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....ich wusste nicht genau wie ich den Thread sonst nennen soll. Ich bin nach meinem Therapeutentermin gestern total verwirrt.
Ich leide seit meiner Kindheit unter Emetophobie und allgemein Angst krank zu werden. Als Jugendliche habe ich durch die Angst einen Zwang entwickelt was Nahrung betrifft. Also es gab nur wenige sichere Lebensmittel und die durften nur zu exakt der gleichen Zeit verzehrt werden . Jetzt viele Jahre später kommt noch desinfizieren der Hände dazu.
Er meinte jetzt ich solle das Desinfizieren lassen und wenn ich mich daran gewöhnt habe dann würden auch die Ängste geringer werden. Ich verstehe nicht warum? Die Ängste hatte ich auch ohne das desinfizieren. Die Ängste haben diese Zwänge doch ausgelöst. Die Angst bestand doch auch schon ohne die Zwänge. Müsste man nicht erst an der Angst selbst arbeiten?

27.10.2017 20:16 • 12.11.2017 x 1 #1


47 Antworten ↓


Hotin
Hallo enana,
Zitat:
Die Ängste haben diese Zwänge doch ausgelöst.


Das sehe ich genauso wie Du. Zwänge entstehen meistens, wenn die Stärke der
Angst so groß wird (Dauerangst), dass man es nicht mehr ausgleichen kann.
Zitat:
Müsste man nicht erst an der Angst selbst arbeiten?

Ja.
Nur Angst ist etwas völlig normales. Du kannst Angst nicht verhindern oder beseitigen. Du kannst Die Angst
nur kontrollieren, damit sie nicht so stark wird, dass sie Dich belastet.

Angst funktioniert wie Feuer.
Feuer ist hilfreich und lebensnotwendig. Damit das funktioniert muss man Feuer kontrollieren. Kleines Feuer hilft
und schafft Lebensqualität. Großes Feuer zerstört meistens und ist deshalb nicht erwünscht, weil es fast immer
unkontrollierbar ist.
So ist es auch mit der Angst. Angst ist ein Gefühl das hilfreich und lebensnotwendig ist.
Damit das funktioniert muss man die Angst kontrollieren. Kleine Angst hilft und schafft Lebensqualität.
Große Angst zerstört meistens die Lebensqualität.
Zitat:
Ich leide seit meiner Kindheit unter Emetophobie und allgemein Angst krank zu werden.
Jetzt viele Jahre später kommt noch desinfizieren der Hände dazu.


Durch Dein Verhalten willst Du Dich scheinbar schützen. Nur, übertreibst Du es mit dem Schutz nicht manchmal?
Warum? So viel Schutz brauchst Du nicht. Oder etwa doch? Warum?

Du schreibst, " Verschwindet die Angst durch Verzicht auf den Zwang".
Ich glaube es ist eher anders herum.
Durch Verzicht auf die Angst, oder besser gesagt, durch Verringerung der Angst,
lösen sich Zwänge oft in Luft auf.

Bernhard

28.10.2017 01:05 • x 2 #2



Verschwindet Angst durch Verzicht auf Zwang

x 3


kopfloseshuhn
Zwänge sind auch Angst. Das weißt du ja schon, oder?
Und solange du deine Angst vermeintlich mit den Zwängen im Griff hast (während eigentlich der Zwang dichim Griff hat) kannst du nciht lernen, dass die Ängste dahinter völlig unangemessen sind.
UNd man kann die ANgst nicht bearbeiten und im Kopf auch verarbeiten solange man sie mit dem Zwang deckelt.
Du hast Angst davor krank zu werden und dich übergeben zu müssen.
Real gesehen ist es aber nicht schlimm.
Naja gut, es gibt schöneres, da stimmt dir sicher auch jeder ohne Emetop. Zu aber es ist kein Weltuntergang.

Und deswegen ist es richtig und wichtig erstmal den Zwang zu bekämpfen und dann die Angst.

Liebe Grüße

28.10.2017 09:23 • #3


Vielleicht ein Missverständnis und er meinte nur, dass wenn du dem Zwang nicht nachgibst, dich daran gewöhnst, dass es auch ohne geht und dann wärst du diesen Zwang los.
Das kann sein.
Allerdings bliebe die Angst, die überhaupt erst zu dem Zwang geführt hat, weiterhin bestehen und es kann dann passieren, dass du dir - ungewollt bzw. unbewusst - ein anderes Symptom, einen anderen Zwang,aussuchst.

