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ich habe ja bereits vor geraumer Zeit geschrieben, dass ich aktuell eine schlechte Phase habe. Aber seit 2 Tagen ist es so gruselig, wie noch nie.
Am Mittwoch war ich mit einer Freundin zum Spazieren verabredet und bereits zu Hause habe ich gemerkt, dass Panik hochkommt. Ich bin trotzdem losgefahren und als ich angekommen bin, kam die Panik dann richtig in Form einer Panikattacke. Wir sind langsam spazieren gegangen und haben uns unterhalten. Nach ca. 2 Stunden trennten sich unsere Wege und ich merkte, dass ich ein "komisches" und ungutes Gefühl der Angst geblieben ist. Zu Hause bin ich nicht zur Ruhe gekommen und habe versucht mich abzulenken. Nachts bin ich dann mit starker Angst aufgewacht. Es war keine Panikattacke, sondern einfach starke Angst. Seitdem geht es nicht mehr weg. Es war gestern Früh so furchtbar, dass ich meine Psychiaterin angerufen habe und auch kommen durfte.
Mein Tag besteht aktuell 24/7 aus Angst und ich habe im Grunde vor allem Angst. Überhaupt den Tag zu schaffen und "rumzukriegen". Schlafen kann ich auch nicht. Ich bin nicht angstunerfahren, aber so was habe ich noch nicht erlebt.
Meine Ärztin hat mir nun zusätzlich zu meinem Citalopram, was ich schon ewig nehme, Pregabalin in einer niedrigen Dosis aufgeschrieben. Ich nehme jetzt 3x 25mg tgl. Sie hatte mir das Medikament vor 5 Jahren bereits einmal vorgeschlagen als es mir nicht gut ging, aber ich habe es dann letztendlich nicht genommen. Aktuell geht es mir aber so mies, dass ich alles nehmen würde. Insofern habe ich schon die ersten beiden Dosen genommen. Eine Wirkung merke ich noch nicht wirklich. Das einzig Schöne war, dass ich abends mal etwas auf der Couch dösen konnte, aber als ich ins Bett gegangen bin, war die Angst wieder da und ich bin nur am Grübeln. Wie auf einem Kreisverkehr.
Meine Ärztin sagte, dass sie es gut finden würde, wenn ich weiterhin an meiner Struktur festhalten (unter der Woche arbeiten, studieren, Verabredungen). Meine Gruppentherapie ist gestartet und ich war bereits 2x dort und fühle mich dort recht wohl. Meine Ärztin sagte, in der Akutpsychiatrie sehe sie mich gerade nicht. Ich könne mich vorsichtshalber auf die Warteliste der Tagesklinik setzen lassen, aber sie würde es erst einmal so versuchen in der Kombi mit den Medis, Sport, Struktur und Gruppe. Klingt alles sinnig, aber ich denke ununterbrochen: ich habe Angst, ich halte das nicht mehr aus und habe wirklich Angst vor jedem Tag. Im Grunde gilt es diesen zu bewältigen ohne großartige Freude, immer gefangen in dieser Sch. Gedankenschleife. Ich frage mich, wie ich da wieder rauskomme. Ich würde am liebsten meinen Kopf abschrauben und durch einen neuen ersetzen.
Ich weiß, dass ich notfalls auch einfach in die Klinik fahren könnte. Da habe ich natürlich auch Angst vor und frage mich, was die dann machen würden. Ich möchte einfach nur wieder gesund sein und nicht, dass mein Leben sich 24/7 um Ängste dreht und ich kein anderes Thema mehr habe. Ich habe bislang alles beibehalten an Aktivitäten, aber ich habe das Gefühl, dass die Angst das nicht interessiert.
Ich war letztes Wochenende sogar für 3 Tage in Münster mit meiner Familie, obwohl ich natürlich davor auch Angst hatte. Aber es hat dort ganz gut geklappt und von daher war ich am Montag und Dienstag ganz gut drauf und nun ist es seit Mittwoch so!
Ist es euch auch schon einmal so ergangen? Wie ging es dann weiter? Ich freue mich einfach über Austausch und Mutmacher sind auch gerne genommen.
Mein Mann, der immer sehr lieb und verständnisvoll ist, kann die Leier auch schon langsam nicht mehr hören und plädiert an meine Geduld und sagte: es wird auch wieder besser werden!
Danke für euer Ohr bzw. Augen und sorry für den langen Text.
• • 18.04.2026 x 3 #1
