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Heute früh ist die Angst wieder schlimmer. Ich habe gestern ein paar Aufgaben bekommen und soooo Angst, dass ich es nicht packe. Solche Angst! Ich kriege keinen Bissen runter. Gestern hatte ich auch extremste Verdauungsprobleme, musste mir Immodium Akut holen. Diese blöden körperlichen Symptome auch noch

Ich sehne so sehr das Wochenende und ein paar Gläser Wein entgegen.

25.09.2019 07:28 • #21


Hey du

Ich wollte dir sagen, dass ich super beeindruckt bin, wie du das meisterst!
Ich habe ja mehr oder weniger das Gleiche Problem.
Nur vom Niveau her weiter unten.
Also ich nehme dich jetzt auf alle Fälle als Vorbild
Das mag dir vielleicht merkwürdig erscheinen,aber du hast ein Studium geschafft;dich fand jemand so gut,dass er dich abgeworben hat und du hast dich getraut das anzunehmen!Du wurdest nicht aufgrund von schlechter Arbeit gekündigt,sondern wolltest eine neue Herausforderung!
Und du bist sogar alleine in eine fremde Stadt gezogen!Das sind alles Dinge,die habe ich noch nicht geschafft.

Ich hatte bei meinen Jobs die gleichen Probleme.Ich bin auch ein Mensch der Routine braucht und mit unvorhergesehenen Ereignissen nicht gut klar kommt.Also alles was neu ist und wo ich Leistung bringen muss->schlecht für mich.ABER das wird besser.
Auch bei mir hat es im Schnitt immer 6-12 Monate gedauert bis ich angstfrei zur Arbeit gehen konnte.
Aber das wird besser ,wenn man durchhält.Irgendwann kennst du die Leute und deine Aufgaben.Und wenn das halt nicht klappt,kannst du dir immernoch was Einfacheres suchen.Als Anwältin bist du mit Sicherheit überall gern gesehen.
Was ich auch beeindruckend finde ist,dass du 50 h gehst.Das würde ich nicht schaffen.Da brauche ich zu viel Zeit um wider runter zu kommen und mich zu sammeln nach der Arbeit.
Dafür kann kein Arbeitgeber was und ich kann da genauso wenig für.Es ist halt ein Teil von mir und da muss ich mit Leben.

Du brauchst doch keine Angst haben...egal was kommt.Es gibt immer einen Weg.
Und wenn du so weit gekommen bist,dann wirst du auch weiter deinen Weg finden.
Aus meiner Sicht ist es auch total irrational zu erwarten,dass man nach 4 Monaten schon eine Superarbeit hin legt.
Das schaffen doch schon so eher die Wenigsten und wenn man dann noch mit dem zu kämpfen hat ,mit was du kämpfst....Erwarte nicht so viel von dir oder dass du funktionierst wie ein gesunder Mensch.
Menschen mit psychischen Problemen ticken eben anders.Wahrscheinlich auch lebenslang.Es gibt Nischen und Feldwege,mit der Psyche klar zu kommen,aber nicht sie komplett zu unterdrücken oder los zu werden.Deine Angst gehört ja zu dir.
Du musst mit ihr Leben.Villeicht hat sie dir jetzt gezeigt,dass es besser ist für dich,dein Umfeld(den Job) nicht zu wechseln und neue Reize und Herausforderungen besser außerhalb zu suchen,wo nicht so viel Leistung von dir erwartet wird?

Ah schon wider so ein langer Text

LG Wolfi

25.09.2019 11:51 • x 1 #22


Zitat von WOLF9000:
Hey du Ich wollte dir sagen, dass ich super beeindruckt bin, wie du das meisterst!Ich habe ja mehr oder weniger das Gleiche Problem.Nur vom Niveau her weiter unten.Also ich nehme dich jetzt auf alle Fälle als Vorbild Das mag dir vielleicht merkwürdig erscheinen,aber du hast ein Studium geschafft;dich fand jemand so gut,dass er dich abgeworben hat und du hast dich getraut das anzunehmen!Du wurdest nicht aufgrund von schlechter Arbeit gekündigt,sondern wolltest eine neue Herausforderung!Und du bist sogar alleine in eine fremde Stadt gezogen!Das sind alles Dinge,...