Zwänge sind nicht zu unterschätzen, denn sie schützen vor unvergleichlich größerer, manchmal kaum mehr beherrschbarer Angst.
Dadurch, dass man einem Zwang nachgibt, fühlt man sich eine Weile vor dieser Gefahr, die in einem selbst steckt, geschützt.

Die Zwangshandlung ist ein symbolischer Akt.
Es ist wie etwas "magisches": Dadurch, dass man etwas tut oder nicht tut (meidet), entgeht man einer viel größeren Gefahr.

Eigentlich geht es gar nicht um das, wovor man sich angeblich fürchtet.
Die eigentliche Angst, die dahinter steckt, ist um Potenzen größer und bleibt verborgen.
Man versucht sie in Schach zu halten, indem man symbolische Handlungen ausführt oder Dinge meidet.
Deswegen ist es oft richtig schwer, einem Zwang nicht nachzugeben, denn dann droht einem die eigentliche Angst, der man sich nicht aussetzen kann oder will und das hat seinen guten Grund.

Es ist zwar möglich, sich von Zwängen zu befreien, jedenfalls oft, aber das ist alles andere als ein "Vergnügen" und sollte besser in Begleitung und Unterstützung durch einen Therapeuten geschehen.

28.10.2017 14:29 • x 1 #4


Danke für eure Antworten!

Zitat von abirel:
Allerdings bliebe die Angst, die überhaupt erst zu dem Zwang geführt hat, weiterhin bestehen und es kann dann passieren, dass du dir - ungewollt bzw. unbewusst - ein anderes Symptom, einen anderen Zwang,aussuchst.

Eigentlich geht es gar nicht um das, wovor man sich angeblich fürchtet.
Die eigentliche Angst, die dahinter steckt, ist um Potenzen größer und bleibt verborgen.
Man versucht sie in Schach zu halten, indem man symbolische Handlungen ausführt oder Dinge meidet.
Deswegen ist es oft richtig schwer, einem Zwang nicht nachzugeben, denn dann droht einem die eigentliche Angst, der man sich nicht aussetzen kann oder will und das hat seinen guten Grund.



Das habe ich ihm auch gesagt. Er meinte ich solle das desinfizieren lassen, dann würde es mir zwar erst schlechter gehen, aber dann würde die Angst auch weniger werden. Ich habe ihm dann gesagt, dass die Angst so groß ist und mich so beherrscht, dass ich dann automatisch andere Sachen finde, die mir wieder etwas der Sicherheit zurück geben. Da meinte er dann nur, ja dann würde ich ja mogeln. Er meinte er hatte eine andere Patientin bei der hätte das geklappt. Zwänge weg lassen und jetzt könnte sie mit der Angst umgehen.


Zitat von kopfloseshuhn:
Zwänge sind auch Angst. Das weißt du ja schon, oder?
Und solange du deine Angst vermeintlich mit den Zwängen im Griff hast (während eigentlich der Zwang dichim Griff hat) kannst du nciht lernen, dass die Ängste dahinter völlig unangemessen sind.
UNd man kann die ANgst nicht bearbeiten und im Kopf auch verarbeiten solange man sie mit dem Zwang deckelt.
Du hast Angst davor krank zu werden und dich übergeben zu müssen.
Real gesehen ist es aber nicht schlimm.
Naja gut, es gibt schöneres, da stimmt dir sicher auch jeder ohne Emetop. Zu aber es ist kein Weltuntergang.

Und deswegen ist es richtig und wichtig erstmal den Zwang zu bekämpfen und dann die Angst.



Das komische ist, dass der Zwang die Angst überhaupt nicht wirklich mindert - also der Zwang reicht gar nicht mehr aus, um die Angst zu bändigen. Wenn ich den Zwang jetzt weg lasse, dann ist die Angst ja noch immer da - ich glaube einfach nicht, dass durch Verzicht auf den Zwang die Angst verschwindet.


Zitat von Hotin:

Das sehe ich genauso wie Du. Zwänge entstehen meistens, wenn die Stärke der
Angst so groß wird (Dauerangst), dass man es nicht mehr ausgleichen kann.

