Nabend allerseits.
Ich bin schon sehr verblüfft, dass die Threaderstellerin einem Poster den Mund verbieten will, nur weil er eine andere Meinung zu dem Thema hat.
Dies halte ich doch für sehr kontraproduktiv, grade weil die Flüchtlingsproblematik uns alle angehen sollte, auch jene, die eben eine gegenteilige Meinung vertreten. Ich kann durchaus nachvollziehen wenn er sein sauerverdientes Geld nicht für wohltätige Zwecke verwenden will (Stichwort Kuchen-teilen), jeder hat halt auch das Recht egoistisch sein zu dürfen (nichts für ungut, Maro).
Wenn dies nur ein Aufruf sein soll den Menschen Hilfe zukommen zu lassen, dann würde ich doch vorschlagen gleich ein paar Links mit auf den Weg zu geben, wo man sich z.B. über ehrenamtliche Tätigkeiten informieren kann. Vielleicht habt ihr sogar auch schon selber etwas in dieser Richtung getan; dann könntet ihr schon was Handfestes vorweisen und die Mitleser so besser animieren aktiv zu werden. Ein bloßes Zitieren von Songtexten reicht da meines Erachtens nicht aus. Schließlich wissen wir alle wie grausam die Welt sein kann... und mal Butter bei die Fische, sie wird es immer sein.
Ich persönlich bin da eher Realist. Eine Utopie wird man niemals erreichen können, da sie nur die Ideale der Menschen beschreibt und völlig außer acht lässt wie aggressiv die Spezies Mensch ist. Es herrscht einfach zu viel Konkurrenz-Denken in uns als das wir uns global auf etwas einigen könnten. Man sieht es ja tagtäglich in den Nachrichten, wenn mal wieder ein Klima-Gipfel in den Sand gesetzt wird oder in der momentan laufenden Krise jedes Ländchen in der EU wieder sein eigenes Süppchen kochen will und die Grenzen dicht macht (Stichwort Überfremdungsangst).
Global wird sich nie etwas ändern... sofern die Reichen und Mächtigen dieser Welt nicht plötzlich einen Anflug von Altruismus an den Tag legen. Lokal könnte man schon eher etwas ändern, weshalb ich denke so ein Aufruf könnte schon ganz sinnig sein. Eine Diskussion sollte trotzdem nicht abgewiesen werden, da man immer auch Stimmen von der Gegenseite hören muss, was, wie ich finde, Grundvoraussetzung für ein gegenseitiges Verständnis ist. Die Sorgen und Ängste jedes einzelnen darf man halt nicht ignorieren (das machen unsere Politiker ja schon zu Genüge; die sollten wir uns nicht zum Vorbild nehmen, die sich lieber um Herdprämien und Maut für Ausländer streiten, als sich darum zu kümmern wie man das marode Polizeiwesen/Bildungswesen/Gesundheitswesen wieder in den Griff bekommen kann).
Im übrigen halte ich die Entscheidung Merkels richtig die Flüchtlinge ins Land zu lassen. Allerdings kam bislang zu wenig und zu spät, um der Lage Herr zu werden. Die Flüchtlinge stehen ja nicht erst seit gestern vor den EU-Grenzen, der Krieg in Syrien dauert schließlich schon seit Jahren an (und mittlerweile hält die halbe Welt ihre Griffel in dieses Land; und alle wollen sie ihre Interessen schützen, man beachte die schloddrige Logik dahinter). Man hätte sich schon viel eher um dieses Problem kümmern müssen, damit die Flüchtlinge adäquat aufgenommen werden können. Jetzt herrscht nur noch ein heilloses Durcheinander und unsere Regierung kommt kaum hinterher um dieses Chaos zu entwirren. Kein Wunder, dass die Menschen verärgert sind. Es verwundert mich jedoch, dass sie ihren Ärger und ihre Wut ausgerechnet bei den Flüchtlingen auslassen (die für das Durcheinander schließlich nichts können) und lauthals "Wir sind das Volk" skandieren, anstatt sich bei ihren Regierungsvertretern für die Missstände zu beschweren.
Manchmal verstehe ich uns Menschen nicht.
Soweit mein Senf zu dem Thema.
Wünsche noch einen geruhsamen Abend.

LG