Herzlichen Dank für Deine Worte.
Ja, ich habe viel geschafft. Es kostet aber auch viel Kraft. Nun fange ich in dem neuen Rechtsgebiet wieder bei null an, das Niveau ist sehr hoch und es war klar, dass ich wieder an dem Punkt stehen würde, an dem ich schon einmal war.

Ich habe das Glück, dass das berufliche Umfeld hier sehr nett und wohlwollend ist. Aber dennoch wird natürlich eine gewisse Leistung erwartet.

Ich würde durch einen Headhunter abgeworben. Man hat also sogar Geld für mich bezahlt. Das baut Druck auf und ich will keine Erwartungen enttäuschen....

Ob das alles so zum Vorbild taugt..? Ich mache meine persönliche Zufriedenheit eigentlich fast ausschließlich vom beruflichen Erfolg abhängig. Nur deswegen bin ich so erfolgreich. Aber ideal ist das nicht.

50 Std. sind manchmal sehr viel. Man macht natürlich auch andere Sachen (zB jetzt ins Forum schreiben), aber ich bin auch oft abends total kaputt, einfach aufgrund der ganzen Interaktion mit Kollegen, Mandanten und so.

Ich bin dann oftmals einen Tag am Wochenende komplett im Bett und kann nur Serien gucken und schlafen.

In der anderen Stadt bin ich nur für 6 Wochen. Bin am letzten Wochenende angekommen und hab Montag angefangen zu arbeiten. Einerseits ein netter Tapetenwechsel, andrerseits auch anstrengend wegen des neuen Umfelds. Und ich vermisse meine Katze.

25.09.2019 12:36 • #23


portugal
fyi ich hab dich nicht vergessen. Muss nur gaaaaanz viel Papierkram (Arbeitslosengeld etc) erledigen> Melde mich> Big Hug

25.09.2019 12:43 • x 1 #24


Zitat von portugal:
fyi ich hab dich nicht vergessen. Muss nur gaaaaanz viel Papierkram (Arbeitslosengeld etc) erledigen> Melde mich> Big Hug


Alles fein. Take your time!

25.09.2019 12:47 • #25


Zitat von portugal:
fyi ich hab dich nicht vergessen. Muss nur gaaaaanz viel Papierkram (Arbeitslosengeld etc) erledigen> Melde mich> Big Hug


Alles fein. Take your time!

25.09.2019 12:47 • #26


Huhu,

Konntest du deine Miez nicht mitnehmen?
Ja ich würd meinen Hund und meinen Kerl auch vermissen

Und ich wäre so oder so (noch) nicht umgezogen.Auch nicht für 6 Wochen><Das ist ein Hindernis für mich,was ich noch bewältigen muss.

Hast du denn in deinem vorherigen Job auch so viel gearbeitet?
Und war es dann auch so,dass du an einem Tag in der woche dann nur Serien gucken konntest?
An sich finde ich das in so stressigen Phasen normal.Gerade wenn man Ängste hat oder Introvertiert ist oder Depressionen hat.Man ist dann einfach alle irgendwann.

Dass dann phasenweise der Job wichtiger ist ,ist auch klar.Nur zum Dauerbrenner solltes nicht werden...das endet nie gut...ich hab schon zu viele Leute gesehn,die sich auf ein Ding in ihrem Leben eingeschossen haben und das kam dann irgendwann zurück.Das waren Menschen,die sich eben über Arbeit definiert haben und ihre ganze Energie darein gesteckt haben.Menschen die nur für ihre Familie gelebt haben oder eben keine hatten weil das Hobby nach der Arbeit den höchsten Rang hätte.Es hat sich immer gerächt.
Heutzutage is die Welt so schnell und wandelhaft,dass man tatsächlich mehrere Dinge braucht,die einem ein Anker im Leben sind.
Natürlich ist jeder anders,aber allgemein kann man sagen,dass es besser ist sich öfter mit Freunden zu treffen,eine Familie zu haben,ein Hobby was einem Spaß macht und wo man vielleicht noch andere Sozialkontakte hat und eine Arbeit.
Pass auf,dass du das nicht aus dem Auge verlierst.