Ja.
Nur Angst ist etwas völlig normales. Du kannst Angst nicht verhindern oder beseitigen. Du kannst Die Angst
nur kontrollieren, damit sie nicht so stark wird, dass sie Dich belastet.

Du schreibst, " Verschwindet die Angst durch Verzicht auf den Zwang".
Ich glaube es ist eher anders herum.
Durch Verzicht auf die Angst, oder besser gesagt, durch Verringerung der Angst,
lösen sich Zwänge oft in Luft auf.

Bernhard


Das waren so auch meine Gedanken und ich kann einfach nicht verstehen, wie mein Therapeut darauf kommt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es funktioniert eine Angst zu besiegen, die ich seit Jahren habe, durch Verzicht auf einen Zwang der erst 10 Jahre danach dazu kam.

29.10.2017 09:10 • x 2 #5


Zitat von enana:
Das waren so auch meine Gedanken und ich kann einfach nicht verstehen, wie mein Therapeut darauf kommt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es funktioniert eine Angst zu besiegen, die ich seit Jahren habe, durch Verzicht auf einen Zwang der erst 10 Jahre danach dazu kam.



Therapeuten werden oft überschätzt.

Erstens ist es nicht leicht, jedem Menschen mit psychischen Problemen effektiv und nachhaltig zu helfen und zweitens gibt es unter den Therapeuten auch nicht wenige, die eigentlich nicht sehr viel taugen.
Das ist wie in fast jedem anderen Beruf - es gibt solche und solche. Therapeuten sind davon nicht ausgenommen.

Das muss jetzt nicht bedeuten, dass dein Therapeut schlecht ist.
Das kann ich aus dem Wenigen, was ich hier gelesen habe, gar nicht beurteilen.
Er versucht zu helfen. Ob er dafür so vorgeht, wie es dir wirklich helfen könnte, ist wieder eine andere Sache.

Es geht um dich und nur um dich. d.h. versuch das Beste zu machen und "hol" aus ihm das heraus, was für dich gut ist und wenn er dir nicht helfen kann, dann kann man über Alternativen nachdenken.

Dass er sagte, einer anderen Patientin hätte seine Vorgehensweise geholfen, irritiert mich ein wenig, denn seit über 80 Jahren ist schon bekannt, dass Menschen, die exakt das gleiche Krankheitsbild aufweisen, doch untereinander sehr verschieden sein können.
Man kann nicht jedem, der unter starken Ängsten leidet, mit ein und derselben "Methode" helfen. Das gilt auch für Menschen mit Depression, mit Borderline, mit Schizophrenie und und und.. Jeder ist anders, jeder hat seine eigene Geschichte, die ihn zu dem gemacht hat, was er oder sie heute ist.

Von daher, zu sagen, irgendjemandem hätte irgendwas geholfen, besagt gar nichts.
Du brauchst das, was dir helfen kann und das in Zusammenarbeit mit dir herauszufinden, ist Teil seiner Arbeit.

29.10.2017 12:56 • x 1 #6


Danke für deine Antwort.

Zitat von abirel:

Therapeuten werden oft überschätzt.

Erstens ist es nicht leicht, jedem Menschen mit psychischen Problemen effektiv und nachhaltig zu helfen und zweitens gibt es unter den Therapeuten auch nicht wenige, die eigentlich nicht sehr viel taugen.
Das ist wie in fast jedem anderen Beruf - es gibt solche und solche. Therapeuten sind davon nicht ausgenommen.

Das muss jetzt nicht bedeuten, dass dein Therapeut schlecht ist.
Das kann ich aus dem Wenigen, was ich hier gelesen habe, gar nicht beurteilen.


Ich habe das Gefühl, dass mein Therapeut nicht wirklich weiß wie er mir helfen kann und das sagt er ja auch selbst - er vergleicht mich immer mit seiner anderen Emetophobiepatientin, die durch das Weglassen des Zwanges die Angst besiegt hat. Und daran kann ich irgendwie nicht glauben- dann erzählt er mir ständig wie das bei seinen Herzneurosepatienten ist....
Das Problem ist, dass ich einfach keinen anderen Therapeuten finde Auch die Wartezeiten machen mich kirre. Muss jetzt schon wieder 3 Wochen auf den nächsten Termin warten.

