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Greta__
Guten Morgen.
Erst einmal glaube ich das es eher das ausgeliefert sein ist, was dir so zusetzt. Du kannst nicht beeinflussen wann Ruhe auf dem Balkon ist, wann das Fenster zugemacht wird und nicht die Geräusche ansich. Kann das sein?

In einem Mehrfamilienhaus gibt es immer Geräusche, wahrscheinlich sind das ganz normale Alltagsgeräusche die dich, warum auch immer, triggern.

Du kannst daran mit deiner Therapeutin arbeiten, was du ja machen willst, wie du ja schreibst.

Ansonsten könntest du Oropax nutzen oder Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung.

#21


M
Hallo liebe @Hilde92 , danke dass du ein Update deiner Phonophobie mit uns teilst. Erstmal muss ich dir sagen, dass ich mich voll und ganz in deine Situation einfühlen kann. Wenn man einmal so eine Geräuschüberempfindlichkeit entwickelt hat, kriegt man diese nicht mehr los, leider. Und ehrlich gesagt weiß ich nach intensiver Recherche auch keinen "Weg", den man gehen könnte, um irgendwann nicht mehr mit Angst, Wut und Verzweiflung auf Nachbargeräusche zu reagieren. Medikamente - ja klar, aber die verändern nur die körperlichen Reaktion, erfassen aber nicht das eigentliche Problem hinter der Phonophobie. Ich hatte eine Verhaltenstherapie wegen der Phonophobie gemacht und auch wenn sich mein Therapeut wirklich Mühe gegeben hat, so richtig bin ich die Phonophobie nicht los geworden, trotz Konfrontation, Angstbewältigungsstrategien und Entspannungsübungen. Ich selbst habe die Phonophobie entwickelt, als ich über viele Jahre neben einen sehr lauten Nachbarn gewohnt habe. Dann bin ich ausgezogen in eine neue Wohnung. Hier war es viel ruhiger, die Nachbarn hat man nur manchmal gehört. Nun sind auch bei mir vor einigen Monaten neue Nachbarn über mir eingezogen, die objektiv betrachtet nicht laut sind, aber trotzdem irgendwie ständig zu hören sind. Und sofort ist meine Phonophobie wieder da. Ich weiß nicht, was ich machen soll. Neben den Geräuschen kommt der Fakt hinzu, dass die neuen Nachbarn intensiv rauchen, was in meine Wohnung zieht und mich ständig daran erinnert, dass da wer ist und möglicherweise gleich Geräusche kommen. Mich macht diese ständige Angespanntheit auch fertig, stresst mich sehr. Eine Frage an dich: Hast du die Phonophobie auch, wenn du dich nicht in deiner Wohnung aufhälst, also wenn du beispielsweise im Hotel übernachtest oder bei Familie oder Freunden und dort Nachbarschaftsgeräusche wahrnimmst? Du vermutest einen Zusammenhang mit Stress, was ich auch vermute. Hast du mal versucht, die Angespanntheit durch Sport zu reduzieren? Ich hatte im Rahmen meiner Verhaltenstherapie angefangen, zu joggen und muss sagen, dass es tatsächlich geholfen hat, der Geräuschüberempfindlichkeit ein klein bisschen gelassener zu begegnen (auch wenn Sport kein Wundermittel ist). Noch eine Frage: Welche "Bilder" oder "Gedanken" hast du in dem Moment, wenn du Geräusche der Nachbarn wahrnimmst, noch bevor dein Körper mit Angst und Verzweiflung reagiert? Fühlst du dich - auch wenn es nur für eine Millisekunde ist - irgendwie "zurückversetzt" in eine frühere Zeit, vielleicht in eine frühere Sitaution mit Lärm und Stress oder eine Situation, in der du von Menschen enttäuscht worden bist? Der Körper reagiert mit Angst auf Geräuschen, aber bevor er das macht, hat man ein ganz, ganz kleines Zeitfenster, in dem erst nur der Kopf reagiert und da kann man herausfinden, warum man auf Geräusche reagiert, dann erst folgen die körperlichen Reaktionen wie Angst und Wut, dann kann man aber nichts mehr rausfinden, weil die körperlichen Reaktionen das "Ergründen" nicht mehr zulassen. Das war eine Übung aus der Psychotherapie. Lieben Gruß.

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Prof. Dr. Borwin Bandelow
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