25.09.2019 13:14 • x 1 #27


Ich habe gute Freunde, ein Patenkind und meine Katze. Das sind meine Anker. Vielleicht nicht viel, aber besser als nichts

Wie ist es bei dir, Wolfi? Was sind Deine Anker?

Und nochmal zu den 50 Std.: Ich komme mir schon manchmal vor, wie ein Minderleister, weil manche bis 22 oder 23 Uhr im Büro sind. Das kann ich nicht. Es wird zum Glück auch nicht erwartet, sofern nicht gerade große Projekte anstehen.

Der Tag heute ist ok, weil ich erst später ein Arbeitsergebnis wegschicke und daher heute kein Feedback mehr bekommen werde (es guckt ja derzeit immer noch ein Partner über meine Sachen). Morgen kommt dann aber bestimmt das Feedback. Ich mache ja jetzt komplett andere Sachen als im Job zuvor und habe immerzu komplett neue Dinge auf dem Tisch. Da mach ich dann Fehler und das macht mich fix und fertig, weil ich niemanden enttäuschen will und auch Angst habe, dass ich die Probezeit nicht überstehen. Vermutlich unbegründet, weil noch niemand etwas in diese Richtung gesagt hat und ich wohl auch nicht für viel Geld an den anderen Standort geschickt worden wäre. Meine Anreise, Unterkunft etc. zahlt ja der Arbeitgeber....

Ich tue dem Job und den Leuten hier vermutlich Unrecht, wenn ich so argwöhnisch bin. Aber ich kann nicht aus meiner Haut.

25.09.2019 17:13 • #28


Gaulin
Klingt nach Perfektionismus oder täusche ich mich? Ist weniger genug nicht auch gut genug? Fehler dürfen wir alle machen. Es gibt kein Fehlerfrei auf Dauer. Es ist ok. Du willst niemanden enttäuschen? Das ist unmöglich. Auch das passiert, ist völlig ok. Enttäuscht ist nur der, der Erwartungen hat. Ich verstehe, dass du Angst hast den Job zu verlieren. Wie gravierend sind denn deine "Fehler"? Kommt dabei jemand zu Schaden? Was gönnst du dir als Auszeit für dich? Hast du genug Ausgleich?
Liebe Grüße

25.09.2019 18:01 • x 1 #29


Szegfue
Hallo AmyLola,
danke für deinen Beitrag.. Wow, dass ist echt unglaublich, was du da leistest. Ich bin sprachlos. Von wann bis wann bist du dann im Büro? Wie soll man bei einer 50 Std. Woche für einen Ausgleich sorgen? Gerne würde ich dir zu einer Therapie raten. Aber da du momentan in einer fremden Stadt, einer Therapie abgeneigt bist und es an Zeit mangelt, ist das Schreiben bzw. der Austausch im Forum eine Alternative. Sportliche Aktivität könnte auch helfen. Wünsche dir alles Gute.
LG

25.09.2019 18:29 • #30


Zitat von Szegfue:
Hallo AmyLola, danke für deinen Beitrag.. Wow, dass ist echt unglaublich, was du da leistest. Ich bin sprachlos. Von wann bis wann bist du dann im Büro? Wie soll man bei einer 50 Std. Woche für einen Ausgleich sorgen? Gerne würde ich dir zu einer Therapie raten. Aber da du momentan in einer fremden Stadt, einer Therapie abgeneigt bist und es an Zeit mangelt, ist das Schreiben bzw. der Austausch im Forum eine Alternative. Sportliche Aktivität könnte auch helfen. Wünsche dir alles Gute.LG


Herzlichen Dank.
Ich bin so von 9 bis 20 Uhr im Büro.