Er versteift sich halt schon seit Beginn einzig und allein auf diese Zwänge und es nervt mich total. Er meint, wenn ich jetzt nicht mit den Zwängen aufhöre, dann geht auch die Angst nicht weg und das soll ich jetzt und sofort schaffen. Wie soll das gehen bei 20 Jahren Angst? Dann verzichte ich auf die Zwänge - dann ist die Angst noch größer - dann sind die körperlichen Symptome noch schlimmer- die Depression steigert sich ins unermessliche und ich bin wochenlang allein damit. DAS geht vielleicht wenn man allein ist - aber nicht allein mit Kind, wenn ich doch funktionieren soll.

01.11.2017 20:37 • #7


Zitat von enana:
Ich habe das Gefühl, dass mein Therapeut nicht wirklich weiß wie er mir helfen kann


Das kann tatsächlich so sein.

Wichtig ist, dass du die Hilfe bekommst, die du brauchst.
Kannst du mit ihm darüber sprechen?
Vielleicht kann er dann schauen, ob er nicht einen anderen Weg veruschen kann.

Sonst bliebe nichts anderes übrig, als sich nach jemand anderem umzuschauen.

03.11.2017 15:28 • #8


Ich hab erst in 11 Tagen den nächsten Termin. Ich soll in den 3 Therapiefreien Wochen aufs desinfizieren verzichten, was ich aber einfach nicht schaffe. Wenn ich jetzt zum Termin dann komme, weiß ich schon genau was er sagen wird: "Ja dann müssen Sie halt mit der Angst leben".
Ich bin gerade am überlegen die Therapie dort sein zu lassen, ich fühle mich mit teils schlechter als ohne. Ich dachte mit Therapie habe ich wenigstens das Gefühl einen Halt zu bekommen, eine Anlaufstelle zu wissen, aber das Gefühl habe ich nicht, eher das Gefühl im Stich gelassen zu werden - was aber natürlich auch an meiner verschobenen Einstellung liegen kann.

05.11.2017 22:14 • #9


Hotin
Zitat:
eher das Gefühl im Stich gelassen zu werden - was aber natürlich auch an meiner verschobenen Einstellung liegen kann.


Das ist doch eine sehr hilfreiche Aussage von Dir.
Was genau erwartest Du denn von Deiner Therapie?

05.11.2017 22:26 • #10


Zitat von Hotin:

Das ist doch eine sehr hilfreiche Aussage von Dir.
Was genau erwartest Du denn von Deiner Therapie?



Puh ja schwer, zum einen erst einmal natürlich ernst genommen zu werden. Ich möchte auch bzgl. meiner Meinung ernst genommen werden - also das wenn ich sage, dass der Weg den der Therapeut vorschlägt für mich absolut nicht nachvollziehbar finde, er das nicht abtut. Ich möchte hauptsächlich an meiner Angst arbeiten. Verstehen woher sie kommt, was ich dagegen machen kann, einen Weg finden damit umzugehen. Wenn ich wüsste, wie ich das bewerkstelligen kann, dann bräuchte ich keine Therapie. Zur Zeit fehlt einfach auch komplett die Vertrauensbasis.

05.11.2017 22:40 • #11


Hotin
Zitat:
Puh ja schwer, zum einen erst einmal natürlich ernst genommen zu werden.


Na klar. Eine ganz wichtige Voraussetzung für alle Begegnungen und Gespräche.
Zitat:
Ich möchte hauptsächlich an meiner Angst arbeiten.


Das ist eine weitere wichtige Grundlage. Nur, wenn Du an Deiner Angst arbeiten willst, warum
sprichst Du dann so viel über die Aussagen Deines Therapeuten? Dann mache doch das,
was Du richtig findest.
Jeder Therapeut kann nur das wissen, was Du ihm erzählst.
Erzählst Du ihm wenig oder vieles, was nicht zusammen passt, sieht der Therapeut schlecht aus.
Zitat:
Verstehen woher sie kommt,


Das musst Du doch selbst herausfinden. Oder wer soll das sonst?
Zitat:
was ich dagegen machen kann, einen Weg finden damit umzugehen.


Das kannst Du sobald Du weißt, wo es herkommt.
Zitat:
Wenn ich wüsste, wie ich das bewerkstelligen kann, dann bräuchte ich keine Therapie.


