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C

clemona
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Liebe Mitglieder im Forum,
Ich bin echt verzweifelt und weiß nicht mehr weiter. Ich lebe seit Jahren mit einer Angst vor Krankheit, mal mehr mal weniger. Letztens Jahr war es einige Wochen ganz schlimm. Seitdem nehme ich Medikamente. Nun ist es so, dass ich seit Ende August permanent unter Strom stehe. Anfangs war es noch auszuhalten und ich habe meinen Alltag noch irgendwie geschafft, in den letzten Wochen wache ich morgens mit Angst und Herzrasen auf, kann kaum klar denken , bin ständig unter Strom. Habe Schwindel, zittere, bin benommen und trotzdem total aufgezogen. Ein Zustand den ich nicht mehr lange aushalte glaube ich. Komm gar nicht mehr zur Ruhe. Ich habe momentan nicht konkret Angst vor einer schlimmen Krankheit. Mein Zustand macht mir Angst! Ich nehme seit letztem Jahr Pregabalin 150 mg, und Mirtazapin 15 mg Abend. Das hilft alles nicht mehr denn so schlimm war es noch nie. Ich habe 2 Kinder die ich immer am Nachmittag abholen muss und einen Teilzeit Job. Ich schaffe das so alles nicht mehr. Was soll nur werden? An wen könnte ich mich wenden. Habe am Donnerstag einen Termin beim Psychiater, aber Medikamente hab ich schon so viele probiert. SSRI vertrag ich gar nicht, wird alles nur schlimmer. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und wie kommt man da wieder raus. Ich habe grad alle Hoffnung verloren und will so nicht weiter leben. Es fühlt sich an wie eine nicht enden wollende Panik. Ich nehme hin und wieder schon Lorazepam. Das hilft etwas, ich weiß aber das es kein Dauerzustand sein kann. Hat jemand Tipps für mich oder ähnliches erlebt. Ihr würdet mir sehr helfen. Komme mir vor als würde ich bald durchdrehen. Mein Mann hat Verständnis aber ich merke schon dass es ihn auch sehr oft Zuviel wird. Bin für alle Erfahrungen dankbar. Viele Grüße

14.11.2021 x 3 #1


45 Antworten ↓
silverleaf

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Zitat von clemona:
Aber Monate warten kann ich glaube ich nicht mehr.

Dazu muss es ja nicht kommen. Es gibt ja auch Kliniken, auch rein psychosomatische, wo man deutlich kürzer wartet.
Ich frage mich, warum Deine Therapeutin auf das Thema Klinik so reagiert hat, wie sie es getan hat... Kommst Du denn sonst mit ihr gut zurecht? Und mit der tiefenpsychologischen Therapie an sich, fühlst Du Dich in dieser Therapieform gut aufgehoben? Falls nicht, könnte auch ein Wechsel auf Verhaltenstherapie eine Option sein...

Es kann auf jeden Fall erstmal nicht schaden, sich schonmal mit dem Klinikthema auseinanderzusetzen. Manchmal ist es auch so, dass bereits der Gedanke "Bald wird mir geholfen" hilfreich sein kann und dann auch Wartezeiten von ein paar Wochen (oder Monaten) besser auszuhalten sind, als man das ursprünglich dachte. Der Silberstreif am Horizont hat manchmal eine nicht zu unterschätzende hilfreiche Wirkung.

Zitat von clemona:
Ich habe den Glauben verloren, dass dieser Zustand wieder endet.

Er wird besser werden, ganz bestimmt! Gib' die Hoffnung nicht auf, Du bist auf einem guten Weg und machst Dir schon viele hilfreiche Gedanken. Du bist in Therapie, beschäftigst Dich gedanklich mit dem Thema Klinik, all das sind positive Faktoren, die Dir helfen werden, Deine Erkrankungssymptome bald besser in den Griff zu bekommen! Bleib' einfach am Ball! Dein Zustand ist nicht hoffnungslos, Du kämpfst, und solange Du das tust, ist da ganz viel Hoffnung auf Besserung!

LG Silver

24.10.2021 21:22 • x 7 #40


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A


Bin verzweifelt Angst frisst mich auf, wer hat Erfahrungen

x 3


silverleaf

silverleaf
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Hallo Clemona,

Du hast schon recht mit den Wartezeiten für die Art von Klinikaufenthalt, den Du Dir wahrscheinlich vorstellst. Zumindest ist es nicht unrealistisch. Aber es kann auch schneller gehen. Im Durchschnitt wartet man aktuell wohl zwischen 3 und 6 Monaten, in einigen Kliniken geht es schneller, in anderen Kliniken muss man länger warten.