Das Forum hier hilft mir sehr.
Ich werde mir wohl eine Selbsthilfegruppe suchen, wenn ich wieder daheim bin. Austausch ist einfach so hilfreich

25.09.2019 19:23 • #31


Zitat von Gaulin:
Klingt nach Perfektionismus oder täusche ich mich? Ist weniger genug nicht auch gut genug? Fehler dürfen wir alle machen. Es gibt kein Fehlerfrei auf Dauer. Es ist ok. Du willst niemanden enttäuschen? Das ist unmöglich. Auch das passiert, ist völlig ok. Enttäuscht ist nur der, der Erwartungen hat. Ich verstehe, dass du Angst hast den Job zu verlieren. Wie gravierend sind denn deine "Fehler"? Kommt dabei jemand zu Schaden? Was gönnst du dir als Auszeit für dich? Hast du genug Ausgleich?Liebe Grüße


Niemand kommt zu Schaden. Ich mache dann halt manchmal nur mehr arbeitet als ich abnehme.

Ich versuche für Ausgleich zu sorgen. Im Moment sind geführte Einschlafmeditationen gut für mich. Ich kann dabei sehr gut entspannen. Abends ist ja eh immer alles einfacher, weil keiner mehr etwas von mir erwartet...

25.09.2019 19:29 • x 1 #32


portugal
Zitat von WOLF9000:
Und du bist sogar alleine in eine fremde Stadt gezogen!Das sind alles Dinge,die habe ich noch nicht geschafft.


Vielleicht kannst du den traum auf einen zettel schreiben und an deinen nachttisch kleben. So mach ich es immer. Da hat man ein ziel und maanchmal half es mir, doch nicht ganz aufzugeben.

26.09.2019 07:36 • #33


Donnerstag Nachmittag. Die Woche ist fast geschafft. Kann es gar nicht richtig fassen, dass ich es doch "überlebt" habe...

Ich hatte noch eine krasse Erfahrung. Gestern hab ich länger mit 2 Kolleginnen geschnackt. Ich hab gar nicht so viel von mir erzählt, auf einmal meinte die eine, dass sie schon mehrfach "Das Kind in dir muss Heimat finden" gehört hat. Das fand ich erstaunlich, dann hat sie ja scheinbar auch gewisse Schwierigkeiten.

Jedenfalls liegt das Hörbuch bei mir seit längerem auf Halde. Hatte es mal angefangen und zur Hälfte gehört und dann irgendwie vergessen. Jedenfalls habe ich heute früh in der Bahn weiter gehört und da kam 1:1 meine Situation von Montag:

Deine Chefin macht dich auf einen Fehler aufmerksam und du bekommst Panik, weil Du denkst, dass Du nicht genügt und ausgetauscht wirst.

Genau (!) das war ja Montag. Meine Chefin hat mich auf einen Fehler aufmerksam gemacht und ich habe genau die beschriebenen Gefühle gehabt.

Ich war erstaunt aber auch erleichtert. 1. geht es scheinbar nicht nur mir so und 2. wurde dann im Hörbuch schön erklärt, warum die eigenen Gefühle so verrückt spielen und auch was man dagegen tun kann.

Nun ist es nicht so, als hätte ich das nicht alles schon gewusst. Aber es noch einmal so deutlich vor Augen geführt zu bekommen, war sehr sehr gut.

Hatte da das Universum seine Finger im Spiel?

26.09.2019 15:03 • x 1 #34


Die Arbeitswoche ist geschafft und (oh Wunder, oh Wunder!) es ist gar nichts schlimmes passiert.

27.09.2019 17:41 • #35


mischa10102002
fühl dich gedrückt

28.09.2019 06:45 • #36


Jetzt ist der letzte Post schon eine Weile her und seitdem ist nichts weltbewegendes passiert. Trotzdem hatte ich wieder ein Panik-auf-und-ab. Zwar nicht ganz so schlimm wie letzte Woche, aber naja.

In ca. 30 Minuten kann ich Feierabend machen und da ich den Brückentag frei habe, bedeutet das: 4 Tage ohne Angst.

Zwischenzeitlich habe ich "Das Kind in dir muss Heimat finden" durchgehört, allerdings die Aufgaben nicht bearbeitet. Das werde ich aber nachholen. Hat jemand Erfahrungen mit dem Buch? Ich finde das Audio Book sehr schön und da es so wohlwollend ist, hat es mir in den vergangenen Tagen gut geholfen.

02.10.2019 17:32 • #37


Kopf hoch

13.10.2019 17:52 • #38




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