Eins Deiner Probleme scheint zu sein, entweder Du erwartest, dass der Therapeut die Lösung findet. So etwas
geht aber nicht, weil er nicht Deine Gedanken lesen kann.
Zitat:
Er meinte ich solle das desinfizieren lassen, dann würde es mir zwar erst schlechter gehen, aber dann würde die Angst auch weniger werden. Ich habe ihm dann gesagt, dass die Angst so groß ist und mich so beherrscht, dass ich dann automatisch andere Sachen finde, die mir wieder etwas der Sicherheit zurück geben. Da meinte er dann nur, ja dann würde ich ja mogeln.


Oder aber andererseits, wenn Du für das Desinfizieren automatisch eine andere Sache finden würdest,
dann sehe ich das wie er. Dann weißt Du ja, wofür Du das alles brauchst. Nur Du willst es noch nicht aussprechen.
Was soll hier ein Therapeut machen? Und dann stellst Du an ihn sogar noch die Vertrauensfrage.

Wo genau vertraut er Dir nicht?

Hast Du das Gefühl, er vertraut Dir nicht, weil er Deine gedanklichen Widersprüche nicht kritiklos mitgeht?
Wenn er das macht, ist er ein schlechter Therapeut. Denn er hat die Aufgabe Dir zu zeigen, wo Du Dir
gedankliche Fallen gestellt hast.
Dies tut zwar weh, ist aber das Einzige, was wirklich helfen kann. Widersprüche müssen aufgedeckt und bearbeitet werden.
Auch wenn Dir der Therapeut widerspricht, so heißt das nicht, dass ihr euch gegenseitig nicht vertrauen könnt.

Wird das deutlich, was ich damit sagen will?

05.11.2017 23:10 • #12


Nein, nicht er vertraut mir nicht, sondern ich vertraue ihm nicht. Einfach aufgrund seiner Widersprüchlichen Aussagen

Zitat von Hotin:
Hast Du das Gefühl, er vertraut Dir nicht, weil er Deine gedanklichen Widersprüche nicht kritiklos mitgeht?


Es gibt keine gedanklichen Widersprüche meinerseits!

Während den probatorischen Sitzungen meinte er ganz zuversichtlich, mit all den Infos die ich ihm gegeben habe könne man arbeiten. Dann hatte ich 7 Woche keinen Termin wegen seiner Sommerpause.
Dann erste Sitzung nach dieser Pause kam plötzlich er wisse gar nicht wie er mir helfen kann. Sitzung drauf meinte er dann ich müsse erst die Zwänge los werden um die Angst zu besiegen, weil dies bei einer andere Patientin auch geklappt hätte.
Auf den Einwand, dass ich die Angst auch schon ohne Zwänge hatte ist er gar nicht eingegangen. Als ich meinte, dass ich es nicht so sehe, dass die Zwänge primär sind kam ein, dann müsse ich mit der Angst eben leben.

05.11.2017 23:24 • #13


Hotin
Zitat:
Nein, nicht er vertraut mir nicht, sondern ich vertraue ihm nicht. Einfach aufgrund seiner Widersprüchlichen Aussagen


Es tut mir leid, hier habe ich etwas nicht richtig gelesen, oder falsch verstanden.

Zitat:
Während den probatorischen Sitzungen meinte er ganz zuversichtlich, mit all den Infos die ich ihm gegeben habe könne man arbeiten. Dann hatte ich 7 Woche keinen Termin wegen seiner Sommerpause.
Dann erste Sitzung nach dieser Pause kam plötzlich er wisse gar nicht wie er mir helfen kann. Sitzung drauf meinte er dann ich müsse erst die Zwänge los werden um die Angst zu besiegen, weil dies bei einer andere Patientin auch geklappt hätte.


Das hatte ich bereits von Dir gelesen. Die Frage stellt sich hier allerdings, was verfolgt er mit seinen Aussagen?
Versucht er Dich in eine bestimmte Richtung zu lenken? Oder was glaubst Du, will er mit seinen Aussagen machen?

Er sagt Dir, Du sollst erst die Zwänge loswerden.

Du sagst:
Zitat:
Ich habe ihm dann gesagt, dass die Angst so groß ist und mich so beherrscht, dass ich dann
automatisch andere Sachen finde, die mir wieder etwas der Sicherheit zurück geben.