Es gibt ja verschiedene Arten von Kliniken:
In Psychiatrien kommt man sehr schnell und zumeist ohne längere Wartezeit rein. Der Aufenthalt dort ist aber auf akute Stabilisierung ausgelegt, meistens geht man nach 2-3 Wochen wieder nach Hause, es wird ein verstärktes Augenmerk auf Medikamente gelegt, die Therapien sind (quantitativ) nicht so intensiv.

Dann gibt es psychosomatische Akutkliniken und psychosomatische Rehakliniken, ich denke, dass das die Art von Klinik ist, die Dir vorschwebt (und die auch sinnvoll klingt in Deiner Situation). Die Reha ist etwas kürzer (meistens so 5 Wochen), das Therapieprogramm schon intensiv, aber mit einem Augenmerk auf die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit.
Die psychosomatische Akutklinik (akut heißt hier: nicht Reha, es bedeutet nicht, dass man schnell aufgenommen wird!) legt sehr viel Wert auf intensive Therapie, die auch sehr auf Deine Diagnosen abgestimmt ist (oftmals sind die verschiedenen Stationen nach Diagnosen aufgeteilt, was für die Intensität der Gruppentherapien auch sinnvoll ist). Das sind die Kliniken mit den langen Wartezeiten (ich kenne auch Kliniken, wo man, je nach Diagnose, auch mal 15 oder 16 Monate Wartezeit hat).
Die Aufenthaltsdauer liegt zumeist ca. zwischen 8 und 12 Wochen. Die Genehmigung bei der Krankenkasse kann etwas schwierig sein, aber es lohnt sich, sich da durchzukämpfen. Es muss einfach nur gut begründet werden, warum der vollstationäre Aufenthalt notwendig ist. Manchmal machen die Krankenkassen Schwierigkeiten, wenn man keine ambulante Therapie macht und wollen einen erstmal dazu bringen, ambulante Maßnahmen auszuschöpfen, bevor man stationär geht, aber da kann man Argumente anführen (es ist kein Ausschlusskriterium), man braucht nur vielleicht einen längeren Atem, bis man die Kostenzusage bekommt, vielleicht fragt die Krankenkasse noch 2 oder 3 Mal nach und will noch Gutachten haben, aber durchhalten lohnt sich.

So wie Du es beschreibst, klingt eine psychosomatische Klinik für Deinen Fall wirklich geeignet. Natürlich ist es für Kinder nie leicht, aber nach allem, was ich so von Mitpatienten mitbekommen habe, sind die Probleme größer, wenn die Kinder deutlich jünger sind als Deine.

Du hast ja auch noch die Möglichkeit der Tagesklinik, die laufen von der Therapie her ähnlich ab wie psychosomatische Akutkliniken, aber man ist halt abends zuhause.
Für viele ist das ein Nachteil, wenn sie eine wirkliche Auszeit vom Alltag brauchen und sich wirklich mal auf sich selber konzentrieren müssen, dafür sind aber die Wartezeiten kürzer. Und die Dauer ist auch etwas kürzer, zumeist wohl ca. 6 Wochen.
Aber es kann eine Alternative sein, wenn die Kinder wirklich noch sehr klein sind oder die Krankenkasse sich ganz querstellt.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles Gute!

LG Silver

24.10.2021 19:10 • x 5 #26


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Iris311
Hallo, doch du bist stärker als du denkst. Wenn du erfahren bist mit der Angst dann weißt du das es sich sch.... Anfühlt aber es passiert nichts.
Hier gibt es viele denen es so geht. Lies dich ein dann spürst du das du nicht alleine bist. Kopf hoch zusammen sind wir stark

x 1 #2


R
Hey mir geht es ähnlich wie dir! Was du tun kannst kann ich dir leider nicht sagen. Ich versuche es immer mit spazieren gehen und Ablenkung. Du solltest vielleicht die Notbremse ziehen und dich erstmal krank schreiben lassen. Bist du in Therapie?

