Pfeil rechts
17

Ich habe eine große Angst vor Menschen, die mir emotional zu nah kommen und erwarte immer, dass sie mich veralbern oder fallen lassen.
Den Grund dafür sehe ich in meiner frühesten Kindheit (ab 4 bis ca. 10 Jahre) und dem Verhalten einer sog. "besten Freundin" , nennen wir sie Suse, die aus heutiger, erwachsener Sicht (bin ü30) ein psychisches Problem haben musste, dass ich bisher schwer einordnen kann.
Die Erfahrungen mit diesem Kind haben mich dazu gebracht, dass ich seit ich ca. 10 Jahre alt bin, keine festen Freundschaften mehr eingehen konnte, sondern große Angst bekam und noch heute einfach flüchte, sobald mein inneres Warnsystem Signale erkennt, die mich nur im geringsten an damals erinnern. Das beeinflusst mein Leben stark negativ.
Ich möchte daher gerne den Grund für das Verhalten von "Suse" verstehen, um die Selbstzweifel und feste Überzeugen, dass ich nichts wert bin, aufräumen zu können.
Könnt ihr mir dabei helfen und erklären, was das Mädchen ggf. hatte bzw. wofür ihr Verhalten spricht?

Ich skizziere nachfolgend nur ein paar der vielen Beispiele, die mir trotz vorangeschrittenem Alter immer noch das Herz zerreißen, wenn ich sie beschreibe:
1. Suse versteckte absichtlich mit ca. 7 ihren Schülerausweis, um mir dann vorzuwerfen, dass sie ihn mir gegeben hatte (was nicht stimmte) und ich ihn verloren hätte und dafür jetzt zahlen müsste. Sie reizte das so aus, dass sie mir Schläge von ihrem großen Bruder androhte und dieser mir nach der Schule nachstellte und mich bedrohend schubste während sie lachend daneben stand.
2. Sie pries mich an einem Tag als beste Freundin der Welt, setzte mich auch von anderen ab, behandelte mich als besonders und kommunizierte das gegenüber anderen Kindern, nur, um dann wie auf Knopfdruck am nächsten Tag zu mir zu sagen, dass sie mich hasst, Blödsinn über mich bei allen Kindern erzählte, versuchte, alle gegen mich aufzuhetzen und jedem Kind, das mir zu nahe kam, sagte, dass ich "sch***" bin und das Kind in ihre Suse-Gruppe kommen soll.
3. Sie lud mich zum Spielen zu sich ein (wir waren ca. 5 Jahre), wartete dort mit einem anderen Kind und sagte mir, dass sie nicht mehr will, dass ich mit ihr spiele, dass nur sie wollte, dass ich vorbeikomme, um ihre Spielsachen aufzuräumen, aber dann wieder gehen soll, weil sie eine neue beste Freundin hier hat, mit der sie alleine spielen will.
4.Sie fing zwischen zwei Schulstunden in der Grundschule an, über ein anderes Kinder zu lachen, wollte, dass ich mitlache und als ich mitlachte (aus heutiger Sicht wahrscheinlich, um es ihr recht zu machen), drehte sie sich plötzlich um und inszenierte eine Szene: Sie rief laut und empört, dass ich gerade über das andere Kind lache, sprang auf, rannte zum anderen Kind, nahm es in den Arm und rief, "die ist fies, ich bin aber für dich da" und rief mir zu, dass sie mich nicht mehr mag.
5. Sie wusste, dass mir beim Hören von und Anblick von Wundern und Blut schlecht wurde. Sie provozierte diese Reaktion öfter, indem sie aus dem Nichts anfing, ausgiebig über Wunden zu sprechen in aller Ausführlichkeit, bis ich in Ohnmacht und zog dann die ganze Aufmerksamkeit darauf (beispielsweise im Schulbus).
6. Sie war eifersüchtig, dass ich zur selben Nachhilfelehrerin ging wie sie. Ihre Mutter war aus heutiger Sicht auch nicht ganz korrekt, sondern kam nach der Schule mit Suse auf mich zu, um mich zu schimpfen (wirklich schimpfen mit lauter Stimme), dass ich meinen Slot bei der Nachhilfelehrerein gefälligst mit dem von Suse tauschen soll, da mein Slot Suse besser passt. Und ich jetzt dran Schuld bin, wenn Suse in der Schule schlecht ist. Ich erinnere mich, dass das schon fast das Ende der "Freundschaft" war und ich nicht den Slot tauschte. Als Reaktion darauf erfand Suse eine negative Story über mich und hetzte die gesamte Schulklasse gegen mich auf. Dabei erzählte sie einfach irgendwelche erfundenen Geschichten. Sie sagte mir, dass sie mich aus der Klasse ekeln wird. Ich hielt aber durch und ignorierte sie ab da, auch wenn die seelischen Wunden tief waren.

05.02.2021 22:24 • 07.02.2021 #1


9 Antworten ↓


cube_melon
Hallo,
das was Du hast mitmachen müssen war echt eine Nummer.

Aber - hier kann keiner eine Diagnose stellen. Zwei mal nicht aus der Ferne, aus 2. Hand und nach so langer Zeit.
Dazu kommt das ich es echt unpassend finde, dass Du so einen Titel verwendet hast. Gerade durch solche Aussagen wird werden Menschen die an Borderline erkrankt sind stigmatisiert.