Zitat:
Wenn ich den Zwang jetzt weg lasse, dann ist die Angst ja noch immer da - ich glaube
einfach nicht, dass durch Verzicht auf den Zwang die Angst verschwindet.


Ich bin völlig Deiner Meinung.
Zitat:
Als ich meinte, dass ich es nicht so sehe, dass die Zwänge primär sind kam ein, dann müsse ich mit der Angst eben leben.


Auch hier bin ich Deiner Meinung.
Nur bedeutet das nicht, wenn er dies wirklich so gesagt und gemeint hat. Stimmt dann die
"Chemie" zwischen euch beiden? Das muss nicht unbedingt mangelndes Vertrauen sein.
Du stehst meiner Meinung nach hier vor einer wichtigen Entscheidung.
Mit diesem Therapeuten weiter arbeiten oder Dir einen anderen suchen.
Wo Du Dich nicht verstanden fühlst, fühlst Du Dich auch nicht wohl.
Zitat:
Es gibt keine gedanklichen Widersprüche meinerseits!


Ich sage mal zu dieser Aussage noch etwas. Jedoch ist dies ein separates Thema.
Bestimmt gibt es auch einige Widersprüche in Deinem Denken und in Deinen Aussagen.
Angststörungen entstehen unter anderem wegen Widersprüchen, die man in seine
eigene Gedankenwelt eingebaut hat.
Andernfalls würdest jeder die Ursache seiner Ängste sehr schnell selbst erkennen.

06.11.2017 00:22 • x 2 #14


Zitat von Hotin:
Das hatte ich bereits von Dir gelesen. Die Frage stellt sich hier allerdings, was verfolgt er mit seinen Aussagen?
Versucht er Dich in eine bestimmte Richtung zu lenken? Oder was glaubst Du, will er mit seinen Aussagen machen?


Ich habe keine Ahnung warum er das macht. Ich denke, klar, das Problem liegt auch bei mir. Ich bin jemand den man sehr sehr schnell verunsichern kann. Ob er etwas damit bezweckt, keine Ahnung?!


Zitat:
Auch hier bin ich Deiner Meinung.
Nur bedeutet das nicht, wenn er dies wirklich so gesagt und gemeint hat. Stimmt dann die
"Chemie" zwischen euch beiden? Das muss nicht unbedingt mangelndes Vertrauen sein.
Du stehst meiner Meinung nach hier vor einer wichtigen Entscheidung.
Mit diesem Therapeuten weiter arbeiten oder Dir einen anderen suchen.
Wo Du Dich nicht verstanden fühlst, fühlst Du Dich auch nicht wohl.

Puh, stimmt die Chemie nicht? Am Anfang dachte ich echt das passt. Mittlerweile gerate ich immer mehr ins Zweifeln. Ich hatte vor ihm Probesitzungen bei einer privaten Therapeutin und dort habe ich mich nicht so unsicher gefühlt. Leider hat die KK mir eine Absage erteilt.
Wir haben jetzt sowieso nur 12 Stunden bewilligt bekommen. Ich nutze diese jetzt noch, suche aber parallel seit einigen Wochen schon jemand anderes. Mir reicht auch alle 2-3 Wochen, manchmal auch noch größere Pausen, nicht aus - unabhängig ob jetzt die Chemie passt oder nicht.
Ich sammle jetzt gerade Absagen um es dann doch nochmals privat zu versuchen.

Zitat:
Ich sage mal zu dieser Aussage noch etwas. Jedoch ist dies ein separates Thema.
Bestimmt gibt es auch einige Widersprüche in Deinem Denken und in Deinen Aussagen.
Angststörungen entstehen unter anderem wegen Widersprüchen, die man in seine
eigene Gedankenwelt eingebaut hat.
Andernfalls würdest jeder die Ursache seiner Ängste sehr schnell selbst erkennen.


Ja, das stimmt, da hast du natürlich recht! Ich wollte eigentlich damit sagen, dass ich mich jetzt nicht bewusst in Widersprüche verwickle, nur weil ich etwas evtl. geheim halten oder verschönern möchte.

06.11.2017 10:30 • #15


Hotin
Zitat:
Ich denke, klar, das Problem liegt auch bei mir. Ich bin jemand den man sehr sehr schnell verunsichern kann.
Ob er etwas damit bezweckt, keine Ahnung?!