Ich selber gehe am Dienstag in eine Klinik deswegen weil ich mich auch kaum noch um meinen Sohn kümmern kann.
Es ist schrecklich aber eine andere Wahl habe ich nicht.

x 1 #3


Iris311
@1RosaRot1 doch du hast eine Wahl, arbeite an dir dann lerst du damit umzugehen. Die Klinik wird dir bestimmt helfen, danach geht es aufwärts. Glaube mir ich weiß wovon ich rede.
Es wird wieder besser.

x 2 #4


R
@Iris311 ich meinte für mich ist nur die Klinik eine Möglichkeit. Ambulant reicht bei mir gerade nicht aus.

#5


C
Danke für eure Antworten! Ich versuche schon so viel, Meditation, Entspannungsübungen, Spazieren gehen. Dabei schaffe ich zur Zeit nicht einmal den Wocheneinkauf. .. und ich habe so sehr das Gefühl meine Kinder hängen zu lassen da ich nicht mal mehr im Kopf anwesend bin. Ich verstehe auch gar nicht woher das jetzt wieder so schlimm geworden ist. Über Klinik denke ich dauernd nach, aber da gibt es wohl auch lange Wartezeiten. Nehmt ihr Medikamente, hat euch das geholfen? Ich habe den Glauben verloren, dass dieser Zustand wieder endet. Aber so halte ich das auch nicht mehr aus.

#6


C
@Iris311, hast du es geschafft dir dein Leben zurück zu holen und wie? Gibt es tatsächlich Hoffnung diese Sch in den Griff zu bekommen.

#7


C
Gibt es vielleicht noch jemanden der mir Tipps geben kann? Ich brauche einfach dringend Hilfe und weiß nicht an wen ich mich wenden kann

#8


R
Wie stelltet du dir denn die Hilfe vor?

Helfen kann man sich nur alleine. Und wenn du das Gefühl hast es geht gar nicht mehr dann lass dich auf eine akutstation einweisen. Da gibt es keine Wartelisten.

#9


P
Hallo @clemona was sagt dein Psychiater? Hast du auch einen Therapeuten? Was ist deine konkrete Diagnose?

Als ich nicht mehr konnte, bin ich in eine Klinik gegangen. Dort konnte ich in Ruhe das Einschleichen des Citaloprams durchmachen und war aus allem raus. Es war wie ein Reset.

Manchmal ist man einfach so krank, dass man völlige Ruhe - i S.v abseits jeder Verantwortung - braucht, um zu gesunden.
Könntest du dir so einen stationären oder teilstationären Aufenthalt für dich vorstellen? Dort könntest du ggf. auf eun anderes Medikament oder eine andere Dosierung eingestellt werden und hättest wie gesagt die benötigte Ruhe.

x 1 #10


P
Für einen stationären Aufenthalt brauchst du eine Überweisung vom Hausarzt oder Psychiater. Manchmal muss man ein paar Tage oder Wochen auf einen Therapieplatz warten. Ich hatte in meinem Fall Glück: beide Male konnte ich noch am selben Tag aufgenommen werden (ich war je 2 Wochen in 1/20 und 2/20 stationär, ab 3/20 war ich nahezu komplett wieder hergestellt.)

#11


A
@clemona Hallo, mir geht es genauso wie Dir. Du scheinst ja noch einen normalen Alltag mit Job und Kinder versorgen zu haben. Dann hast Du da auch noch Luft nach oben, um Druck rauszunehmen. Ich würde mich erst mal krank schreiben lassen, dann hast Du schon mal ein großes Stück weniger Druck. Vielleicht hast Du auch Verwandtschaft oder Bekannte, die sich mal um die Kinder kümmern können, so dass Du mal etwas entlastet bist. Ich habe auch sehr lange durchgehalten, bis dann gar nichts mehr ging und ich von dir beschriebenen Zustand immer hatte und mir jede Kleinigkeit Stress verursacht hat (trotz Krankschreibung und absolutem persönlichen "Lockdown"). Ich hatte bis vor ein paar Tagen ganz verzweifelt um jede Stunde gekämpft, die irgendwie zu überstehen. Ein furchtbarer Zustand. Lass es nicht so weit kommen und zieh die Notbremse - egal, was andere denken und egal, was du meinst alles schaffen zu müssen. (Falscher) Ehrgeiz ist hier absolut fehl am Platz.

