Zitat von Trulla:Ich bin jetzt 46 und habe eine wirkliche lange Leidenszeit hinter mir und so einiges ertragen und mitgemacht. Vielleicht muss es einem erst auch erst so richtig beschissen gehen, bis man sich auf solche Behandlung einlassen mag und kann.
Sicher ist das KEINE Scharlatanerie, keine Geistheilerei und auch nichts Esoterisches oder Etwas, woran man GLAUBEN müßte. Man muss es einfach erleben.
Na, wenn das nicht die typischen Scharlatanerie-Sprüche sind! Natürlich
muss man es glauben, denn schon die bloße Existenz der Meridiane ist nicht bewiesen - im Gegensatz zur
Unwirksamkeit der Kinesiologie (Experimente ergaben die gleiche Trefferquote wie Zufall). Und es wäre kein Problem, das gesamte Verfahren einem empirischen Wirksamkeitstest zu unterziehen - wird aber nicht gemacht. Auch das Argument, es müsse einem erst richtig schlecht gehen... Weißt du, ich bin neben meiner Angststörung und Depression mit einer Autoimmunerkrankung "gesegnet", mein Vater hat deren zwei, darunter Multiple Sklerose, außerdem mit Parkinson ein weiteres neurologisches Problem. Aus diesem Grund habe ich Kontakt zu entsprechenden Selbsthilfegruppen und -foren und vielen ebenfalls Betroffenen. Man glaubt gar nicht, wie vielen es mehr als schlecht genug geht, sich auf allen möglichen schei. einzulassen, mit dem solche Gruppen und Foren tagtäglich überschwemmt werden. Das ist ein einträgliches Geschäft mit der Not und ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr ich das zum Kotzen finde!
Zitat von Trulla:Mein Behandler ist ein ganz normaler Dr. med. mit dieser Zusatzausbildung, die vorher eben NOT hieß und nun eben HNC. Sicher kann man sich als Heilpraktiker oder so in schnellen Crash-Kursen ausbilden lassen, einen Einstieg finden, man kann sich aber auch weiter FORTBILDEN und sich SPEZIALISIEREN.
Du kannst dir schäbiges, abgepacktes Fabrik-Brot bei Aldi holen, du kannst Dir dein Brot aber auch beim Bio-Bäcker kaufen. Nur mal so als Vergleich.
Ja, die Fortbildung und Spezialisierung umfassen insgesamt nochmal 14 Seminartage. Ausbildungsvoraussetzungen gibt es keine. Vier Arbeitswochen sozusagen - das würde ich auch machen, wenn ich es nicht absolut unethisch fände.
Zitat von Trulla:ABER dennoch fand ich es beachtlich, daß selbst eine Uni-Klinik diese Therapieform als sinnvoll betrachtet und eben NICHT für Omschi-Womschi-Medizin gehalten wird.
Zum Sinn dieser "Therapie" nehmen die dort überhaupt nicht Stellung. Sie wird lediglich mit dem HNC-Institutstext dargestellt. Und man kann davon ausgehen, dass kein Arzt für die Pflege des Webcontents verantwortlich ist.
Zitat von Trulla:Ach und weißte was ? Vor vielen Jahren galt Homöopathie auch noch als Omschi-Womschi-Medizin....heute hat sich die Homöopathie komplett durchgesetzt und wird von Krankenkasse auch bezahlt.
Von "komplett durchgesetzt" kann keine Rede sein und bezahlt wird sie nur von 50 % der GKV - trotz nach wie vor fehlender Wirksamkeitsnachweise, die übrigens leicht erbringbar wären, wenn es eine Wirkung gäbe.
Zitat von Trulla:Warum sollte das mit HNC anders sein ? Vielleicht steckt diese Behandlungsart noch in den * Kinderschuhen*, aber ich selber kenne inzwischen viele Patienten, denen damit ganz hervorragend geholfen wurde.
Das sind die nächsten "Klassiker" der Scharlatanerie:
Das Verfahren ist zu neu, um bekannt und anerkannt zu sein, wobei es sich aber gleichzeitig auf jahrtausendealte Praktiken beruft. Nun, NOT gibt es fast ein Viertel Jahrhundert, HNC seit 13 Jahren.
Das Verfahren ist noch nicht von den GKV anerkannt. Das soll suggerieren, dass demnächst mit einer Anerkennung und Erstattung zu rechnen ist. Jeder Behandler weiß aber mit Sicherheit, dass dem nicht so ist. Es müssten nämlich - anders als bei der Homöopathie, die aus historischen Gründen eine Sonderstellung einnimmt - Wirksamkeitsnachweise erbracht werden.
Es hat XY so toll geholfen: http://web.archive.org/web/200112221303 ... udoth.html. BTW sind Patienten mit sog. "neurotischen" Störungen im Allgemeinen etwas empfänglicher für Placeboeffekte.
Liebe Grüße
Christina