Das kann sein. Ich kann das nicht beurteilen.
Wenn Du jetzt die bewilligten 12 Stunden nutzt, finde ich das gut. Eventuell geht es Dir besser, wenn Du
häufiger einfach davon ausgehst. Mit seinen Fragen versucht er Dich nicht zu ärgern, sondern Dir zu helfen.

Zitat:
Ich wollte eigentlich damit sagen, dass ich mich jetzt nicht bewusst in Widersprüche verwickle, nur weil
ich etwas evtl. geheim halten oder verschönern möchte.


Selbstverständlich, so ist das immer. Es ist angenehm mit Dir zu reden, Du arbeitest
glaube ich sehr ernst an Deinen Ängsten.
Kannst Du eventuell die Angst davor zurückdrängen, Du könntest etwas Schlimmes
durch Deine Therapie erkennen?
Das Gegenteil wird der Fall sein. Therapie ist eigentlich so etwas wie Ostereier suchen.
Über alles, was Du Neues erkannt hast, darfst Du Dich richtig freuen.
Und wenn Du erkennst, dass es einen Widerspruch gibt, dann ist das nicht schlecht, sondern eher richtig gut.
Weil Du erkennst, wo etwas liegen kann, was Dich bis jetzt im Unterbewusstsein noch ständig ärgert.

06.11.2017 11:12 • #16


Ich hab meine KK jetzt mal angeschrieben wegen Therapeutensuche und v.a. dass ich eine engmaschigere Therapie benötige. Dieses ständige warten ist schrecklich.

06.11.2017 15:28 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Zitat von enana:
Ich bin gerade am überlegen die Therapie dort sein zu lassen, ich fühle mich mit teils schlechter als ohne.


Das ist nicht immer ein schlechtes Zeichen.
Es kommt dabei sehr darauf an, warum es so ist.

Wenn man z. B. in einer Therapie, bei der der Therapeut den Mut aufbringt, zusammen mit der Klientin an das heranzugehen, was hinter allem liegt, dann geht es einem dabei alles andere als gut.
Wie denn auch?
Wenn man noch einmal Gefühle und Zustände durchlebt, die man seit der Kindheit abgespalten und/oder verdrängt hatte, dann geht es einem miserabel, wenn man das alles noch einmal durchlebt.
Das kann aber der Anfang einer wirklichen Genesung sein.

Bei dir liegen die Gründe, warum du dich bei der Therapie schlecht fühlst, woanders.

07.11.2017 16:30 • #18


Nächste Woche habe ich wieder Therapie. Nach wieder einmal 3 Wochen. Da jetzt Herbst ist ist die Angst noch schlimmer als sonst schon. Ich kann einfach nicht ohne desinfizieren. Die Angst ist zu mächtig. Werde ihm das auch sagen. ..ich weiß was er dann sagen wird:"tja frau x. Dann werden sie die angst nie los" bis in 3 Wochen. die Kk stellt sich stur in Sachen ausservertragliche Therapie. Die Liste der kassenärztlichen Vereinigung meines Umfeldes hab ich durch keine Plätzen

10.11.2017 23:21 • x 1 #19


TomTomson
Ich denke wenn du deine Zwänge lässt, hast du wohl einfach mehr Angst, dass du krank werden könntest und dich vielleicht Übergeben musst oder? Lässt du den Zwang weg, könntest du lernen, dass du auch ohne desinfizieren nicht krank wirst. Dennoch ist ja die Hauptangst das was wäre wenn. Denn dieses Szenario bleibt ja sowohl mit als auch ohne Zwang bestehen. Daher stelle ich mir das Einstellen des Zwanges auch nicht unbedingt als DIE LÖSUNG vor.
Was macht dir denn genau Angst beim Erbrechen? Ich weiss jetzt nicht wie wichtig es bei der Emetophobie ist die Herkunft zu ergründen, vor allem da dies ja meistens nicht allzu komplex sein sollte. Weil so oft übergibt man sich ja in der Regel nicht. Aber kannst ja trotzdem mal zurückdenken, was dir früher Angst gemacht hat beim Übergeben oder ob da vielleicht ein besonders unangenehmes Ereignis dran geknüpft war.

11.11.2017 06:15 • #20



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