x 3 #12


M
Hallo @clemona,

SSRI wären m. E. sowieso nicht angezeigt, da "versäumst" Du also nix. Ich möchte Dir auch zu einer stationären Behandlung in einer Psychosomatischen Klinik raten. Du musst zügig raus aus dem aktuellen Getriebe. So wie ich das aus dem Wenigen rauslese, ist Hypochondrie nicht (mehr) Dein konkretes Thema sondern eine vollumfängliche Überlastung.
Der Alltag fordert zu viel Raum, als dass Du Dich auf Therapie o. ä. wirksam einlassen könntest - deshalb: zieh die Reißleine! Dein Hausarzt bringt Dich binnen 1-2 Monate in eine derartige Einrichtung - bis dahin fahre Deine (vermeintlichen) Aufgaben soweit runter wie möglich. Gibt es irgendwas (!), was Dir gut tut? Im Bett liegen, Musik hören, lesen?
Ich könnte mir GABA als Nahrungsergänzungsmittel bei Dir gut vorstellen. Frag mal Deinen Psych.
Alles Gute Dir!

x 1 #13


Christin77
Hallo. Mir geht es grad auch so. Ich hatte die Angst gut im Griff aber seit mehr als einem Jahr komm ich auch nicht mehr klar. Ich habe trotz antidepressiva nur Angst u d Panikattacken. Ich wippe meinen Alltag normal aber habe immer Angst. Hab auch einige antidepressiva durch. Dieses Leid ist echt unerträglich Ich wünschte ich kann dir helfen aber du bist nicht allein.

#14


C
Moo und Pauline33: vielen Dank für eure Einschätzung, ja ich mach mir großen Druck wegen den Kindern und dem Job und überhaupt dem Alltag und ich glaube auch, dass ich ohne Abstand nicht weiter komme und wahrscheinlich werde ich mal nach einer Klinik fragen. Das meinte ich wohl mit Hilfe. Ich kann mir nur selbst helfen, das stimmt. Aber wenn ich aus meiner funktionieren müssen Schleife nicht raus komm, schaff ich das nicht.

@ami33, was meintest du, du hattest bis vor ein paar Tagen gekämpft. Geht es dir besser, oder hast du eine Auszeit bekommen?

@Christin77: Danke, ich wünsche dir alles Gute. Was unternimmst du denn damit es dir besser geht?

x 1 #15


P
Zitat von clemona:
dass ich ohne Abstand nicht weiter komme und wahrscheinlich werde ich mal nach einer Klinik fragen.


Ich kann das bei deinem Setting (Kinder und Job) nur empfehlen. Selbst mit langer Krankschreibung würde die Heilung vermutlich lange dauern oder vielleicht gar nicht möglich sein. Es ist dann ja nur eine Verantwortungssäule, die ruht, oft füllen wir Mütter das dann mit mehr Einsatz für die Familie auf. Man muss mal richtig raus und in einer Klinik kann man dann praktischerweise sich nicht nur erholen, sonder auch seine seelischen Baustellen angehen.

#16


C
Ja, da hast du sehr recht. Ich bin selbst ohne Pa und mit einer Alk. Mutter groß geworden und versuche ALLES um meinen Kindern das Gefühl von normalem Leben zu geben. Je mehr ich es versuche, umso schlimmer wird es.

#17

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P
Ich kenne das und dabei geht man lange über seine Grenzen. Das Wichtigste ist aber, dass es DIR gut geht, dann kannst du dich auch gut um die Kinder kümmern. Wie alt sind die 2 denn?

#18


C
Mittlerweile schon 10 und 13, deshalb auch komisch dass es jetzt erst so heftig kommt.
Du hast auch Kinder? Wie alt? Wie sind diese mit dem Klinikaufenthalt umgegangen?

#19


P
Vielleicht lässt du es auch jetzt, wo die Kinder selbständigen sind, erst richtig zu...? Oder es gab jetzt einfach Dinge, die das Faß zum Überlagerung bringen?

Meine waren damals knapp 4 und 6. Die ersten Tage, wo ich nicht da war, war vor allem meine Tochter sehr traurig. Trotz täglicher Videotelefonie und einem persönlichen Wiedersehen nach 3 Tagen hat sie mich sehr vermisst. Wir waren vorher noch nie von einander getrennt. Aber der erste Aufenthalt kam für die Kinder quasi aus dem Nichts. Sie hat/haben sich schnell gefangen und eine gute Zeit mit Papa und Oma gehabt. Der zweite Aufenthalt, den ich mach 3wöchigem Aufenthalt zuhause leider hinterher schieben musste, war da schon ziemlich ok für sie. Sie hatten verstanden, dass ich krank bin und mir in der Klinik geholfen wird.

Bist du denn auch in Therapie aktuell? Hast du regelmäßigen Kontakt zu einem Psychiater?

#20


A


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Mira Weyer
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