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moo
Zitat von Stony:
Ich kann nur darauf aufbauen, nicht auf das was nicht klappt, sondern auf das, was klappt.

Gut erkannt - und trotzdem machen viele von uns immer wieder den Fehler, es genau andersrum zu sehen...

15.11.2021 09:39 • x 1 #21


Guten Abend Zusammen. Die Glückssträhne will scheinbar noch immer nicht von mir ablassen. Heute am Abend ist es mir erstmalig seit Beginn der Herbstferien an, das dritte Mal in Folge gelungen (Seit Samstag), mich nach draußen zu begeben, und mich meinen Ängsten zu stellen. Ich möchte euch trotz dieses kleinen Erfolgs aber nicht vorenthalten, und auch weil ich ehrlich und aufrichtig sein will, dass der Kampf gegen mich selbst sehr belastend ist und ich mich phasenweise ziemlich schlecht und schwach fühle.

Einerseits die Ängste, die mich draußen ohnehin konfrontieren und plagen, will mich anderseits mein Verstand immer wieder zurück in Richtung Isolation, Nachhause treiben und mich vor der Außenwelt abschirmen. Im Ernst, es fühlt sich so an, als würde mich immer wieder etwas zurückziehen wollen, wie ein Hund an einer Leine -.- Meine Güte regt mich das auf.

Morgen soll mein nächster Schulversuch stattfinden, die Sorge ist entsprechend sehr groß, ein Zusammenhang? Immerhin plagten mich auf den Spaziergängen heute besonders schlimm die Gedanken, es trotz aller Versprechen morgen einfach sein zu lassen, mich lieber Zuhause in Sicherheit zu begeben, aber das werde ich nicht tun. Alleine schon deswegen nicht, weil ich es Menschen versprochen habe, mir Mühe zu geben. Ich werde da morgen definitiv hingehen.

Bin entsprechend etwas aufgewühlt, und die Sorge ist groß, dass ich doch einen Weg finde, das Morgen zu versauen, aber ich hatte das schon mal deutlich schlimmer. Deswegen bleib ich einfach mal vorsichtig optimistisch.

15.11.2021 23:08 • x 3 #22



Ist das, was ich habe eine soziale Phobie?

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moo
Servus Stony,

Zitat von Stony:
Ich möchte euch trotz dieses kleinen Erfolgs aber nicht vorenthalten, und auch weil ich ehrlich und aufrichtig sein will, dass der Kampf gegen mich selbst sehr belastend ist und ich mich phasenweise ziemlich schlecht und schwach fühle.

Die Wahrnehmung Kampf verstärkt die Dualisierung von Welt und Ich...vergiss das bitte nicht. Dadurch werden Fronten nicht nur geschaffen, sondern vorhandene auch verstärkt. Allein das Verständnis dieser Tatsache ist immer wieder zu schärfen. Es gibt weder Gegner noch Verteidiger, wenn diese Fronten sich auflösen.

Zitat von Stony:
Im Ernst, es fühlt sich so an, als würde mich immer wieder etwas zurückziehen wollen, wie ein Hund an einer Leine -.- Meine Güte regt mich das auf.

Im u. a. Zitat schreibst Du Deinem Verstand diese Rückzugswirkung zu. Schau Dir das bitte genau an, wenn das wieder mal stattfindet. Sind es nicht eher die Emotionen, die diesen Effekt verursachen?

Gefühle sind die Basis für unsere Wahrnehmung. Die Wahrnehmung schafft aus Interpretation der Gefühle ein Denken, dass idF gefühlsgefärbt ist. Das sind die Emotionen, wie z. B. Angst. Deshalb ist die Angst immer ein Gebilde aus mehreren Komponenten: Sinneseindrücke, Gefühle, Wahrnehmung und Denken. Diese Zusammenwirkung fühlt sich Ich-ig an, persönlich, individuell, beabsichtigt, von mir getan.

Angst alleine, also pure Angst gibt es also nicht. Ergo kann man sich auch nicht der Angst stellen. Das würde bedeuten, dass man sich einem Objekt gegenüberstellt, das man im Grunde (s.o.) selber gewirkt hat. Hier beißt sich also die Katze in den Sch wanz und der leidschaffende Kreislauf erhält sich am Laufen.

Zitat von Stony:
Einerseits die Ängste, die mich draußen ohnehin konfrontieren und plagen, will mich anderseits mein Verstand immer wieder zurück in Richtung Isolation, Nachhause treiben und mich vor der Außenwelt abschirmen.

Es sind also keine (objektiven) Ängste, die Dich konfrontieren und auch keine Vernunft, die Dich nach Hause treiben, sondern lediglich ängstliches Denken.

Probiere beim nächsten Mal, diese Hypothese zuzulassen und sage Dir Ängstliches Denken. Lass dieses Ängstliche Denken völlig losgelöst von Subjekt und Objekt stehen. Sage nicht: Ich denke ängstlich. Sage auch nicht: Da ist Ängstliches Denken.

Die gesamte Situation ist lediglich Ängstliches Denken.

16.11.2021 10:35 • #23


moo
Zitat von Stony:
Alleine schon deswegen nicht, weil ich es Menschen versprochen habe, mir Mühe zu geben. Ich werde da morgen definitiv hingehen.

Sehr gut! Und vielleicht nicht nur wegen Deines Versprechens, sondern einfach weil Du da einfach hingehst. Das Hingehen findet statt.

16.11.2021 10:42 • #24




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