterhalten. Die scheinen mich gar nicht so seltsam zu finden, wie ich immer dachte.
Sehr gut veranschaulicht, Spacy - danke! Und wie man hier sieht, funktioniert das halt auch wirklich. Allerdings bedarf es schon der Reihenfolge 1., 2. - also
zuerst des Verständnisses. Erst dadurch "greifen" die nachfolgenden "Neuinterpretationen". Das ganze kann sogar richtig Freude generieren: zu verstehen, dass die Wahrnehmung eben nicht fix, sondern veränderbar ist.
PS: Es gäbe noch einen dritten Aspekt, der jedoch weit über den therapeutischen Kontext hinausreicht. Nämlich die Einsicht, dass letztlich
jegliche Wahrnehmung substanzlos, veränderlich und deshalb stets unzuverlässig sein
muss. Diese "Abkürzung" ist jedoch nicht ohne Gefahr, insbesondere für stark verzeifelte und verhaftete Menschen, da für die Akzeptanz dieser Einsicht eine gewisse "Grundahnung" vorhanden sein sollte.