Wenn Du das Verhalten deiner "Freundin" von damals objektiv reflektierst, kannst Du erkennen das eine erhebliche Verhaltensaufälligkeit bestand.

Das was Dir passiert kann man vermutlich als ein Trauma Typ II ansehen.
Bei Behandlung dessen ist primär wichtig das man selbst versteht das dies ein Fehlverhalten einer anderen Person war.

Mit deiner Frage, denke ich, willst Du ergründen das Du ein guter Mensch bist der das als Kind niemals verdient hat. Und somit "grundlos bestraft" wurde.

Das hat aber nur eigentlich nichts mit der Diagnose des Kindes zu tun, sondern nur mit eben der Erkenntnis das das Verhalten des anderen Kindes schlicht weg auffällig und toxisch ist.

05.02.2021 22:45 • x 2 #2



Borderline im Kindesalter - Zerstörerische Freundschaften?

x 3


Hallo, danke für deine Antwort. Du hast recht, der Titel ist ungünstig gewählt und ich hatte vergessen zu schreiben, dass mir einmal die Vermutung ans Herz gelegt wurde, dass es Borderline sein könnte. Daher möchte ich das verifizieren. Es tut mir leid, falls ich mich unfair gegenüber Menschen mit Borderline verhalten habe. Das war nicht meine Absicht.

05.02.2021 22:54 • x 1 #3


Lottaluft
Hat in meinen Augen rein garnichts mit Borderline zu tun denn diese Diagnose kann bei einem Kind zum einen nicht gestellt werden und zum anderen zeichnet sich das erst in der Pubertät/frühen Erwachsenenalter ab.
Was sie abgezogen hat ist natürlich unter aller Kanone und ich kann verstehen das so ein Verhalten einen gerade in der Kindheit sehr traumatisierten kann weswegen ich denke das du dieses Trauma aufarbeiten solltest

05.02.2021 22:54 • x 3 #4


cube_melon
Zitat von Lina-Li21:
Es tut mir leid, falls ich mich unfair gegenüber Menschen mit Borderline verhalten habe. Das war nicht meine Absicht.

Ja, ist ok. Glaube dir das auch.

Meine Erfahrung ist halt, das Menschen mit der Diagnose immer wieder stigmatisiert werden. Daher bin ich da empfindlich was das Thema angeht.

Wie gesagt - bei so einer Geschichte sind die zwei Hauptpunkte das Fehlverhalten der anderen Person und Unschuld für an der Sache zu erkennen. Letzter Punkt ist das wonach es dir zu gehen scheint.
Was das Kind hatte ist in dem Moment wirklich sekundär.
Dadurch das man das andere Verhalten als falsch und toxisch ansieht, wird in der Folge das Gefühl bestärkt man das nicht verdient hat.

Ein warum das so war, sprich was für eine Diagnose die andere hatte, wird dir keiner beantworten können.
Also halte ich es für sinnvoll das auf dem o.g. Weg zu "umgehen".

05.02.2021 23:08 • x 2 #5


Verstehe ich, war nicht günstig. Danke dir.

05.02.2021 23:30 • #6


cube_melon
Ja alles gut

Ich hoffe mein Ansatz zur Bewältigung bringt etwas mehr Klarheit.
Viel Mut und Erfolg bei der Therapie

05.02.2021 23:35 • x 2 #7


Schlaflose
Hört sich eher nach narzisstischer Persönlichkeitsstörung an.

06.02.2021 08:55 • x 1 #8


Meteora
Also, eine Freundschaft ist das ja nicht mehr. Eher Mobbing. Ich kenne das, meine Mobberinnen haben sich auch immer als meine Freundinnen stilisiert, aber dann genau dasselbe mit mir gemacht. Dadurch, dass sie so nah an dich rankommt als Freundin, kann sie dich besser mobben. So funktioniert dieses Prinzip.

Ich habe selbst Borderline, würde mich aber so nie verhalten. Ich weiß ja, wie schlimm das ist. (Danke, dass ihr gegen das Stigma kämpft!) Es ist schon möglich, dass es Borderline ist, wegen diesem Hin und Her. Das kann aber auch auf Psychopathie/Soziopathie hindeuten. Wenn es um ein Kind geht (wie alt wart ihr da?), sollte man solche großen Diagnosen noch nicht stellen. Die Persönlichkeit ist ja noch nicht ausgereift.
"Suses" Verhalten spricht eher dafür, dass sie erhebliche Probleme in ihrem Elternhaus hatte, vernachlässigt oder misshandelt wurde. Sie musste sich vielleicht wichtig machen und irgendwas kompensieren. Aber es gibt Millionen Gründe, warum Kinder mobben.

07.02.2021 18:25 • x 2 #9


Icefalki
Ich würde versuchen, mal anders zu denken. Klar, diese Suse war der Teufel, aber viel wichtiger ist, du warst ihr Opfer. Kann passieren, du warst jung und sie hat eben auch eine Faszination auf dich ausgeübt.

Lass das einfach mal so stehen. Die echte Problematik ist, dass du dem kleinen Teufel immer noch so viel Macht einräumst, so viel, dass sie dir dein Leben nach wie vor vermasseln kann.

Lass sie los und mache eigene Erfahrungen, egal, ob gut oder schlecht.. Bist doch jetzt erwachsen und nimmer abhängig.

07.02.2021 19:03 • x 4 #10



x 4




Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. Reinhard Pichler