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Der Thread ist zwar schon etwas älter (und der TE bereits abgemeldet), aber das Thema hat ja durchaus für viele hier eine gewisse Relevanz, darum wollte ich noch etwas ergänzen.
Meine Erfahrungen sind eine Mischung aus verschiedenen Beiträgen hier.
Wie man es richtig macht, ist mMn sehr von der individuellen therapeutischen Praxis abhängig.
Ich kenne zwar auch Praxen, die im selben Gebäude sind, teilweise zusammenarbeiten oder sogar im Rahmen eines MVZs zentral organisiert sind, aber der Großteil der Praxen, die ich kenne, arbeiten alleine.
Oft sind das kleine Gemeinschaftspraxen von 2-5 Therapeuten (oder sogar Einzelpraxen), die sich einen oder mehrere Kassensitze teilen. Es gibt meistens keine Rezeption o.ä., jeder Therapeut organisiert seine Patienten für sich selber.
Das bedeutet, dass man da oft nicht (wie bei einer Arztpraxis) einfach so hingehen kann, weil einem oftmals nicht einmal die Tür geöffnet wird, wenn man keinen Termin hat bzw. man zur "falschen" Zeit klingelt. Die Therapeuten sitzen für 50 min in ihren Terminen und verlassen die Therapie auch meistens nicht, wenn es klingelt (sondern sind davon oftmals nur genervt), dann haben sie meistens ca. 10 min zwischen den Terminen, 5 min für Dokumentation, 5 min für eine Pause/ um die nächste Akte zu holen und sind in diesem Zeitfenster auch nicht wirklich dazu bereit, mit Patienten zu reden, die zufällig in diesem Zeitfenster vor der Tür stehen, da sie nur dieses kurze Pausen-Zeitfenster haben, bis der nächste Patient an der Reihe ist. Ich habe da schon mehrfach sehr unschöne Momente miterlebt, wo solche Klingel-Patienten sehr unfreundlich darauf hingewiesen wurden, dass sie telefonisch einen Termin vereinbaren müssen und nicht einfach so vorbeikommen können. Nachdem ich das mehrfach miterlebt habe, würde ich persönlich nicht einfach so irgendwo hingehen, wenn ich nicht sicher wäre, dass es eine Rezeption gibt (dann ist das etwas anderes).
Aber @nikimiky hatte damit ja Erfolg, darum schrieb ich ja auch bereits, dass es von der individuellen Praxis abhängt und man bei Psychotherapie-Praxen nicht verallgemeinern kann, was das beste Vorgehen betrifft. Nur ich persönlich würde mich nach meinen Erfahrungen nicht trauen, einfach vorbeizukommen, weil die Erfahrung für die Patienten, die ich bei solchen Tür-Interaktionen mit Therapeuten erlebt habe, bestimmt sehr niederschmetternd war.
Ich habe es auch so erlebt, dass man am besten fährt, wenn man seine Symptome schriftlich oder telefonisch schildert und der Therapeut Interesse an dem Krankheitsbild hat. Darum würde ich auf der Homepage vorher immer gucken, auf welche Krankheitsbilder sich der Therapeut spezialisiert hat, und dann genau darauf verweisen. Und persönliche Empfehlungen sind meiner Erfahrung nach immer der beste Weg (nur ist das natürlich nicht immer möglich).
Jede Praxis muss ja eine telefonische Sprechstunde anbieten und die würde ich (wiederholt) nutzen, ergänzend zu E-Mails. Denn dann hat der Therapeut auch die Zeit, zuzuhören bzw. sich mit dem individuellen Krankheitsbild zu beschäftigen. Meiner Erfahrung nach ist das besser als vorbeizugehen, denn dann ist eigentlich sehr selten Zeit, wenn man nicht gerade zufällig Glück hat, und die Therapeuten reagieren darauf nicht selten gereizt/ genervt,
was dann kein guter Anfang für eine mögliche therapeutische Arbeitsbeziehung ist.
23.08.2026 13:46 •
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