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psychomum
Hallo liebe Forumsmitglieder,

unabhängig von meinem Zustand, wollte ich fragen ob es euch auch so erging, dass die psychischen Leiden. seien es Depressionen, Ängste, Panik etc. verschlechtert haben, wenn ihr in Kliniken oder Rehas wart?

Was kann man da raten? Manche Patienten sind in Kliniken regelrecht erleichtert, fühlen sich wohl usw. bei mir ist das leider nicht so. ich fühle mich eingesperrt, schlecht, und möchte flüchten. Ich hab das Gefühl, dass der Zustand, der über Monate aufgebaut wurde, die wackelige Stabilität, nun ganz weg ist.

Und warum ist das so? ich versteh es nicht.

liebe Grüße

30.04.2021 22:55 • 01.05.2021 x 1 #1


8 Antworten ↓


cube_melon
In der ersten Woche ist das gerne mal so.

Danach kann das so oder so sein.
Eine Klinik ist was anderes als zu Hause. Gewohnte Umbegung, Struktur, Umfeld.

Ist auch die Frage in wie weit man sich darauf einlassen kann. Also ankommen und annehmen.
Hängt von der Klinik, deren Struktur, Aufbau, Therapeuten, Therapieansatz und auch von der eignen Gruppe ab.

Für Menschen die eine Anpassungsstörung haben, ist das eine größere Herausforderung als Menschen ohne.

30.04.2021 23:04 • x 3 #2



Erstverschlimmerung Therapie normal?

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Schlaflose
Als ich in der Reha war, wurde uns in Informationsveranstaltungen, die in der ersten Woche stattfanden, gesagt, dass man mit einer Erstverschlimmerung rechnen soll.

01.05.2021 08:14 • x 2 #3


psychomum
Hallo, okay und danke...

lg

01.05.2021 08:26 • x 1 #4


-IchBins-
Mir ging es nach 3 Jahren Therapie noch schlechter, deshalb hab ich damit aufgehört und meinen eigenen Weg gefunden. Das war viel Arbeit, aber jetzt geht es mir um einiges besser zum Vergleich während der letzten Therapie. In den Kliniken habe ich mich eigentlich auch wohl gefühlt, weil es für mich ein geschützter Rahmen war mit Menschen, denen es ähnlich erging, danach wieder schlechter. Heute weiß ich warum das so war.

01.05.2021 08:29 • x 2 #5


psychomum
Zitat von cube_melon:
In der ersten Woche ist das gerne mal so. Danach kann das so oder so sein. Eine Klinik ist was anderes als zu Hause. Gewohnte Umbegung, Struktur, ...


ich muss ganz ehrlich sagen, dass es mir auch so geht...seitdem ich therapie mache...ich würde auch meinen eigenen weg gehen lieber... ich hätte nicht gedacht, dass es mir so schlecht gehen würde...

warum war das denn bei dir so? weil du geschrieben hast du weißt warum?

danke und liebe grüße

01.05.2021 08:33 • #6


Julie80
Man kommt ja in die Klinik Weil es einem nicht gut geht. Und da ist es normal das am Anfang alles anstrengend ist. Man hat neue Eindrücke einen Zimmernachbarn und und und. Mir ging es immer sehr schlecht nachher wurde es. Besser.

01.05.2021 08:35 • x 1 #7


cube_melon
Zitat von psychomum:
ich muss ganz ehrlich sagen, dass es mir auch so geht...seitdem ich therapie mache...ich würde auch meinen eigenen weg gehen lieber... ich hätte nicht gedacht, dass es mir so schlecht gehen würde...

Klinik kann für einen auch die vermeindliche Abgabe der Kontrolle bedeuten.
Man kann auch mit den Therapeuten dort reflektieren, ob dem so ist.
Sich seinem inneren und seinen Konflikten zu stellen ist nun einmal irgendwo eine Konfrontation. Hier wollen wir unser Tempo und unser Level an Emotionen die dabei entstehen begrenzen. Und das ist die Herausforderung vor dem ein jeder Therapeut steht.
Es gibt Patienten die Schwierigkeiten haben darauf zu vertrauen, das der Therapeut sie während einer in der Sitzung, aus einer dort entstandenen Belastungssituation herausholen kann und wird.

Dann ist eben der Aspekt ob man mit dem Therapiekonzept der Klinik etwas anfangen kann. Sprich ob man einen emotionalen Zugang dazu hat. Ob das nun ambulant oder stationäre Therapie ist.

Beispielsweise ist PITT (Imaginationstherapie) mein für mich wirksamstes Modul. Andere können mit innerem Kind und imaginären Helfern nichts anfangen. Daher ist das, was ich für mich als Umgang mit mir selbst entwickelt habe, ein Mix aus vielen Therapieansätzen. Grob gesagt ist das eine ressourcenorientierte VHT.

Wer wirklich emotional begriffen hat was Ressourcen und Strukturen sind und wie elementar wichtig sie für einen sind, der versteht auch in einer ganz anderen Tiefe, was es bedeutet von der Lebensstruktur "Home Sweet Home" zu der "Klinik" umzuschalten.
Daher ist ankommen und annehmen eben das A und O. Hierfür gibt es Dinge die einem das leichter machen.

Aus diesem Grund hat man nach einer Weile auch die Aufgabe ein WE bei sich zu Hause zu verbringen, damit die Verbindung zu dem Modus "Home Sweet Home" gut erhalten bleibt.

Long story short - Es liegt an einem selbst das heraus zu finden wozu man einen Zugang hat. Irgendwo ist es ein trial and error.

01.05.2021 08:57 • x 1 #8


-IchBins-
@psychomum
es kommt immer auf den Menschen selbst an, wie er geprägt wurde, was er erlebt hat usw. Deshalb fühlt der eine sich eher wohl in Kliniken, andere wieder nicht.
Beispiel: Wenn jemand überbehütet aufwuchs, kein Streit, Hass und Neid kennt, die Geborgenheit dann weg bricht, hat es vielleicht schwerer im späteren Leben, zurecht zu kommen und fühlt sich deshalb in einem geschützten Rahmen (Klinik) eher wohl. Dazu kommen dann noch andere Aspekte wie z. B. Unsicherheiten, kein Selbstvertrauen oder kein Selbstbewusstsein u.v.m.

01.05.2021 08:59 • x 1 #9




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